Leber-Milz-Szintigrafie (Leber-Milz-Scan): Was Sie bei der Untersuchung erwartet
Übersicht
Bei einer Leber-Milz-Szintigrafie – oft auch Leber-Milz-Scan genannt – werden Leber und Milz mit einer besonderen Kamera sichtbar gemacht. Dafür bekommen Sie eine sehr kleine Menge einer schwach radioaktiven Flüssigkeit in eine Vene gespritzt. Diese Flüssigkeit verteilt sich im Körper und wird vor allem von Leber und Milz aufgenommen. Die Kamera misst die schwache Strahlung von außen und baut daraus Bilder auf. So lässt sich erkennen, wie groß Leber und Milz sind, welche Form sie haben und wie gut das Gewebe arbeitet. „Szintigrafie“ ist einfach der Fachname für dieses bildgebende Verfahren aus der Nuklearmedizin – also der Medizin, die mit sehr kleinen Mengen radioaktiver Stoffe arbeitet.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung zeigt nicht nur die äußere Form von Leber und Milz, sondern auch, wie gut das Gewebe funktioniert.
- Die verwendete Strahlenmenge ist gering. Der Stoff wird vom Körper mit der Zeit abgebaut und ausgeschieden.
- Die Untersuchung tut nicht weh – nur der kurze Einstich der Spritze ist zu spüren.
- Sie dauert insgesamt meist etwa eine bis zwei Stunden, wobei die eigentlichen Bilder nur einen Teil davon ausmachen.
Sie gehört nicht zu den allerhäufigsten Untersuchungen, wird aber seit vielen Jahrzehnten regelmäßig eingesetzt. Meist kommt sie dann zum Einsatz, wenn ein Ultraschall oder andere Bilder nicht genug Klarheit gebracht haben und man zusätzlich wissen möchte, wie gut Leber und Milz arbeiten.
Die Untersuchung kann Menschen jeden Alters betreffen, bei denen der Verdacht auf eine Leber- oder Milzerkrankung besteht oder bei denen unklare Blutwerte abgeklärt werden sollen. Bei Kindern wird sie nur selten durchgeführt. Ältere Menschen bekommen sie häufiger, weil Lebererkrankungen und eine vergrößerte Milz im Alter öfter vorkommen.
Symptome
- Plötzlich auftretende, sehr starke Bauchschmerzen oder ein harter Bauch
- Erbrechen von Blut oder von kaffeesatzartigem Material
- Schwarzer, teerartiger Stuhl
- Gelbsucht zusammen mit Fieber, Schüttelfrost und Verwirrtheit
- Plötzliche Verwirrtheit, starke Schwäche, Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- In diesen Fällen wählen Sie bitte sofort die 112 (Rettungsdienst).
- ⚠Oberbauchschmerzen, die über Stunden anhalten oder stärker werden
- ⚠Neu aufgetretene Gelbfärbung von Augen oder Haut
- ⚠Fieber zusammen mit Bauchschmerzen
- ⚠Zunehmende Wassereinlagerung im Bauch
- ⚠Dunkler Urin und sehr heller Stuhl zusammen mit starker Müdigkeit
- ⚠Rötung, Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle nach der Untersuchung
Häufige Symptome
- Schmerzen oder ein Druckgefühl im rechten Oberbauch
- Völlegefühl, Blähungen oder schnelles Sattwerden
- Müdigkeit und allgemeine Leistungsschwäche
- Gelbfärbung von Haut und Augen (Gelbsucht)
- Juckreiz am ganzen Körper ohne sichtbaren Hautausschlag
- Wassereinlagerungen im Bauch oder in den Beinen
- Druckgefühl im linken Oberbauch, wenn die Milz vergrößert ist
- Auffällige Leberwerte im Blut, auch ohne Beschwerden
Ursachen
Hauptursachen
- Unklare Veränderungen an Leber oder Milz, bei denen Ultraschall oder andere Bilder nicht ausreichen
- Verdacht auf eine Leberzirrhose – das ist ein Umbau der Leber in Narbengewebe – und die Frage, wie gut die Leber noch arbeitet
- Verdacht auf eine vergrößerte Milz oder eine überaktive Milz
- Abklärung von Knoten oder Raumforderungen in der Leber
- Planung, wenn ein Teil der Leber operiert werden soll
- Kontrolle nach einer Verletzung der Milz
- Fieber ohne klare Ursache, wenn ein Entzündungsherd im Bauchraum gesucht wird
Risikofaktoren
- Dauerhaft hoher Alkoholkonsum
- Übergewicht und eine Fettleber
- Infektionen mit Hepatitis-Viren
- Langfristige Einnahme von Medikamenten, die die Leber belasten können
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Familiäre Veranlagung für Lebererkrankungen
- Bestimmte Autoimmunerkrankungen, bei denen der Körper eigenes Lebergewebe angreift
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Blut erbrechen, schwarzen Stuhl bemerken oder sich plötzlich sehr schwach fühlen – rufen Sie sofort die 112.
- Wenn Beschwerden wie Gelbsucht oder starke Bauchschmerzen neu auftreten oder schnell stärker werden.
- Wenn nach der Untersuchung die Einstichstelle deutlich anschwillt, heiß wird oder stark schmerzt.
- Wenn Sie nach der Untersuchung Schwindel, Herzklopfen oder ein Engegefühl bemerken.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihre Ärztin oder Ihr Arzt Ihnen zu dieser Untersuchung rät und Sie Fragen zum Ablauf haben.
- Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihre gewohnten Medikamente vorher einnehmen dürfen.
- Wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft nicht ausschließen können – bitte vorher ansprechen.
- Wenn Sie Angst vor engen Räumen haben oder sehr nervös sind – das Team kann sich darauf einstellen.
- Wenn nach der Untersuchung Fragen zum Ergebnis offen sind oder Sie das Ergebnis nicht verstehen.
Diagnose
Die Szintigrafie ist selbst ein Untersuchungsschritt und keine Krankheit. Der Weg dorthin beginnt meist mit einem Gespräch, einer körperlichen Untersuchung und einer Blutuntersuchung. Häufig wird zuerst ein Ultraschall gemacht. Bringt das keine ausreichende Klarheit, kann die Szintigrafie zusätzliche Informationen liefern, vor allem darüber, wie gut Leber und Milz arbeiten.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung mit Leberwerten und Blutbild
- Ultraschall des Bauchraums (Sonografie)
- Leber-Milz-Szintigrafie
- Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT)
- Gewebeentnahme aus der Leber (Biopsie) in bestimmten Fällen
- Magenspiegelung, wenn nach erweiterten Venen im Speiseröhrenbereich geschaut werden soll
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Meist dürfen Sie vorher normal essen und trinken – klären Sie das aber bitte mit der Praxis ab. Sagen Sie vorher, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Allergie haben. Beim Termin bekommen Sie über eine Vene am Arm eine kleine Menge der schwach radioaktiven Flüssigkeit gespritzt. Danach warten Sie etwa 15 bis 30 Minuten, in denen sich der Stoff verteilt. Anschließend liegen Sie ruhig auf einer Liege, während eine Kamera langsam über Sie hinwegbewegt. Die Aufnahmen dauern je nach Untersuchung etwa 20 bis 40 Minuten. Sie müssen dabei nur ruhig liegen und normal atmen. Danach können Sie in der Regel sofort nach Hause gehen. Das Team sagt Ihnen, ob Sie für ein paar Stunden Abstand zu kleinen Kindern oder schwangeren Frauen halten sollen – meist ist das nicht nötig. Trinken Sie im Anschluss gut, damit der Stoff schneller ausgeschieden wird.
Behandlung
Die Szintigrafie ist keine Behandlung, sondern eine Untersuchung. Sie hilft dabei, die richtige Behandlung zu finden. Wie es danach weitergeht, hängt ganz davon ab, was gefunden wird – deshalb besprechen Sie das Ergebnis am besten in einem ruhigen Gespräch mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bringen Sie frühere Befunde, Arztbriefe und eine Liste Ihrer Medikamente zum Termin mit.
- Sagen Sie vorher Bescheid, wenn Sie schwanger sind oder stillen.
- Ziehen Sie bequeme Kleidung an, die sich leicht öffnen lässt.
- Planen Sie großzügig Zeit ein – etwa eineinhalb bis zwei Stunden.
- Trinken Sie nach der Untersuchung ausreichend Wasser.
- Notieren Sie sich vorher Ihre Fragen, damit Sie im Gespräch nichts vergessen.
- Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas unklar ist – das ist ausdrücklich erwünscht.
Medizinische Behandlungen
Behandelt wird immer die Erkrankung, die hinter Ihren Beschwerden steckt – nicht die Untersuchung selbst. Je nach Ergebnis kommen ganz unterschiedliche Wege in Frage: zum Beispiel das Meiden von Stoffen, die der Leber schaden, eine Behandlung von Entzündungen, eine Behandlung von Komplikationen wie Wassereinlagerungen oder eine engmaschige Kontrolle. In manchen Fällen verordnet die Ärztin oder der Arzt auch spezielle Medikamente. Welche Behandlung für Sie passt, entscheidet das Behandlungsteam gemeinsam mit Ihnen – bitte nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein und setzen Sie keine eigenmächtig ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann zum Thema werden, wenn zum Beispiel ein Teil der Leber entfernt werden muss, eine stark vergrößerte Milz erhebliche Beschwerden macht oder ein Eingriff im Bauchraum geplant wird. Die Szintigrafie kann dabei helfen, den Eingriff besser zu planen, weil sie zeigt, wie viel gut arbeitendes Gewebe vorhanden ist. Ob eine Operation sinnvoll ist, wird immer im Gespräch mit dem Behandlungsteam entschieden.
Leben mit der Erkrankung
Der Tag der Untersuchung ist schnell vorbei, und danach geht der Alltag meist sofort weiter. Belastend ist oft weniger die Untersuchung selbst als das Warten auf das Ergebnis. Versuchen Sie, sich für diese Zeit etwas Gutes zu tun, und vereinbaren Sie möglichst früh einen Termin für das Ergebnisgespräch – dann hängt die Unsicherheit nicht so lange über Ihnen.
Tipps für den Alltag
- Verzichten Sie auf Alkohol, wenn Ihre Leber belastet ist – das ist der wirksamste einzelne Schritt.
- Achten Sie auf ein Gewicht, das sich für Sie gut anfühlt, und bauen Sie Übergewicht langsam ab.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, am besten an den meisten Tagen der Woche.
- Schlafen Sie ausreichend und achten Sie auf Pausen.
- Lassen Sie Ihre Impfungen regelmäßig überprüfen.
- Gehen Sie zu vereinbarten Kontrollterminen, auch wenn es Ihnen gut geht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, frischem Obst, Vollkornprodukten und guten Fetten tut der Leber gut. Wenn Sie Wassereinlagerungen haben, kann es sinnvoll sein, weniger Salz zu verwenden – besprechen Sie das bitte ärztlich. Verzichten Sie möglichst ganz auf Alkohol. Für Bewegung gilt: moderate Ausdauer, etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen, an den meisten Tagen 20 bis 30 Minuten, ergänzt durch leichte Kraftübungen. Starten Sie langsam und sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, wenn Sie lange nicht aktiv waren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sorgen um die Leber oder die Milz können sehr belasten. Viele Menschen schlafen schlecht oder grübeln viel, während sie auf ein Ergebnis warten. Das ist völlig verständlich. Sprechen Sie darüber – mit Menschen, denen Sie vertrauen, und mit Ihrem Behandlungsteam. Wenn die Anspannung überhandnimmt, gibt es kostenlose und anonyme Hilfe, zum Beispiel bei der Telefonseelsorge. Bei akuten Krisen oder Gedanken, sich etwas anzutun, wenden Sie sich bitte sofort an den Notruf 112 oder an eine Kriseneinrichtung in Ihrer Nähe.
Vorbeugung
Die Untersuchung selbst lässt sich nicht „verhindern“ – sie wird nur gemacht, wenn es einen Grund gibt. Aber viele Lebererkrankungen, die zu einer solchen Untersuchung führen, lassen sich vorbeugen: durch wenig oder keinen Alkohol, ein gesundes Gewicht, ausreichend Bewegung und einen bewussten Umgang mit Medikamenten.
Impfungen
Gegen Hepatitis A und Hepatitis B gibt es Impfungen. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) sie für bestimmte Gruppen, etwa Menschen mit Lebererkrankungen oder besonderem beruflichem Risiko. Fragen Sie in Ihrer Hausarztpraxis, ob eine Impfung für Sie sinnvoll ist.
Früherkennungsprogramme
Bei der Gesundheitsuntersuchung werden oft auch die Leberwerte im Blut mitbestimmt. Für viele Lebererkrankungen gibt es in Deutschland Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), an denen sich Ärztinnen und Ärzte orientieren. Nehmen Sie regelmäßige Vorsorgetermine wahr und sprechen Sie auffällige Blutwerte an.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird die Ursache der Beschwerden nicht abgeklärt, kann eine ernste Lebererkrankung übersehen und erst spät behandelt werden.
- Eine fortschreitende Leberzirrhose kann mit der Zeit zu Wassereinlagerungen im Bauch, inneren Blutungen und Verwirrtheit führen.
- Eine stark vergrößerte Milz kann Blutwerte verändern und die Abwehr schwächen.
- Unbehandelte Entzündungen der Leber können das Gewebe dauerhaft schädigen.
Langzeitprognose
Die meisten Menschen, bei denen eine Leber-Milz-Szintigrafie gemacht wird, haben Ursachen, die sich gut behandeln oder zumindest gut begleiten lassen. Oft zeigt die Untersuchung auch, dass keine ernste Veränderung vorliegt – das entlastet viele. Und selbst wenn eine ernsthafte Erkrankung gefunden wird: Heute gibt es viele Möglichkeiten, den Verlauf günstig zu beeinflussen. Wichtig ist, dass Sie die Termine wahrnehmen und im Gespräch bleiben.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.