Spirometrie: So läuft die Lungenfunktionsprüfung ab
Übersicht
Bei einer Spirometrie – oft auch Lungenfunktionstest genannt – atmen Sie in ein Messgerät. Das Gerät misst, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und wie schnell das geht. So lässt sich erkennen, wie gut Ihre Lunge arbeitet und ob die Atemwege zum Beispiel verengt sind. Die Untersuchung tut nicht weh und dauert meist nur wenige Minuten.
Wichtige Fakten
- Die Spirometrie misst, wie viel Luft Sie tief einatmen und dann kräftig ausatmen können.
- Der Termin dauert in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten und ist schmerzfrei.
- Das Ergebnis hilft der Ärztin oder dem Arzt, Erkrankungen wie Asthma oder COPD zu erkennen und den Verlauf zu beobachten.
Ja. Die Spirometrie gehört zu den häufigsten Untersuchungen in Haus- und Facharztpraxen. Sie wird sowohl zur Abklärung von Beschwerden als auch zur regelmäßigen Kontrolle bei bekannten Lungen- und Atemwegserkrankungen eingesetzt.
Die Untersuchung ist bei Menschen jeden Alters möglich, wenn sie kräftig pusten können. Häufig bekommen sie Menschen mit Husten, Atemnot oder pfeifender Atmung – außerdem alle, die rauchen oder früher geraucht haben. Auch bei Asthma, COPD, vor Operationen, in der Arbeitsmedizin und zur Kontrolle von Medikamenten, die die Lunge beeinflussen können, wird sie genutzt.
Symptome
- Plötzlich schwere Atemnot, sodass Sprechen oder Gehen kaum möglich ist
- Blaue oder graue Lippen, Gesicht oder Fingernägel
- Bewusstlosigkeit, starke Verwirrtheit oder Benommenheit zusammen mit Atemproblemen
- Starke Brustschmerzen mit Ausstrahlung in Arm, Rücken oder Kiefer
- Pfeifende Atmung, die trotz der verordneten Notfallbehandlung nicht besser wird
- Bei solchen Anzeichen sofort den Notruf 112 wählen.
- ⚠Neue oder deutlich zunehmende Atemnot in den letzten Stunden
- ⚠Husten mit Blut oder rötlichem, schaumigem Auswurf
- ⚠Fieber zusammen mit Atemnot oder schnell zunehmender Schwäche
- ⚠Atemnot, die im Liegen schlimmer wird und Sie nachts aufwachen lässt
- ⚠Solche Beschwerden sollten noch am selben Tag ärztlich abgeklärt werden.
Häufige Symptome
- Anhaltender Husten, besonders morgens oder bei Belastung
- Atemnot bei Alltagsdingen wie Treppensteigen, Einkaufen oder Anziehen
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche, vor allem beim Ausatmen
- Schleim oder Auswurf, der über Wochen nicht weggeht
- Engegefühl in der Brust oder das Gefühl, nicht durchatmen zu können
- Wiederkehrende Atemwegsinfekte, die häufiger kommen als früher
- Nachlassende Ausdauer beim Gehen, Treppensteigen oder Sport
Symptome bei Kindern
- Eine Spirometrie ist meist ab etwa 5 bis 6 Jahren möglich, weil das Kind die Anweisungen verstehen und kräftig pusten muss.
- Bei Säuglingen und Kleinkindern wird die Lungenfunktion anders gemessen, zum Beispiel mit einer Maske im Schlaf.
- Häufige Hinweise bei Kindern sind pfeifende Atmung, nächtlicher Husten und immer wiederkehrende Bronchitis.
- Auch Atemnot beim Toben, ein Gefühl von Enge in der Brust oder ein chronischer Reizhusten können ein Grund für die Untersuchung sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die Lunge verändert sich mit dem Alter – das ist normal und wird bei der Auswertung berücksichtigt.
- Bei körperlicher Schwäche, Gleichgewichtsproblemen oder Schwierigkeiten mit dem Mundschluss gibt es angepasste Vorgehensweisen.
- Oft bestehen mehrere Erkrankungen gleichzeitig, deshalb wird das Ergebnis immer im Gesamtzusammenhang beurteilt.
- Fragen Sie vor dem Termin, ob Sie Hilfe beim Hinsetzen und Aufstehen brauchen – die Praxis kann das einplanen.
Ursachen
Hauptursachen
- Asthma: Die Atemwege verengen sich anfallsartig und sind entzündet.
- COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung): dauerhaft verengte Atemwege, sehr häufig durch Rauchen verursacht.
- Chronische Bronchitis: eine anhaltende Entzündung der Atemwege mit Husten und Auswurf.
- Lungenfibrose: Vernarbungen im Lungengewebe, die das Atmen steifer und mühsamer machen.
- Vorübergehende Auslöser wie Atemwegsinfekte, Allergien oder bestimmte Umweltreize.
- Manchmal auch eine Herzschwäche, die sich mit Atemnot und Leistungsabfall bemerkbar macht.
Risikofaktoren
- Rauchen oder langjähriges Mitrauchen in der Familie
- Staub, Dämpfe, Abgase oder Chemikalien am Arbeitsplatz
- Häufige Atemwegsinfekte, besonders in der Kindheit
- Allergien oder Asthma in der Familie
- Leben in stark belasteter Luft oder in einer feuchten Wohnung mit Schimmel
- Übergewicht, das die Atmung zusätzlich anstrengt
- Herz- oder Kreislauferkrankungen und manche Medikamente, die die Lunge beeinflussen können
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzlich auftretende oder schnell schlimmer werdende Atemnot
- Husten mit Blut
- Brustschmerzen beim Atmen
- Fieber mit Atemnot oder sehr schnellem Puls
- Wenn Sie Ihre gewohnten Wege im Alltag wegen Atemnot nicht mehr schaffen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Husten, der länger als drei Wochen anhält
- Atemnot bei Belastungen, die früher leicht waren
- Pfeifende Atemgeräusche beim Ausatmen
- Wiederkehrende Atemwegsinfekte
- Sie rauchen oder haben früher geraucht und möchten Ihre Lunge überprüfen lassen
- Vor einer geplanten Operation bittet die Klinik um eine Lungenfunktionsprüfung
Diagnose
Die Spirometrie ist selbst der wichtigste Schritt der Abklärung. Sie sitzen dabei aufrecht, bekommen eine weiche Klemme auf die Nase und atmen durch ein Mundstück. Zuerst atmen Sie einige Male ruhig, dann so tief und so kräftig wie möglich aus. Das wird mehrmals wiederholt, weil die besten Versuche gezählt werden. Oft wird zusätzlich nach einem Medikament gemessen, das die Atemwege erweitert – so sieht man, wie gut die Atemwege ansprechen. Die Werte werden mit Normalwerten verglichen, die von Alter, Größe, Geschlecht und Herkunft abhängen.
Mögliche Untersuchungen
- Spirometrie (Lungenfunktionstest): Messung von Luftmenge und Luftstrom beim Atmen.
- Test auf Erweiterbarkeit der Atemwege: Messung vor und nach einem Medikament, das die Atemwege öffnet.
- Peak-Flow-Messung: ein kleines Handgerät, mit dem Sie auch zu Hause messen können, wie kräftig Sie ausatmen.
- Ganzkörperplethysmographie: eine Messung in einer kleinen Kammer, die zusätzlich das gesamte Lungenvolumen bestimmt.
- Blutgasanalyse: Eine kleine Blutprobe zeigt, wie gut Sauerstoff und Kohlendioxid im Blut verteilt sind.
- Je nach Fragestellung zusätzlich: Röntgen- oder CT-Aufnahme der Lunge, Allergietest, Belastungstest oder eine Untersuchung durch die Lungenfachärztin oder den Lungenfacharzt.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin ist unkompliziert. Eine geschulte Person erklärt Ihnen jeden Schritt und bleibt während der Messung dabei. Das kräftige Ausatmen kann kurz anstrengend sein und Husten auslösen – das ist normal und kein Zeichen, dass etwas schiefgeht. Manchmal braucht es mehrere Anläufe. Danach können Sie sofort wieder Ihren Tag weiterführen. Häufig bespricht die Praxis das Ergebnis noch am selben Tag mit Ihnen; manchmal dauert die Auswertung einige Tage.
Behandlung
Die Spirometrie ist eine Untersuchung und keine Behandlung. Sie liefert die Grundlage dafür, die richtige Behandlung zu finden. Was sinnvoll ist, hängt ganz vom Ergebnis und von Ihren Beschwerden ab – das besprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei vielen Menschen reicht eine gut abgestimmte Therapie aus, damit Alltag, Arbeit und Sport wieder gut möglich sind.
Selbsthilfe zu Hause
- Vor der Untersuchung nicht rauchen – am besten einige Stunden vorher.
- Bequeme Kleidung tragen, die das Atmen nicht einengt.
- Eine Liste Ihrer Medikamente mitbringen, auch von Sprays und Inhalationsgeräten.
- Vorher mit der Praxis absprechen, ob Sie Ihre Atemwegs-Medikamente wie gewohnt nehmen oder vorher pausieren sollen.
- Direkt vor dem Termin nichts Schweres essen und keine starke körperliche Belastung einplanen.
- Bei einer Erkältung oder Fieber den Termin möglichst verschieben – die Werte wären sonst verfälscht.
- Nach der Untersuchung: Fragen Sie nach Ihren Werten und lassen Sie sie Ihnen erklären, damit Sie Veränderungen im Verlauf einordnen können.
Medizinische Behandlungen
Je nach Befund kommen sehr unterschiedliche Wege infrage. Bei verengten Atemwegen gibt es zum Beispiel Medikamente zum Einatmen, die die Atemwege öffnen oder die Entzündung dämpfen. Bei manchen Menschen helfen eine Atemtherapie, ein Lungensport-Programm oder Raucherentwöhnung. Bei schweren Verläufen kann eine Sauerstoffbehandlung zu Hause oder eine spezielle Beatmungsunterstützung zum Thema werden. Ihr Behandlungsteam stimmt alles auf Ihr Ergebnis, Ihren Alltag und Ihre Ziele ab und passt den Plan regelmäßig an.
Wann kommt eine Operation infrage?
Für die Spirometrie selbst ist keine Operation nötig. Die Untersuchung wird aber manchmal vor einer geplanten Operation gemacht, damit das Team das Risiko für Narkose und Beatmung besser einschätzen kann. Bei bestimmten fortgeschrittenen Lungenerkrankungen kommen in seltenen Fällen operative Verfahren infrage – darüber entscheidet ein spezialisiertes Team gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen eine Lungen- oder Atemwegserkrankung festgestellt wird, hilft es, die eigenen Werte zu kennen und Kontrolltermine wahrzunehmen. Viele Menschen führen ein Atemtagebuch oder messen zu Hause mit einem kleinen Handgerät. So merken sie früh, wenn sich etwas verändert. Wichtig ist auch, im Alltag Pausen zuzulassen und Aufgaben so zu planen, dass keine Eile entsteht.
Tipps für den Alltag
- Rauchstopp – der wichtigste Schritt für Ihre Lunge. Ihre Praxis kann Sie dabei unterstützen.
- Regelmäßige Bewegung, angepasst an Ihre Belastbarkeit.
- Atemübungen oder eine Atemtherapie erlernen und zu Hause regelmäßig üben.
- Zu Hause auf Schimmel, Staub und starke Düfte achten und regelmäßig lüften.
- Bei Kälte oder schlechter Luft einen Schal vor Mund und Nase tragen.
- Impfungen mit der Praxis besprechen.
- Ausreichend schlafen und Stress reduzieren, wo es möglich ist.
Ernährung und Bewegung
Bewegung tut der Lunge gut, auch wenn sie sich manchmal anstrengend anfühlt. Gut geeignet sind moderates Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen – im Tempo, das zu Ihnen passt. Wer sich beim Sprechen noch unterhalten kann, liegt meist im guten Bereich. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und ausreichend Trinken unterstützt die Abwehrkräfte. Bei Übergewicht kann eine langsame Gewichtsabnahme die Atmung spürbar entlasten; bei Untergewicht ist dagegen eine gezielte Ernährung wichtig. Ihre Praxis kann Sie zu beidem beraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Atemnot kann Angst machen, und die Angst kann das Atmen zusätzlich erschweren – ein Kreis, aus dem man schwer allein herauskommt. Das ist verständlich und betrifft viele Menschen mit Lungenerkrankungen. Sprechen Sie offen darüber: Atemtherapie, Entspannungsverfahren und psychologische Unterstützung können hier viel bringen. Wenn Sie sich über längere Zeit bedrückt, ängstlich oder hoffnungslos fühlen, holen Sie sich Hilfe – Sie müssen damit nicht allein bleiben. Die Telefonseelsorge ist in Deutschland kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. In einem seelischen Notfall zählt auch der Notruf 112.
Vorbeugung
Die Spirometrie selbst ist nur eine Untersuchung – man kann sie nicht verhindern. Wohl aber lässt sich viel dafür tun, dass die Lunge gesund bleibt und Probleme früh auffallen: nicht rauchen, Schadstoffe am Arbeitsplatz und zu Hause meiden, regelmäßig lüften und bei anhaltendem Husten zeitnah eine Praxis aufsuchen.
Impfungen
Für Menschen mit Lungenerkrankungen empfehlen Fachleute in der Regel Impfungen gegen Grippe, Pneumokokken und COVID-19. Fragen Sie Ihre Arztpraxis, welche Impfungen für Sie persönlich sinnvoll sind und wann sie aufgefrischt werden sollten.
Früherkennungsprogramme
Eine Spirometrie ist keinTest für alle ohne Anlass. Sie wird bei Beschwerden, bei bekanntem Risiko oder zur Verlaufskontrolle eingesetzt. Wenn Sie rauchen oder früher geraucht haben und über 40 sind, sprechen Sie Ihre Praxis auf einen Lungenfunktionstest an. Die deutschen Leitlinien (AWMF) empfehlen eine gezielte Abklärung bei entsprechenden Beschwerden – Ihre Praxis kennt die aktuellen Empfehlungen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine nicht erkannte Atemwegserkrankung kann sich dauerhaft festsetzen und die Atemwege unwiderruflich verändern.
- Atemnot im Alltag kann zunehmen und die Belastbarkeit weiter sinken.
- Wiederkehrende Infekte können häufiger und schwerer verlaufen.
- Dauerhaft erhöhter Druck im Lungenkreislauf kann auch das Herz belasten.
- Unbehandelte Atemnot kann zu Angst, Schlafproblemen und Rückzug führen.
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Erkrankungen, die mit einer Spirometrie erkannt werden, lassen sich gut behandeln – besonders, wenn sie früh entdeckt werden. Viele Menschen mit Asthma oder COPD leben mit der passenden Behandlung, etwas Bewegung und guter Unterstützung aktiv und zufrieden. Die Spirometrie ist dabei ein hilfreiches Werkzeug, um den Verlauf im Blick zu behalten und rechtzeitig nachzusteuern.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsempfehlungen unterscheiden sich nach Land und Region. Diese Seite ist allgemeine Aufklärung und entspricht möglicherweise nicht den Leitlinien, Arzneimitteln oder der Praxis an Ihrem Wohnort. Besprechen Sie Ihre Anliegen mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder einer anderen medizinischen Fachperson und folgen Sie lokalen Empfehlungen, soweit es sie gibt.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Keine Leitlinie nennt dieses Thema
Hier wird keine Gesundheitsleitlinie und kein klinisches Kapitel zitiert, das genau dieses Thema nennt. Diese Seite dient nur der allgemeinen Bildung und Information. Sie ist keine Diagnose, kein Behandlungsplan und kein persönlicher medizinischer Rat. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und folgen Sie deren Rat. Bei starken, plötzlichen oder beunruhigenden Beschwerden holen Sie zeitnah medizinische Hilfe, und rufen Sie im Notfall die örtliche Notrufnummer an. Ruqelo LLC ist nicht verantwortlich für medizinische oder rechtliche Folgen von Entscheidungen, die auf diesen Informationen beruhen.
Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.
Guidance may differ by country or region. Confirm local recommendations with a qualified healthcare provider.