Echokardiografie: Der Herz-Ultraschall einfach erklärt
Übersicht
Bei einer Echokardiografie – meist Herz-Ultraschall oder kurz „Echo“ genannt – schaut eine Ärztin oder ein Arzt mit Schallwellen auf Ihr Herz. Sie können dabei zusehen, wie das Herz schlägt, wie groß die Herzkammern sind und wie sich die Herzklappen öffnen und schließen. Schallwellen sind für Menschen nicht hörbar, und die Untersuchung tut nicht weh. Wichtig zu wissen: Die Echokardiografie ist keine Krankheit, sondern eine Untersuchung. Sie hilft dabei, Herzprobleme zu erkennen oder auszuschließen und den Verlauf zu beobachten.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten und ist schmerzfrei.
- Es gibt keine Strahlenbelastung – der Ultraschall nutzt nur Schallwellen.
- Der Herz-Ultraschall zeigt Größe, Form, Pumpkraft und Klappen des Herzens.
Ja, sehr häufig. Der Herz-Ultraschall gehört zu den am häufigsten durchgeführten Herzuntersuchungen in Arztpraxen und Kliniken.
Menschen jeden Alters. Bei Kindern wird er vor allem bei Verdacht auf angeborene Herzfehler oder bei auffälligen Herzgeräuschen eingesetzt. Bei älteren Erwachsenen ist er oft Teil der Abklärung von Luftnot, Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen.
Symptome
- Rufen Sie sofort die 112 an bei starkem Brustdruck oder Brustschmerz, der in Arm, Hals oder Rücken ausstrahlt und länger als einige Minuten anhält.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei plötzlicher schwerer Atemnot oder einem Erstickungsgefühl.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei Bewusstlosigkeit oder einer Ohnmacht mit anschließenden Beschwerden.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei kaltschweißiger Haut zusammen mit Brustschmerz oder Atemnot.
- Rufen Sie sofort die 112 an bei plötzlichem, starkem Herzrasen mit Schwindel oder Todesangst.
- ⚠Neu aufgetretene oder schnell zunehmende Luftnot – stellen Sie sich am selben Tag ärztlich vor.
- ⚠Rasch zunehmende Schwellungen an Beinen oder Bauch.
- ⚠Fieber und Schüttelfrost bei einem bekannten Herzklappenfehler oder einer künstlichen Herzklappe.
- ⚠Herzstolpern, das häufig auftritt oder länger anhält.
Häufige Symptome
- Kurzatmigkeit bei Belastung oder in Ruhe
- Herzstolpern oder spürbares Herzrasen
- Geschwollene Beine oder Knöchel (Wassereinlagerungen)
- Leistungsabfall und schnelle Erschöpfung
- Ein Herzgeräusch, das bei der Untersuchung gehört wurde
- Brustschmerzen, die abgeklärt werden sollen
- Bluthochdruck, der sich schlecht einstellen lässt
Symptome bei Kindern
- Ein auffälliges Herzgeräusch beim Kinderarzttermin
- Bläuliche Lippen oder Haut, besonders beim Trinken oder Schreien
- Trinkschwäche, schnelles Ermüden, schlechtes Gedeihen
- Regelmäßige Kontrolle bei einem bekannten oder in der Familie vorkommenden Herzfehler
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Luftnot schon bei kleinen Anstrengungen
- Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern (ein unregelmäßiger Herzschlag)
- Wassereinlagerungen in Beinen und Lunge
- Kontrolle nach einem Herzinfarkt oder einer Herzoperation
- Verdacht auf verengte oder undichte Herzklappen
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf eine Herzschwäche – dabei pumpt das Herz weniger kräftig als nötig.
- Abklärung eines Herzgeräuschs oder einer Herzklappenerkrankung.
- Kontrolle nach einem Herzinfarkt, einer Herzoperation oder einem Eingriff am Herzen.
- Verdacht auf angeborene Herzfehler, besonders bei Kindern.
- Suche nach einer möglichen Ursache für einen Schlaganfall, etwa einem Blutgerinnsel im Herzen.
- Kontrolle während einer Behandlung, die das Herz belasten kann, zum Beispiel bei bestimmten Krebstherapien.
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- Diabetes (Zuckerkrankheit)
- Rauchen
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Familie
- Ein früherer Herzinfarkt oder eine bekannte Herzklappenerkrankung
- Höheres Lebensalter
- Dauerhafte Herzrhythmusstörungen oder eine eingeschränkte Nierenfunktion
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Brustschmerz mit Ausstrahlung, schwerer Atemnot oder Ohnmacht: sofort die 112 anrufen.
- Bei neu aufgetretener oder schnell zunehmender Luftnot: noch am selben Tag ärztlichen Rat suchen.
- Bei Fieber und Schüttelfrost mit bekannter Herzerkrankung: zügig ärztlich abklären lassen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ihre Ärztin oder Ihr Arzt hat ein Herzgeräusch gehört.
- Sie werden bei Alltagsdingen schneller außer Atem als früher.
- Regelmäßige Kontrolltermine wegen einer bekannten Herzerkrankung stehen an.
- Vor einer Operation oder einer Behandlung, die das Herz belasten kann.
Diagnose
Die Echokardiografie ist selbst die Untersuchung, mit der Herzprobleme abgeklärt werden. Mit Schallwellen entstehen live bewegte Bilder des Herzens. So lässt sich erkennen, wie kräftig das Herz pumpt, ob Herzkammern vergrößert sind, ob Herzklappen dicht schließen und ob sich Flüssigkeit um das Herz herum befindet.
Mögliche Untersuchungen
- Transthorakale Echokardiografie (TTE): Der Schallkopf wird von außen auf die Brust gesetzt – das ist die übliche Form.
- Doppler-Echokardiografie: Sie zeigt, wie das Blut durch die Herzklappen fließt und ob es Verwirbelungen gibt.
- Stress-Echo (Belastungs-Echokardiografie): Die Untersuchung erfolgt während oder direkt nach körperlicher Belastung.
- Schluck-Echo (TEE, transösophageale Echokardiografie): Ein dünner Schlauch mit Schallkopf wird über die Speiseröhre eingeführt, meist unter leichter Betäubung. Weil er näher am Herzen liegt, sind manche Details besser sichtbar.
- Kontrast-Echo: Dabei wird eine Flüssigkeit mit winzigen Bläschen gespritzt, die den Blutfluss besser sichtbar macht.
- Häufig zusätzlich: EKG (Aufzeichnung der Herzströme), Blutdruckmessung und Blutwerte.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Für die übliche Untersuchung legen Sie sich auf eine Liege, meist auf die linke Seite, und der Oberkörper wird frei gemacht. Auf die Haut kommt ein kühles Gel, das die Schallwellen leitet. Der Schallkopf wird auf Brust und manchmal auf den Bauch gedrückt – das kann etwas kalt sein oder leicht drücken, tut aber nicht weh. Sie werden gebeten, kurz die Luft anzuhalten oder flach zu atmen. Danach können Sie sofort wieder Ihren Alltag fortsetzen und auch Auto fahren. Beim Schluck-Echo müssen Sie nüchtern sein, und es ist gut, sich abholen zu lassen.
Behandlung
Die Echokardiografie ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchung. Sie zeigt, was im Herzen los ist, und hilft dabei, die passende Behandlung zu wählen. Wie es danach weitergeht, hängt ganz vom Befund ab: Manchmal ist nur eine Kontrolle in einigen Monaten nötig, manchmal eine gezielte Therapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie Ihre Medikamente wie gewohnt ein, wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes sagt.
- Für die normale Untersuchung müssen Sie nicht nüchtern sein.
- Ziehen Sie bequeme Kleidung an, die sich leicht öffnen lässt.
- Notieren Sie vorher Ihre Fragen und Beschwerden – das erleichtert das Gespräch.
- Bitten Sie darum, den Befund in einfachen Worten erklärt zu bekommen.
- Beim Schluck-Echo: nüchtern erscheinen und jemanden für den Heimweg mitbringen.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen sehr unterschiedliche Wege in Frage: abwarten und regelmäßig kontrollieren, Medikamente, die das Herz entlasten oder den Blutdruck senken, eine Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder ein Eingriff an den Herzklappen. Welche Behandlung für Sie passt, bespricht Ihre Ärztin oder Ihr Arzt mit Ihnen – abhängig von Ihren Beschwerden, dem Befund und Ihrem Allgemeinzustand.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Eingriff kann nötig werden, wenn eine Herzklappe stark verengt oder undicht ist, ein angeborener Herzfehler korrigiert werden soll oder ein Blutgerinnsel im Herzen als Ursache eines Schlaganfalls gefunden wurde. Heute geschieht vieles über einen Katheter, also ohne große Öffnung des Brustkorbs. Ob und wann ein Eingriff sinnvoll ist, entscheidet ein Team aus Herzspezialisten gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach der Untersuchung können Sie in der Regel sofort wieder Ihren Alltag führen. Ein auffälliger Befund bedeutet nicht automatisch eine große Veränderung: Viele Herzerkrankungen lassen sich gut behandeln und beobachten. Wichtig sind regelmäßige Kontrolltermine und ein offener Austausch mit Ihrem Behandlungsteam.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, die Ihnen guttut und die Sie gut in Ihren Tag einbauen können
- Nicht rauchen – bei Bedarf Unterstützung beim Aufhören suchen
- Ausreichend Schlaf und bewusste Pausen
- Blutdruck und Blutzucker im Blick behalten
- Alkohol nur in Maßen
- Impfungen wahrnehmen, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, weniger Salz und weniger stark verarbeiteten Lebensmitteln unterstützt Ihr Herz. Bei Bewegung gilt: lieber regelmäßig und moderat als selten und sehr anstrengend – zum Beispiel zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen. Wenn Sie dabei Beschwerden bemerken, hören Sie auf und sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Ein Herz-Ultraschall kann nervös machen – viele Menschen sorgen sich, was gefunden werden könnte. Das ist völlig normal und menschlich. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen; gut erklärte Befunde nehmen oft viel Angst. Wenn Sorgen Sie im Alltag belasten, wenn Sie schlecht schlafen oder nicht zur Ruhe kommen, sprechen Sie darüber mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. In einer seelischen Krise finden Sie bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr jemanden zum Zuhören, auch anonym.
Vorbeugung
Die Untersuchung selbst muss man nicht verhindern – sie ist harmlos. Vorbeugen kann man aber vielen Herzerkrankungen, die einen Herz-Ultraschall nötig machen: mit einem herzgesunden Lebensstil und einer guten Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfetten.
Impfungen
Bei bestimmten Herzerkrankungen werden Impfungen empfohlen, zum Beispiel gegen Grippe und Lungenentzündung. Fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, was für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Blutdruckmessungen sowie Blutfett- und Blutzuckerwerte beim Gesundheits-Check-up helfen, Risiken früh zu erkennen. Ist eine Herzerkrankung bekannt, kann eine regelmäßige Ultraschallkontrolle sinnvoll sein. Für gesunde Menschen ohne Beschwerden wird ein Herz-Ultraschall nicht generell empfohlen – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Untersuchung selbst hat keine bekannten Risiken – sie nutzt nur Schallwellen.
- Ohne Abklärung können eine Herzschwäche oder ein Herzklappenfehler unbemerkt fortschreiten.
- Eine unbehandelte Herzschwäche kann den Alltag deutlich einschränken.
- Manche Herzrhythmusstörungen erhöhen ohne Behandlung das Risiko für einen Schlaganfall.
Langzeitprognose
Die Aussichten sind insgesamt gut: Der Herz-Ultraschall ist sicher, schmerzfrei und liefert schnell wichtige Informationen. Viele Herzerkrankungen lassen sich heute gut behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Ein auffälliger Befund ist kein Grund zur Panik – er ist der Ausgangspunkt für einen klaren Plan, den Sie gemeinsam mit Ihrem Behandlungsteam aufstellen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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