Hirnangiographie: Was Sie erwartet
Übersicht
Eine Hirnangiographie ist eine spezielle Untersuchung der Blutgefäße im Gehirn. Dabei wird ein Kontrastmittel in die Gefäße gespritzt und mit Röntgenstrahlen sichtbar gemacht. So können Ärzte Verengungen, Aussackungen (Aneurysmen) oder Fehlbildungen der Gefäße erkennen. Der Fachbegriff ist digitale Subtraktionsangiographie (DSA).
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung wird von einem spezialisierten Arzt, meist einem Neuroradiologen, durchgeführt.
- Sie dauert in der Regel etwa ein bis zwei Stunden.
- Sie sind dabei wach, können aber ein beruhigendes Medikament erhalten.
Die Hirnangiographie ist eine wichtige, aber spezialisierte Untersuchung. Sie wird nicht routinemäßig durchgeführt, sondern gezielt bei bestimmten Fragestellungen.
Sie kann bei Menschen jeden Alters notwendig werden, von Kindern mit angeborenen Gefäßfehlbildungen bis zu älteren Erwachsenen mit Gefäßerkrankungen. Am häufigsten wird sie bei Erwachsenen mittleren und höheren Alters eingesetzt.
Symptome
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche auf einer Körperseite
- Plötzliche Sprach- oder Sehstörung
- Plötzlicher, extrem starker Kopfschmerz
- Bewusstlosigkeit oder Krampfanfall
- ⚠Vorübergehende Lähmungen oder Sehstörungen (TIA), die sich innerhalb von Minuten bis Stunden zurückbilden
- ⚠Neue, ungewöhnliche Kopfschmerzen, die länger anhalten
- ⚠Schwindel mit Gangunsicherheit
Häufige Symptome
- Plötzlich auftretende, sehr starke Kopfschmerzen (oft als „Donnerschlagkopfschmerz“ beschrieben)
- Schwäche oder Lähmung in Armen oder Beinen
- Sehstörungen oder Doppelbilder
- Sprachstörungen oder Verwirrtheit
- Krampfanfälle unklarer Ursache
Symptome bei Kindern
- Angeborene Gefäßfehlbildungen können sich durch Kopfschmerzen, Krampfanfälle oder Entwicklungsverzögerungen zeigen.
- Manchmal werden Gefäßprobleme zufällig bei anderen Untersuchungen entdeckt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im höheren Alter treten vermehrt Gefäßverengungen (Arteriosklerose) oder Aneurysmen auf, die zu Symptomen wie Schwindel, Sehstörungen oder vorübergehenden Lähmungen führen können.
- Auch ein erhöhtes Risiko für Blutungen kann eine Abklärung notwendig machen.
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf ein Aneurysma (Aussackung eines Blutgefäßes)
- Verdacht auf eine arteriovenöse Malformation (AVM), eine angeborene Fehlbildung der Gefäße
- Verengungen (Stenosen) der Hirngefäße, z. B. durch Arteriosklerose
- Entzündungen der Gefäße (Vaskulitis)
- Planung einer Behandlung, z. B. vor einer Operation oder einem Eingriff
- Unklare Blutungen im Gehirn
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Rauchen
- Hohe Cholesterinwerte
- Diabetes
- Familiäre Vorbelastung für Gefäßerkrankungen oder Aneurysmen
- Zunehmendes Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen neurologischen Ausfällen wie Lähmung, Sprachstörung oder Sehverlust rufen Sie sofort den Notruf 112 an.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden Kopfschmerzen, Schwindel oder anderen unklaren Symptomen sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt.
Diagnose
Die Hirnangiographie selbst ist ein diagnostisches Verfahren. Sie wird eingesetzt, nachdem andere Untersuchungen wie CT oder MRT einen Verdacht ergeben haben. Mit ihr lassen sich die Gefäße sehr genau darstellen.
Mögliche Untersuchungen
- CT-Angiographie
- MRT-Angiographie
- Ultraschall (Doppler)
- Blutuntersuchungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen auf einer Untersuchungsliege. Die Einstichstelle (meist Leiste oder Handgelenk) wird örtlich betäubt. Ein dünner Katheter wird in ein Blutgefäß eingeführt und bis zu den Hirngefäßen vorgeschoben. Dann wird Kontrastmittel gespritzt und Röntgenaufnahmen gemacht. Sie können ein Wärmegefühl oder einen leichten Geschmack bemerken. Nach der Untersuchung müssen Sie noch einige Stunden liegen und die Einstichstelle wird überwacht.
Behandlung
Die Hirnangiographie dient der Diagnose. Die Behandlung richtet sich nach dem gefundenen Befund. Oft schließt sich eine Besprechung mit Ihnen und Ihrem Behandlungsteam an.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Untersuchung sollten Sie ausreichend trinken und sich schonen.
- Vermeiden Sie für einige Tage schweres Heben und anstrengende Sportarten.
- Beobachten Sie die Einstichstelle auf Schwellung oder Blutung.
Medizinische Behandlungen
Wenn ein Gefäßproblem gefunden wird, kann die Behandlung je nach Befund sehr unterschiedlich sein. Dazu gehören Medikamente zur Blutdruck- oder Cholesterinsenkung, Verfahren zur Gefäßerweiterung (z. B. Ballondilatation oder Stent), oder eine gezielte Behandlung von Aneurysmen (z. B. Coiling oder Clipping). Ihr Arzt wird die für Sie passende Option besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann notwendig sein, wenn ein Aneurysma oder eine Fehlbildung nicht mit schonenden Verfahren behandelt werden kann oder wenn ein Gefäßverschluss vorliegt, der operativ versorgt werden muss.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen erholen sich schnell von einer Hirnangiographie. Sie können in der Regel am nächsten Tag wieder leichten Alltagsaktivitäten nachgehen. Die Ergebnisse werden mit Ihnen besprochen und das weitere Vorgehen geplant.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gesunde Lebensweise, um Gefäßerkrankungen vorzubeugen: Nicht rauchen, Blutdruck im Normbereich halten, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung.
Ernährung und Bewegung
Eine herzgesunde Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten sowie regelmäßige Bewegung (z. B. zügiges Gehen) sind gut für die Gefäße.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Untersuchung und die möglichen Befunde können belastend sein. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder suchen Sie das Gespräch mit Angehörigen. Bei anhaltender Angst gibt es professionelle Unterstützung.
Vorbeugung
Die Notwendigkeit einer Hirnangiographie lässt sich nicht immer verhindern. Aber Sie können das Risiko für Gefäßerkrankungen senken, indem Sie auf einen gesunden Lebensstil achten.
Impfungen
Impfungen spielen bei dieser Untersuchung keine Rolle.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Gesundheitschecks mit Blutdruckmessung und Blutfettwerten können helfen, Gefäßerkrankungen früh zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn die zugrunde liegende Gefäßerkrankung nicht behandelt wird, können Komplikationen wie ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung auftreten. Deshalb ist die Abklärung wichtig.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind generally gut, weil viele Gefäßprobleme heute gut behandelbar sind. Die Hirnangiographie hilft, die richtige Behandlung zu finden.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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