Bacterial vaginosis
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die bakterielle Vaginose ist eine häufige Infektion der Scheide. Sie entsteht, wenn das natürliche Gleichgewicht der Bakterien in der Scheide gestört ist und bestimmte Bakterien überhandnehmen. Es handelt sich nicht um eine Geschlechtskrankheit, aber sie kann das Risiko für andere Infektionen erhöhen.
Wichtige Fakten
- Die bakterielle Vaginose ist die häufigste Scheideninfektion bei Frauen im gebärfähigen Alter.
- Sie ist keine Geschlechtskrankheit, obwohl sexuelle Aktivität ein Risikofaktor sein kann.
- Viele Frauen mit bakterieller Vaginose haben keine Beschwerden, aber sie kann von selbst wieder verschwinden oder behandelt werden.
Ja, die bakterielle Vaginose ist sehr häufig. Etwa jede dritte Frau im gebärfähigen Alter ist irgendwann betroffen. Sie ist eine der häufigsten Ursachen für ungewöhnlichen Ausfluss.
Die bakterielle Vaginose betrifft hauptsächlich Frauen im gebärfähigen Alter, also etwa zwischen 15 und 49 Jahren. Auch Mädchen vor der Pubertät und Frauen nach den Wechseljahren können sie bekommen, aber seltener.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterleib
- Hohes Fieber (über 38,5 °C)
- Starke Blutungen aus der Scheide (nicht im Rahmen der Periode)
- ⚠Ausfluss mit üblem Geruch, der sich trotz Behandlung nicht bessert
- ⚠Brennen beim Wasserlassen oder Juckreiz, die sehr unangenehm sind
- ⚠Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Häufige Symptome
- Dünner, weiß-grauer oder gelblicher Ausfluss
- Fischartiger Geruch, der nach dem Geschlechtsverkehr oder der Menstruation stärker werden kann
- Leichter Juckreiz oder Brennen in der Scheide
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen vor der Pubertät können die Symptome ähnlich sein, sind aber oft weniger ausgeprägt.
- Möglicherweise kein Geruch oder nur ein leichter Ausfluss.
- Auch ohne Symptome kann eine bakterielle Vaginose bestehen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren sind Symptome eher mild oder fehlen ganz.
- Trockenheit oder Reizungen der Scheide können auftreten, sind aber typischer für andere Ursachen.
Ursachen
Hauptursachen
- Ein Ungleichgewicht der Bakterien in der Scheide: Normalerweise sorgen Milchsäurebakterien (Laktobazillen) dafür, dass die Umgebung sauer ist. Bei bakterieller Vaginose nehmen andere Bakterien überhand, vor allem Gardnerella vaginalis.
Risikofaktoren
- Häufiges Spülen der Scheide (Duschen)
- Neue oder mehrere Sexualpartner
- Rauchen
- Verwendung von Intimdeodorants oder parfümierten Seifen
- Stress oder hormonelle Veränderungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie ungewöhnlichen Ausfluss, Geruch oder Juckreiz bemerken, der Sie beunruhigt oder stark belastet.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Auch wenn die Symptome mild sind, sollten Sie einen Termin bei Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt vereinbaren, um die Ursache abzuklären.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel von Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt gestellt. Sie oder er wird Sie zu Ihren Symptomen befragen und eine Untersuchung der Scheide durchführen.
Mögliche Untersuchungen
- Untersuchung des Ausflusses unter dem Mikroskop
- Messung des pH-Werts der Scheide (bei bakterieller Vaginose ist der pH-Wert erhöht)
- Sogenannter „Whiff-Test“: Dabei wird etwas Ausfluss mit einer Kalilauge-Lösung vermischt, um den fischartigen Geruch zu verstärken
- Abstrich zum Ausschluss anderer Infektionen wie Chlamydien oder Gonorrhö
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist unangenehm, aber nicht schmerzhaft. Sie findet auf dem gynäkologischen Stuhl statt. Die Ärztin oder der Arzt entnimmt mit einem Wattestäbchen etwas Ausfluss aus der Scheide. Die Ergebnisse liegen oft schon nach wenigen Minuten oder Tagen vor.
Behandlung
Die Behandlung der bakteriellen Vaginose erfolgt meist mit Antibiotika. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein geeignetes Medikament verschreiben. Oft reicht eine kurze Behandlung von wenigen Tagen aus. In manchen Fällen kann auch ein Gel oder eine Creme zum Einführen in die Scheide angewendet werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Verzichten Sie auf Spülungen der Scheide (Duschen), da diese das Gleichgewicht weiter stören können.
- Benutzen Sie milde, unparfümierte Seifen für den Intimbereich.
- Tragen Sie atmungsaktive Unterwäsche aus Baumwolle.
- Vermeiden Sie enge synthetische Kleidung, die Feuchtigkeit staut.
Medizinische Behandlungen
Die Standardbehandlung erfolgt mit Antibiotika, die entweder als Tablette eingenommen oder als Creme oder Gel in die Scheide eingeführt werden. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird die für Sie geeignete Behandlungsform wählen. Eine Behandlung des Partners ist in der Regel nicht nötig. In der Schwangerschaft kann eine Behandlung besonders wichtig sein, um Komplikationen zu vermeiden – sprechen Sie hierzu mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei bakterieller Vaginose nicht notwendig.
Leben mit der Erkrankung
Bakterielle Vaginose ist in der Regel schnell behandelt. Bis die Behandlung wirkt, können Sie Ihren Alltag normal fortsetzen. Vermeiden Sie Geschlechtsverkehr, bis die Behandlung abgeschlossen ist, um eine Reizung zu vermeiden.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gute Intimhygiene, ohne übertriebene Reinigung.
- Verwenden Sie Kondome, um das Risiko einer erneuten Infektion oder anderer Geschlechtskrankheiten zu senken.
- Hören Sie mit dem Rauchen auf, da Rauchen das Risiko erhöht.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unterstützen das Immunsystem. Es gibt keine speziellen Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung oder Behandlung der bakteriellen Vaginose. Manche Frauen berichten, dass probiotische Produkte wie Joghurt helfen, aber wissenschaftliche Belege sind nicht eindeutig.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Symptome können unangenehm sein und zu Verunsicherung oder Scham führen. Das ist völlig normal. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Nach der Behandlung sind die meisten Frauen beschwerdefrei.
Vorbeugung
Die bakterielle Vaginose lässt sich nicht immer verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Vermeiden Sie Scheidenspülungen, nutzen Sie milde Pflegeprodukte, und verwenden Sie bei neuen Sexualpartnern Kondome. Rauchstopp kann ebenfalls helfen.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen bakterielle Vaginose.
Früherkennungsprogramme
Ein routinemäßiges Screening ist nicht empfohlen. Wenn Sie Symptome haben oder ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten in der Schwangerschaft besteht, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin gegebenenfalls eine Untersuchung durchführen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Erhöhtes Risiko für Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien, Gonorrhö oder HIV
- Entzündung der Gebärmutterschleimhaut oder Eileiter (aufsteigende Infektion)
- Bei Schwangeren: erhöhtes Risiko für Frühgeburt oder Infektionen nach der Geburt
Langzeitprognose
Die bakterielle Vaginose heilt in der Regel gut unter Behandlung ab. Nach der Behandlung ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Beschwerden verschwinden. Allerdings kommt es bei etwa 30 von 100 Frauen innerhalb von drei Monaten zu einem Rückfall. Das ist kein Grund zur Sorge – die Infektion lässt sich dann einfach erneut behandeln. Für die meisten Frauen ist sie kein ernstes Gesundheitsproblem.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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