Sehverlust auf einem Auge
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Wenn Menschen sagen, dass sie auf einer Seite schlechter sehen, ist damit meist ein Sehverlust auf einem Auge gemeint. Das bedeutet: Sie sehen mit dem betroffenen Auge verschwommen, dunkel oder gar nicht mehr. Es ist kein eigenes Krankheitsbild, sondern ein Warnzeichen des Körpers.
Wichtige Fakten
- Ein plötzlicher Sehverlust auf einem Auge ist immer ein Notfall.
- Es kann viele Ursachen haben: vom harmlosen Migräneanfall bis zum Schlaganfall.
- Schnelles Handeln kann oft bleibende Schäden verhindern.
- Bei Sehverlust auf einem Auge sollte immer eine Ärztin oder ein Arzt untersuchen.
Ein Sehverlust auf nur einem Auge kommt seltener vor als eine beidseitige Sehverschlechterung. Aber es kann jedem passieren – am ehesten bei älteren Menschen oder bei bestimmten Grunderkrankungen.
Es kann Menschen in jedem Alter betreffen. Besonders gefährdet sind Personen mit Bluthochdruck, Diabetes, Herzerkrankungen oder Durchblutungsstörungen. Auch Menschen, die rauchen oder viel Stress haben, können betroffen sein.
Symptome
- Plötzlicher kompletter Sehverlust auf einem Auge
- Sehverlust zusammen mit Lähmungserscheinungen, Sprachstörungen oder Schwindel
- ⚠Plötzlich auftretende Lichtblitze oder viele dunkle Flocken im Sehfeld
- ⚠Ein dunkler Schleier oder Schatten über dem Gesichtsfeld
- ⚠Augenschmerzen mit Erbrechen oder starkem Unwohlsein
- ⚠Sehverschlechterung nach einem Unfall oder Stoß am Kopf
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen auf einem Auge
- Ein dunkler Schatten oder Schleier im Gesichtsfeld
- Plötzlicher Verlust des Sehens auf einem Auge
- Lichtblitze oder schwebende Punkte (Floater)
- Schmerzen am oder im Auge
- Eingeschränktes Gesichtsfeld, zum Beispiel man sieht nur noch einen Teil
Symptome bei Kindern
- Kinder werden oft unruhig oder reiben sich das betroffene Auge
- Sie schielen oder kneifen die Augen zusammen
- Sie verpassen Gegenstände oder stoßen häufiger an
- Kinder sagen selten von selbst, dass sie schlecht sehen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Plötzliches Verschwommensehen auf einem Auge
- Gefühl, als ob ein Vorhang vor dem Auge zieht
- Häufig begleitet von Kopfschmerzen oder Schwindel
- Verlust der Sehkraft auf einer Seite wird manchmal mit normaler Alterssichtigkeit verwechselt
Ursachen
Hauptursachen
- Netzhautablösung – die Netzhaut im Auge löst sich vom Untergrund ab
- Verschluss eines Blutgefäßes im Auge (auch Augenschlaganfall genannt)
- Entzündung des Sehnervs (Sehnervenentzündung)
- Migräne mit Sehstörungen (sogenannte Augenmigräne)
- Durchblutungsstörungen im Gehirn – ein Schlaganfall kann auch das Sehen betreffen
- Starke Kurzsichtigkeit oder Verletzungen des Auges
Risikofaktoren
- Hoher Blutdruck
- Diabetes mellitus
- Hohe Blutfettwerte oder Arterienverkalkung
- Rauchen
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern
- Fortgeschrittenes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichem Sehverlust auf einem Auge – sofort den Notruf 112 wählen oder in die Notaufnahme gehen
- Bei Lichtblitzen oder einem Schatten, der sich vor das Auge schiebt
- Wenn das Auge schmerzt und Sie sich übel fühlen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Sehen auf einem Auge langsam über Wochen oder Monate schlechter wird
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihr Gesichtsfeld kleiner wird
- Wenn Sie nach einer Augenerkrankung regelmäßige Kontrollen brauchen
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt fragt zuerst nach Ihren Beschwerden und Ihrer Krankengeschichte. Danach folgt eine gründliche Untersuchung der Augen. Bei Verdacht auf eine Durchblutungsstörung im Gehirn werden auch bildgebende Verfahren eingesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest mit Buchstaben oder Zahlen
- Untersuchung des Augenhintergrunds mit einer Speziallupe
- Messung des Augeninnendrucks
- Gesichtsfeldmessung – damit wird festgestellt, an welcher Stelle das Sehen eingeschränkt ist
- Ultraschall des Auges oder Computertomografie (CT) / Magnetresonanztomografie (MRT) des Kopfes
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
In der Augenarztpraxis oder in der Notaufnahme werden mehrere Untersuchungen gemacht. Sie bekommen dabei Augentropfen, die die Pupille weiten. Diese Tropfen können kurzfristig das Sehen verschwimmen lassen. Sie sollten deshalb nach der Untersuchung nicht selbst Auto fahren. Meist wissen Sie direkt nach den Untersuchungen, was die Ursache ist.
Behandlung
Die Behandlung hängt von der Ursache ab. Einige Sehverluste sind ein Notfall, bei dem sofort gehandelt werden muss. Andere können beobachtet oder medikamentös behandelt werden. Ziel ist immer, das Sehvermögen so gut wie möglich zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei einem plötzlichen Sehverlust fahren Sie nicht selbst zum Krankenhaus – rufen Sie den Notruf 112 oder lassen Sie sich fahren
- Vermeiden Sie Anstrengung und schweres Heben, wenn der Verdacht auf eine Netzhautablösung besteht
- Schützen Sie das gesunde Auge, zum Beispiel mit einer Schutzbrille bei Handarbeiten
- Nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein
Medizinische Behandlungen
Die Behandlungsmöglichkeiten sind sehr verschieden: Bei einem Gefäßverschluss kann eine Therapie zur Verbesserung der Durchblutung eingesetzt werden. Bei einer Entzündung des Sehnervs werden entzündungshemmende Arzneimittel gegeben. Bei Migräne stehen Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung bereit. Alle medikamentösen Therapien werden von einer Ärztin oder einem Arzt genau auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist zum Beispiel bei einer Netzhautablösung nötig. Dabei wird die Netzhaut wieder angelegt und fixiert. Auch bei manchen Formen des Grünen Stars (Glaukom) oder bei Verletzungen kann ein chirurgischer Eingriff sinnvoll sein.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie auf einem Auge dauerhaft weniger sehen, gewöhnt sich Ihr Gehirn mit der Zeit daran. Anfangs fällt es schwer, Entfernungen einzuschätzen. Seien Sie besonders vorsichtig beim Treppensteigen und Autofahren. Lassen Sie sich von einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten beraten, wie Sie den Alltag sicher gestalten.
Tipps für den Alltag
- Wenn Sie nur noch ein gut sehendes Auge haben, tragen Sie eine Schutzbrille oder beim Sport einen Augenschutz
- Vergrößernde Sehhilfen wie Lupen und spezielle Lesegeräte erleichtern Alltagstätigkeiten
- Sprechen Sie mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt über Mobilitätstrainings
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie regelmäßige Bewegung halten die Blutgefäße gesund. Werden Sie nicht unsportlich – leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren ist auch mit eingeschränktem Sehen möglich, wenn Sie sich in bekannter Umgebung bewegen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Der Verlust des Sehens auf einem Auge kann Ängste und Traurigkeit auslösen. Es ist normal, sich zu sorgen. Sie müssen das nicht allein durchstehen. Suchen Sie sich Unterstützung – bei Ihrer Familie, Freunden oder einer professionellen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Nicht jeder Sehverlust auf einem Auge lässt sich verhindern. Aber Sie können Ihr Risiko senken: Kontrollieren Sie Bluthochdruck und Diabetes regelmäßig, hören Sie mit dem Rauchen auf und bewegen Sie sich ausreichend. Lassen Sie Ihre Augen regelmäßig ärztlich untersuchen.
Früherkennungsprogramme
Für Menschen mit Diabetes oder Bluthochdruck sind regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig, um Gefäßschäden früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Dauerhafter vollständiger Sehverlust des betroffenen Auges
- Ausweitung einer Netzhautablösung auf die gesamte Netzhaut
- Lähmungen oder andere Folgen eines unbehandelten Schlaganfalls
Langzeitprognose
Mit einer schnellen Diagnose und passenden Behandlung lassen sich viele Sehverluste aufhalten oder sogar zurückbilden. Auch wenn nicht in jedem Fall das volle Sehvermögen zurückkehrt, kann man oft den Alltag ohne große Einschränkungen gestalten. Sprechen Sie offen mit Ihren Ärzten über Ihre Chancen und Behandlungsmöglichkeiten.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2026
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