Angina bei Teenagern – was hilft?
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Angina ist eine schmerzhafte Entzündung im Rachen, meist an den Mandeln (Tonsillen). Sie wird oft durch Bakterien oder Viren verursacht und äußert sich durch Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Fieber.
Wichtige Fakten
- Angina ist bei Teenagern häufig und meist harmlos.
- Sie wird oft durch Bakterien (Streptokokken) oder Viren ausgelöst.
- Eine Behandlung mit Antibiotika ist nur bei bakterieller Angina nötig.
- Mit Ruhe und Hausmitteln klingt sie meist innerhalb einer Woche ab.
Ja, Angina (auch Mandelentzündung genannt) tritt besonders bei Kindern und Jugendlichen häufig auf. Fast jeder Teenager hat sie mindestens einmal.
Sie betrifft vor allem Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 15 Jahren. Auch junge Erwachsene können sie bekommen.
Symptome
- Sehr starke Atemnot oder pfeifende Geräusche beim Atmen
- Verschlucken ist nicht mehr möglich, Speichel läuft aus dem Mund
- Hohes Fieber über 40 °C, das nicht sinkt
- Kind oder Jugendlicher wird sehr teilnahmslos, schläfrig oder verwirrt
- ⚠Halsschmerzen, die nach 3 Tagen nicht besser werden
- ⚠Geschwollener Hals, der das Schlucken stark erschwert
- ⚠Starke Ohrenschmerzen oder eitriger Ausfluss aus dem Ohr
- ⚠Wiederholte Angina-Episoden (mehr als 3–4 pro Jahr)
Häufige Symptome
- Starke Halsschmerzen
- Schluckbeschwerden
- Fieber (oft über 38 °C)
- Geschwollene, rote Mandeln mit weißen oder gelblichen Belägen
- Geschwollene Lymphknoten am Hals
- Allgemeines Krankheitsgefühl, Müdigkeit
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern unter 5 Jahren kann die Angina eher unspezifisch sein: Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen.
- Sie verweigern oft das Essen oder Trinken.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Angina tritt bei Erwachsenen seltener auf, aber wenn, dann oft mit stärkeren Schmerzen und längerem Verlauf.
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien: Am häufigsten sind Streptokokken der Gruppe A (GAS).
- Viren: Adenoviren, Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber), Grippeviren.
- Selten: Pilze oder andere Keime.
Risikofaktoren
- Enger Kontakt zu erkrankten Personen (z. B. in Schule, Sportverein)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. nach Schlafmangel, Stress)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Trockene Heizungsluft im Winter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn das Schlucken kaum noch möglich ist oder der Hals stark geschwollen ist
- Wenn Fieber über 3 Tage anhält oder sehr hoch ist
- Wenn Ihr Teenager kaum noch trinkt oder isst
- Wenn die Symptome nach einer Woche nicht besser sind
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei typischen Angina-Symptomen sollten Sie innerhalb von 2–3 Tagen einen Arzt aufsuchen.
- Ein Abstrich (Schnelltest) kann klären, ob Bakterien die Ursache sind.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist durch einen Blick in den Rachen und mit einem Schnelltest auf Streptokokken. Dazu wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich von den Mandeln genommen.
Mögliche Untersuchungen
- Racheninspektion (Arzt schaut mit einem Spatel in den Mund)
- Streptokokken-Schnelltest (Ergebnis nach wenigen Minuten)
- Bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber: Bluttest (Mononukleose-Test)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Abstrich ist kurz und unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Danach können Sie meist sofort nach Hause gehen. Bei positivem Schnelltest wird ein Antibiotikum verschrieben – meist für 7–10 Tage.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Bei einer viralen Angina helfen nur Hausmittel und Mittel gegen die Schmerzen. Bei einer bakteriellen Angina wird ein Antibiotikum eingesetzt, um Komplikationen zu vermeiden und die Ansteckung zu verringern.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken (lauwarme Kräutertees, stilles Wasser), um den Hals feucht zu halten
- Weiche, kühle Nahrung wie Joghurt, Pudding, Eis lutschen
- Halswickel mit kaltem oder warmem Wasser (lindern Schwellungen)
- Gurgeln mit Salbeitee oder Kamillentee
- Lutschtabletten aus der Apotheke gegen Halsschmerzen (fragen Sie Ihren Apotheker)
Medizinische Behandlungen
Bei bakterieller Angina wird ein Antibiotikum verordnet (z. B. Penicillin oder ein anderes Mittel bei Allergie). Es muss genau nach Anweisung eingenommen werden – auch wenn es schon nach 2 Tagen besser geht. Gegen Schmerzen und Fieber helfen freiverkäufliche Schmerzmittel (z. B. Paracetamol oder Ibuprofen). Bitte lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie bei Unsicherheit den Arzt oder Apotheker.
Wann kommt eine Operation infrage?
Nur bei sehr häufigen, schweren Angina-Episoden (mehr als 6 pro Jahr) oder bei Komplikationen wie einem Mandelabszess kann eine Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie) in Betracht gezogen werden. Das wird aber immer individuell mit einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Während der akuten Angina sollte Ihr Teenager zu Hause bleiben und sich ausruhen. Nach 24 Stunden ohne Fieber und bei gutem Allgemeinzustand kann er wieder zur Schule, aber direkten Kontakt mit anderen vermeiden, bis die Symptome fast weg sind.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Schlaf (8–10 Stunden pro Nacht)
- Stress vermeiden, z. B. durch Entspannungsübungen oder Musik
- Nicht rauchen und Rauchermeidung
Ernährung und Bewegung
Weiche, nicht scharfe Kost ist besser. Viel Flüssigkeit ist wichtig. Sport sollte erst wieder gemacht werden, wenn die Beschwerden komplett abgeklungen sind (meist nach 1–2 Wochen).
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Schmerzen und das Krankheitsgefühl können Teenager belasten, besonders wenn sie wichtige Termine oder Aktivitäten verpassen. Zeigen Sie Verständnis und helfen Sie, den Alltag zu strukturieren. Bei anhaltender Niedergeschlagenheit oder Angst vor erneuten Infekten kann ein Gespräch mit dem Hausarzt helfen.
Vorbeugung
Eine Angina lässt sich nicht immer vermeiden. Sie können das Risiko aber senken: regelmäßiges Händewaschen, nicht aus demselben Glas trinken, kein Besteck teilen, ausreichend Schlaf und gesunde Ernährung.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen die häufigsten Erreger (Streptokokken). Eine Grippeimpfung kann aber vor viralen Infekten schützen, die eine Angina auslösen können.
Früherkennungsprogramme
Ein systematisches Screening ist nicht nötig. Bei wiederholten Angina-Episoden kann der Arzt einen Bluttest auf seltene Ursachen durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eitriger Abszess um die Mandeln (Peritonsillarabszess) – mit starken Schmerzen, Kieferklemme
- Rheumatisches Fieber (selten, aber ernst – betrifft Herz, Gelenke, Nerven)
- Nierenentzündung (Glomerulonephritis) nach Streptokokkeninfektion
- Mittelohrentzündung oder Nasennebenhöhlenentzündung
Langzeitprognose
Die meisten Angina-Infektionen heilen problemlos aus. Mit der richtigen Behandlung (bei bakterieller Ursache) ist die Prognose sehr gut. Komplikationen sind heute dank Antibiotika selten. Nach einer Mandelentfernung bessern sich die Beschwerden bei den meisten Betroffenen deutlich.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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