Bowel cancer screening FIT
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Darmkrebsvorsorge mit dem immunologischen Stuhltest (FIT) ist ein einfacher Test, der verstecktes Blut im Stuhl nachweist. Dieses Blut kann ein frühes Anzeichen für Darmkrebs oder dessen Vorstufen (Polypen) sein. Der Test wird alle zwei Jahre für Menschen ab 50 Jahren empfohlen.
Wichtige Fakten
- Der FIT-Test ist ein Screening-Test, der zu Hause durchgeführt wird.
- Ein positiver Test bedeutet nicht automatisch Krebs, erfordert aber eine Darmspiegelung (Koloskopie) zur Abklärung.
- Die Darmkrebsvorsorge kann Leben retten, weil sie Krebs frühzeitig erkennt oder sogar verhindert.
Darmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 60.000 Menschen neu. Die Früherkennung ist daher sehr wichtig.
Die Krankheit betrifft hauptsächlich Menschen über 50 Jahren. Das Risiko steigt mit dem Alter. Auch Menschen mit familiärer Vorbelastung oder bestimmten Darmerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Plötzlicher blutiger Durchfall oder hellrotes Blut im Stuhl in großen Mengen
- Zeichen eines Darmverschlusses (Erbrechen, aufgeblähter Bauch, kein Stuhlgang)
- ⚠Anhaltende Blutspuren im Stuhl (auch wenn der FIT-Test negativ war)
- ⚠Neu auftretende, länger als drei Wochen anhaltende Durchfälle oder Verstopfung
Häufige Symptome
- Blut im Stuhl (oft erst durch den FIT-Test entdeckt)
- Veränderung der Stuhlgewohnheiten (Durchfall oder Verstopfung)
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Blutarmut (Anämie)
Symptome bei Kindern
- Darmkrebs bei Kindern ist sehr selten. Sollten bei Kindern ähnliche Symptome auftreten, können andere Ursachen vorliegen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen können die Symptome auch auf andere Erkrankungen hindeuten. Die genannten Warnsignale sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Darmkrebs entsteht meist aus gutartigen Polypen, die sich über Jahre hinweg bösartig verändern können.
- Die genauen Ursachen sind nicht immer bekannt, aber genetische Veränderungen spielen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Alter über 50 Jahre
- Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel und starkes Übergewicht (Adipositas)
- Ernährung mit viel rotem oder verarbeitetem Fleisch und wenig Ballaststoffen
- Familiäre Belastung (Darmkrebs bei Verwandten ersten Grades)
- Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z. B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei allen oben genannten Notfall- und dringenden Symptomen sofort einen Arzt aufsuchen oder den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie 50 Jahre oder älter sind, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die Darmkrebsvorsorge mit dem FIT-Test oder einer Darmspiegelung.
- Bei familiärer Vorbelastung kann die Vorsorge auch früher beginnen.
Diagnose
Die Darmkrebsvorsorge beginnt in der Regel mit einem FIT-Test, den Sie zu Hause durchführen. Ein positives Ergebnis führt zu einer Darmspiegelung (Koloskopie), die als sicherste Methode zur Diagnose gilt. Bei der Darmspiegelung kann der Arzt Polypen sofort entfernen oder Gewebeproben (Biopsien) entnehmen.
Mögliche Untersuchungen
- Immunologischer Stuhltest (FIT) – Nachweis von verstecktem Blut im Stuhl
- Darmspiegelung (Koloskopie) – Untersuchung des gesamten Dickdarms mit einer Kamera
- Bei Bedarf: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) zur weiteren Abklärung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der FIT-Test ist schmerzfrei und einfach: Sie entnehmen eine kleine Stuhlprobe und schicken sie an ein Labor. Bei einem positiven Test wird Ihr Arzt Sie zu einer Darmspiegelung überweisen. Diese wird meist unter einer leichten Betäubung durchgeführt, sodass Sie kaum etwas davon spüren. Vor der Untersuchung müssen Sie den Darm gründlich reinigen (Abführen). Die Darmspiegelung selbst dauert etwa 20–30 Minuten.
Behandlung
Die Behandlung von Darmkrebs hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Ziel ist es, den Krebs vollständig zu entfernen und ein Wiederauftreten zu verhindern.
Selbsthilfe zu Hause
- Eine gesunde Ernährung mit viel Ballaststoffen, Gemüse und Obst
- Regelmäßige Bewegung und Gewichtskontrolle
- Auf Rauchen verzichten und Alkoholkonsum einschränken
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung umfasst in der Regel eine Operation zur Entfernung des Tumors. Je nach Stadium kommen auch Strahlentherapie, Chemotherapie oder zielgerichtete Therapien zum Einsatz. Die genaue Behandlung wird von einem erfahrenen Ärzteteam individuell festgelegt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die für Sie passenden Optionen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist oft der erste und wichtigste Schritt, wenn der Tumor noch auf den Darm begrenzt ist. Dabei wird der erkrankte Darmabschnitt entfernt und die gesunden Enden wieder verbunden.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer Darmkrebsbehandlung können die meisten Menschen ihren Alltag wieder gut bewältigen. Manche haben vorübergehend einen künstlichen Darmausgang (Stoma), der nach einiger Zeit oft zurückverlegt wird. Regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, z. B. Spaziergänge oder leichte Sportarten.
- Achten Sie auf eine ballaststoffreiche Ernährung und trinken Sie ausreichend.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung können helfen, das Risiko eines Rückfalls zu senken und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Ihr Arzt oder Ernährungsberater kann Sie hierzu individuell beraten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Darmkrebs und die Behandlung können psychisch belastend sein. Ängste, Traurigkeit oder Schlafstörungen sind normal. Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe zu suchen, etwa bei einer psychoonkologischen Beratung.
Vorbeugung
Das Risiko für Darmkrebs kann durch einen gesunden Lebensstil deutlich gesenkt werden. Zudem können bei der Darmspiegelung Polypen (Vorstufen) entfernt werden, bevor sie bösartig werden. Die Vorsorge ist daher die beste Prävention.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Darmkrebs. Schutz bieten vor allem die Früherkennungsuntersuchungen.
Früherkennungsprogramme
Der immunologische Stuhltest (FIT) wird für Personen ab 50 Jahren alle zwei Jahre empfohlen. Für Menschen mit erhöhtem Risiko (z. B. familiäre Vorbelastung) kann auch eine Darmspiegelung direkt in Frage kommen. Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt über die für Sie passende Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Der Tumor kann in benachbarte Organe oder Blutgefäße einwachsen.
- Es können Tochtergeschwülste (Metastasen) in Leber, Lunge oder anderen Organen entstehen.
- Ohne Behandlung kann Darmkrebs unbehandelt fortschreiten und zum Tod führen.
Langzeitprognose
Darmkrebs ist in vielen Fällen heilbar, besonders wenn er früh erkannt wird. Dank verbesserter Behandlungsmethoden überleben heute immer mehr Menschen die Erkrankung. Die regelmäßige Vorsorge gibt Ihnen die beste Chance auf eine gute Prognose.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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