Breast Cancer
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- NICE—Early and locally advanced breast cancer: diagnosis and management. NG101(2023)
- NHS—Breast cancer in women(2023)
- WHO—Breast cancer fact sheet(2023)
- CDC—Breast Cancer(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Brustkrebs (medizinisch: Mammakarzinom) ist eine Erkrankung, bei der Zellen im Brustgewebe unkontrolliert wachsen und einen Tumor bilden. Normalerweise teilen sich Zellen im Körper geordnet und sterben ab, wenn sie nicht mehr gebraucht werden. Bei Brustkrebs verlieren bestimmte Zellen diese Kontrolle und vermehren sich ungebremst. Das kann in verschiedenen Bereichen der Brust entstehen – am häufigsten in den Milchgängen (den kleinen Kanälen, durch die Muttermilch fließt) oder in den Drüsenläppchen (den Bereichen, die Milch produzieren). Wird Brustkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen heute sehr gut.
Wichtige Fakten
- Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland – aber auch Männer können betroffen sein.
- Früherkennung ist entscheidend: Je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten und Heilungschancen.
- Die Medizin hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht – viele Betroffene leben nach einer Behandlung lange und gut.
Brustkrebs ist sehr verbreitet. In Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen daran. Das bedeutet, dass etwa jede achte Frau im Laufe ihres Lebens betroffen sein kann. Bei Männern ist Brustkrebs selten – er macht weniger als 1 % aller Brustkrebsfälle aus. Dank besserer Früherkennung und moderner Behandlung überleben heute deutlich mehr Menschen diese Erkrankung als noch vor einigen Jahrzehnten.
Brustkrebs betrifft vor allem Frauen, kann aber auch Männer treffen. Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter – die meisten Fälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf. Bestimmte Menschen haben aufgrund ihrer Genetik (Erbanlagen) oder ihres Lebensstils ein erhöhtes Risiko. Trotzdem: Brustkrebs kann auch jüngere Frauen treffen und Menschen ohne bekannte Risikofaktoren.
Symptome
- Rufen Sie sofort den Notruf 112 an, wenn Sie starke Atemnot haben, die plötzlich auftritt – das kann ein seltenes Zeichen dafür sein, dass sich Krebs auf die Lunge ausgebreitet hat.
- Plötzliche starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit, Lähmungserscheinungen oder Krampfanfälle erfordern sofort den Notruf 112.
- Bei einem lebensbedrohlichen Sturz durch Knochenschwäche (mögliche Knochenmetastasen) rufen Sie sofort 112 an.
- ⚠Starke, neu aufgetretene Schmerzen in der Brust oder im Rücken, die sich rasch verschlimmern
- ⚠Plötzliche starke Schwellung des Arms auf der Seite, wo die Brust behandelt wurde (kann auf einen Lymphstau hinweisen)
- ⚠Fieber über 38,5 °C in Kombination mit Schüttelfrost während einer laufenden Krebsbehandlung – bitte noch am selben Tag ärztliche Hilfe suchen
Häufige Symptome
- Ein neu aufgetretener Knoten oder eine Verdickung in der Brust oder Achselhöhle, die sich neu und ungewöhnlich anfühlt
- Veränderungen der Brustgröße oder -form, zum Beispiel eine Delle oder Einziehung der Haut
- Einziehung oder Einwärtsdrehung der Brustwarze (Mamille)
- Hautveränderungen an der Brust, zum Beispiel Rötung, Schuppung, Orangenhaut (Haut sieht aus wie eine Orangenschale)
- Ausfluss aus der Brustwarze, besonders wenn er blutig oder klar ist und ohne Stillen auftritt
- Schmerzen in der Brust oder Brustwarze, die neu auftreten und nicht weggehen
- Schwellung eines Teils der Brust, auch wenn kein deutlicher Knoten zu spüren ist
Symptome bei Kindern
- Brustkrebs bei Kindern ist äußerst selten. Eltern sollten bei jeglichen ungewöhnlichen Veränderungen am Brustbereich ihres Kindes – wie Knoten oder Schwellungen – einen Kinderarzt aufsuchen.
- Bei jugendlichen Mädchen können sich während der Pubertät tastbare Knöllchen unter der Brustwarze bilden – das ist meist normal, sollte aber ärztlich abgeklärt werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen nach den Wechseljahren sind viele Brustgewebe-Veränderungen gut tastbar, weil das Drüsengewebe sich zurückbildet. Neue Knoten oder Verhärtungen sollten deshalb immer ernst genommen und ärztlich untersucht werden.
- Ältere Menschen nehmen Schmerzen manchmal als 'normal' hin – bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über jede neue Veränderung in der Brust, auch wenn sie nicht schmerzhaft ist.
- Hautveränderungen oder Ekzeme rund um die Brustwarze, die nicht heilen, können bei älteren Frauen auf eine spezielle Form von Brustkrebs hinweisen und sollten abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Brustkrebs entsteht, wenn in den Zellen des Brustgewebes Fehler (Mutationen) in der Erbsubstanz (DNA) auftreten. Diese Fehler können dazu führen, dass sich Zellen unkontrolliert teilen.
- In den meisten Fällen entstehen diese Zellveränderungen im Laufe des Lebens zufällig – ohne klare Ursache.
- Bei einem kleineren Teil der Betroffenen (etwa 5–10 %) wird eine erblich bedingte Veranlagung vererbt. Bekannte Gene dafür sind BRCA1 und BRCA2 – diese sind aber nur Risikofaktoren, kein sicheres Schicksal.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht und zunehmendes Alter (besonders ab 50 Jahren)
- Familiäre Vorgeschichte: Brustkrebs oder Eierstockkrebs bei engen Verwandten
- Erbliche Genveränderungen (z. B. in den Genen BRCA1 oder BRCA2)
- Frühe erste Menstruation (vor dem 12. Lebensjahr) oder späte Menopause (Wechseljahre nach dem 55. Lebensjahr)
- Keine Schwangerschaften oder erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr
- Kein Stillen oder kurzes Stillen
- Bestimmte Hormontherapien über längere Zeit (besonders Kombination aus Östrogen und Gestagen in der Menopause)
- Übergewicht, besonders nach den Wechseljahren
- Regelmäßiger Alkoholkonsum
- Bewegungsmangel
- Früherer Brustkrebs oder bestimmte gutartige Veränderungen im Brustgewebe
- Frühere Strahlentherapie im Brustbereich, besonders im jungen Alter
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie in der Brust oder Achselhöhle einen neuen Knoten oder eine Verhärtung tasten
- Wenn Sie sichtbare Veränderungen an der Haut Ihrer Brust feststellen, wie Rötung, Delle, Orangenhaut oder Schuppung
- Wenn aus Ihrer Brustwarze Flüssigkeit austritt, ohne dass Sie stillen – besonders wenn sie blutig oder klar ist
- Wenn sich Ihre Brustwarze neu nach innen zieht
- Wenn Sie anhaltende Schmerzen in der Brust haben, die nicht weggehen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung und nutzen Sie das Mammografie-Screening (Röntgenuntersuchung der Brust), zu dem Frauen zwischen 50 und 75 Jahren in Deutschland eingeladen werden.
- Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko – besonders wenn Brustkrebs in Ihrer Familie vorkommt.
- Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko können sich in einem spezialisierten Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs beraten lassen.
Diagnose
Die Diagnose Brustkrebs kann nur von medizinischen Fachkräften gestellt werden – nie allein durch Selbstuntersuchung oder Beschwerden. Der Weg zur Diagnose beginnt meist mit einem Arztgespräch und einer körperlichen Untersuchung. Danach folgen bildgebende Verfahren (Untersuchungen, bei denen Bilder von innen gemacht werden) und, wenn nötig, eine Gewebeprobe. Alle Schritte werden mit Ihnen besprochen und erklärt.
Mögliche Untersuchungen
- Mammografie: Eine Röntgenuntersuchung der Brust – das wichtigste Werkzeug zur Früherkennung. Sie ist in der Regel schmerzarm, auch wenn sie kurz unangenehm sein kann.
- Ultraschall (Sonografie): Mit Schallwellen werden Bilder der Brust erstellt. Oft ergänzend zur Mammografie eingesetzt, besonders bei dichtem Brustgewebe.
- MRT der Brust (Magnetresonanztomografie): Eine Untersuchung mit Magnetfeldern statt Röntgenstrahlen – liefert sehr detaillierte Bilder. Wird bei bestimmten Fragestellungen oder erhöhtem Risiko eingesetzt.
- Biopsie (Gewebeentnahme): Eine kleine Gewebeprobe wird aus dem auffälligen Bereich entnommen – meist mit einer dünnen Nadel und örtlicher Betäubung. Nur durch eine Biopsie kann sicher festgestellt werden, ob Zellen bösartig sind.
- Laboruntersuchungen des Gewebes: Die entnommene Probe wird im Labor genau analysiert. Dabei wird unter anderem bestimmt, welche Art von Brustkrebs vorliegt und ob er auf bestimmte Wachstumssignale reagiert (z. B. Hormonrezeptoren oder bestimmte Eiweißstoffe).
- Staging-Untersuchungen: Wenn Brustkrebs bestätigt wurde, können weitere Untersuchungen (z. B. CT, Knochenszintigrafie) durchgeführt werden, um zu prüfen, ob sich der Krebs im Körper ausgebreitet hat.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Diagnoseprozess kann sich anfühlen wie eine Zeit des Wartens und der Ungewissheit – das ist ganz normal und verständlich. Die meisten Untersuchungen sind nicht schmerzhaft, aber manchmal unangenehm. Fragen Sie immer nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Sie haben das Recht, alles erklärt zu bekommen, in Ruhe Fragen zu stellen und eine zweite Meinung einzuholen. In vielen Brustzentren begleitet eine speziell ausgebildete Pflegekraft (Breast Care Nurse) die Patientinnen durch den gesamten Prozess.
Behandlung
Die Behandlung von Brustkrebs wird heute sehr individuell geplant – es gibt keine Einheitslösung. Das Behandlungsteam berücksichtigt dabei die Art des Tumors, seine Größe und Lage, ob er sich ausgebreitet hat, welche Eigenschaften die Krebszellen haben und natürlich Ihre persönlichen Wünsche und Lebensumstände. In Deutschland gibt es zertifizierte Brustzentren, die nach den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) und den Empfehlungen der AGO (Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie) arbeiten. Dort werden alle Fälle in einer Tumorkonferenz – einem Treffen verschiedener Fachärztinnen und Fachärzte – besprochen.
Selbsthilfe zu Hause
- Informieren Sie sich gut, aber verlassen Sie sich auf seriöse Quellen und Ihre Behandlerinnen und Behandler – nicht auf Erfahrungsberichte aus dem Internet.
- Nehmen Sie alle empfohlenen Nachsorgetermine wahr – sie sind wichtig, um den Heilungsverlauf zu beobachten.
- Sprechen Sie offen über Nebenwirkungen der Behandlung – vieles lässt sich heute gut lindern.
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und gönnen Sie sich Ruhe, wenn Sie sie brauchen.
- Nehmen Sie Unterstützung von Familie und Freunden an, wenn sie angeboten wird.
- Pflegen Sie Ihre Haut sorgfältig, besonders wenn Sie eine Strahlentherapie erhalten – fragen Sie Ihr Team nach geeigneten Pflegeprodukten.
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome und Fragen für den nächsten Arzttermin – das hilft, nichts zu vergessen.
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung von Brustkrebs umfasst oft mehrere Ansätze, die miteinander kombiniert werden können: Eine Operation entfernt den Tumor – entweder nur den Tumor selbst (brusterhaltende Operation) oder die gesamte Brust (Mastektomie). Die Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab und wird gemeinsam mit Ihnen getroffen. Eine Strahlentherapie (Bestrahlung mit energiereichen Strahlen) wird häufig nach einer brusterhaltenden Operation eingesetzt, um verbleibende Krebszellen abzutöten. Systemische Therapien wirken im ganzen Körper: Dazu gehören Chemotherapie (Medikamente, die schnell wachsende Zellen angreifen), Hormontherapie (bei Tumoren, die durch Hormone wie Östrogen wachsen), zielgerichtete Therapien (Medikamente, die auf bestimmte Eigenschaften der Krebszellen abzielen) sowie Immuntherapien. Welche Kombination für Sie die beste ist, wird in der Tumorkonferenz entschieden. Manchmal wird die Systemtherapie auch vor der Operation gegeben, um den Tumor zu verkleinern. Alle Maßnahmen haben Ziele: heilen, Rückfälle verhindern und Ihre Lebensqualität erhalten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei den meisten Formen von Brustkrebs ist eine Operation ein wichtiger Teil der Behandlung. Ob eine brusterhaltende Operation oder eine vollständige Entfernung der Brust sinnvoller ist, hängt von Tumorgröße, -lage und Ihren persönlichen Wünschen ab. Heute ist der Brustaufbau (Rekonstruktion) in vielen Fällen möglich – entweder sofort bei der Operation oder zu einem späteren Zeitpunkt. Sprechen Sie offen mit Ihrem chirurgischen Team über Ihre Optionen und Wünsche.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Brustkrebsdiagnose zu leben bedeutet, sich an eine neue Situation anzupassen – und das braucht Zeit. Während der Behandlung können Fatigue (eine tiefe, anhaltende Erschöpfung), Übelkeit, Schmerzen oder emotionale Tiefs auftreten. All das ist normal. Viele Betroffene berichten, dass sie nach und nach wieder Energie und Lebensfreude zurückgewinnen. Die Nachsorge – regelmäßige Kontrolluntersuchungen nach abgeschlossener Behandlung – gibt Sicherheit und ermöglicht es, Veränderungen früh zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige körperliche Bewegung, so wie es Ihr Körper zulässt, kann das Wohlbefinden verbessern und das Rückfallrisiko senken.
- Alkohol möglichst meiden oder stark reduzieren – Alkohol ist ein bekannter Risikofaktor für Brustkrebs.
- Rauchen aufhören, falls Sie rauchen – das unterstützt die Heilung und stärkt das Immunsystem.
- Versuchen Sie, ein gesundes Körpergewicht zu halten – auch das kann das Rückfallrisiko positiv beeinflussen.
- Suchen Sie sich Aktivitäten, die Ihnen Freude machen und Kraft geben – sei es Spazierengehen, Lesen, Treffen mit Freunden oder kreative Beschäftigung.
- Sprechen Sie offen mit Ihrem Behandlungsteam über Beschwerden, die Ihren Alltag einschränken – für viele gibt es Hilfe.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, überwiegend pflanzliche Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und wenig verarbeiteten Lebensmitteln ist empfehlenswert. Während der Behandlung ist es manchmal schwer zu essen – hören Sie auf Ihren Körper und sprechen Sie eine Ernährungsberaterin oder einen Ernährungsberater an, wenn Sie Unterstützung brauchen. Bewegung – selbst leichtes Spazierengehen – hilft nachweislich gegen Erschöpfung, verbessert die Stimmung und kann das Rückfallrisiko senken. Starten Sie langsam und steigern Sie sich schrittweise. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Behandlungsteam, welche Sportarten für Sie geeignet sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Brustkrebsdiagnose kann tiefe Gefühle auslösen: Angst, Trauer, Wut, Erschöpfung oder das Gefühl, die Kontrolle verloren zu haben. Das sind völlig normale Reaktionen auf eine sehr belastende Situation. Viele Betroffene erleben auch Phasen, in denen sie sich gut fühlen und Kraft schöpfen können. Wenn die Belastung sehr groß ist, kann psychoonkologische Unterstützung (psychologische Begleitung speziell für Menschen mit Krebs) sehr helfen. Fragen Sie Ihr Behandlungsteam nach entsprechenden Angeboten. Denken Sie immer daran: Sie müssen das nicht alleine tragen. Bei ernsthaften Gedanken, sich selbst zu schaden oder das Leben nicht mehr ertragen zu können, wenden Sie sich sofort an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, kostenlos, 24 Stunden) oder suchen Sie eine Notaufnahme auf.
Vorbeugung
Brustkrebs lässt sich nicht vollständig verhindern – viele Faktoren, die das Risiko beeinflussen, kann man nicht steuern, wie Alter oder genetische Veranlagung. Aber es gibt Lebensstilfaktoren, die das Risiko nachweislich senken können: körperlich aktiv bleiben, Alkohol meiden oder stark reduzieren, ein gesundes Körpergewicht halten und falls möglich stillen. Wer weiß, dass in der Familie gehäuft Brustkrebs oder Eierstockkrebs vorkommt, kann sich genetisch beraten lassen und von intensivierter Früherkennung profitieren. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über Ihr persönliches Risiko.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Brustkrebs.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland lädt das gesetzliche Mammografie-Screening-Programm alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre zu einer kostenlosen Röntgenuntersuchung der Brust ein. Diese Früherkennungsuntersuchung kann Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium entdecken – noch bevor Beschwerden auftreten. Nutzen Sie diese Einladung, wenn Sie sie erhalten. Frauen mit erhöhtem familiärem Risiko haben Anspruch auf eine intensivierte Früherkennung, die bereits früher beginnt und weitere Untersuchungen einschließt. Auch die Selbstuntersuchung der Brust – regelmäßiges Abtasten auf Veränderungen – ist sinnvoll, um sich mit dem eigenen Körper vertraut zu machen. Sie ersetzt aber nicht die medizinische Vorsorge.
Komplikationen
Unbehandelt
- Unbehandelter Brustkrebs kann wachsen und sich auf benachbarte Lymphknoten ausbreiten – die Lymphknoten sind kleine Filterstationen im Körper, besonders in der Achselhöhle.
- Mit der Zeit können sich Tumorzellen über Blut- und Lymphgefäße auf andere Organe ausbreiten – zum Beispiel Knochen, Lunge, Leber oder Gehirn (sogenannte Metastasen, also Tochtergeschwülste).
- Fortgeschrittener Brustkrebs kann Schmerzen, Erschöpfung und den Verlust von Organfunktionen verursachen.
- Lymphödem: Nach Operationen oder Bestrahlung der Achselhöhle kann sich Lymphflüssigkeit stauen und zu anhaltenden Schwellungen des Arms führen.
- Emotionale und psychische Belastungen, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen können.
Langzeitprognose
Die Aussichten bei Brustkrebs haben sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Wenn Brustkrebs früh entdeckt und behandelt wird, ist eine vollständige Heilung in vielen Fällen möglich. Selbst bei fortgeschrittenem Brustkrebs gibt es heute gute Behandlungsmöglichkeiten, die das Leben verlängern und die Lebensqualität erhalten können. Jeder Mensch und jeder Tumor ist anders – deshalb ist eine offene, vertrauensvolle Beziehung zu Ihrem Behandlungsteam so wichtig. Es ist in Ordnung, Fragen zu stellen, Hoffnung zu haben und sich Unterstützung zu holen. Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- World Cancer Research Fund International ↗
- Breast Cancer Now (englischsprachig) ↗
- Susan G. Komen (englischsprachig) ↗
Lokale Organisationen
- Mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V. ↗ · Deutschland
- Brustkrebs Deutschland e.V. ↗ · Deutschland
- Österreichische Krebshilfe ↗ · Österreich
- Krebsliga Schweiz ↗ · Schweiz
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.