Diabetic eye screening
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die diabetische Augenhintergrunduntersuchung (auch diabetisches Augenscreening genannt) ist eine regelmäßige Untersuchung der Netzhaut (Retina) bei Menschen mit Diabetes. Dabei sucht der Arzt oder die Ärztin nach frühen Anzeichen von Schäden durch hohen Blutzucker (diabetische Retinopathie). Das Ziel ist, Sehverlust zu verhindern, indem Veränderungen früh erkannt und behandelt werden.
Wichtige Fakten
- Das Screening ist schmerzfrei und dauert etwa 20–30 Minuten.
- Es wird in der Regel einmal jährlich empfohlen, bei Bedarf auch häufiger.
- Eine frühzeitige Behandlung kann in den meisten Fällen eine Verschlechterung des Sehvermögens verhindern.
Ja, die diabetische Augenhintergrunduntersuchung ist ein Standardverfahren für alle Menschen mit Diabetes in Deutschland. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten.
Betroffen sind alle Menschen mit Typ-1- oder Typ-2-Diabetes, unabhängig davon, ob sie Sehprobleme haben.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Blitze oder Schatten im Sichtfeld
- Rote oder blutunterlaufene Augen mit Schmerzen
- ⚠Verschlechterung des Sehvermögens innerhalb weniger Tage
- ⚠Neue dunkle Flecken, die sich ausbreiten
- ⚠Augenschmerzen mit Rötung
Häufige Symptome
- Im Frühstadium verursacht die diabetische Retinopathie oft keine Beschwerden.
- Mit der Zeit können verschwommenes Sehen, dunkle Flecken oder Flimmern auftreten.
- Auch eine erhöhte Blendempfindlichkeit oder Schwierigkeiten beim Lesen können auf eine Augenschädigung hinweisen.
Symptome bei Kindern
- Kinder mit Diabetes bemerken möglicherweise keine Symptome, daher ist das Screening besonders wichtig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Erwachsene sind häufiger von fortgeschrittener Retinopathie betroffen und sollten unbedingt jährlich zur Untersuchung gehen.
Ursachen
Hauptursachen
- Diabetische Retinopathie entsteht durch dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte, die die kleinen Blutgefäße in der Netzhaut schädigen.
- Auch Bluthochdruck und hohe Blutfettwerte können die Schädigung verstärken.
Risikofaktoren
- Lange Diabetesdauer
- Schlechte Blutzuckereinstellung
- Bluthochdruck
- Hohe Cholesterinwerte
- Schwangerschaft bei Diabetes
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich Sehstörungen bemerken, suchen Sie sofort einen Augenarzt oder die Notaufnahme auf.
- Bei neuen Schatten oder Blitzen sofort handeln.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Alle Menschen mit Diabetes sollten mindestens einmal jährlich zur Augenhintergrunduntersuchung gehen, auch ohne Beschwerden.
- Fragen Sie Ihren Diabetologen oder Hausarzt nach einer Überweisung.
Diagnose
Die diabetische Augenhintergrunduntersuchung wird von einem Augenarzt durchgeführt. Nach dem Eintropfen von Augentropfen, die die Pupillen weiten, fotografiert der Arzt die Netzhaut oder untersucht sie mit einem speziellen Mikroskop.
Mögliche Untersuchungen
- Spaltlampenuntersuchung (Mikroskop des Auges)
- Netzhautfotografie (Fundusfotografie)
- Optische Kohärenztomographie (OCT) – bei Verdacht auf Schwellungen der Netzhaut
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 20 bis 30 Minuten. Die Augentropfen können für einige Stunden verschwommenes Sehen und Lichtempfindlichkeit verursachen. Lassen Sie sich am besten von jemandem abholen oder fahren Sie nicht selbst Auto.
Behandlung
Wird eine diabetische Retinopathie festgestellt, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, das Fortschreiten zu stoppen und das Sehvermögen zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Blutzucker gut einstellen (nach Absprache mit dem Diabetesteam)
- Blutdruck und Cholesterin kontrollieren
- Regelmäßige Augenuntersuchungen wahrnehmen
- Nicht rauchen – Rauchen verschlechtert die Durchblutung der Netzhaut
Medizinische Behandlungen
Der Arzt kann Behandlungen wie Lasertherapie (Koagulation) oder Injektionen von Medikamenten in das Auge (Anti-VEGF-Therapie) empfehlen. Diese Verfahren verhindern das Wachstum krankhafter Blutgefäße oder reduzieren Schwellungen. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine Operation (Vitrektomie) nötig sein.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn es zu schweren Blutungen in den Glaskörper oder Netzhautablösungen kommt, kann eine Operation (Vitrektomie) erforderlich sein. Diese wird in der Regel in einer Augenklinik durchgeführt.
Leben mit der Erkrankung
Auch wenn Sie keine Beschwerden haben: Nehmen Sie Ihre jährliche Augenuntersuchung wahr. Achten Sie auf Veränderungen Ihrer Sehkraft und gehen Sie frühzeitig zum Arzt.
Tipps für den Alltag
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber vermeiden Sie extreme Anstrengung bei unbehandelter Retinopathie (Sprechen Sie mit Ihrem Arzt).
- Tragen Sie bei Sonnenlicht eine Sonnenbrille, um Blendung zu vermeiden.
- Verwenden Sie bei Bedarf eine gute Beleuchtung und vergrößernde Sehhilfen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen, Gemüse und gesunden Fetten hilft, den Blutzucker zu stabilisieren. Bewegung senkt den Blutzucker und verbessert die Durchblutung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Angst vor dem Erblinden kann belastend sein. Sprechen Sie mit Ihrem Diabetesteam oder einer psychologischen Beratungsstelle. Sie sind nicht allein.
Vorbeugung
Das Fortschreiten einer diabetischen Retinopathie kann durch eine gute Blutzuckereinstellung und regelmäßige Kontrollen deutlich verzögert oder verhindert werden. Das Screening ist die wichtigste vorbeugende Maßnahme.
Früherkennungsprogramme
Das jährliche Augenscreening wird von der AWMF-Leitlinie zur diabetischen Retinopathie empfohlen. Es ist die effektivste Methode, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Sehverschlechterung bis zur Erblindung
- Glaskörperblutungen
- Netzhautablösung
- Sekundäres Glaukom (Grüner Star)
Langzeitprognose
Mit regelmäßigem Screening und Behandlung können die meisten Fälle von schwerem Sehverlust verhindert werden. Die Prognose ist bei frühzeitiger Erkennung und guter Diabeteskontrolle sehr gut.
Unterstützung finden
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.