Adenomyosis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Adenomyose ist eine gutartige Erkrankung der Gebärmutter. Dabei wächst Gewebe, das normalerweise die Gebärmutter von innen auskleidet (Gebärmutterschleimhaut), in die Muskelwand der Gebärmutter hinein. Das kann zu Schmerzen und starken Blutungen führen.
Wichtige Fakten
- Adenomyose ist nicht bösartig (kein Krebs).
- Sie betrifft meist Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren.
- Die Symptome können denen von Myomen oder Endometriose ähneln.
Adenomyose ist eine relativ häufige Erkrankung, aber nicht immer leicht zu erkennen. Schätzungen zufolge ist etwa jede fünfte Frau im gebärfähigen Alter betroffen.
Hauptsächlich betroffen sind Frauen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren, die bereits Kinder bekommen haben. Aber auch jüngere Frauen und solche ohne Kinder können erkranken.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Unterleibsschmerzen, die nicht nachlassen
- Sehr starke Blutungen mit Kreislaufproblemen (Schwindel, Ohnmacht)
- ⚠Starke Blutungen, die länger als 7 Tage anhalten
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost zusätzlich zu den Schmerzen
- ⚠Starke Schmerzen, die trotz Schonung nicht besser werden
Häufige Symptome
- Starke und/oder langanhaltende Menstruationsblutungen
- Starke Unterleibsschmerzen während der Regel
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Druckgefühl im Unterleib
- Vergrößerte Gebärmutter (vom Arzt tastbar)
Symptome bei Kindern
- Adenomyose tritt bei Kindern und Jugendlichen fast nie auf. Bei jungen Mädchen mit starken Regelschmerzen kommen eher andere Ursachen infrage.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren (Menopause) bildet sich die Adenomyose meist zurück, da die Hormonproduktion nachlässt. Frauen in den Wechseljahren können aber noch Symptome haben.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt.
- Vermutlich spielen hormonelle Einflüsse (Östrogen) eine Rolle.
- Diskutiert wird auch eine Gewebereizung durch Geburten oder Eingriffe an der Gebärmutter.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 40 und 50 Jahren
- Bereits mehrere Schwangerschaften und Geburten
- Operationen an der Gebärmutter (z. B. Kaiserschnitt, Ausschabung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei sehr starken Blutungen, die den Alltag beeinträchtigen
- Bei starken Schmerzen, die auf einfache Schmerzmittel nicht ansprechen
- Bei Anzeichen einer Blutarmut (Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei wiederkehrenden oder zunehmenden Regelschmerzen
- Wenn Sie eine Veränderung Ihrer Regelblutung bemerken
- Wenn Sie wegen Unterleibsbeschwerden unsicher sind
Diagnose
Die Diagnose wird von einer Frauenärztin oder einem Frauenarzt gestellt. Da die Symptome auch zu anderen Erkrankungen passen können, sind mehrere Untersuchungen nötig.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung: Der Arzt tastet die Gebärmutter ab – bei Adenomyose fühlt sie sich oft vergrößert oder knotig an.
- Ultraschall (Sonographie): Mit einem Ultraschallgerät durch die Scheide (vaginal) kann die Gebärmutterwand beurteilt werden.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Bei Unsicherheit wird ein MRT gemacht, das ein sehr genaues Bild der Gebärmutter liefert.
- Gewebeentnahme (Biopsie): Nur in seltenen Fällen nötig, z. B. um andere Erkrankungen auszuschließen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist nicht schmerzhaft, können aber etwas unangenehm sein. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin, wenn Sie Angst oder Fragen haben. Die genaue Diagnose braucht manchmal etwas Geduld.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden, dem Alter und dem Kinderwunsch. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Symptome zu lindern – von Hausmitteln bis zu medizinischen Verfahren.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärmflasche oder warme Bäder: Wärme entspannt die Muskulatur und kann Krämpfe lindern.
- Entspannungstechniken: Yoga, Meditation oder autogenes Training helfen, Stress abzubauen und Schmerzen zu verringern.
- Bewegung: Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen fördert die Durchblutung und kann Schmerzen lindern.
Medizinische Behandlungen
Ihre Ärztin kann entzündungshemmende Schmerzmittel empfehlen. Auch Hormonpräparate wie die Pille oder eine Hormonspirale kommen infrage, um Blutungen und Schmerzen zu reduzieren. Manche Frauen profitieren von einer Hormontherapie, die die Periode unterdrückt. Besprechen Sie die Vor- und Nachteile jeder Option mit Ihrer Ärztin.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Beschwerden sehr stark sind und andere Behandlungen nicht helfen, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Möglich ist das Entfernen der betroffenen Stellen (Adenomyose-Herde) oder – falls die Familienplanung abgeschlossen ist – die Entfernung der gesamten Gebärmutter (Hysterektomie). Diese Entscheidung sollte gut überlegt sein.
Leben mit der Erkrankung
Viele Frauen mit Adenomyose führen ein normales Leben. An Tagen mit starken Schmerzen oder Blutungen ist es wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und sich Ruhe zu gönnen. Planen Sie Ihre Termine flexibel, wenn die Regel naht.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf und Stressabbau: Stress kann Symptome verschlimmern.
- Wärme und Bewegung: Beides hilft gegen Krämpfe.
- Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt: So bleibt die Erkrankung im Blick.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann entzündungshemmend wirken. Vermeiden Sie stark zuckerhaltige Lebensmittel. Leichte Bewegung wie Yoga oder Schwimmen ist empfehlenswert; schwere körperliche Arbeit sollten Sie während einer Schmerzphase meiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke chronische Schmerzen und Blutungen können belastend sein und zu Angst, Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung führen. Wenn Sie sich psychisch belastet fühlen, suchen Sie Unterstützung bei einem Psychotherapeuten oder einer Beratungsstelle. Sie sind mit diesen Gefühlen nicht allein. In akuten Krisen können Sie auch die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222 (kostenlos, 24 Stunden) anrufen.
Vorbeugung
Da die genaue Ursache nicht bekannt ist, lässt sich Adenomyose nicht sicher verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichender Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung kann aber das allgemeine Wohlbefinden fördern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung für Adenomyose. Im Rahmen der jährlichen Frauenarztuntersuchung kann der Arzt Auffälligkeiten feststellen. Regelmäßige Vorsorgetermine sind daher empfehlenswert.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Unterleibsschmerzen und starke Blutungen können die Lebensqualität erheblich einschränken.
- Durch starke Blutungen kann es zu Blutarmut (Anämie) kommen, die Müdigkeit und Schwäche verursacht.
- Selten: Probleme beim Kinderwunsch – die Adenomyose kann die Einnistung einer befruchteten Eizelle erschweren.
Langzeitprognose
Mit der richtigen Behandlung können die Symptome meist gut gelindert werden. Viele Frauen haben nur leichte Beschwerden. Nach den Wechseljahren klingt die Adenomyose oft von selbst ab. Auch bei stärkeren Symptomen gibt es wirksame Hilfen – von Medikamenten bis zu operativen Eingriffen. Ein offenes Gespräch mit Ihrer Ärztin hilft, den besten Weg für Sie zu finden.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Frauenarztpraxis in Ihrer Nähe ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.