Lungenkrebs
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- NICE—Lung cancer: diagnosis and management. NG122(2023)
- NHS—Lung cancer(2023)
- WHO—Cancer fact sheet(2023)
- CDC—Lung Cancer(2024)
- NCCN—NCCN Guidelines for Patients: Lung Cancer(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Lungenkrebs ist eine Erkrankung, bei der sich Zellen in der Lunge unkontrolliert vermehren und einen bösartigen Tumor bilden. Dieser Tumor kann die Atmung beeinträchtigen und sich auf andere Körperteile ausbreiten.
Wichtige Fakten
- Lungenkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit.
- Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor, aber auch Nichtraucher können betroffen sein.
- Früherkennung verbessert die Behandlungschancen deutlich.
- Es gibt verschiedene Arten von Lungenkrebs, die unterschiedlich behandelt werden.
Ja, Lungenkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen. In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 57.000 Menschen neu daran.
Lungenkrebs betrifft häufiger Menschen über 60 Jahre. Männer erkranken etwas öfter als Frauen, aber der Abstand wird kleiner. Auch Menschen, die nie geraucht haben, können Lungenkrebs bekommen.
Symptome
- Plötzliche, starke Atemnot
- Brutale Brustschmerzen, die in den Arm oder Kiefer ausstrahlen
- Husten mit großen Mengen Blut
- Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
- ⚠Blut im Auswurf (auch nur einmal)
- ⚠Neue oder sich verschlimmernde Atemnot
- ⚠Anhaltende Heiserkeit oder Husten über 3 Wochen
Häufige Symptome
- Hartnäckiger Husten, der nicht weggeht
- Atemnot oder Keuchen
- Brustschmerzen, besonders beim Husten oder tiefen Einatmen
- Blutiger Auswurf
- Heiserkeit ohne Erkältung
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Müdigkeit und Schwäche
Symptome bei Kindern
- Lungenkrebs kommt bei Kindern äußerst selten vor. Sollte er auftreten, sind die Symptome denen bei Erwachsenen ähnlich: anhaltender Husten, Atemnot, Brustschmerzen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können Symptome wie Husten und Atemnot oft mit anderen Erkrankungen verwechselt werden.
- Appetitlosigkeit und Müdigkeit sind häufige Anzeichen.
- Verschlechterung einer bestehenden Lungenerkrankung (z. B. COPD) kann ein Hinweis sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Rauchen und Passivrauchen
- Radon (ein radioaktives Gas, das aus dem Boden in Häuser gelangen kann)
- Schadstoffe am Arbeitsplatz, z. B. Asbest, Quarzstaub oder Dieselabgase
- Luftverschmutzung
Risikofaktoren
- Rauchen (aktiv oder passiv)
- Hohes Alter
- Familäre Vorbelastung (Verwandte ersten Grades)
- Vorerkrankungen wie COPD oder Lungenfibrose
- Geschwächtes Immunsystem
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei blutigem Auswurf sofort den Hausarzt oder die Notaufnahme aufsuchen.
- Bei plötzlicher Atemnot oder starken Brustschmerzen den Notruf 112 wählen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit mehr als drei Wochen husten oder unter anderen anhaltenden Symptomen leiden, vereinbaren Sie einen Termin bei Ihrem Hausarzt.
- Falls Sie zu einer Risikogruppe gehören (z. B. langjährige Raucher), sprechen Sie mit Ihrem Arzt über eine mögliche Früherkennung.
Diagnose
Die Diagnose beginnt meist mit einem Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Danach folgen bildgebende Verfahren und eine Gewebeprobe, um die Art des Tumors zu bestimmen.
Mögliche Untersuchungen
- Röntgenaufnahme der Lunge
- Computertomographie (CT)
- Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT) – zur Beurteilung der Ausbreitung
- Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) mit Gewebeprobe
- Bluttests und Lungenfunktionstests
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Ihr Arzt bespricht jeden Schritt mit Ihnen. Die Diagnose kann einige Tage dauern, da die Gewebeprobe im Labor genau untersucht werden muss.
Behandlung
Die Behandlung von Lungenkrebs hängt von der Art, dem Stadium und dem Gesundheitszustand ab. Ziel ist es, den Tumor zu entfernen oder zu verkleinern und die Lebensqualität zu erhalten.
Selbsthilfe zu Hause
- Unterstützen Sie Ihren Körper durch gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf.
- Vermeiden Sie Rauchen und Passivrauchen.
- Bewegen Sie sich so viel, wie es Ihnen möglich ist – auch kleine Spaziertage helfen.
- Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Atemübungen oder Reha-Maßnahmen.
Medizinische Behandlungen
Mögliche Behandlungen sind Operationen (Entfernung des Tumors), Strahlentherapie, Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und Immuntherapie. Die Wahl der Behandlung wird individuell mit dem Onkologen besprochen. Es gibt auch Studien zu neuen Therapien.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt vor allem in frühen Stadien in Frage, wenn der Tumor noch auf die Lunge begrenzt ist und der Patient gesund genug für den Eingriff ist.
Leben mit der Erkrankung
Leben mit Lungenkrebs bedeutet, sich an neue Umstände anzupassen. Viele Menschen führen mit Unterstützung ein aktives Leben. Planen Sie Pausen ein und hören Sie auf Ihren Körper.
Tipps für den Alltag
- Rauchen aufgeben – Ihr Arzt oder eine Beratungsstelle hilft dabei.
- Stress reduzieren durch Entspannungsübungen oder Gespräche.
- Sich sozial verbunden fühlen – Freunde und Familie können eine große Stütze sein.
- Regelmäßige Arztbesuche und Nachsorge wahrnehmen.
Ernährung und Bewegung
Essen Sie ausgewogen mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Trinken Sie ausreichend. Bewegung – auch moderat – kann die Lebensqualität verbessern. Fragen Sie Ihren Arzt nach physiotherapeutischer Unterstützung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Krebsdiagnose löst oft Angst, Traurigkeit oder Wut aus. Es ist normal, sich überfordert zu fühlen. Psychoonkologische Beratung kann helfen, mit diesen Gefühlen umzugehen.
Vorbeugung
Das Risiko für Lungenkrebs kann deutlich gesenkt werden, indem man nicht raucht und Rauch meidet. Auch die Reduzierung von Schadstoffen am Arbeitsplatz und zu Hause (z. B. Radon) hilft.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Lungenkrebs.
Früherkennungsprogramme
Für starke Raucher im Alter von 55 bis 74 Jahren wird in Deutschland eine Früherkennung mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) angeboten. Diese Untersuchung ist nicht für alle geeignet – sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob sie für Sie infrage kommt. Die Leitlinien der AWMF empfehlen dies für bestimmte Risikogruppen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung des Krebses auf andere Organe (Metastasen)
- Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustwand (Pleuraerguss), die die Atmung erschwert
- Lungenentzündung
- Blutgerinnsel in den Beinen, die in die Lunge wandern können (Thrombose/Lungenembolie)
- Schmerzen durch Druck des Tumors auf Nerven oder Knochen
Langzeitprognose
Die Prognose bei Lungenkrebs hat sich in den letzten Jahren durch neue Therapien verbessert. Viele Menschen leben länger und mit guter Lebensqualität. Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser sind die Chancen. Ihr Behandlungsteam wird Ihnen eine ehrliche und hoffnungsvolle Perspektive geben.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe ↗ · Deutschland
- Lungenkrebs – Informationsdienst Krebs ↗ · Deutschland
- Selbsthilfe Lungenkrebs e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.