MIBG-Scan: Was Sie erwartet
Übersicht
Ein MIBG-Scan ist eine nuklearmedizinische Untersuchung. Dabei bekommen Sie oder Ihr Kind eine kleine Menge einer schwach radioaktiven Substanz in eine Vene. Diese Substanz heißt MIBG und wird von bestimmten Nervenzellen oder bestimmten Tumoren aufgenommen. Eine spezielle Kamera macht danach Bilder. So kann das medizinische Team sehen, wo die Substanz im Körper ankommt. Der Scan ist keine Behandlung und kein Röntgen. Er tut nicht weh, außer dem kleinen Pieks beim Zugang.
Wichtige Fakten
- Der Scan ist schmerzlos bis auf den kleinen Nadelstich.
- Die Strahlenmenge ist gering und wird vom Team überwacht.
- Er dauert meist mehrere Stunden, weil zwischen Injektion und Bildern gewartet wird.
- Das Ergebnis kommt nicht sofort; ein Arzt bespricht es mit Ihnen.
Ein MIBG-Scan ist eine spezialisierte Untersuchung. Er gehört nicht zu den Routineuntersuchungen, wird aber in nuklearmedizinischen Zentren regelmäßig gemacht.
Vor allem Kinder, bei denen ein Neuroblastom vermutet wird, und Erwachsene mit Verdacht auf Phäochromozytom oder Paragangliom. Selten wird er bei anderen neuroendokrinen Tumoren oder bei Spezialfragen zum Herzen eingesetzt.
Symptome
- Sehr hoher Blutdruck mit starkem Kopfschmerz, Brustschmerz, Atemnot oder Sehstörungen – sofort 112 rufen.
- Krampfanfall, Bewusstlosigkeit oder plötzliche Verwirrtheit – sofort 112 rufen.
- Herzrasen mit Ohnmacht oder Kreislaufkollaps – sofort 112 rufen.
- Bei Kindern: schwere Atemnot, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall oder kalter Schweiß mit starken Bauchschmerzen – sofort 112 rufen.
- ⚠Wiederkehrende Anfälle von Herzrasen, Schwitzen und Kopfschmerz
- ⚠Neue, ungewöhnlich hohe Blutdruckwerte
- ⚠Unerklärliche Bauchschwellung oder Gewichtsverlust
- ⚠Neue Knochenschmerzen bei einem Kind
- ⚠Fieber ohne klare Ursache bei einem Kind
Häufige Symptome
- Der Scan selbst verursacht keine Symptome.
- Er wird abgeklärt bei wiederkehrenden Anfällen von Herzrasen, Schwitzen und Kopfschmerz.
- Bei ungewöhnlich hohem Blutdruck oder Blutdruckkrisen.
- Bei unklarer Bauchschwellung, Bauchschmerzen oder Gewichtsverlust.
- Bei Knochenschmerzen oder Müdigkeit, besonders bei Kindern.
- Bei einem bekannten Tumor zur Verlaufskontrolle.
Symptome bei Kindern
- Bauchschwellung oder Bauchschmerzen
- Knochenschmerzen
- Müdigkeit und Blässe
- Blaue Flecken ohne klaren Grund
- Gewichtsverlust oder Fieber ohne klare Ursache
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anfallsartig sehr hoher Blutdruck
- Herzrasen, Schwitzen, Zittern
- Starke Kopfschmerzen während der Anfälle
- Blässe und Angstgefühl
- Unerklärlicher Gewichtsverlust oder Bauchschmerzen
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf ein Neuroblastom bei Kindern
- Verdacht auf ein Phäochromozytom oder Paragangliom bei Erwachsenen
- Bekannter Tumor, der MIBG aufnimmt: Verlauf und Suche nach Absiedlungen
- Frage, ob eine nuklearmedizinische Therapie möglich ist
- Selten: Spezialfragen zur Nervenfunktion des Herzens
Risikofaktoren
- Erbliche Veranlagung für bestimmte Tumoren
- Familiäre Häufung solcher Tumoren
- Bestimmte angeborene Syndrome
- Kindliches Alter bei Neuroblastom
- Der Scan selbst hat keine Risikofaktoren; die Strahlenbelastung ist gering und wird abgewogen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei starken oder neuen Beschwerden, die zu einem MIBG-Scan geführt haben, suchen Sie zeitnah ärztliche Hilfe.
- Bei wiederholten Blutdruckkrisen mit Herzrasen, Schwitzen und Kopfschmerz.
- Bei unklarer Bauchschwellung, Gewichtsverlust oder Knochenschmerzen.
- Wenn bei Ihrem Kind Fieber ohne Ursache, Blässe oder auffällige Müdigkeit auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Vor der Untersuchung: Fragen zur Vorbereitung und zu Medikamenten
- Wenn eine Schwangerschaft besteht oder möglich ist
- Wenn Sie stillen
- Wenn Sie unsicher sind, ob der Scan für Sie geeignet ist
- Bei Fragen zur Strahlensicherheit oder zur Besprechung der Ergebnisse
Diagnose
Der MIBG-Scan ist selbst ein Teil der Diagnostik. Er wird nicht allein entschieden. Die Ärztin oder der Arzt schaut auf Beschwerden, Untersuchung, Laborwerte und andere Bilder. Erst zusammen ergibt sich ein Bild. In Deutschland helfen AWMF-Leitlinien bei einigen Tumoren, die mit MIBG untersucht werden.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung
- Blut- und Urinuntersuchungen
- Ultraschall, CT oder MRT als weitere Bildgebung
- MIBG-Scan
- Gewebeprobe, wenn nötig
- Genetische Beratung bei Verdacht auf eine erbliche Form
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie erhalten vorher genaue Anweisungen. Meist wird ein Zugang in eine Vene gelegt und die schwach radioaktive Substanz gespritzt. Danach warten Sie einige Stunden. Für die Bilder liegen Sie ruhig auf einer Liege, während eine Kamera über Sie fährt. Das ist schmerzlos. Manchmal werden an mehreren Tagen Bilder gemacht. Nach der Untersuchung dürfen Sie meist nach Hause; Ihr Team sagt Ihnen, ob Sie etwas beachten müssen.
Behandlung
Der Scan behandelt nichts. Er hilft, die richtige Behandlung zu finden. Nach dem Ergebnis bespricht das Spezialteam mit Ihnen, ob Beobachten, eine Operation, eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie, eine zielgerichtete Behandlung oder eine nuklearmedizinische Therapie sinnvoll ist. Bei einigen Tumoren gibt es AWMF-Leitlinien, an denen sich das Team orientiert.
Selbsthilfe zu Hause
- Befolgen Sie die Vorbereitungsanweisungen Ihres nuklearmedizinischen Teams genau.
- Sagen Sie, wenn Sie schwanger sind, stillen oder eine Schwangerschaft möglich ist.
- Informieren Sie über alle Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel und Allergien.
- Trinken Sie nach der Untersuchung ausreichend, wenn Ihr Team es empfiehlt.
- Halten Sie die Kontrolltermine ein und notieren Sie Fragen vorher.
Medizinische Behandlungen
Je nach Grunderkrankung kommen zum Beispiel Beobachtung, Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Behandlung oder eine nuklearmedizinische Therapie infrage. Auch die Linderung von Beschwerden ist wichtig. Das Spezialteam bespricht Nutzen und Risiken.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn ein Tumor gefunden wird und eine Operation möglich ist, kann sie Teil der Behandlung sein. Ob und wann operiert wird, entscheidet das behandelnde Spezialteam – abhängig von Tumorart, Lage und Allgemeinzustand.
Leben mit der Erkrankung
Der Untersuchungstag ist meist gut planbar. Danach können Sie in den meisten Fällen schnell wieder Ihren Alltag machen. Bis zum Ergebnis können Sorgen da sein. Schreiben Sie Fragen auf und nehmen Sie beim Gespräch jemanden mit, wenn Sie möchten.
Tipps für den Alltag
- Nehmen Sie Ihre Arzneimittel nur wie besprochen ein und ändern Sie nichts selbst.
- Notieren Sie Beschwerden, Blutdruckwerte oder Anfälle, wenn Ihr Team es empfiehlt.
- Halten Sie Nachsorge- und Kontrolltermine ein.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Pausen, wenn Sie angespannt sind.
Ernährung und Bewegung
Für den Scan selbst sind keine besonderen Diäten nötig, außer Ihr Team sagt etwas anderes. Nach der Untersuchung können Sie normal essen und trinken. Bewegung ist meist erlaubt. Bei einer Grunderkrankung gelten die Empfehlungen Ihres Behandlungsteams.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Warten auf Ergebnisse kann Angst machen. Das ist normal. Sprechen Sie mit Ihrem Team, Ihrer Familie oder einer psychosozialen Beratung. Wenn Sie Gedanken haben, sich selbst zu verletzen oder Suizidgedanken haben, holen Sie sofort Hilfe: Notruf 112 oder ein lokaler Krisendienst.
Vorbeugung
Ob ein MIBG-Scan nötig wird, lässt sich nicht immer verhindern. Manche zugrunde liegenden Erkrankungen haben erbliche Anteile. Wichtig sind ärztliche Kontrollen und das Besprechen von Beschwerden.
Impfungen
Impfungen spielen für den MIBG-Scan keine Rolle.
Früherkennungsprogramme
Ein allgemeines Screening mit MIBG gibt es nicht. Bei einer bekannten erblichen Veranlagung kann eine gezielte Früherkennung in einer Spezialambulanz sinnvoll sein.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine zugrunde liegende Tumorerkrankung nicht abgeklärt, kann sie sich weiterentwickeln.
- Blutdruckkrisen können gefährlich werden, wenn sie nicht behandelt werden.
- Bei Kindern können Beschwerden und Wachstumsprobleme unklar bleiben.
- Der Scan selbst hat selten Nebenwirkungen: leichte Schwellung oder Schmerz an der Einstichstelle, sehr selten eine allergische Reaktion.
Langzeitprognose
Der MIBG-Scan ist in der Regel gut verträglich und liefert oft wichtige Informationen. Wie es weitergeht, hängt von der Grunderkrankung ab. Viele Tumoren lassen sich heute gut behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Das Spezialteam kann Ihnen sagen, was der Befund für Sie bedeutet.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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