Asthma control in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege, bei der die Bronchien (die Röhren, durch die die Luft in die Lunge fließt) entzündet und verengt sind. Bei älteren Menschen kann Asthma oft mit anderen Erkrankungen verwechselt werden, aber mit der richtigen Behandlung lässt es sich gut kontrollieren.
Wichtige Fakten
- Asthma betrifft Menschen jeden Alters, auch ältere Erwachsene.
- Eine gute Kontrolle des Asthmas kann die Lebensqualität deutlich verbessern.
- Bei älteren Menschen ist eine sorgfältige Überwachung besonders wichtig, da Asthma mit anderen chronischen Erkrankungen zusammen auftreten kann.
Asthma ist bei älteren Erwachsenen nicht selten, wird aber manchmal übersehen, weil die Symptome wie Atemnot oder Husten auch auf andere Erkrankungen wie COPD oder Herzschwäche hinweisen können.
Asthma kann in jedem Alter beginnen und betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Bei älteren Menschen kann es vorkommen, dass Asthma erstmals im höheren Lebensalter auftritt oder eine schon länger bestehende Erkrankung fortschreitet.
Symptome
- Starke Atemnot, die sich innerhalb weniger Minuten verschlimmert
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel (Zeichen von Sauerstoffmangel)
- Die üblichen Notfallmedikamente helfen nicht
- Verwirrtheit oder extreme Unruhe bei Atemnot
- ⚠Zunehmende Atemnot, die den Alltag einschränkt
- ⚠Häufigerer Gebrauch des Notfallsprays als üblich
- ⚠Fieber oder grünlicher Auswurf (Zeichen einer Infektion)
Häufige Symptome
- Atemnot oder ein Engegefühl in der Brust
- Husten, besonders nachts oder frühmorgens
- Keuchendes oder pfeifendes Geräusch beim Atmen
- Schnelle Erschöpfung bei körperlicher Anstrengung
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern können die Symptome ähnlich sein, aber sie zeigen oft auch Bauchschmerzen durch das Atemholen oder sind ungewöhnlich still, um Atemnot zu vermeiden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist die Atemnot oft das Hauptsymptom, aber Husten und Keuchen können weniger ausgeprägt sein.
- Häufig fühlen sich ältere Erwachsene einfach müde oder schwach, was auf eine unzureichende Sauerstoffversorgung hinweisen kann.
- Die Symptome können mit anderen Erkrankungen wie einer Herzerkrankung oder einer Bronchitis verwechselt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine Veranlagung zu Allergien oder Asthma in der Familie
- Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmel oder Tierhaare
- Reizstoffe wie Tabakrauch, Luftverschmutzung, starke Gerüche oder Chemikalien
- Virusinfektionen der Atemwege, wie eine Erkältung oder Grippe
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Übergewicht
- Berufliche Belastung durch Staub, Dämpfe oder Chemikalien
- Andere chronische Erkrankungen wie COPD, Diabetes oder Bluthochdruck
- Einnahme bestimmter Medikamente wie Betablocker oder Schmerzmittel (Aspirin, Ibuprofen) bei manchen Menschen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Atemnot zunimmt und Ihre üblichen Medikamente nicht mehr helfen
- Wenn Sie nachts mehrmals aufwachen und Atemnot haben
- Wenn Sie Fieber oder Atemnot mit grünem Auswurf haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie erstmals Symptome wie Husten oder Atemnot bemerken, die länger als ein paar Wochen anhalten
- Wenn Ihr Asthma nicht gut kontrolliert zu sein scheint (Sie müssen häufig Ihr Notfallspray benutzen)
- Zur jährlichen Asthmakontrolle, auch wenn es Ihnen gut geht
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose durch ein ausführliches Gespräch über Ihre Symptome, eine körperliche Untersuchung und verschiedene Lungenfunktionstests. Eine gründliche Untersuchung ist wichtig, um andere Ursachen der Beschwerden auszuschließen.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Sie atmen in ein Gerät, das misst, wie viel Luft Sie ein- und ausatmen können und wie schnell das geht.
- Allergietests (Haut- oder Bluttests) um festzustellen, ob Allergene Ihre Symptome auslösen.
- Peak-Flow-Messung: Ein kleiner Handapparat, der die maximale Ausatmungsgeschwindigkeit misst – das können Sie zu Hause selbst durchführen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern in der Regel nicht lange. Der Lungenfunktionstest wird oft mehrmals wiederholt, um die Werte zu vergleichen. Manchmal wird auch ein Test mit einem Bronchien erweiternden Spray durchgeführt, um zu sehen, wie die Lunge darauf reagiert.
Behandlung
Die Behandlung von Asthma zielt darauf ab, die Entzündung in den Atemwegen zu verringern und akuten Atemnotattacken vorzubeugen. Es gibt Medikamente, die täglich eingenommen werden (Dauermedikation) und solche, die bei Bedarf schnell die Atemwege weiten (Bedarfsmedikation). Die Therapie wird individuell auf Sie abgestimmt und sollte regelmäßig überprüft werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Führen Sie ein Symptomtagebuch, um Auslöser zu erkennen.
- Messung Ihres Peak-Flow-Werts zu Hause, um Veränderungen früh zu bemerken.
- Vermeiden Sie bekannte Auslöser wie Rauch, Staub oder Allergene.
- Nehmen Sie Ihre Medikamente genau nach Anweisung Ihres Arztes ein – auch wenn Sie beschwerdefrei sind.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst in der Regel inhalative Medikamente (Sprays oder Pulverinhalatoren), die die Entzündung hemmen und die Bronchien erweitern. Bei Bedarf können auch Tabletten oder Spritzen zum Einsatz kommen. Ihr Arzt erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan, der genau zu Ihrer Asthmakontrolle passt. Es gibt keine Pauschallösung, daher ist eine enge Zusammenarbeit mit dem Arzt wichtig.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei Asthma ist in der Regel keine Operation nötig. Nur in sehr seltenen, schweren Fällen können spezielle Verfahren wie die Bronchiale Thermoplastie in Betracht gezogen werden – das besprechen Sie mit Ihrem Lungenfacharzt.
Leben mit der Erkrankung
Asthma bedeutet nicht, dass Sie auf alles verzichten müssen. Viele Menschen mit gut eingestelltem Asthma können ein normales Leben führen. Wichtig ist, dass Sie Ihre Medikamente regelmäßig nehmen und auf Ihren Körper achten. Lernen Sie, Ihre Atemnot frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu handeln.
Tipps für den Alltag
- Vermeiden Sie Tabakrauch – das ist der wichtigste Schritt.
- Sorgen Sie für gute Luft in Ihrer Wohnung: Lüften Sie regelmäßig, vermeiden Sie Schimmel und halten Sie die Wohnung staubarm.
- Stress kann Asthma verschlimmern – finden Sie Entspannungstechniken, die Ihnen guttun (z.B. leichte Yoga-Übungen, Spaziergänge).
- Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft hält Ihre Lunge fit – fragen Sie Ihren Arzt, welche Sportart für Sie geeignet ist.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse kann das Immunsystem stärken. Vermeiden Sie stark gewürzte Speisen oder sehr kalte Getränke, die manchmal Husten auslösen können. Sport ist kein Tabu – leichte Ausdauerbelastung wie Gehen, Radfahren oder Schwimmen sind oft gut geeignet. Wärmen Sie sich langsam auf und hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Erkrankungen wie Asthma können belastend sein und zu Angst oder Niedergeschlagenheit führen. Es ist ganz normal, manchmal besorgt oder traurig zu sein. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt oder einem Psychologen zu sprechen. Bei akuten Krisen können Sie rund um die Uhr Hilfe bei der Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) bekommen.
Vorbeugung
Asthma lässt sich nicht vollständig verhindern, aber Sie können das Risiko verringern. Vermeiden Sie Rauchen und schützen Sie sich vor Atemwegsinfektionen. Wenn Sie bereits unter Asthma leiden, ist eine gute Kontrolle der beste Schutz vor Verschlechterungen.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe (jährlich) und gegen Lungenentzündung (Pneumokokken) impfen. Diese Impfungen sind besonders für ältere Menschen mit Asthma empfohlen. Fragen Sie Ihren Hausarzt nach dem empfohlenen Impfplan.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein allgemeines Screening für Asthma. Wenn Sie jedoch Symptome wie anhaltenden Husten oder Atemnot bemerken, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige und schwere Asthmaanfälle, die zu lebensbedrohlichen Zuständen führen können
- Dauerhafte Schädigung der Lungenfunktion (Remodeling der Atemwege)
- Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Lebensqualität
- Erhöhtes Risiko für Lungenentzündungen und andere Atemwegsinfekte
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung und regelmäßigen Arztbesuchen können die meisten älteren Menschen mit Asthma ein erfülltes und aktives Leben führen. Die Prognose ist – auch im Alter – gut, wenn die Erkrankung richtig eingestellt wird. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten und bleiben Sie optimistisch.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Deutscher Allergie- und Asthmabund (DAAB) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.