Asthma control in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Bei Kindern sind die Atemwege dauerhaft leicht entzündet und reagieren empfindlich auf bestimmte Auslöser. Bei einem Asthmaanfall verkrampfen sich die Muskeln um die Atemwege, die Schleimhaut schwillt an und es bildet sich zäher Schleim. Das macht das Atmen schwer. Mit der richtigen Behandlung können die meisten Kinder aber ein normales, aktives Leben führen.
Wichtige Fakten
- Asthma ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter.
- Die Symptome können sich durch eine gute Behandlung oft sehr gut kontrollieren lassen.
- Asthma kann in Schüben verlaufen – zwischen den Anfällen sind viele Kinder beschwerdefrei.
Ja, Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen bei Kindern. In Deutschland sind etwa 10 % der Kinder und Jugendlichen betroffen.
Asthma kann bereits im Kleinkindalter beginnen, wird aber häufig erst im Schulalter sicher diagnostiziert. Jungen sind im Kindesalter etwas häufiger betroffen als Mädchen. Auch eine familiäre Vorbelastung spielt eine Rolle.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der das Kind kaum noch sprechen oder atmen kann
- Bläuliche Verfärbung der Lippen oder der Zunge (Sauerstoffmangel)
- Brustkorb bewegt sich kaum noch beim Atmen
- Kind wirkt verwirrt oder sehr unruhig
- ⚠Asthmaanfall, der mit dem Notfallspray nicht besser wird
- ⚠Starke Hustenanfälle, die nicht aufhören
- ⚠Kind kann nur noch in kurzen Sätzen sprechen
- ⚠Die üblichen Medikamente helfen nicht wie gewohnt
Häufige Symptome
- Husten, vor allem nachts, beim Lachen oder bei Anstrengung
- Pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit oder schnelle Erschöpfung bei körperlicher Aktivität
Symptome bei Kindern
- Häufiger Husten (oft als ‚chronischer Husten‘ verkannt)
- Müdigkeit oder verminderte Spiellust
- Schnelle Atmung oder Einziehungen der Haut zwischen den Rippen
- Trinkschwäche bei Säuglingen
- Vermeiden von körperlicher Aktivität
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Asthma im höheren Alter kann sich mit ähnlichen Symptomen zeigen, ist aber in diesem Artikel nicht der Schwerpunkt.
- Bei älteren Erwachsenen kommen häufiger Begleiterkrankungen wie COPD vor, die die Symptome beeinflussen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Es spielen eine Veranlagung (Allergien, familiäre Vorbelastung) und Umweltfaktoren zusammen.
- Häufige Auslöser sind Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare oder Schimmelpilze.
- Auch Virusinfektionen (z.B. Erkältungen), kalte Luft, körperliche Anstrengung oder starke Emotionen können einen Anfall auslösen.
Risikofaktoren
- Allergien (Heuschnupfen, Neurodermitis) oder Asthma bei Eltern oder Geschwistern
- Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht
- Passivrauchen in der Schwangerschaft oder im Kindesalter
- Starke Luftverschmutzung oder Schimmel in der Wohnung
- Bestimmte Berufe der Eltern (z.B. mit Chemikalien) – selten
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei jedem ersten starken Hustenanfall oder Atemnot
- Wenn das Kind nachts regelmäßig hustet und schlecht schläft
- Wenn die Symptome trotz Behandlung schlimmer werden
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind Asthma haben könnte
- Wenn Ihr Kind häufig an Atemwegsinfekten leidet und langsam wieder gesund wird
- Zur regelmäßigen Kontrolle des Asthmas – auch in beschwerdefreien Zeiten
Diagnose
Die Diagnose wird von einem Kinder- und Jugendarzt oder einem Lungenfacharzt (Pneumologen) gestellt. Der Arzt fragt nach den Symptomen, der Familiengeschichte und nach möglichen Auslösern. Dann folgen körperliche Untersuchungen und Lungenfunktionstests.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Das Kind bläst kräftig in ein Gerät, um die Atemkapazität zu messen.
- Allergietests (Pricktest oder Bluttest): Um mögliche Allergene zu finden.
- Provokationstest: Unter ärztlicher Aufsicht wird getestet, ob die Atemwege auf bestimmte Reize (z.B. kalte Luft) empfindlich reagieren.
- Peak-Flow-Messung: Ein einfaches Gerät, mit dem das Kind zu Hause die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit messen kann.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist schmerzfrei und dauern etwa 30–60 Minuten. Ihr Kind muss für die Lungenfunktionstests vielleicht ein paar Mal kräftig ausatmen – das ist anstrengend, aber ungefährlich. Der Arzt erklärt alles kindgerecht. Manchmal sind mehrere Termine nötig, um die Diagnose zu sichern.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Beschwerden zu kontrollieren, Anfälle zu vermindern und dem Kind ein normales Leben zu ermöglichen. Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und wird individuell angepasst. Sie besteht aus einem Notfallplan und einer langfristigen Kontrolltherapie.
Selbsthilfe zu Hause
- Vermeiden Sie bekannte Auslöser: Allergene, Rauch, starke Gerüche.
- Sorgen Sie für eine gute Raumluft: Lüften, keine Schimmelbildung, Luftreiniger bei Bedarf.
- Führen Sie ein Symptomtagebuch – das hilft dem Arzt, die Therapie anzupassen.
- Üben Sie den Umgang mit dem Notfallspray (z.B. in der Asthmaschule).
Medizinische Behandlungen
Die medikamentöse Behandlung umfasst in der Regel zwei Arten von Medikamenten: Zum einen entzündungshemmende Medikamente (sogenannte Kortison-Sprays), die regelmäßig eingenommen werden, um die Atemwege zu beruhigen. Zum anderen schnell wirkende Medikamente (Bronchienerweiterer), die bei akuten Beschwerden oder vor Belastung zum Einsatz kommen. Die Auswahl und Dosierung wird vom Arzt individuell festgelegt. Es gibt auch Kombinationspräparate. Wichtig: Die Medikamente werden meist als Spray oder Pulver inhaliert – die richtige Technik ist entscheidend.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Asthma in der Regel nicht notwendig. In sehr seltenen Fällen kann bei bestimmten Komplikationen ein Eingriff erwogen werden, aber das ist die absolute Ausnahme.
Leben mit der Erkrankung
Mit guter Behandlung können Kinder mit Asthma am Schul- und Vereinsleben teilnehmen, Sport treiben und mit Freunden spielen. Wichtig ist, dass das Kind seine Auslöser kennt und lernt, auf die Signale seines Körpers zu achten. Viele Kinder wachsen aus dem Asthma heraus oder haben mit zunehmendem Alter weniger Beschwerden.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft – auch bei Asthma möglich, wenn es gut eingestellt ist.
- Vermeiden Sie Rauchen in der Wohnung und im Auto – das belastet die Atemwege extrem.
- Halten Sie die Wohnung möglichst schimmelfrei (regelmäßig lüften, feuchte Ecken trocken legen).
- Reduzieren Sie Hausstaubmilben: Bettwäsche regelmäßig waschen, Kissen und Decken waschbar wählen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig für das Immunsystem, aber es gibt keine spezielle Asthmadiät. Bewegung und Sport sind sogar empfehlenswert – mit dem richtigen Aufwärmen und ggf. vorherigem Einsatz des Notfallsprays. Sportarten mit kurzen, wechselnden Belastungen (z.B. Ballsportarten) sind oft gut geeignet.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Ängste auslösen – sowohl beim Kind als auch bei den Eltern. Die Sorge vor einem Anfall kann belastend sein. Eine offene Kommunikation, die Teilnahme an einer Asthmaschule und der Austausch mit anderen Betroffenen helfen, mit diesen Ängsten umzugehen. Bei anhaltendem Stress oder Angst ist es wichtig, sich Hilfe zu holen.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich senken. Stillen in den ersten Lebensmonaten, Verzicht auf Rauchen in der Schwangerschaft und im Haushalt sowie eine möglichst allergenarme Umgebung können helfen. Bei allergischem Asthma kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) langfristig die Empfindlichkeit verringern.
Impfungen
Alle empfohlenen Impfungen, insbesondere gegen Grippe und Keuchhusten, sollten durchgeführt werden, da sie schwere Atemwegsinfektionen verhindern können, die Asthmaanfälle auslösen.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening auf Asthma ist in Deutschland nicht üblich. Bei Risikokindern (z.B. mit Allergien in der Familie) kann der Kinderarzt frühzeitig darauf achten. Die Diagnose wird nur gestellt, wenn Symptome auftreten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige und schwere Asthmaanfälle, die zu vermehrten Krankenhausaufenthalten führen
- Dauerhafte Einschränkung der Lungenfunktion
- Wachstums- und Entwicklungsverzögerungen durch Schlafmangel und reduzierte körperliche Aktivität
- Schulfehlzeiten und soziale Ausgrenzung
- Im schlimmsten Fall lebensbedrohliche Atemnot
Langzeitprognose
Die Prognose für Kinder mit Asthma ist heute sehr gut. Mit einer konsequenten Behandlung und einem guten Umgang mit der Erkrankung können die meisten Kinder ein völlig normales, aktives Leben führen. Viele Kinder wachsen aus dem Asthma heraus oder haben im Erwachsenenalter deutlich weniger Beschwerden. Die moderne Medizin bietet wirksame Möglichkeiten, die Krankheit zu kontrollieren. Wichtig ist, dass die Behandlung frühzeitig beginnt und regelmäßig überprüft wird.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Global Initiative for Asthma (GINA)
- European Federation of Allergy and Airways Diseases Patients' Associations (EFA)
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) · Deutschland
- Lungeninformationsdienst des Helmholtz Zentrums München · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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