Ovarian Cancer
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eierstockkrebs (medizinisch: Ovarialkarzinom) ist eine bösartige Erkrankung, bei der sich Zellen im Eierstock unkontrolliert vermehren und einen Tumor bilden. Die Erkrankung wird oft erst spät entdeckt, weil die Symptome anfangs unspezifisch sind. Eine frühzeitige Behandlung verbessert die Heilungschancen deutlich.
Wichtige Fakten
- Eierstockkrebs betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren, kann aber in jedem Alter auftreten.
- Die Symptome sind oft unspezifisch – wie Bauchschmerzen oder Völlegefühl – und werden deshalb leicht übersehen.
- Die Behandlung umfasst meist eine Operation und eine Chemotherapie; die genaue Therapie richtet sich nach dem Stadium und den persönlichen Faktoren.
Eierstockkrebs ist nicht sehr häufig, aber es ist die zweithäufigste bösartige Erkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 7.300 Frauen. Die Erkrankung ist ernst, aber durch Fortschritte in der Behandlung haben sich die Überlebenschancen verbessert.
Eierstockkrebs betrifft fast ausschließlich Frauen. Das Risiko steigt mit dem Alter, besonders nach den Wechseljahren. Die meisten Erkrankungen treten bei Frauen über 50 Jahren auf. Auch Frauen mit einer familiären Vorbelastung (z. B. BRCA-Genmutationen) haben ein erhöhtes Risiko. Selten kann die Erkrankung auch jüngere Frauen betreffen.
Symptome
- Plötzliche, heftige Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Atemnot oder schnelle Verschlechterung des Allgemeinzustands
- Starke Blutungen aus der Scheide (insbesondere nach den Wechseljahren)
- Bewusstlosigkeit oder Kreislaufzusammenbruch
- ⚠Anhaltende Bauchschmerzen oder Völlegefühl über mehrere Wochen
- ⚠Neue, ungewöhnliche Blutungen aus der Scheide
- ⚠Schnelle Gewichtsabnahme ohne Grund
- ⚠Wiederholtes Erbrechen oder Übelkeit
Häufige Symptome
- Anhaltende Bauchschmerzen oder Druckgefühl im Unterleib
- Völlegefühl oder Blähungen, die nicht verschwinden
- Häufiger Harndrang oder plötzlicher Harndrang
- Schwierigkeiten beim Essen oder frühes Sättigungsgefühl
- Ungewollte Gewichtsabnahme oder -zunahme
- Müdigkeit und allgemeine Schwäche
Symptome bei Kindern
- Eierstockkrebs bei Kindern ist sehr selten. Symptome können Bauchschmerzen, ein tastbarer Tumor im Bauch oder eine vergrößerte Bauchumfang sein. Bei anhaltenden Beschwerden sollte immer ein Kinderarzt aufgesucht werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen können die Symptome weniger deutlich sein oder mit Altersbeschwerden verwechselt werden, z. B. Verdauungsprobleme oder Rückenschmerzen. Wichtig ist, auf anhaltende Veränderungen zu achten und diese ärztlich abklären zu lassen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache von Eierstockkrebs ist nicht vollständig bekannt. Man geht davon aus, dass Veränderungen im Erbgut (Genmutationen) eine wichtige Rolle spielen.
- Ein Teil der Erkrankungen ist auf vererbte Genveränderungen zurückzuführen, vor allem auf Mutationen in den BRCA1- oder BRCA2-Genen.
- Auch Hormone und Entzündungen könnten zur Entstehung beitragen.
Risikofaktoren
- Zunehmendes Alter (vor allem nach den Wechseljahren)
- Familiäre Belastung (z. B. Brust- oder Eierstockkrebs in der Familie)
- Bestimmte Genveränderungen (z. B. BRCA1/2)
- Endometriose (eine Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut-ähnliches Gewebe außerhalb der Gebärmutter wächst)
- Hormonelle Faktoren, wie frühe erste Menstruation oder späte Wechseljahre
- Kinderlosigkeit oder späte erste Schwangerschaft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie über mehrere Wochen hinweg eines oder mehrere der oben genannten Symptome haben – auch wenn sie nur leicht sind.
- Bei ungewöhnlichen Blutungen aus der Scheide, insbesondere nach den Wechseljahren.
- Bei einem tastbaren Knoten im Unterleib oder einer Zunahme des Bauchumfangs.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben (z. B. familiäre Vorbelastung), sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über eine frühzeitige Vorsorge sprechen.
- Auch ohne Symptome können regelmäßige gynäkologische Untersuchungen sinnvoll sein.
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) und einer gynäkologischen Untersuchung. Danach folgen meist bildgebende Verfahren und eine Blutuntersuchung. Der endgültige Nachweis erfolgt durch eine Gewebeprobe (Biopsie).
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung des Unterleibs (gynäkologische Untersuchung)
- Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Eierstöcke
- Blutuntersuchung auf den Tumormarker CA-125 (ein Eiweiß, das bei Eierstockkrebs erhöht sein kann)
- Bei Auffälligkeiten: eine Gewebeentnahme (Biopsie) unter Ultraschallkontrolle oder während einer Bauchspiegelung
- Eventuell weitere bildgebende Verfahren wie CT oder MRT, um die Ausbreitung zu beurteilen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel nicht schmerzhaft. Der Arzt oder die Ärztin wird Ihnen jeden Schritt erklären. Wenn die Diagnose Krebs lautet, werden Sie über alle weiteren Schritte – wie Operation oder Chemotherapie – ausführlich informiert. Die Behandlung erfolgt in spezialisierten Zentren nach den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Behandlung
Die Behandlung von Eierstockkrebs wird individuell auf die Patientin abgestimmt. Sie hängt vom Stadium der Erkrankung, der Art des Tumors, dem Alter und der allgemeinen Gesundheit ab. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen und ein Wiederauftreten zu verhindern. Meist kommen eine Operation und eine Chemotherapie zum Einsatz. Auch zielgerichtete Therapien können helfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sich ausreichend Ruhe und Schlaf gönnen
- Auf eine ausgewogene Ernährung achten, um den Körper zu stärken
- Bewegung in einem für Sie angenehmen Maß, z. B. Spaziergänge
- Bei Nebenwirkungen der Therapie mit dem Behandlungsteam sprechen
- Sich nicht scheuen, um Hilfe zu bitten – bei Alltagsaufgaben oder seelischer Unterstützung
Medizinische Behandlungen
Im Vordergrund steht die operative Entfernung des Tumors. Dabei werden oft beide Eierstöcke, die Eileiter, die Gebärmutter und umliegendes Gewebe entfernt. Anschließend oder manchmal auch vor der Operation erfolgt eine Chemotherapie, die die Krebszellen zerstören soll. Bei bestimmten Genveränderungen (z. B. BRCA-Mutationen) können sogenannte PARP-Hemmer oder andere zielgerichtete Medikamente eingesetzt werden. Die Strahlentherapie spielt beim Eierstockkrebs nur eine untergeordnete Rolle.
Wann kommt eine Operation infrage?
Die Operation ist in der Regel der erste und wichtigste Schritt der Behandlung. Sie dient sowohl der Diagnosesicherung als auch der Entfernung des Tumors. Nur in Ausnahmefällen (z. B. bei sehr fortgeschrittener Erkrankung) wird zuerst eine Chemotherapie gegeben, um den Tumor zu verkleinern.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Eierstockkrebs kann herausfordernd sein, insbesondere während der Behandlung. Viele Frauen fühlen sich müde und haben mit Nebenwirkungen zu kämpfen. Es ist wichtig, sich Zeit zu nehmen und den Alltag an die eigene Belastbarkeit anzupassen. Nach der Behandlung kehren viele in ein normales Leben zurück, aber die Nachsorge (regelmäßige Kontrolluntersuchungen) bleibt wichtig.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Ruhepausen.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber überfordern Sie sich nicht.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Suchen Sie sich Menschen, mit denen Sie offen über Ihre Gefühle sprechen können.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung kann helfen, den Körper während der Therapie zu unterstützen. Essen Sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Trinken Sie ausreichend Wasser. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Yoga kann das Wohlbefinden steigern und Müdigkeit verringern. Besprechen Sie Ihre Ernährung und Bewegung jedoch immer mit Ihrem Behandlungsteam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose belastet die Seele stark. Viele Frauen erleben Ängste, Traurigkeit oder Wut. Das ist normal. Es kann helfen, mit einer Psychoonkologin oder einem Psychoonkologen zu sprechen. Auch Selbsthilfegruppen bieten Unterstützung. Zögern Sie nicht, sich Hilfe zu holen – das ist kein Zeichen von Schwäche.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Methode, Eierstockkrebs zu verhindern. Einige Maßnahmen können jedoch das Risiko senken: die Einnahme der Antibabypille über mehrere Jahre, Stillen, oder eine operative Entfernung der Eierstöcke (bei sehr hohem Risiko, z. B. bei BRCA-Mutationen). Diese Entscheidungen sollten immer mit dem Arzt oder der Ärztin besprochen werden.
Impfungen
Es gibt keinen Impfstoff gegen Eierstockkrebs. Eine Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) schützt vor Gebärmutterhalskrebs, nicht aber vor Eierstockkrebs.
Früherkennungsprogramme
Für die Allgemeinbevölkerung gibt es keine gesetzliche Früherkennungsuntersuchung auf Eierstockkrebs. Bei Frauen mit erhöhtem Risiko (z. B. familiärer Belastung) können regelmäßige Ultraschalluntersuchungen und Blutuntersuchungen (CA-125) sinnvoll sein. Diese sollten in spezialisierten Zentren durchgeführt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wenn Eierstockkrebs nicht behandelt wird, wächst der Tumor weiter und kann in benachbarte Organe einwachsen (z. B. Darm, Blase).
- Es können Tochtergeschwülste (Metastasen) im Bauchraum, in der Leber oder in der Lunge entstehen.
- Durch Flüssigkeitsansammlung im Bauch (Aszites) kann es zu Schmerzen und Atembeschwerden kommen.
- Im fortgeschrittenen Stadium kann die Erkrankung lebensbedrohlich werden.
Langzeitprognose
Die Heilungschancen hängen stark vom Stadium bei Diagnose ab. Wird der Krebs früh entdeckt (Stadium I), sind die Aussichten sehr gut – viele Frauen werden dauerhaft gesund. Bei fortgeschrittener Erkrankung ist eine Heilung seltener möglich, aber die Behandlung kann das Fortschreiten verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Die Forschung macht stetig Fortschritte, sodass neue Therapien immer mehr Frauen helfen können. Keine Frau sollte die Hoffnung verlieren – gemeinsam mit dem Behandlungsteam kann ein guter Weg gefunden werden.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Frauenselbsthilfe nach Krebs e. V. ↗ · Deutschland
- Ovarialkarzinom Selbsthilfegruppen ↗ · Deutschland
- Psychosoziale Krebsberatungsstellen ↗ · Deutschland (bundesweit)
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.