Ganzkörper-Knochenszintigraphie (Whole-Body-Bone-Scan)
Übersicht
Eine Ganzkörper-Knochenszintigraphie ist eine bildgebende Untersuchung des ganzen Skeletts. Szintigraphie bedeutet, dass mit einer schwach radioaktiven Substanz und einer speziellen Kamera Bilder gemacht werden. Die Substanz reichert sich dort an, wo Knochen sich stärker umbauen. So können Ärzte Bereiche erkennen, die genauer abgeklärt werden sollten. Die Untersuchung selbst ist keine Behandlung und sagt nicht immer direkt, welche Ursache hinter einem Befund steckt.
Wichtige Fakten
- Die Untersuchung ist schmerzlos und wird meist ambulant in einer nuklearmedizinischen Praxis durchgeführt.
- Sie zeigt Bereiche mit erhöhtem Knochenumbau, nicht aber die genaue Ursache.
- Die schwach radioaktive Substanz wird über Nieren und Blase ausgeschieden; gut trinken hilft dabei.
Ja, die Knochenszintigraphie gehört zu den regelmäßig eingesetzten nuklearmedizinischen Untersuchungen, wenn bestimmte Fragen zu den Knochen geklärt werden sollen.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen. Am häufigsten wird sie bei Erwachsenen mit bekannten Krebserkrankungen, unklaren Knochenschmerzen oder Verdacht auf Osteoporose eingesetzt. Bei Kindern wird sie nur bei besonderen Fragestellungen gemacht.
Symptome
- Starke, plötzliche Knochenschmerzen nach einem Unfall, besonders wenn Sie nicht mehr auftreten können
- Fieber zusammen mit starken Knochenschmerzen, Schüttelfrost oder Wundsein nach einer Operation
- Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen oder Kontrollverlust über Blase und Darm
- Rufen Sie bei diesen Zeichen sofort den Notruf 112.
- ⚠Zunehmende Knochenschmerzen, die nicht besser werden
- ⚠Neue Schwellung, Rötung oder Überwärmung über einem Knochen
- ⚠Fieber oder deutliches Krankheitsgefühl nach einem Eingriff
- ⚠Plötzlich aufgetretene Rückenschmerzen mit neuem Schwächegefühl
Häufige Symptome
- Die Untersuchung selbst verursacht keine Beschwerden. Sie wird bei folgenden Anlässen erwogen:
- Anhaltende oder unklare Knochenschmerzen
- Schmerzen, die nachts oder in Ruhe auftreten
- Verdacht auf einen Knochenbruch, der auf Röntgenbildern nicht klar zu sehen ist
- Schwellung oder Druckempfindlichkeit über einem Knochen
- Fieber zusammen mit Knochenschmerzen, wenn eine Knocheninfektion geprüft werden soll
- Bei einer bekannten Krebserkrankung die Frage, ob sich die Erkrankung in die Knochen ausgebreitet hat
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern wird die Untersuchung nur bei klarer Fragestellung gemacht. Mögliche Anzeichen können sein:
- Schonhaltung oder plötzliches Hinken
- Schmerzen beim Toben oder beim Berühren eines Körperteils
- Unruhe oder Weinen beim Bewegen
- Unspezifische Beschwerden, die ärztlich abgeklärt werden sollen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Rückenschmerzen oder Knochenschmerzen bei bekannter Osteoporose
- Verdacht auf einen Knochenbruch nach einem leichten Sturz
- Schmerzen an einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk
- Abklärung bei einer bekannten Tumorerkrankung
Ursachen
Hauptursachen
- Verdacht auf eine Ausbreitung von Krebs in die Knochen
- Unklare Knochenschmerzen
- Verdacht auf einen verborgenen Knochenbruch, zum Beispiel bei Osteoporose
- Verdacht auf eine Knocheninfektion
- Entzündliche oder rheumatische Knochenerkrankungen
- Lockerung oder Probleme an einem künstlichen Gelenk
- Stoffwechselerkrankungen der Knochen
Risikofaktoren
- Bekannte Krebserkrankung
- Osteoporose oder höheres Alter
- Unfälle oder frühere Knochenverletzungen
- Künstliche Gelenke oder frühere Knochenoperationen
- Bestimmte Medikamente, die den Knochen beeinflussen
- Rauchen und wenig Bewegung als Risiken für die Knochengesundheit
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Knochenschmerzen nach einem Unfall oder wenn Sie nicht mehr auftreten können
- Fieber mit starken Knochenschmerzen oder Schüttelfrost
- Neue Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen
- Zunehmende Schwellung, Rötung oder Überwärmung über einem Knochen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ihr Arzt hat eine Ganzkörper-Knochenszintigraphie angeordnet und Sie haben Fragen zum Ablauf.
- Sie nehmen regelmäßig Medikamente und sind unsicher, ob Sie sie vor der Untersuchung einnehmen dürfen.
- Sie sind schwanger, könnten schwanger sein oder stillen.
- Sie haben Angst vor der Untersuchung oder hatten früher Probleme bei Untersuchungen.
- Nach der Untersuchung halten Beschwerden länger an oder Sie sind beunruhigt.
Diagnose
Die Ganzkörper-Knochenszintigraphie ist selbst ein Untersuchungsverfahren. Sie wird von einem Facharzt für Nuklearmedizin durchgeführt. Zuerst bekommen Sie eine schwach radioaktive Substanz in eine Vene. Diese lagert sich vor allem dort an, wo Knochen sich umbauen. Nach einer Wartezeit wird der ganze Körper mit einer speziellen Kamera aufgenommen. Die Bilder zeigen Bereiche mit mehr Aktivität. Daraus lässt sich aber nicht immer direkt ablesen, welche Ursache dahintersteckt. Deshalb werden die Bilder zusammen mit Ihren Beschwerden, Ihrer Vorgeschichte und anderen Untersuchungen beurteilt. Ärztliche Leitlinien, etwa der AWMF, beschreiben, wann eine Knochenszintigraphie sinnvoll ist.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung und Gespräch zu Ihren Beschwerden
- Blutuntersuchungen, zum Beispiel Entzündungswerte oder Knochenwerte
- Röntgenbilder
- Ganzkörper-Knochenszintigraphie
- Je nach Frage weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MRT
- Bei Verdacht auf Krebs gegebenenfalls eine Gewebeuntersuchung oder Spezialuntersuchungen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie müssen für die Untersuchung meist nicht nüchtern sein. Gut trinken ist wichtig. Vor der Injektion informieren Sie das Team über Schwangerschaft, Stillzeit, Allergien und Medikamente. Nach der Spritze warten Sie je nach Protokoll einige Stunden. In dieser Zeit können Sie aufstehen, sollten gut trinken und vor der Aufnahme die Blase entleeren. Für die Aufnahme liegen Sie ruhig auf einer Liege, während die Kamera über Sie fährt. Die Untersuchung tut nicht weh. Danach können Sie normal essen und trinken. Trinken Sie weiter viel, damit die Substanz ausgeschieden wird. Befolgen Sie die Hinweise des Teams zum Kontakt mit Schwangeren und kleinen Kindern für die ersten Stunden. Der Befund wird von einem Facharzt erstellt und Ihrem Arzt geschickt; rechnen Sie nicht mit einem sofortigen Ergebnis.
Behandlung
Die Knochenszintigraphie ist eine Untersuchung, keine Behandlung. Welche Behandlung danach sinnvoll ist, hängt von der Ursache Ihrer Beschwerden ab. Ihr Arzt bespricht die Ergebnisse mit Ihnen und schlägt je nach Befund die nächsten Schritte vor.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie vor und nach der Untersuchung ausreichend, sofern Ihr Arzt nichts anderes sagt.
- Entleeren Sie die Blase vor der Aufnahme.
- Sagen Sie dem Team, wenn Sie schwanger sind, sein könnten oder stillen.
- Nach der Untersuchung können Sie normal essen und trinken.
- Halten Sie sich an die Hinweise zum Abstand zu Schwangeren und kleinen Kindern, die Sie vom Team bekommen.
- Notieren Sie Fragen, die Sie beim Ergebnisgespräch stellen möchten.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Möglich sind zum Beispiel Schmerzlinderung, Physiotherapie, die Behandlung einer Infektion, eine Osteoporose-Behandlung oder eine Krebsbehandlung durch Fachärzte. Ihr Behandlungsteam wählt gemeinsam mit Ihnen die passende Vorgehensweise. Diese Übersicht nennt bewusst keine einzelnen Medikamentennamen oder Dosierungen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur nötig, wenn der Befund und die Beschwerden es erfordern, zum Beispiel bei manchen Knochenbrüchen, Infektionen oder Gelenkproblemen. Die Entscheidung treffen Fachärzte gemeinsam mit Ihnen. Die Knochenszintigraphie allein führt nicht automatisch zu einer Operation.
Leben mit der Erkrankung
Bis zum Ergebnis können Sie Ihren Alltag meist normal fortsetzen. Die Untersuchung selbst schränkt Sie nicht ein. Wenn Sie Schmerzen haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Möglichkeiten, den Alltag angenehmer zu gestalten.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichende Bewegung, soweit es Ihre Beschwerden zulassen.
- Vermeiden Sie Rauchen, wenn möglich.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Knochengesundheit, besonders bei Osteoporose-Risiko.
- Halten Sie Arzttermine und Nachsorgeuntersuchungen ein.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für die Knochen. Fragen Sie Ihre Praxis, ob Sie etwas Besonderes beachten müssen. Bewegung und Krafttraining können die Knochen stärken, sollten aber zu Ihrem Gesundheitszustand passen. Bei Schmerzen oder nach Operationen besprechen Sie das Training mit Physiotherapie oder Ihrem Arzt.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Warten auf ein Ergebnis kann Sorgen machen. Das ist normal. Viele Fragen lassen sich im Gespräch mit dem Behandlungsteam klären. Wenn die Belastung groß wird, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder suchen Sie psychosoziale Unterstützung. In einer akuten Krise rufen Sie den Notruf 112 an.
Vorbeugung
Die Notwendigkeit einer Knochenszintigraphie lässt sich nicht immer verhindern. Sie kann aber helfen, Erkrankungen früh zu erkennen. Für gesunde Knochen sind ausreichende Bewegung, eine ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen und ein Gespräch über Osteoporose-Risiken wichtig.
Impfungen
Für diese Untersuchung ist keine Impfung erforderlich.
Früherkennungsprogramme
Ob eine Knochenszintigraphie als Vorsorge oder Nachsorge sinnvoll ist, hängt von Ihrer Vorgeschichte ab. Besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt. Bei Osteoporose oder nach einer Krebserkrankung können regelmäßige Kontrollen empfohlen werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wird eine zugrunde liegende Knochenerkrankung nicht abgeklärt, können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bestehen bleiben.
- Ein Knochenbruch kann übersehen werden und schlechter heilen.
- Eine Knocheninfektion kann sich ausbreiten.
- Bei einer Krebserkrankung kann eine Ausbreitung in die Knochen fortschreiten, wenn sie nicht behandelt wird.
Langzeitprognose
Die Untersuchung selbst ist gut verträglich. Viele Knochenerkrankungen lassen sich behandeln, besonders wenn sie früh erkannt werden. Die Ergebnisse helfen Ihrem Arzt, gezielt vorzugehen. Sprechen Sie offen über Ihre Sorgen. Ihr Team kann Ihnen den Befund erklären und die nächsten Schritte mit Ihnen planen.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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