Augenuntersuchung: Was Sie erwartet
Übersicht
Eine Augenuntersuchung ist ein Termin, bei dem geschaut wird, wie gut Ihre Augen sehen und ob sie gesund sind. Dabei prüft die Praxis zum Beispiel die Sehschärfe, den Augeninnendruck und den Augenhintergrund. Viele Untersuchungen sind einfach und tun nicht weh. Manchmal werden vorher Augentropfen gegeben, damit die Pupille weit wird. Danach kann das Sehen für einige Stunden verschwommen und empfindlich sein.
Wichtige Fakten
- Augenuntersuchungen können Veränderungen früh zeigen, oft bevor Sie selbst etwas merken.
- Es gibt einfache Tests und ausführliche Kontrollen, je nach Beschwerden und Risiko.
- In Deutschland hängen die Angebote von Alter, Anlass und Krankenversicherung ab. Fragen Sie Ihre Praxis, welche Untersuchung für Sie passt.
Ja, Augenuntersuchungen gehören zu den häufigen Vorsorge- und Kontrollterminen. Manche Menschen gehen regelmäßig zur Kontrolle, andere nur bei Beschwerden.
Alle Altersgruppen können eine Augenuntersuchung brauchen. Besonders wichtig sind Kontrollen bei Diabetes, familiärer Vorbelastung, auffälligem Sehen im Kindesalter und bei älteren Menschen.
Symptome
- Plötzlicher Verlust des Sehvermögens oder plötzliche Erblindung
- Starke Augenschmerzen mit starker Sehverschlechterung
- Verletzung des Auges oder Chemikalie im Auge
- Plötzlich viele schwarze Punkte, Blitze oder ein dunkler Vorhang im Sichtfeld
- Starke Augenrötung mit Übelkeit und Erbrechen
- ⚠Neue Doppelbilder
- ⚠Anhaltende Augenrötung mit Schmerzen
- ⚠Sehverschlechterung, die innerhalb von Stunden zunimmt
- ⚠Fremdkörpergefühl im Auge, das nicht vergeht
- ⚠Schwellung oder Rötung am Auge mit Fieber
Häufige Symptome
- Verschwommenes Sehen oder wechselnde Sehschärfe
- Kopfschmerzen nach langem Lesen oder Bildschirmarbeit
- Brennen, Jucken oder Trockenheit der Augen
- Lichtempfindlichkeit
- Müde oder angestrengte Augen
- Schwierigkeiten, kleine Schrift zu lesen
Symptome bei Kindern
- Schielen oder ein Auge wird nicht geradeaus gerichtet
- Häufiges Augenreiben oder Kopfschmerzen
- Das Kind hält Bücher oder Bildschirme sehr nah
- Unsichere Hand-Auge-Koordination oder Stolpern
- Auffälligkeiten beim Sehen, die Lehrkräfte oder Eltern bemerken
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Kleingedrucktes oder Preisschilder werden schwer lesbar
- Das Sehen bei Nacht oder bei schlechtem Licht wird schlechter
- Neue Flecken, Flusen oder Lichtblitze im Sichtfeld
- Trockene, gereizte Augen
- Verzerrtes Sehen oder ein Schleier vor dem Auge
Ursachen
Hauptursachen
- Fehlsichtigkeit wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung
- Alterssichtigkeit
- Trockene oder gereizte Augen
- Entzündungen am Auge
- Erhöhter Augeninnendruck oder Glaukom
- Netzhautveränderungen, zum Beispiel bei Diabetes
- Grauer Star oder andere Veränderungen der Augenlinse
- Verletzungen oder Fremdkörper im Auge
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter
- Diabetes
- Familiäre Vorbelastung mit Augenerkrankungen
- Lange Bildschirmarbeit ohne Pausen
- Rauchen
- Starke Sonnenexposition ohne Schutz
- Bestimmte Vorerkrankungen oder Medikamente, die die Augen beeinflussen können
- Arbeiten mit hohem Verletzungsrisiko für die Augen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn sich Ihr Sehen plötzlich verschlechtert
- Wenn Sie starke Augenschmerzen haben
- Wenn eine Verletzung oder eine Chemikalie ins Auge gelangt ist
- Wenn Sie plötzlich Doppelbilder sehen
- Wenn eine Augenrötung mit Übelkeit und Erbrechen auftritt
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei regelmäßigen Kontrollen wegen Diabetes oder anderen Vorerkrankungen
- Wenn Sie schlechter sehen oder eine neue Brille brauchen
- Bei familiärer Vorbelastung mit Augenerkrankungen
- Bei Kindern mit auffälligem Sehen oder Schielen
- Wenn trockene, müde oder gereizte Augen häufiger auftreten
Diagnose
Die Augenuntersuchung beginnt oft mit Fragen zu Beschwerden, Vorerkrankungen und Medikamenten. Danach folgen einfache Tests. Je nach Ergebnis wird die Untersuchung erweitert. In Hausarztpraxen werden oft einfache Sehtests gemacht und bei Bedarf Überweisungen ausgestellt. Ausführliche Augenuntersuchungen finden meist in einer Augenarztpraxis statt.
Mögliche Untersuchungen
- Sehschärfetest mit Buchstaben oder Symbolen: Wie klar sehen Sie in der Ferne und in der Nähe?
- Refraktion: Es wird geprüft, ob eine Brille oder Kontaktlinsen helfen.
- Augeninnendruckmessung: Der Druck im Auge wird vorsichtig geschätzt oder gemessen.
- Spaltlampenuntersuchung: Hornhaut, Linse und vorderer Augenabschnitt werden vergrößert betrachtet.
- Augenhintergrunduntersuchung: Die Netzhaut wird oft nach Weitstellung der Pupille angeschaut.
- Gesichtsfeldprüfung: Es wird getestet, wie gut Sie seitlich sehen.
- Bildgebung der Netzhaut, zum Beispiel mit einem Netzhautfoto oder einer berührungsfreien OCT-Untersuchung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Termin dauert je nach Untersuchung etwa 20 bis 60 Minuten. Wenn die Pupille weit gestellt wird, kann das Sehen für einige Stunden verschwommen sein und helles Licht blenden. Autofahren ist dann oft nicht sicher. Fragen Sie vorher, ob Sie eine Begleitung brauchen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach dem Befund. Oft reicht eine Brille oder Kontaktlinsen. Manche Augenprobleme brauchen Augentropfen, andere eine Laserbehandlung oder eine Operation. Ihr Behandlungsteam bespricht mit Ihnen, welche Option passt und welche Vor- und Nachteile sie hat.
Selbsthilfe zu Hause
- Machen Sie Pausen bei Bildschirmarbeit und blinzeln Sie bewusst
- Sorgen Sie für gutes Licht am Arbeitsplatz
- Tragen Sie bei Sonne eine Sonnenbrille mit UV-Schutz
- Tragen Sie bei handwerklichen Arbeiten eine Schutzbrille
- Reiben Sie sich nicht mit unreinen Händen ins Auge
- Achten Sie bei trockenen Augen auf Raumluft und Bildschirmabstand
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kommen zum Beispiel eine Sehhilfe, spezielle Augentropfen, Laserbehandlungen oder eine Operation infrage. Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom Befund ab. Besprechen Sie alle Möglichkeiten mit Ihrer Augenarztpraxis. Medikamente sollten Sie nur nach ärztlicher Anweisung anwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann sinnvoll sein, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, zum Beispiel bei grauem Star, bestimmten Netzhautproblemen oder einem erhöhten Augeninnendruck, der sich anders nicht gut kontrollieren lässt. Ob und wann operiert wird, entscheidet die Augenarztpraxis gemeinsam mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Sehhilfe oder einer behandelten Augenerkrankung lässt sich der Alltag meist gut gestalten. Planen Sie bei weit gestellter Pupille Sonnenschutz und eine Begleitung ein. Bei chronischen Augenproblemen helfen regelmäßige Kontrollen und ein guter Austausch mit Ihrem Behandlungsteam.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Pausen bei Bildschirmarbeit
- Ausreichend Schlaf
- Nicht rauchen
- Augen vor UV-Licht schützen
- Arbeitsplatz gut beleuchten und blendfrei einrichten
- Bei Diabetes den Blutzucker im besprochenen Zielbereich halten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst und regelmäßige Bewegung sind gut für die allgemeine Gesundheit und können auch den Augen zugutekommen. Es gibt aber keine einzelne Speise, die Augenprobleme sicher verhindert.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sehprobleme können verunsichern, besonders wenn sie plötzlich auftreten. Sorgen und Ängste sind verständlich. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Behandlungsteam. In akuten seelischen Krisen nutzen Sie den Notruf 112 oder örtliche Krisendienste.
Vorbeugung
Nicht alle Augenprobleme lassen sich verhindern. Regelmäßige Augenuntersuchungen, Schutz vor Verletzungen und ein guter Umgang mit Bildschirmarbeit können aber helfen, Probleme früh zu erkennen oder zu vermeiden.
Impfungen
Für die Augenuntersuchung selbst gibt es keine Impfung. Manche Infektionen, die auch die Augen betreffen können, lassen sich durch empfohlene Impfungen vermeiden. Fragen Sie Ihre Hausarztpraxis, welche Impfungen für Sie sinnvoll sind.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Kontrollen sind besonders bei Diabetes, familiärer Vorbelastung und im höheren Alter sinnvoll. Welche Untersuchungen für Sie passen, richtet sich nach Leitlinien und Ihrer persönlichen Situation. Fragen Sie Ihre Praxis nach den passenden Vorsorgeangeboten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Sehverschlechterung bis hin zu bleibendem Sehverlust
- Unentdeckter erhöhter Augeninnendruck kann den Sehnerv schädigen
- Netzhautveränderungen bei Diabetes können fortschreiten
- Augenentzündungen können sich ausbreiten
- Unbehandelte Verletzungen können Narben bilden
Langzeitprognose
Die meisten Augenprobleme sind gut behandelbar, wenn sie früh erkannt werden. Regelmäßige Kontrollen und eine gute Zusammenarbeit mit Ihrem Behandlungsteam verbessern die Chancen auf einen stabilen Verlauf.
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Zuletzt aktualisiert: 3. November 2026
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