Anal fissure
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Analfissur ist ein kleiner, schmerzhafter Riss in der Haut des Afters. Es fühlt sich an wie ein Papierschnitt und tut besonders beim Stuhlgang weh.
Wichtige Fakten
- Die meisten Analfissuren heilen von selbst innerhalb weniger Wochen.
- Sie verursachen starke Schmerzen und oft hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier.
- Durch Verstopfung oder Durchfall können sie entstehen oder sich verschlimmern.
Ja, Analfissuren sind recht häufig, besonders bei jungen Erwachsenen und Menschen mittleren Alters.
Sie kann Menschen jeden Alters betreffen, auch Babys und ältere Menschen. Bei Erwachsenen tritt sie etwas häufiger auf.
Symptome
- Plötzliche, starke Blutungen aus dem After (wie ein Wasserstrahl)
- Große Blutverluste mit Schwindel, Ohnmacht oder Kreislaufproblemen – dann sofort den Notruf 112 anrufen
- ⚠Unerträgliche Schmerzen, die Sie nicht mehr aushalten
- ⚠Fieber oder Eiterausfluss aus dem After – Zeichen einer Infektion
Häufige Symptome
- Starke Schmerzen beim Stuhlgang, die oft noch Stunden danach anhalten
- Hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl
- Ein Brennen oder Stechen im Afterbereich
Symptome bei Kindern
- Schmerzhafter Stuhlgang – das Kind weint oder hält den Stuhl zurück
- Blut auf der Windel oder im Stuhl
- Verstopfung aus Angst vor dem Toilettengang
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Wie bei Erwachsenen, aber oft durch Verstopfung oder harte Stühle begünstigt
- Schmerzen und Blutungen beim Stuhlgang
- Angst vor dem Toilettengang, was zu noch mehr Verstopfung führt
Ursachen
Hauptursachen
- Harter Stuhl oder Verstopfung – der Stuhl reißt die Haut beim Austritt auf
- Durchfall – häufiger wässriger Stuhl reizt die Haut
- Starkes Pressen beim Stuhlgang
Risikofaktoren
- Chronische Verstopfung oder Durchfallerkrankungen
- Schwangerschaft und Geburt (Druck auf den After)
- Morbus Crohn oder andere entzündliche Darmerkrankungen
- Analverkehr
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei heftigen Blutungen (Notruf 112)
- Bei Fieber oder Eiter – das deutet auf eine Infektion hin
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Fissur nach 1–2 Wochen nicht abheilt
- Wenn Sie immer wieder Blut sehen
- Wenn Sie aus Angst vor Schmerzen den Stuhlgang vermeiden
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin fragt nach Ihren Beschwerden und schaut sich den After an. Oft reicht das schon aus, um die Diagnose zu stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Kurze Besichtigung des Afters
- Tastuntersuchung mit einem behandschuhten Finger
- Bei Bedarf: Spiegelung des Enddarms (Proktoskopie)
- Bei Verdacht auf Grunderkrankungen: Darmspiegelung (Koloskopie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist kurz und wird so sanft wie möglich durchgeführt. Sie können vorher nach einer betäubenden Salbe fragen, damit es nicht wehtut.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, den Stuhl weich zu machen, die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern. In den meisten Fällen ist keine Operation nötig.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (Wasser, ungesüßte Tees) – mindestens 1,5–2 Liter pro Tag
- Ballaststoffreiche Ernährung: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte
- Sitzbäder mit warmem Wasser nach dem Stuhlgang für 10–15 Minuten
- Sanftes Reinigen mit Wasser oder feuchtem Toilettenpapier – nicht reiben
- Nicht pressen beim Stuhlgang – nehmen Sie sich Zeit
Medizinische Behandlungen
Ärzte können schmerzlindernde oder entzündungshemmende Salben verschreiben. Auch Medikamente, die die Durchblutung fördern oder den Schließmuskel entspannen, kommen zum Einsatz. In hartnäckigen Fällen kann eine Spritze mit Botulinumtoxin in den Schließmuskel helfen. Verwenden Sie keine rezeptfreien Mittel ohne ärztlichen Rat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn alle anderen Maßnahmen nach mehreren Wochen nicht helfen, kann ein kleiner Eingriff (Sphinkterotomie) nötig sein. Dabei wird ein Teil des Schließmuskels durchtrennt, um den Druck zu verringern und die Heilung zu ermöglichen.
Leben mit der Erkrankung
Eine Analfissur kann den Alltag erschweren, vor allem die Schmerzen beim Stuhlgang. Viele Menschen haben Angst vor dem Toilettengang. Mit den richtigen Maßnahmen und etwas Geduld wird es aber besser.
Tipps für den Alltag
- Trinken Sie ausreichend – das ist der wichtigste Tipp
- Bewegen Sie sich regelmäßig (Spaziergänge, leichter Sport)
- Setzen Sie sich nicht zu lange auf harte Stühle
- Vermeiden Sie zu starkes Pressen – lassen Sie dem Stuhl Zeit
Ernährung und Bewegung
Eine ballaststoffreiche Ernährung mit viel Flüssigkeit ist das A und O. Bewegung regt die Verdauung an. Vermeiden Sie stopfende Lebensmittel wie Weißbrot, Reis und Schokolade.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und die Angst vor dem Stuhlgang können Stress, Schlafstörungen und sogar Niedergeschlagenheit auslösen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber – er kann Sie beraten. Bei anhaltenden Problemen kann eine psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Ja, durch eine gesunde Ernährung mit viel Ballaststoffen, ausreichend Flüssigkeit und regelmäßige Bewegung können Sie Verstopfung und damit Analfissuren vorbeugen. Auch auf zu starkes Pressen sollten Sie verzichten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Analfissur – sie heilt nicht von allein
- Infektion mit Eiteransammlung (Abszess)
- Bildung einer Fistel (ein unnatürlicher Gang zwischen Darm und Haut)
- Vernarbung und Verengung des Afters (Analstenose)
Langzeitprognose
Die allermeisten Analfissuren heilen mit einfachen Maßnahmen innerhalb weniger Wochen. Auch hartnäckige Fälle lassen sich meist gut behandeln – mit Medikamenten oder einem kleinen Eingriff. Mit der richtigen Betreuung ist die Prognose sehr gut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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