Ultraschall der Venen an Armen und Beinen
Übersicht
Bei einer Venenultraschalluntersuchung schaut sich eine Ärztin oder ein Arzt die Venen in einem Arm oder Bein mit Schallwellen an. Ultraschall sind hohe Töne, die Sie nicht hören; sie erzeugen Bilder aus dem Körperinneren, ganz ohne Röntgenstrahlung. So lässt sich sehen, ob das Blut gut fließt, ob die Venenklappen – kleine Klappen in den Venen, die den Rückfluss des Blutes verhindern – dicht schließen und ob eine Vene verengt ist. Auch ein Blutgerinnsel (Thrombus) – ein Pfropf aus Blut, der ein Gefäß verstopfen kann – lässt sich damit erkennen. Die Nummer 15765 kann auf Ihrer Überweisung stehen und bezeichnet je nach Abrechnungssystem diese Untersuchung.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzlos und nutzt keine Röntgenstrahlen.
- Sie dauert meist etwa 20 bis 45 Minuten.
- Sie kann helfen, ein Blutgerinnsel oder eine Venenschwäche früh zu erkennen.
Ja, die venöse Ultraschalluntersuchung gehört zu den häufigen und sicheren Untersuchungen in Praxen und Kliniken. Sie wird oft bei Verdacht auf eine Thrombose oder bei Venenbeschwerden eingesetzt.
Symptome
- Sofort den Notruf 112 wählen bei plötzlicher Atemnot, Brustschmerz, Husten mit Blut oder Ohnmacht – besonders zusammen mit einer Schwellung an Bein oder Arm.
- Plötzliche, starke Schwellung eines Beins oder Arms mit sehr starkem Schmerz.
- Kreislaufbeschwerden oder Bewusstlosigkeit zusammen mit einer neuen Schwellung.
- ⚠Neue einseitige Schwellung ohne Atemnot – noch am selben Tag ärztlich abklären lassen.
- ⚠Rötung, Wärme und Schmerz an Arm oder Bein, die schnell zunehmen.
- ⚠Fieber zusammen mit einer schmerzhaften Schwellung.
- ⚠Zunehmendes Spannungsgefühl oder starke Schmerzen innerhalb von Stunden.
Häufige Symptome
- Einseitige Schwellung an einem Bein oder Arm
- Schwere- oder Spannungsgefühl in der betroffenen Gliedmaße
- Schmerzen oder Wärmegefühl im Bein oder Arm
- Sichtbare Krampfadern oder erweiterte Venen
- Hautverfärbungen, Juckreiz oder offene Stellen am Unterschenkel
- Wadenkrämpfe oder Schmerzen beim Gehen
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf ein Blutgerinnsel (Thrombose) in einer tiefen Vene
- Krampfadern oder eine chronische Venenschwäche
- Unklare Schwellung, Schmerzen oder Hautveränderungen an Arm oder Bein
- Kontrolle nach einer Venenoperation oder einem anderen Eingriff
- Planung einer Behandlung von Venen, zum Beispiel bei Krampfadern
Risikofaktoren
- Längere Bettruhe oder wenig Bewegung, zum Beispiel nach Operationen
- Lange Reisen mit engem Sitzen
- Schwangerschaft und Wochenbett
- Übergewicht
- Rauchen
- Venenleiden oder Thrombosen in der Familie
- Höheres Alter
- Bestimmte hormonelle Verhütungsmittel oder Hormonbehandlungen – sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche einseitige Schwellung, die schnell zunimmt
- Starke Schmerzen, Rötung und Überwärmung an Arm oder Bein
- Fieber mit einer schmerzhaften Schwellung
- Eine offene Hautstelle am Bein mit zunehmender Rötung
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wiederkehrende Schwellungen oder schwere Beine
- Sichtbare Krampfadern, die stören oder größer werden
- Hautverfärbungen oder Juckreiz am Unterschenkel
- Beschwerden, die nach längerem Stehen oder Sitzen zunehmen
Diagnose
Die Beurteilung stützt sich auf Ihr Gespräch, die körperliche Untersuchung und den Venenultraschall. Meist wird eine Duplexsonographie gemacht: Dabei werden die Venen mit Ultraschall dargestellt und der Blutfluss mit einer farbigen Darstellung geprüft. Das tut nicht weh und ist eine sichere Untersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Duplexsonographie der Venen (Ultraschall mit Farbdoppler)
- Kompressionsultraschall, bei dem die Vene vorsichtig mit dem Schallkopf gedrückt wird
- Doppler-Sonographie zur Prüfung des Blutflusses
- Je nach Situation eine Blutuntersuchung, um Entzündungswerte oder Gerinnungszeichen zu prüfen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie liegen meist auf einer Liege, das Bein oder der Arm ist frei. Die Haut wird mit Gel bestrichen; der Schallkopf wird langsam über die Vene geführt. Manchmal müssen Sie das Bein anspannen oder kurz die Luft anhalten. Die Untersuchung ist schmerzlos, kann an empfindlichen Stellen aber etwas drücken. Danach können Sie sofort wieder Ihren Alltag fortsetzen.
Behandlung
Die Ultraschalluntersuchung selbst ist keine Behandlung. Sie zeigt, was los ist. Die weitere Behandlung richtet sich nach dem Ergebnis: Bei einer Venenschwäche können Bewegung, Kompression und Venengymnastik helfen; bei einem Gerinnsel ist eine ärztliche Behandlung nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel bewegen und die Füße sowie Waden regelmäßig anspannen
- Langes Stehen oder Sitzen möglichst unterbrechen
- Beine im Liegen hochlegen, wenn sie schwer werden
- Ausreichend trinken
- Vom Arzt verordnete Kompressionsstrümpfe tragen, wenn sie empfohlen wurden
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen verschiedene ärztliche Wege infrage. Bei einer Thrombose wird das Blut mit einer gerinnungshemmenden Behandlung geschützt; die genaue Wahl trifft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt. Bei einer Venenschwäche können Kompression, Physiotherapie und Venenübungen helfen. Bei Krampfadern gibt es schonende Verfahren, die ein Gefäßspezialist erklären kann. Medikamente werden nie pauschal empfohlen, sondern immer auf Sie abgestimmt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation oder ein anderer Eingriff kann nötig sein, wenn Krampfadern stark stören, Hautschäden drohen oder eine Vene dauerhaft nicht richtig arbeitet. Meist wird zuerst abgewartet und konservativ behandelt. Ob ein Eingriff sinnvoll ist, besprechen Sie mit einer Gefäßspezialistin oder einem Gefäßspezialisten.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag hilft es, Bewegung und Pausen gut zu planen. Wer zu Schwellungen neigt, merkt oft, dass kurze Spaziergänge, Hochlegen und Kompression den Tag leichter machen. Nach einem auffälligen Befund sind regelmäßige Kontrollen wichtig.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, zum Beispiel Gehen, Schwimmen oder Radfahren
- Nicht rauchen
- Übergewicht abbauen, wenn es die Beschwerden verstärkt
- Langes Sitzen bei Reisen durch Aufstehen und Fußübungen unterbrechen
- Beine nicht dauerhaft eng einschnüren
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Kost mit viel Gemüse, Vollkorn und ausreichend Flüssigkeit unterstützt die Gefäße. Salzreiche Kost kann Wassereinlagerungen begünstigen. Bewegung aktiviert die Muskelpumpe in den Waden und hilft, das Blut zurück zum Herzen zu bringen. Schon zehn Minuten Gehen mehrmals am Tag können guttun.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Untersuchung der Venen kann Angst machen, besonders wenn der Verdacht auf ein Gerinnsel im Raum steht. Viele Befunde lassen sich gut behandeln. Sprechen Sie Ihre Sorgen an; bei starker Belastung können Gesprächsangebote oder eine psychosoziale Beratung helfen. In akuten seelischen Krisen gibt es jederzeit Unterstützung über lokale Krisendienste oder den Notruf 112.
Vorbeugung
Nicht alle Venenprobleme lassen sich verhindern. Sie können aber Ihr Risiko für Blutgerinnsel und schwere Venenleiden senken, indem Sie in Bewegung bleiben, langes Sitzen vermeiden und bei Risikosituationen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über vorbeugende Maßnahmen sprechen.
Impfungen
Für diese Untersuchung gibt es keine Impfung; Impfungen spielen hier keine Rolle.
Früherkennungsprogramme
Eine Routine-Ultraschalluntersuchung der Venen für alle Menschen wird nicht empfohlen. Bei Beschwerden oder erhöhtem Risiko kann Ihre Ärztin oder Ihr Arzt eine gezielte Untersuchung veranlassen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ein Blutgerinnsel kann sich lösen und in die Lunge wandern (Lungenembolie).
- Eine unbehandelte Venenschwäche kann zu Hautschäden, offenen Beinen und dauerhaften Schwellungen führen.
- Krampfadern können größer werden und Beschwerden zunehmen.
Langzeitprognose
Die meisten Befunde, die mit einem Venenultraschall entdeckt werden, sind gut behandelbar. Die Untersuchung hilft, schnell die richtige Unterstützung zu bekommen. Auch bei einem Gerinnsel gibt es bewährte Behandlungen; wichtig ist, früh ärztlichen Rat zu suchen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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