Asthma control in teenagers
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Asthma ist eine chronische Erkrankung der Atemwege. Das bedeutet, die Bronchien (die kleinen Röhren in der Lunge) sind dauerhaft entzündet und können sich bei bestimmten Auslösern plötzlich verengen. Das führt zu Husten, pfeifendem Atem oder Atemnot. Bei Teenagern kann Asthma gut kontrolliert werden, sodass sie fast alle Aktivitäten wie Gleichaltrige ausüben können.
Wichtige Fakten
- Asthma ist nicht heilbar, aber mit einer guten Behandlung meist gut kontrollierbar.
- Etwa jedes zehnte Kind und jeder zwölfte Teenager in Deutschland hat Asthma.
- Regelmäßige Kontrollen und ein individueller Asthma-Plan helfen, die Krankheit im Griff zu behalten.
Ja, Asthma ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Jugendalter. In Deutschland sind etwa 10–15 % aller Jugendlichen betroffen.
Es betrifft Jungen und Mädchen gleichermaßen, tritt aber bei Teenagern häufiger auf, wenn die Familie bereits Allergien oder Asthma hat. Auch Übergewicht und Rauchen (auch Passivrauchen) erhöhen das Risiko.
Symptome
- Starke Atemnot, bei der der Teenager kaum noch sprechen kann
- Bläuliche Lippen oder Fingernägel
- Keine Besserung nach mehrmaligem Gebrauch des Notfall-Sprays
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- ⚠Wenn die üblichen Medikamente nicht helfen oder häufiger eingenommen werden müssen
- ⚠Starker Husten oder pfeifender Atem, der nicht nachlässt
- ⚠Fieber oder eitriger Auswurf
Häufige Symptome
- Husten, vor allem nachts oder frühmorgens
- Pfeifende oder brummende Atemgeräusche
- Engegefühl in der Brust
- Kurzatmigkeit oder schnelles Atmen
Symptome bei Kindern
- Bei jüngeren Kindern äußert sich Asthma oft nur als anhaltender Husten, besonders beim Toben oder Lachen.
- Sie können auch ungewöhnlich müde oder gereizt sein.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen kann Asthma leichter mit einer COPD verwechselt werden.
- Die Symptome sind oft weniger ausgeprägt, aber die Atemnot kann stärker einschränken.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man weiß, dass eine Veranlagung (familiäre Belastung) und Umweltfaktoren zusammenwirken.
- Eine chronische Entzündung der Bronchialschleimhaut macht die Atemwege empfindlich gegenüber bestimmten Reizen.
Risikofaktoren
- Allergien (z. B. Pollen, Hausstaubmilben, Tierhaare)
- Rauchen oder Passivrauchen
- Luftverschmutzung, starke Gerüche oder Chemikalien
- Körperliche Anstrengung (vor allem in kalter, trockener Luft)
- Infektionen der Atemwege (z. B. Erkältungen)
- Starke Gefühle wie Angst oder Aufregung
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Symptome plötzlich sehr stark werden oder sich trotz der verordneten Medikamente nicht bessern.
- Wenn der Peak-Flow-Wert (ein Messgerät für die Ausatmung) um mehr als 30 % unter dem persönlichen Bestwert fällt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Zur regelmäßigen Kontrolle alle 3–6 Monate, auch wenn es einem gut geht.
- Um den Asthma-Plan gemeinsam mit dem Arzt zu überprüfen und anzupassen.
- Bei Fragen zur richtigen Inhaliertechnik oder zu neuen Beschwerden.
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose anhand der Krankengeschichte, einer körperlichen Untersuchung und speziellen Lungenfunktionstests.
Mögliche Untersuchungen
- Lungenfunktionstest (Spirometrie): Dabei bläst der Teenager kräftig in ein Gerät, das die Lungenleistung misst.
- Peak-Flow-Messung: Ein einfacher Test, den man zu Hause durchführen kann, um die Atemfähigkeit zu überwachen.
- Allergietests (z. B. Hauttest oder Bluttest), um mögliche Auslöser zu finden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird zuerst fragen, wann und wie oft die Beschwerden auftreten und ob es in der Familie Asthma oder Allergien gibt. Dann folgt die Lungenfunktionsprüfung – das ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Meistens wird der Test wiederholt, nachdem der Teenager ein bronchienerweiterndes Medikament (ein sogenanntes „Asthma-Spray“) eingeatmet hat.
Behandlung
Ziel der Behandlung ist es, die Asthma-Kontrolle zu erreichen, also möglichst wenig Symptome und eine normale Lungenfunktion. Dazu gehören eine gute Medikamenten-Therapie, das Vermeiden von Auslösern und eine regelmäßige Überwachung.
Selbsthilfe zu Hause
- Einen persönlichen Asthma-Plan führen, den der Arzt gemeinsam mit dem Teenager erstellt.
- Regelmäßig die Inhalier-Technik üben – am besten beim Arzt oder in der Apotheke zeigen lassen.
- Ein Tagebuch über Symptome und Peak-Flow-Werte führen, um Muster zu erkennen.
- Auslöser wie Rauch, Allergene oder starke Gerüche vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst in der Regel zwei Arten von Inhalationsmedikamenten: Eine „bedarfsorientierte“ Therapie zur schnellen Linderung bei akuten Beschwerden (Notfall-Spray) und eine „dauerhafte“ Therapie zur Entzündungshemmung (manchmal auch „Controller“ genannt). Bei schweren Formen können zusätzlich sogenannte Biologika (modernste Medikamente, die in die Immunreaktion eingreifen) eingesetzt werden. Die genaue Medikamentenauswahl und Dosierung legt der Arzt individuell fest.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Asthma in der Regel nicht infrage. Nur in sehr seltenen Fällen, z. B. bei bestimmten Begleiterkrankungen der Nase oder Nebenhöhlen, kann ein chirurgischer Eingriff notwendig sein – das entscheidet der Facharzt.
Leben mit der Erkrankung
Im Alltag ist es wichtig, den Asthma-Medikamentenplan konsequent einzuhalten und die Inhaliergeräte immer griffbereit zu haben – auch in der Schule, beim Sport oder auf Partys. Viele Jugendliche haben einen Reserve-Inhalator dabei. Ein guter Asthma-Plan gibt Sicherheit.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung: Sport wie Schwimmen, Radfahren oder Joggen ist erlaubt und sogar empfehlenswert – am besten mit einem vorher eingeatmeten Medikament, wenn das Training die Beschwerden auslöst.
- Nicht rauchen (auch E-Zigaretten oder Shisha vermeiden) und Passivrauchen meiden.
- Ausreichend schlafen und Stress abbauen, denn beides beeinflusst die Atmung.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann das Immunsystem stärken, aber es gibt keine spezielle „Asthma-Diät“. Bei Allergien sollte man die auslösenden Nahrungsmittel meiden. Bewegung an der frischen Luft ist gut, aber bei Kälte oder hoher Pollenbelastung lieber drinnen trainieren oder vorher den Arzt fragen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Asthma kann Ängste auslösen, besonders bei plötzlichen Atemnot-Anfällen. Manche Teenager fühlen sich anders oder haben Angst vor sozialer Ausgrenzung. Es ist wichtig, darüber zu sprechen. Wenn die Seele leidet, helfen Gespräche mit Vertrauenspersonen oder ein Psychologe. Bei akuten Krisen: Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder suchen Sie eine Beratungsstelle auf.
Vorbeugung
Asthma selbst kann man nicht verhindern, aber man kann das Risiko von Asthmaanfällen und einer Verschlechterung deutlich senken. Dazu gehören: Rauchvermeidung, frühzeitige Behandlung von Allergien, regelmäßige Bewegung und eine gute medikamentöse Einstellung.
Impfungen
Empfohlen werden die jährliche Grippeimpfung und die Impfung gegen Pneumokokken (bestimmte Lungenentzündungs-Erreger), da Infekte häufige Asthma-Auslöser sind.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Vorsorge-Untersuchung für Asthma in Deutschland. Bei Risikofaktoren wie Asthma oder Allergien in der Familie sollten Kinder frühzeitig von einem Kinderarzt beurteilt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Häufige und schwere Asthmaanfälle, die zum Krankenhausaufenthalt führen können.
- Dauerhafte Schädigung der Lunge (sogenanntes „Lungenumbau“ mit verringerter Atemleistung).
- Einschränkungen im Alltag und in der Schule, z. B. durch Schlafmangel oder Fehlzeiten.
- Psychische Belastungen wie Angststörungen oder Depressionen.
Langzeitprognose
Mit einer konsequenten Behandlung und einem guten Asthma-Management können die meisten Teenager ein nahezu normales Leben führen – mit Schule, Sport, Freunden und allen Träumen. Die moderne Medizin hat große Fortschritte gemacht. Es ist wichtig, optimistisch zu bleiben und sich regelmäßig ärztlich begleiten zu lassen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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