Bubble Study: Die Herz-Ultraschalluntersuchung mit Kochsalzbläschen
Übersicht
Ein Bubble Study (englisch für „Bläschen-Untersuchung“) ist eine besondere Form der Herz-Ultraschalluntersuchung. Dabei wird über eine kleine Vene am Arm eine sterilisierte Kochsalzlösung gespritzt, in der winzige Luftbläschen stecken. Diese Bläschen wandern mit dem Blut durch das Herz und werden im Ultraschall als kleine helle Punkte sichtbar. So kann die Ärztin oder der Arzt sehen, ob Blut zwischen der rechten und der linken Herzhälfte hin und her fließt. Eine solche Verbindung nennt man Shunt (deutsch etwa „Kurzschluss“). Sie entsteht meist durch ein angeborenes kleines Loch in der Herzscheidewand, zum Beispiel ein offenes Foramen ovale (PFO). Das ist eine kleine Klappe zwischen den Herzvorhöfen, die sich nach der Geburt nicht ganz geschlossen hat.
Wichtige Fakten
- Der Bubble Study dauert meist etwa 20 bis 30 Minuten und ist eine Routineuntersuchung.
- Es gibt keine Strahlenbelastung – gearbeitet wird mit ganz normalem Ultraschall.
- Die winzigen Luftbläschen lösen sich nach wenigen Minuten von selbst im Blut auf.
- Die Untersuchung gilt als sehr sicher; ernste Zwischenfälle sind selten.
- Der Test wird oft direkt im Anschluss an eine normale Herz-Ultraschalluntersuchung durchgeführt.
Ja, der Bubble Study gehört in kardiologischen Praxen und Kliniken zum Alltag – in Deutschland wie weltweit. Weil ein offenes Foramen ovale bei etwa jedem vierten Menschen vorkommt, wird die Untersuchung recht häufig durchgeführt.
Die Untersuchung kann Menschen jeden Alters betreffen. Am häufigsten wird sie bei Erwachsenen gemacht, die einen Schlaganfall oder eine kurze Durchblutungsstörung im Gehirn hatten, deren Ursache unklar blieb. Auch bei Menschen mit Migräne mit Aura, bei Tauchern und vor bestimmten Eingriffen kann sie zum Einsatz kommen. Bei Kindern wird sie seltener durchgeführt, meist wenn ein angeborener Herzfehler vermutet wird.
Symptome
- Plötzliche Lähmung oder Schwäche im Gesicht, im Arm oder im Bein, oft auf einer Seite
- Plötzliche Sprachstörung oder Schwierigkeiten, Gesprochenes zu verstehen
- Plötzliche Sehstörung auf einem oder beiden Augen
- Plötzliche stärkste Kopfschmerzen, Bewusstlosigkeit oder ein Krampfanfall
- Plötzliche Atemnot mit bläulichen Lippen oder Lippenblässe
- In diesen Fällen sofort den Notruf 112 wählen – jede Minute zählt.
- ⚠Wiederholte kurze Lähmungen oder Taubheitsgefühle, die sich innerhalb von Minuten zurückbilden
- ⚠Neue, ungewohnte Migräneanfälle mit Aura
- ⚠Anhaltende Atemnot oder Herzbeschwerden
- ⚠Fieber, starke Rötung oder Schwellung an der Einstichstelle nach der Untersuchung
Häufige Symptome
- Oft gar keine Beschwerden: Ein offenes Foramen ovale verursacht bei den meisten Menschen keine spürbaren Symptome.
- Plötzliche Schwäche oder Taubheit auf einer Körperseite, die sich wieder zurückbildet
- Migräne mit Aura – also Sehstörungen, Flimmern oder Sprachstörungen kurz vor dem Kopfschmerz
- Schwindel oder kurze Aussetzer im Wachbewusstsein
- Bei Tauchern: Beschwerden nach einem Tauchgang, zum Beispiel Gelenkschmerzen oder Hautveränderungen
Symptome bei Kindern
- Meist keine Beschwerden – ein kleines offenes Foramen ovale fällt oft nur zufällig auf
- Bei größeren Löchern in der Herzscheidewand selten bläuliche Lippen oder Haut (Zyanose)
- Trinkschwäche oder langsames Gedeihen bei größeren angeborenen Herzfehlern
- Auffälligkeiten im Herz-Ultraschall, die im Rahmen einer anderen Untersuchung entdeckt wurden
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schlaganfall oder kurzzeitige Durchblutungsstörung ohne erkennbare Ursache
- Neu aufgetretene Migräne mit Aura
- Atemnot bei Belastung – hier steckt meist eine andere Ursache dahinter, die ebenfalls abgeklärt werden sollte
- Herzstolpern oder unregelmäßiger Puls
Ursachen
Hauptursachen
- Angeborenes offenes Foramen ovale (PFO): eine kleine Öffnung zwischen den Herzvorhöfen, die sich nach der Geburt nicht ganz verschlossen hat
- Angeborene Löcher in der Herzscheidewand, etwa ein Vorhofseptumdefekt oder ein Ventrikelseptumdefekt – das sind größere Verbindungen zwischen rechter und linker Herzhälfte
- Gefäßmissbildungen in der Lunge, die einen Kurzschluss zwischen den Blutkreisläufen verursachen
- In seltenen Fällen andere Verbindungen zwischen rechter und linker Herzhälfte
Risikofaktoren
- Ein offenes Foramen ovale ist angeboren und bei etwa jedem vierten Menschen vorhanden – meist ganz ohne Bedeutung
- Migräne mit Aura
- Druckunterschiede im Brustkorb, zum Beispiel beim Pressen, Husten oder schweren Heben
- Tauchsport: kleine Gasbläschen im Blut können über einen Kurzschluss ins Gehirn gelangen
- Ein bereits erlittener Schlaganfall ohne klare Ursache
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen sofort den Notruf 112 wählen
- Bei wiederholten kurzen Aussetzern der Durchblutung im Gehirn zeitnah ärztlichen Rat suchen
- Bei Fieber oder zunehmender Schwellung an der Einstichstelle nach der Untersuchung
- Bei anhaltender Atemnot oder Brustschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie wissen möchten, ob ein offenes Foramen ovale bei Ihnen vorliegt – etwa nach einem Schlaganfall in der Familie oder vor dem Tauchen
- Wenn nach einem Schlaganfall ohne erkennbare Ursache die weitere Abklärung besprochen werden soll
- Wenn bei Ihnen Migräne mit Aura neu auftritt
- Wenn Sie vor einer Operation oder einem Eingriff stehen und Ihr Herz genauer geprüft werden soll
Diagnose
Der Bubble Study selbst ist die Untersuchung, mit der ein Kurzschluss im Herzen nachgewiesen wird. Sie liegen dabei meist auf der Seite oder auf dem Rücken. Über eine kleine Vene am Arm wird eine sterilisierte Kochsalzlösung mit winzigen Luftbläschen gespritzt. Gleichzeitig schaut die Ärztin oder der Arzt mit dem Ultraschallgerät auf das Herz und beobachtet, ob die hellen Bläschen zuerst in der rechten Herzhälfte erscheinen und dann auch in der linken auftauchen. Manche Menschen werden gebeten, kurz zu pressen oder zu husten – das erhöht den Druck im Brustkorb und macht einen kleinen Kurzschluss besser sichtbar.
Mögliche Untersuchungen
- Transthorakaler Bubble Study: Ultraschall durch die Brustwand – die häufigste und einfachste Form
- Transösophagealer Bubble Study: Ultraschall über die Speiseröhre (TEE), wenn die Bilder von außen nicht klar genug sind
- Transkranieller Doppler mit Kontrastmittel: Ultraschall der Hirngefäße, um Bläschen im Gehirn nachzuweisen
- Normale Echokardiografie (Herz-Ultraschall) und ein EKG zur Übersicht
- Blutuntersuchungen, um andere Ursachen für Beschwerden auszuschließen
- Bei Schlaganfall: Bildgebung des Kopfes, zum Beispiel ein MRT
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie bekommen zunächst eine kleine Kunststoffnadel in eine Vene am Arm. Auf der Brust werden einige Elektroden für das EKG aufgeklebt. Dann liegen Sie entspannt, und während der Ultraschalluntersuchung wird die Kochsalzlösung gespritzt. Manche Menschen spüren dabei ein kurzes warmes Gefühl oder einen leichten Druck im Arm, selten einen komischen Geschmack im Mund. Das ist harmlos und geht schnell vorbei. Die Bläschen lösen sich von selbst auf. Danach können Sie in der Regel sofort aufstehen, etwas trinken und nach Hause gehen – meist sogar selbst mit dem Auto fahren, wenn es Ihnen gut geht. Fragen Sie im Zweifel vorher nach.
Behandlung
Der Bubble Study ist eine Untersuchung, keine Behandlung – er zeigt nur, ob ein Kurzschluss im Herzen vorliegt. Was danach passiert, hängt ganz vom Ergebnis und Ihrer persönlichen Situation ab. Sehr häufig ist gar keine Behandlung nötig, weil ein offenes Foramen ovale für die meisten Menschen harmlos ist. Bei anderen Befunden bespricht das Behandlungsteam mit Ihnen die sinnvollen nächsten Schritte.
Selbsthilfe zu Hause
- Nach der Untersuchung können Sie Ihren Alltag wie gewohnt fortsetzen
- Trinken Sie ausreichend, damit sich die Bläschen schnell auflösen
- Beobachten Sie die Einstichstelle am Arm: Leichte Rötung oder ein kleiner blauer Fleck sind normal
- Bei Fieber, starker Schwellung oder Schmerzen an der Einstichstelle ärztlichen Rat einholen
- Lassen Sie sich die Ergebnisse in Ruhe erklären und notieren Sie sich Ihre Fragen für das nächste Gespräch
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Findet sich kein Kurzschluss, ist meist keine weitere Behandlung erforderlich. Wird ein offenes Foramen ovale entdeckt, kann das Team mit Ihnen besprechen, ob eine regelmäßige Beobachtung ausreicht. Nach einem Schlaganfall ohne andere Ursache kann es sinnvoll sein, Medikamente einzusetzen, die die Bildung von Blutgerinnseln erschweren – dazu berät Sie Ihre Ärztin oder Ihr Arzt individuell. Auch eine Verschlussbehandlung über einen Herzkatheter kann in bestimmten Fällen eine Option sein. Welche Möglichkeit zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Alter, Ihren Beschwerden und weiteren Erkrankungen ab.
Wann kommt eine Operation infrage?
Ein kleiner Eingriff kann nötig werden, wenn ein offenes Foramen ovale als wahrscheinliche Ursache für einen Schlaganfall gilt und andere Erklärungen fehlen. Dabei wird das Loch meist über einen Herzkatheter verschlossen: Ein dünner Schlauch wird über eine Vene bis zum Herzen geführt, und ein kleines Verschlussplättchen schließt die Öffnung von innen. Eine große Operation am offenen Herzen ist nur in seltenen, besonderen Fällen notwendig. Ob ein solcher Eingriff für Sie sinnvoll ist, entscheidet das Behandlungsteam gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Nach dem Bubble Study geht das Leben meist ganz normal weiter. Die Bläschen verschwinden innerhalb weniger Minuten, und die Einstichstelle ist schnell vergessen. Wenn ein offenes Foramen ovale gefunden wurde, bedeutet das für die meisten Menschen keine Einschränkung im Alltag. Bei manchen Tätigkeiten – etwa beim Tauchen – kann es sinnvoll sein, den Befund mit einer tauchmedizinisch erfahrenen Ärztin oder einem Arzt zu besprechen.
Tipps für den Alltag
- Bewegung im Alltag tut dem Herz-Kreislauf-System gut und senkt das Risiko für Gefäßerkrankungen
- Nicht rauchen und möglichst wenig Alkohol
- Auf ein gesundes Körpergewicht achten
- Blutdruck und Blutzucker regelmäßig kontrollieren lassen
- Lange Phasen von Bewegungslosigkeit vermeiden, zum Beispiel auf langen Reisen
- Beim Tauchen: mit dem Tauchteam und einer tauchmedizinischen Praxis über den Befund sprechen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und gesunden Fetten unterstützt Herz und Gefäße. Salz und stark verarbeitete Lebensmittel besser sparsam verwenden. Regelmäßige Bewegung – etwa zügiges Gehen, Radfahren oder Schwimmen, mehrmals pro Woche – stärkt das Herz und den Kreislauf. Nach der Untersuchung können Sie sofort wieder aktiv sein; es gibt keine Einschränkung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn ein Bubble Study durchgeführt wird, steckt oft eine beunruhigende Vorgeschichte dahinter – zum Beispiel ein Schlaganfall oder wiederkehrende Migräneanfälle. Sorgen und Ängste sind dann ganz normale Reaktionen. Sprechen Sie offen darüber: Mit Angehörigen, Hausärztin oder Hausarzt oder mit einer psychotherapeutischen Praxis. In seelischen Krisen ist die Telefonseelsorge rund um die Uhr erreichbar; in akuten Notfällen gilt der Notruf 112.
Vorbeugung
Ein angeborenes offenes Foramen ovale kann man nicht verhindern – es entsteht bereits in der Schwangerschaft. Man kann aber etwas dafür tun, dass daraus möglichst keine Probleme entstehen: ein gesunder Lebensstil, gut eingestellter Blutdruck und eine bewusste Entscheidung beim Tauchen. Auch wer bereits einen Schlaganfall hatte, kann durch Vorbeugung das Risiko für weitere Ereignisse senken.
Früherkennungsprogramme
Der Bubble Study ist keine Reihenuntersuchung. Er wird gezielt eingesetzt, wenn es einen konkreten Anlass gibt – zum Beispiel einen Schlaganfall ohne erkennbare Ursache oder eine geplante Tauchtauglichkeitsprüfung. Von einer Untersuchung ohne Anlass wird in der Regel abgeraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei den allermeisten Menschen mit offenem Foramen ovale entstehen keinerlei Komplikationen
- In seltenen Konstellationen kann ein kleiner Kurzschluss das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen
- Bei Tauchern kann ein Kurzschluss die Gefahr einer Dekompressionskrankheit erhöhen
- Größere angeborene Löcher in der Herzscheidewand können Herz und Lunge auf Dauer belasten und sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden
Langzeitprognose
Die Aussichten sind sehr gut. Der Bubble Study selbst ist eine harmlose Untersuchung mit sehr geringem Risiko. Findet sich ein offenes Foramen ovale, ist das für die meisten Menschen eine beruhigende Information: Es ist angeboren, weit verbreitet und in der Regel unproblematisch. Wenn eine Behandlung sinnvoll ist, stehen heute schonende Verfahren zur Verfügung. Mit guter Begleitung durch Ihr Behandlungsteam können Sie Ihren Alltag meist unbeschwert weiterleben.
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Quellen und Leitlinien
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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