Gallium-Scan: Was die Untersuchung zeigt und wie sie abläuft
Übersicht
Ein Gallium-Scan ist eine bildgebende Untersuchung aus der Nuklearmedizin. Dabei bekommen Sie über eine Vene eine schwach radioaktive Flüssigkeit gespritzt. Der Stoff darin heißt Gallium-67. Er sammelt sich im Körper an Stellen, an denen eine Entzündung, eine Infektion oder eine bestimmte Gewebeveränderung vorliegt. Einige Zeit später macht ein spezielles Gerät, die Gamma-Kamera, Bilder davon. So lassen sich Stellen finden, die mit Ultraschall, Röntgen oder anderen Untersuchungen nicht gut zu erkennen sind. Der Gallium-Scan ist keine Operation und kein Bluttest – er liefert Bilder aus dem Inneren des Körpers.
Wichtige Fakten
- Der Gallium-Scan ist eine Untersuchung, keine Behandlung. Er soll helfen, eine Ursache zu finden.
- Die radioaktive Flüssigkeit wird gespritzt. Die eigentlichen Bilder entstehen oft erst ein bis drei Tage später, weil das Mittel Zeit braucht, um sich anzureichern.
- Die Strahlenmenge ist gering und liegt im Bereich anderer nuklearmedizinischer Untersuchungen. Ob der Nutzen überwiegt, bespricht die Ärztin oder der Arzt persönlich mit Ihnen.
- Heute wird oft zuerst eine andere Untersuchung gewählt, zum Beispiel eine PET/CT oder eine Szintigrafie mit Ihren eigenen weißen Blutkörperchen. Der Gallium-Scan bleibt eine Möglichkeit, wenn diese nicht gut passen.
Der Gallium-Scan wird heute eher selten durchgeführt, weil es inzwischen schnellere und genauere bildgebende Verfahren gibt. In manchen Kliniken kommt er aber weiterhin zum Einsatz, vor allem bei lang anhaltendem Fieber ohne erkennbare Ursache oder bei bestimmten Knochen- und Gelenkinfektionen.
Der Scan kann bei Erwachsenen und in besonderen Fällen auch bei Kindern zum Einsatz kommen. Am häufigsten wird er bei Menschen erwogen, deren Beschwerden trotz vieler Untersuchungen unklar geblieben sind.
Symptome
- Hohes Fieber zusammen mit Verwirrtheit, starker Schwäche oder Bewusstseinstrübung – mögliche Zeichen einer Blutvergiftung (Sepsis)
- Plötzliche Atemnot, bläuliche Lippen oder Brustschmerzen
- Sehr starke, plötzlich auftretende Rückenschmerzen mit Taubheitsgefühl oder Kontrollverlust über Blase oder Darm
- Eine Stelle am Körper, die rasch stark anschwillt, heftig schmerzt und deren Haut sich dunkel verfärbt
- ⚠Fieber über mehr als drei Wochen ohne erklärbare Ursache
- ⚠Zunehmende Schmerzen in einem Gelenk oder Knochen, besonders mit Schwellung
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust oder Nachtschweiß über mehrere Wochen
- ⚠Anhaltender Husten mit Fieber oder Atemnot
Häufige Symptome
- Fieber, das über mehrere Wochen anhält und dessen Ursache trotz Untersuchungen unklar bleibt
- Ungewöhnliche Müdigkeit, Nachtschweiß oder ungewollter Gewichtsverlust
- Anhaltende Schmerzen in einem Knochen, einem Gelenk oder im Rücken
- Schwellung, Rötung oder Überwärmung an einer Stelle, zum Beispiel nach einer Operation
- Anhaltender Husten oder Atemnot, wenn eine entzündliche Lungenerkrankung vermutet wird
- Geschwollene Lymphknoten oder der Verdacht auf eine Erkrankung des Lymphsystems
Ursachen
Hauptursachen
- Fieber ohne erkennbare Ursache, das über Wochen anhält
- Verdacht auf eine versteckte Infektion, etwa an einem künstlichen Gelenk, an einer Knochenplatte oder im Bauchraum
- Knochenentzündung (Osteomyelitis) oder eine Entzündung nach einer Operation
- Sarkoidose – eine entzündliche Erkrankung, bei der sich kleine Knötchen im Gewebe bilden, häufig in Lunge und Lymphknoten
- Erkrankungen des Lymphsystems, zum Beispiel zur Verlaufskontrolle
- Entzündliche Lungenerkrankungen oder unklare Gewebeveränderungen
Risikofaktoren
- Schwangerschaft oder Stillzeit – bitte immer vorher angeben
- Bestimmte Medikamente können die Aufnahme des Mittels beeinflussen; sprechen Sie Ihre Medikamentenliste vorher mit dem Team durch
- Eingeschränkte Nierenfunktion – dann werden Nutzen und Risiko besonders sorgfältig abgewogen
- Unruhe oder Angst vor engen Räumen; das Team kann Sie dabei gut unterstützen
- Kürzlich durchgeführte Untersuchungen mit Kontrastmittel oder andere nuklearmedizinische Untersuchungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn direkt nach der Spritze Atemnot, Nesselsucht, Schwellung im Gesicht oder starker Schwindel auftreten – sofort das Praxisteam rufen oder den Notruf wählen
- Wenn sich die Beschwerden, die zur Untersuchung geführt haben, deutlich verschlechtern
- Wenn nach der Untersuchung Fieber dazukommt oder eine Stelle plötzlich stark schmerzt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihnen ein Gallium-Scan vorgeschlagen wurde und Sie Fragen zum Ablauf haben
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihre Medikamente vorher wie gewohnt einnehmen sollen
- Wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft möglich sein könnte
- Wenn Sie einen Termin verschieben möchten oder sich krank fühlen
Diagnose
Der Gallium-Scan ist selbst ein Teil der Diagnostik. Er wird meist dann erwogen, wenn Blutwerte, Ultraschall, Röntgen, CT oder MRT die Ursache nicht klären konnten. Vorher prüft das Team Ihre Vorgeschichte, Ihre Blutwerte und ob eine Schwangerschaft möglich ist. Dann wird Gallium-67 in eine Vene gespritzt, meist in die Armbeuge. Die Bilder entstehen oft erst nach etwa 24 bis 72 Stunden, manchmal auch früher. Für die Aufnahmen liegen Sie ruhig auf einer Liege, während die Kamera über Sie fährt. Das dauert in der Regel etwa 30 bis 60 Minuten und tut nicht weh.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung, unter anderem zu Nierenfunktion und Blutbild
- Schwangerschaftstest, wenn eine Schwangerschaft möglich ist
- Die eigentliche Aufnahme mit einer Gamma-Kamera, häufig an mehreren Tagen
- Manchmal zusätzliche Aufnahmen mit einer anderen Technik oder in Kombination mit einer CT
- Vergleich mit früheren Bildern und anderen Untersuchungsergebnissen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist dürfen Sie normal essen und trinken. Oft wird sogar empfohlen, viel zu trinken und vor den Bildern die Blase zu entleeren. Manchmal bittet das Team um eine Vorbereitung des Darms. Bringen Sie eine Liste Ihrer Medikamente mit. Nach der Spritze können Sie in der Regel nach Hause gehen; der Körper baut das Mittel langsam ab. Für kurze Zeit sind Sie selbst eine schwache Strahlenquelle. Das Team erklärt Ihnen genau, worauf Sie achten sollten – zum Beispiel etwas Abstand zu Schwangeren und kleinen Kindern zu halten und sich nach dem Toilettengang gründlich die Hände zu waschen. Die Ergebnisse werden in einem eigenen Gespräch besprochen.
Behandlung
Der Gallium-Scan ist keine Behandlung. Er liefert Informationen, damit die passende Behandlung gewählt werden kann. Was danach geschieht, hängt ganz vom Befund ab: Manchmal bestätigt sich eine Infektion, manchmal eine entzündliche Erkrankung, manchmal zeigt sich nichts Auffälliges. Auch das ist ein wichtiges Ergebnis, denn es hilft, in eine andere Richtung weiterzusuchen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie nach der Untersuchung ausreichend, sofern Ihre Ärztin oder Ihr Arzt nichts anderes sagt.
- Waschen Sie sich nach dem Toilettengang gründlich die Hände.
- Halten Sie in den ersten ein bis zwei Tagen etwas Abstand zu Schwangeren und kleinen Kindern – lassen Sie sich die genaue Empfehlung vom Team geben.
- Notieren Sie, wann Ihre Beschwerden stärker oder schwächer werden. Das hilft beim Auswertungsgespräch.
- Bringen Sie zu allen Terminen eine Liste Ihrer Medikamente und früherer Untersuchungen mit.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich ganz nach dem Befund. Zeigt sich eine bakterielle Infektion, können zum Beispiel antibiotisch wirkende Mittel eingesetzt werden – welche das sind und wie lange, legt die behandelnde Ärztin oder der Arzt fest. Bei entzündlichen Erkrankungen wie einer Sarkoidose kommen häufig Mittel infrage, die das Immunsystem bremsen. Bei Erkrankungen des Lymphsystems wird die Behandlung gemeinsam mit einer spezialisierten Klinik geplant. Wird nichts Auffälliges gefunden, sucht das Team mit Ihnen nach anderen Ursachen. Konkrete Medikamentennamen und Dosierungen gehören bewusst in ein persönliches Gespräch und nicht in einen allgemeinen Text.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur selten ist nach einem Gallium-Scan eine Operation nötig. Sie kann zum Beispiel anstehen, wenn sich ein Eiterherd (Abszess) zeigt, der entlastet werden muss, oder wenn ein künstliches Gelenk entzündet ist und ersetzt werden muss. In den meisten Fällen geht es zunächst um Medikamente, Beobachtung und weitere Abklärung.
Leben mit der Erkrankung
Der Alltag ändert sich durch den Scan selbst kaum. Sie gehen zur Spritze, kommen zu den Aufnahmen und warten dann auf das Auswertungsgespräch. Diese Wartezeit kann sich lang anziehen. Es hilft, sich für diese Tage etwas vorzunehmen und jemanden mitzunehmen, der oder die zuhört. Nach der Untersuchung gelten für kurze Zeit ein paar einfache Vorsichtsregeln im Umgang mit anderen Menschen – das Team erklärt sie Ihnen genau.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Trinken, gerade in der Zeit des Wartens.
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihre Beschwerden zulassen – Spazierengehen reicht schon.
- Schreiben Sie auf, welche Fragen Sie beim nächsten Termin stellen möchten.
- Vermeiden Sie es, im Internet nach einzelnen Symptomen zu suchen; das verstärkt oft die Sorgen.
- Nehmen Sie bei Bedarf eine vertraute Person zu Gesprächen mit.
Ernährung und Bewegung
Vor dem Scan ist meist keine besondere Diät nötig; manchmal gibt das Team Hinweise zur Vorbereitung des Darms – halten Sie sich einfach daran. Nach der Untersuchung können Sie normal essen und trinken. Bewegung tut gut, wenn sie sich richtig anfühlt. Bei Fieber oder starken Schmerzen sollten Sie sich lieber schonen und ärztlichen Rat einholen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wochenlange Beschwerden ohne klare Ursache und das Warten auf Ergebnisse können sehr belastend sein. Viele Menschen fühlen sich in dieser Zeit hilflos oder ängstlich, manche schlafen schlecht. Das ist verständlich und keine Schwäche. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, suchen Sie bitte Unterstützung – Ihr Behandlungsteam kann Ihnen weiterhelfen, und es gibt anonyme Telefonangebote, bei denen Sie einfach reden können.
Vorbeugung
Die Untersuchung selbst lässt sich nicht „verhindern“, und Sie haben nichts falsch gemacht, wenn sie nötig wird. Wichtig ist nur, dass sie gut vorbereitet wird: Geben Sie Schwangerschaft, Stillzeit und alle Medikamente vorher an, sagen Sie Bescheid, wenn Sie unruhig werden, und halten Sie die Termine ein. So wird die Aussagekraft der Bilder besser und unnötige Wiederholungen werden vermieden.
Früherkennungsprogramme
Der Gallium-Scan ist keine Vorsorgeuntersuchung. Er wird gezielt bei einem konkreten Verdacht eingesetzt. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die Ihre Krankenkasse anbietet, ersetzen Sie ihn nicht.
Komplikationen
Unbehandelt
- Die Untersuchung selbst hat nur wenige Risiken: ein blauer Fleck an der Einstichstelle, selten eine leichte allergische Reaktion.
- Die Strahlenbelastung ist gering, aber vorhanden – deshalb wird die Untersuchung nur dann durchgeführt, wenn sie wirklich weiterhilft.
- Wird eine Infektion oder Entzündung nicht erkannt, kann sie sich ausbreiten und länger Beschwerden verursachen.
- Wenn die Ursache von Fieber unklar bleibt, kann das belastend sein und die passende Behandlung verzögern.
- Manchmal ist das Ergebnis nicht eindeutig; dann werden weitere Untersuchungen nötig.
Langzeitprognose
Für die allermeisten Menschen ist der Gallium-Scan unkompliziert und gut verträglich. Die Wartezeit auf die Ergebnisse verlangt Geduld. Meist steht am Ende aber eine klarere Antwort als vorher – und damit ein besserer Plan für Sie. Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam; es begleitet Sie Schritt für Schritt.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.