MUGA-Scan: Die Pumpkraft des Herzens prüfen
Übersicht
Ein MUGA-Scan ist eine spezielle Untersuchung des Herzens. Er misst, wie gut das Herz Blut pumpt – vor allem die linke Herzkammer. Dabei wird eine kleine Menge eines schwach radioaktiven Stoffes in die Blutbahn gegeben. Eine Kamera nimmt dann Bilder auf, während ein EKG den Herzschlag aufzeichnet. So kann das Behandlungsteam sehen, wie sich das Herz bei jedem Schlag füllt und zusammenzieht. Der Scan ist schmerzlos und dauert meist etwa ein bis zwei Stunden. Ihre Hausarztpraxis kann Sie dafür an eine kardiologische oder nuklearmedizinische Praxis überweisen.
Wichtige Fakten
- Der MUGA-Scan misst die Auswurffraktion (Ejektionsfraktion): Das ist der Anteil Blut, den die linke Herzkammer pro Schlag auswirft.
- Die Strahlenbelastung ist gering, aber vorhanden; das Team achtet auf Sicherheit und erklärt Ihnen den Ablauf.
- Der Scan ist meist ambulant und ergänzt andere Untersuchungen, er ersetzt sie nicht.
Der MUGA-Scan gehört zu den etablierten Herzuntersuchungen. Er wird aber nicht bei jedem Herzproblem gemacht, sondern gezielt eingesetzt, wenn die Pumpfunktion des Herzens genauer bekannt sein soll.
Symptome
- starke Brustschmerzen oder starker Druck in der Brust
- schwere Atemnot in Ruhe oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen
- Ohnmacht, Bewusstlosigkeit oder plötzliche Verwirrtheit
- bläuliche Lippen oder bläuliche Haut
- sehr schneller oder unregelmäßiger Herzschlag mit Schwindel oder Schwäche
- kalter Schweiß zusammen mit Brustschmerzen oder Atemnot
- ⚠neue oder zunehmende Atemnot bei Belastung
- ⚠schnell zunehmende geschwollene Beine oder deutliche Gewichtszunahme über wenige Tage
- ⚠Herzrasen, das nicht von allein aufhört
- ⚠ungewöhnliche Müdigkeit oder Leistungsabfall über Tage
- ⚠Schwindel oder fast Ohnmacht ohne erkennbaren Grund
Häufige Symptome
- Atemnot bei Belastung oder im Liegen
- Müdigkeit und schnelle Erschöpfung
- geschwollene Beine oder Knöchel
- Herzrasen oder unregelmäßiger Herzschlag
- Schwindel oder ein Gefühl von Schwäche
- nächtliches Wasserlassen oder nächtliche Atemnot
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen können Trinkschwäche, schnelle Ermüdung oder schlechtes Gedeihen auffallen.
- Bei älteren Kindern können Atemnot beim Spielen, Blässe, Herzrasen oder eine geringere Belastbarkeit beobachtet werden.
- Kinder mit angeborenen Herzfehlern oder nach belastenden Behandlungen werden manchmal mit einem MUGA-Scan untersucht.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Atemnot bei alltäglichen Dingen wie Treppensteigen oder Einkaufen
- nachlassende Leistungsfähigkeit und häufige Müdigkeit
- geschwollene Beine, Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen
- nächtliche Atemnot oder Schlafprobleme durch Luftnot
- Herzstolpern, Herzrasen oder Schwindel
Ursachen
Hauptursachen
- Der MUGA-Scan ist eine Untersuchung, keine Krankheit. Er wird eingesetzt, um die Pumpfunktion des linken Herzens zu messen.
- Typische Anlässe sind Verdacht auf Herzschwäche, Kontrolle nach einem Herzinfarkt, Herzklappenerkrankungen oder die Beurteilung vor und während bestimmter Krebstherapien.
- Auch zur Verlaufskontrolle bei bekannten Herzerkrankungen kann der Scan sinnvoll sein.
Risikofaktoren
- Bluthochdruck
- koronare Herzkrankheit oder früherer Herzinfarkt
- Herzklappenerkrankungen
- Herzmuskelentzündung oder andere Herzmuskelerkrankungen
- bestimmte Krebstherapien, die das Herz belasten können
- übermäßiger Alkoholkonsum
- Diabetes mellitus
- Nierenerkrankungen
- höheres Lebensalter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei schwerer Atemnot, Brustschmerzen, Ohnmacht oder bläulichen Lippen rufen Sie sofort den Notruf 112.
- Bei neuen oder deutlich zunehmenden Beschwerden wie geschwollenen Beinen, Gewichtszunahme oder Herzrasen suchen Sie noch am selben Tag ärztlichen Rat.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über Wochen müde, weniger belastbar oder häufig außer Atem sind, sprechen Sie mit Ihrer Hausarztpraxis.
- Wenn bei Ihnen eine Herzerkrankung bekannt ist und Sie unsicher sind, ob eine Kontrolluntersuchung sinnvoll ist, fragen Sie Ihr Behandlungsteam.
- Wenn Sie vor einer geplanten Behandlung stehen, die das Herz belasten kann, klären Sie mit Ihren Ärztinnen und Ärzten, ob eine Herzfunktionsprüfung nötig ist.
Diagnose
Der MUGA-Scan ist selbst ein Untersuchungsverfahren. Ob er sinnvoll ist, entscheidet die Ärztin oder der Arzt nach einem Gespräch, einer körperlichen Untersuchung und meist weiteren Herzuntersuchungen. Die Ergebnisse werden zusammen mit Ihren Beschwerden und dem gesamten Befund beurteilt. Dabei orientiert sich das Team auch an medizinischen Leitlinien, zum Beispiel an AWMF-Leitlinien, soweit sie für Ihre Situation passen.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung und ausführliches Gespräch
- EKG (Elektrokardiogramm): Aufzeichnung der Herzströme
- Echokardiografie: Herzultraschall, der Größe und Pumpfunktion des Herzens zeigt
- Blutuntersuchungen, zum Beispiel zur Herzfunktion und zu Risikofaktoren
- Belastungsuntersuchungen, wenn sie für Ihre Situation passen
- MUGA-Scan zur genauen Messung der Pumpfunktion
- Je nach Einzelfall weitere Untersuchungen wie Herzkatheter oder Herz-MRT
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor dem Scan bekommen Sie genaue Hinweise von der Praxis. Meist können Sie normal essen und trinken; fragen Sie aber sicherheitshalber nach. Sagen Sie vorher, wenn Sie schwanger sind oder stillen. Während der Untersuchung liegt oder sitzt Sie ruhig. Über eine kleine Kanüle wird der radioaktive Stoff gegeben. Eine Kamera nimmt mehrere Bilder auf, während ein EKG Ihren Herzschlag aufzeichnet. Das ist schmerzlos; nur die Kanüle kann kurz piksen. Danach können Sie in der Regel sofort wieder Ihren Alltag fortsetzen. Trinken Sie ausreichend, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt.
Behandlung
Der MUGA-Scan selbst wird nicht behandelt. Er hilft dabei, die richtige Behandlung zu planen und den Verlauf zu beurteilen. Was danach geschieht, hängt ganz davon ab, welche Ursache für Ihre Beschwerden gefunden wird und wie gut Ihr Herz pumpt.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie verordnete Medikamente genau nach dem ärztlichen Plan ein und ändern Sie nichts auf eigene Faust.
- Notieren Sie Beschwerden wie Atemnot, Müdigkeit, Herzrasen oder Schwellungen, damit Sie sie beim nächsten Termin gut beschreiben können.
- Wiegen Sie sich bei bekannter Herzschwäche regelmäßig und melden Sie eine deutliche Zunahme über wenige Tage.
- Bewegen Sie sich im Rahmen der ärztlichen Empfehlung und vermeiden Sie Rauchen.
- Besprechen Sie Impfungen und Vorsorgetermine mit Ihrer Hausarztpraxis.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Je nach Befund können allgemeine Maßnahmen, Medikamente nach ärztlicher Verordnung, die Behandlung von Herzrhythmusstörungen oder eine Anpassung von Therapien sinnvoll sein, die das Herz belasten können. Bei bestimmten Krebstherapien wird der Behandlungsplan gemeinsam mit der Onkologie angepasst. Medikamentennamen und Dosierungen gehören immer in Ihren persönlichen Behandlungsplan und werden hier bewusst nicht genannt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein Eingriff kann erwogen werden, wenn zum Beispiel eine Herzklappenerkrankung, verengte Herzkranzgefäße oder ein anderer struktureller Herzfehler vorliegt. Ob operiert oder ein Kathetereingriff gemacht wird, entscheidet das Behandlungsteam individuell mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Ein MUGA-Scan ist ein Moment der Bestandsaufnahme. Danach geht Ihr Alltag weiter. Halten Sie Ihre Termine ein, bringen Sie Ihre Fragen mit und lassen Sie sich Befunde verständlich erklären. Sie dürfen nachfragen, bis Sie sich sicher fühlen.
Tipps für den Alltag
- Rauchen Sie nicht und meiden Sie Passivrauch.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber im Rahmen Ihrer ärztlichen Empfehlung.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Pausen.
- Gehen Sie sorgsam mit Alkohol um und sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihren Konsum.
- Halten Sie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette im Blick, wenn Ihnen das empfohlen wurde.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt das Herz. Stark verarbeitete Lebensmittel und sehr salzreiche Kost sind meist ungünstig. Wie viel Salz für Sie richtig ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Behandlungsteam. Regelmäßige Bewegung tut gut – bei Herzerkrankungen oft im Rahmen einer Herzsportgruppe oder nach einem individuellen Plan.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Es ist normal, vor einer Herzuntersuchung nervös zu sein oder sich Sorgen zu machen. Wenn Ängste oder Niedergeschlagenheit länger anhalten, sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei einer akuten seelischen Krise oder Gedanken, sich selbst zu verletzen, holen Sie sofort Hilfe: In Deutschland erreichen Sie den Notruf unter 112.
Vorbeugung
Den MUGA-Scan selbst kann man nicht verhindern – er ist eine Untersuchung. Wohl aber können Sie das Risiko für Herzerkrankungen senken, indem Sie Blutdruck und Blutzucker im Blick behalten, nicht rauchen, sich bewegen und sich ausgewogen ernähren.
Impfungen
Besprechen Sie Ihren Impfstatus mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Herzerkrankungen können bestimmte Impfungen empfohlen werden, zum Beispiel zum Schutz vor Grippe oder Lungenentzündung.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Blutdruckmessungen und Herzuntersuchungen können helfen, Herzerkrankungen früh zu erkennen. Welche Vorsorge für Sie sinnvoll ist, hängt von Alter, Beschwerden und Risikofaktoren ab.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine zugrunde liegende Herzerkrankung nicht behandelt, kann sich die Pumpfunktion des Herzens weiter verschlechtern.
- Atemnot, Wassereinlagerungen und eine geringere Belastbarkeit können zunehmen.
- Selten können schwere Herzrhythmusstörungen auftreten.
Langzeitprognose
Die Aussichten hängen von der Ursache ab. Viele Herzerkrankungen lassen sich heute gut behandeln, und der MUGA-Scan hilft dabei, die Therapie gezielt anzupassen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam – Sie müssen mit Ihren Sorgen nicht allein bleiben.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.