Bronchitis in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Bronchitis ist eine Entzündung der Bronchien, das sind die Atemwege, die die Luft in die Lungen leiten. Meist wird sie durch Viren ausgelöst und heilt von selbst. In seltenen Fällen kann eine bakterielle Infektion oder andere Faktoren dahinterstecken.
Wichtige Fakten
- Bronchitis betrifft die unteren Atemwege und äußert sich vor allem durch Husten.
- Die meisten Fälle sind akut und klingen innerhalb weniger Wochen ab.
- Chronische Bronchitis ist eine länger anhaltende Entzündung, oft durch Rauchen bedingt.
Ja, Bronchitis ist eine sehr häufige Erkrankung, besonders in den Herbst- und Wintermonaten. Fast jeder Erwachsene hatte schon einmal eine akute Bronchitis.
Akute Bronchitis kann in jedem Alter auftreten, besonders bei Erwachsenen zwischen 20 und 50 Jahren. Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder Vorerkrankungen der Atemwege sind anfälliger.
Symptome
- Atemnot, die nicht nachlässt
- Blaue Lippen oder Gesicht
- Plötzliche starke Brustschmerzen
- Verschlucken von Schleim oder Blut
- ⚠Fieber über 39 °C, das länger als drei Tage anhält
- ⚠Husten mit eitrigem Auswurf (grün-gelb)
- ⚠Starke Atemnot bei geringer Bewegung
- ⚠Sich verschlechternder Allgemeinzustand
Häufige Symptome
- Husten, zunächst trocken, später mit Schleimbildung
- Schmerzen oder Druckgefühl im Brustkorb
- Leichtes Fieber (bis 38,5 °C)
- Müdigkeit und Abgeschlagenheit
- Halskratzen oder Halsschmerzen
Symptome bei Kindern
- Husten, der oft länger anhält
- Fieber bis zu 39 °C
- Schnelle oder angestrengte Atmung
- Appetitlosigkeit
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Husten mit wenig oder keinem Auswurf
- Verwirrtheit oder Müdigkeit, die nicht typisch ist
- Kurzatmigkeit schon bei leichter Anstrengung
Ursachen
Hauptursachen
- Viren, meist dieselben wie bei Erkältung oder Grippe
- Bakterien (seltener, meist nach einer Virusinfektion)
- Reizstoffe wie Rauch, Staub oder chemische Dämpfe
Risikofaktoren
- Rauchen oder Passivrauchen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch andere Krankheiten oder Stress)
- Vorerkrankungen der Atemwege wie Asthma oder COPD
- Alter (Kinder und ältere Menschen sind anfälliger)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie Atemnot haben oder blaue Lippen bekommen
- Wenn Sie plötzlich hohes Fieber bekommen (über 39 °C)
- Wenn Sie Husten mit blutigem Auswurf haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Husten nach drei Wochen nicht besser wird
- Wenn Sie sich sehr krank fühlen oder starke Schmerzen haben
- Wenn Sie schon eine Lungenerkrankung haben
Diagnose
Der Arzt stellt die Diagnose meist aufgrund Ihrer Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Er hört Ihre Lunge mit einem Stethoskop ab, um typische Geräusche zu erkennen.
Mögliche Untersuchungen
- Abhören der Lunge (Auskultation)
- Messung des Sauerstoffgehalts im Blut mit einem Pulsoximeter
- Bei Verdacht auf Lungenentzündung: Röntgen der Lunge
- Bei chronischem Husten: Lungenfunktionstest (Spirometrie)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Der Arzt wird Sie zu Ihren Symptomen befragen und dann die Lunge abhören. Meist ist keine weitere Diagnostik nötig.
Behandlung
Die Behandlung einer akuten Bronchitis zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und den Heilungsprozess zu unterstützen. In der Regel ist keine spezifische Medikation notwendig, da die Infektion von selbst abklingt.
Selbsthilfe zu Hause
- Viel trinken, am besten Wasser oder Kräutertee
- Inhalieren von heißem Wasserdampf, um den Schleim zu lösen
- Hustenmittel auf pflanzlicher Basis (z. B. mit Thymian oder Eibisch)
- Ruhe und Schlaf, um die Abwehrkräfte zu stärken
- Vermeiden von Rauch und reizenden Stoffen
Medizinische Behandlungen
Bei starkem Husten kann der Arzt einen Hustenstiller verschreiben, jedoch nur kurzfristig. Bei bakterieller Infektion – was selten ist – wird ein Antibiotikum gegeben. Gegen Fieber und Schmerzen können fiebersenkende und schmerzlindernde Wirkstoffe aus der Apotheke helfen. Ihr Arzt wird entscheiden, was für Sie am besten ist.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Bronchitis nicht zum Einsatz. Nur bei sehr seltenen Komplikationen wie einem Abszess könnte ein chirurgischer Eingriff nötig sein – das bespricht der Arzt dann mit Ihnen.
Leben mit der Erkrankung
Die akute Phase dauert meist ein bis zwei Wochen. Danach kann der Husten noch einige Wochen anhalten. Gönnen Sie sich genug Ruhe, aber bewegen Sie sich leicht, wenn es Ihnen besser geht. Steigern Sie die Aktivität langsam.
Tipps für den Alltag
- Mit dem Rauchen aufhören – das ist das Wichtigste für die Lunge.
- Lüften Sie regelmäßig Ihre Wohnung, besonders im Winter.
- Vermeiden Sie großen Menschenmengen, solange Sie husten.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse unterstützt Ihr Immunsystem. Leichte Bewegung wie Spaziergänge hilft, den Schleim zu lösen – aber nur, wenn Sie sich gut fühlen. Bei Fieber oder starkem Husten sollten Sie sich schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Langer Husten kann anstrengend und belastend sein. Manchmal fühlt man sich erschöpft oder niedergeschlagen. Sprechen Sie darüber mit Freunden oder Ihrer Familie. Wenn die Stimmung länger gedrückt bleibt, suchen Sie ein offenes Gespräch mit Ihrem Arzt.
Vorbeugung
Eine akute Bronchitis lässt sich nicht immer vermeiden. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Ihr Immunsystem stärken und sich vor Infektionen schützen.
Impfungen
Eine Impfung gegen Grippe (Influenza) kann helfen, da Grippe oft eine Bronchitis auslöst. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für Menschen ab 60 Jahren und für Risikogruppen. Auch die Impfung gegen COVID-19 kann schwere Verläufe verhindern.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening auf Bronchitis. Wenn Sie regelmäßig Husten haben, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um chronische Ursachen wie Asthma oder COPD auszuschließen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Lungenentzündung (Pneumonie), besonders bei Risikogruppen
- Verschlechterung einer bestehenden Lungenerkrankung wie Asthma oder COPD
- Chronische Bronchitis, wenn die Entzündung nicht vollständig ausheilt
Langzeitprognose
Die meisten Menschen mit einer akuten Bronchitis erholen sich vollständig ohne bleibende Schäden. Bei chronischer Bronchitis ist die Prognose gut, wenn die auslösenden Faktoren – vor allem Rauchen – beseitigt werden. Mit der richtigen Behandlung und einem gesunden Lebensstil können Sie Ihre Lungenfunktion verbessern und Komplikationen vermeiden.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 19. Juli 2026
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