Bodyplethysmographie: Die große Lungenfunktionsprüfung
Übersicht
Die Bodyplethysmographie ist eine erweiterte Lungenfunktionsprüfung. Sie misst, wie viel Luft in Ihre Lunge passt und wie leicht die Luft durch die Atemwege strömt. Dafür sitzen Sie in einer luftdichten Kabine und atmen über ein Mundstück. Die Kabine misst kleine Druckveränderungen. Die Untersuchung ist schmerzlos, es gibt keine Röntgenstrahlung und keine Spritzen.
Wichtige Fakten
- Misst Lungenvolumen und Atemwegswiderstand.
- Schmerzlos, ohne Röntgenstrahlung, dauert meist etwa 15 bis 30 Minuten.
- Hilft, Atemwegs- und Lungenerkrankungen besser einzuordnen und zu kontrollieren.
Ja. Die Bodyplethysmographie gehört in Lungenfachpraxen und Kliniken zur Routine, wenn genauer geprüft werden soll, wie die Lunge arbeitet.
Die Untersuchung betrifft Menschen mit anhaltendem Husten, Atemnot oder pfeifender Atmung, Menschen mit einer bekannten Lungenerkrankung, Menschen vor manchen Operationen und alle, bei denen die Lungenfunktion genauer beurteilt werden soll.
Symptome
- Schwere Atemnot in Ruhe oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen.
- Blaue oder graue Lippen, Gesicht oder Fingerspitzen.
- Sie können keine ganzen Sätze mehr sprechen.
- Verwirrtheit, Bewusstseinstrübung oder Ohnmacht.
- Starker Brustschmerz oder Atemstillstand.
- ⚠Zunehmende Atemnot, die nicht besser wird.
- ⚠Fieber zusammen mit Atemnot oder schlechtem Allgemeinbefinden.
- ⚠Pfeifende Atmung, die trotz Ruhe und Ausruhen bleibt.
- ⚠Husten mit Blut.
Häufige Symptome
- Die Untersuchung selbst verursacht keine Beschwerden. Die folgenden Zeichen können der Anlass für die Messung sein.
- Anhaltender Husten, der nicht besser wird.
- Atemnot bei Belastung oder in Ruhe.
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche.
- Engegefühl in der Brust.
- Häufige Atemwegsinfekte oder schlechte Erholung nach Infekten.
Symptome bei Kindern
- Pfeifende Atmung oder wiederkehrender Husten.
- Atemnot beim Spielen oder bei Anstrengung.
- Häufige Atemwegsinfekte.
- Bei kleinen Kindern ist die Mitarbeit begrenzt; das Praxisteam erklärt, was möglich ist.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot bei alltäglichen Dingen wie Treppensteigen oder Anziehen.
- Verminderte Belastbarkeit und schnelle Erschöpfung.
- Häufige Atemwegsinfekte.
- Bei bekannter Lungenerkrankung: Kontrolle des Verlaufs und der Behandlung.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Bodyplethysmographie hat keine eigene Ursache. Sie wird gezielt eingesetzt, um eine Fragestellung zu klären.
- Verdacht auf Asthma oder COPD.
- Verdacht auf eine restriktive Lungenerkrankung, bei der die Lunge sich nicht gut ausdehnen kann.
- Kontrolle einer bekannten Lungenerkrankung und ihrer Behandlung.
- Beurteilung der Lungenfunktion vor einer Operation.
- Abklärung von Atemnot, Husten oder pfeifender Atmung, wenn einfache Tests nicht ausreichen.
Risikofaktoren
- Rauchen oder früheres Rauchen.
- Berufliche Belastung durch Staub, Dämpfe oder Chemikalien.
- Wiederkehrende Atemwegsinfekte.
- Allergien oder familiäre Veranlagung für Asthma.
- Frühgeburtlichkeit oder Lungenprobleme in der Kindheit.
- Herz- oder Kreislauferkrankungen, die Atemnot verursachen können.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich sehr schlecht Luft bekommen.
- Wenn sich Atemnot schnell verschlimmert.
- Wenn Lippen oder Gesicht bläulich werden.
- Wenn Sie verwirrt wirken oder kaum sprechen können.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei Husten, der über Wochen bleibt.
- Bei Atemnot beim Treppensteigen oder bei Alltagsaktivitäten.
- Bei pfeifender Atmung oder wiederkehrenden Atemwegsinfekten.
- Wenn eine bekannte Lungenerkrankung kontrolliert werden soll.
- Wenn vor einer Operation die Lungenfunktion geprüft werden soll.
Diagnose
Die Bodyplethysmographie ist selbst ein Untersuchungsverfahren. Sie liefert Messwerte, aber keine fertige Diagnose. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt beurteilt die Ergebnisse zusammen mit Ihren Beschwerden, der Krankengeschichte und weiteren Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Bodyplethysmographie zur Messung von Lungenvolumen und Atemwegswiderstand.
- Einfache Spirometrie als Basistest der Lungenfunktion.
- Messung der Diffusionskapazität, also wie gut Sauerstoff in das Blut gelangt.
- Blutgasanalyse bei bestimmten Fragestellungen.
- Röntgen- oder CT-Aufnahme der Lunge, wenn nötig.
- Allergie- oder Blutuntersuchungen je nach Verdacht.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen in einer luftdichten Kabine, bekommen eine Nasenklammer und atmen über ein Mundstück. Sie atmen ruhig, dann tiefer oder schneller, wie es Ihnen gezeigt wird. In der Kabine kann ein leichtes Druckgefühl in Kopf oder Ohren entstehen. Die Untersuchung dauert meist etwa 15 bis 30 Minuten. Danach können Sie in der Regel sofort Ihren Alltag fortsetzen.
Behandlung
Die Bodyplethysmographie behandelt nichts. Sie liefert wichtige Messwerte. Die Behandlung richtet sich danach, welche Ursache für Ihre Beschwerden gefunden wird und wie stark die Lunge betroffen ist.
Selbsthilfe zu Hause
- Lockere Kleidung tragen, damit Sie bequem atmen können.
- Vor der Untersuchung nicht stark rauchen und keine anstrengende Belastung direkt davor einplanen.
- Mit dem Praxisteam besprechen, ob Sie Ihre Atemwegsmedikamente wie gewohnt einnehmen sollen.
- Nach der Untersuchung nach den Ergebnissen und dem weiteren Plan fragen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund können zum Beispiel Atemwegsmedikamente, Inhalationsgeräte, Atemphysiotherapie, Raucherentwöhnung, Sauerstofftherapie oder andere Maßnahmen besprochen werden. Ihr Behandlungsteam wählt die passende Therapie für Ihre Situation. Nennen Sie alle Mittel, die Sie bereits nehmen, damit Wechselwirkungen geprüft werden können.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Messung vor einer Operation erfolgt, hilft sie dem Behandlungsteam, das Narkose- und Operationsrisiko besser einzuschätzen. Ob und wann operiert wird, besprechen Sie mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.
Leben mit der Erkrankung
Die Bodyplethysmographie ist meist ein einmaliger Termin oder eine Kontrolluntersuchung. Danach können Sie Ihren Alltag normal fortsetzen. Warten Sie auf die Auswertung und lassen Sie sich die Ergebnisse verständlich erklären.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen und Rauch sowie Schadstoffe möglichst vermeiden.
- Impfschutz mit dem Behandlungsteam besprechen.
- Regelmäßig bewegen, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten.
- Bei bekannter Lungenerkrankung Kontrolltermine wahrnehmen.
- Auf Warnzeichen wie zunehmende Atemnot achten und früh Hilfe suchen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige, angepasste Bewegung unterstützen Lunge und Allgemeingesundheit. Bei Atemnot steigern Sie die Belastung langsam und besprechen Sie Ihren Plan mit dem Behandlungsteam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Lungenfunktionsprüfung kann Nervosität auslösen, besonders wenn die Kabine eng wirkt oder wenn Sie auf Ergebnisse warten. Das ist verständlich. Wenn Ängste oder Sorgen Sie stark belasten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In akuten seelischen Krisen können Sie den Notruf 112 wählen oder sich an eine örtliche Krisenberatung wenden.
Vorbeugung
Die Untersuchung selbst lässt sich nicht verhindern, denn sie wird gezielt eingesetzt. Viele Lungenerkrankungen lassen sich durch Rauchverzicht, Impfungen und Vermeidung von Schadstoffen eher verhindern oder abschwächen.
Impfungen
Besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, welche Impfungen sinnvoll sind, zum Beispiel gegen Grippe, COVID-19 oder Pneumokokken. Impfungen können Atemwegsinfekte und Komplikationen bei Lungenerkrankungen reduzieren.
Früherkennungsprogramme
Eine Bodyplethysmographie ist kein allgemeines Screening für alle Menschen. Sie wird gezielt eingesetzt, wenn Beschwerden bestehen, ein Risiko bekannt ist oder eine Lungenerkrankung kontrolliert werden soll.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Bodyplethysmographie selbst hat keine bekannten Komplikationen. Selten kann es vorübergehend zu Schwindel oder Unwohlsein kommen.
- Wird eine dahinterliegende Lungenerkrankung nicht abgeklärt, kann sie fortschreiten und die Belastbarkeit verringern.
- Atemnot und Husten können im Alltag stärker werden.
- Ohne Behandlung können sich Atemwegsinfekte oder Komplikationen häufen.
Langzeitprognose
Die Untersuchung ist meist gut verträglich und liefert wichtige Hinweise. Mit den Ergebnissen kann das Behandlungsteam einen passenden Plan besprechen. Viele Lungenerkrankungen lassen sich heute gut begleiten und behandeln.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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