Cataracts
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Ein Grauer Star (Katarakt) ist eine Trübung der Augenlinse. Die Linse ist normalerweise klar und hilft uns, scharf zu sehen. Wenn sie trüb wird, wird das Sehen verschwommen, wie durch einen grauen Schleier. Der Graue Star ist die häufigste Ursache für Sehverlust im Alter, aber mit einer Operation kann die Sehkraft meistens wiederhergestellt werden.
Wichtige Fakten
- Jeder Mensch bekommt mit zunehmendem Alter früher oder später einen Grauen Star – er ist keine Krankheit, sondern eine normale Altersveränderung.
- Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse durch eine künstliche Linse ersetzt wird.
- Grauer Star ist nicht ansteckend und auch nicht durch Überanstrengung der Augen verursacht.
Ja, der Graue Star ist sehr häufig. Mehr als die Hälfte aller Menschen über 65 Jahre hat zumindest erste Anzeichen davon. Mit steigendem Alter nimmt die Häufigkeit noch zu.
Fast jeder Mensch bekommt im Laufe seines Lebens einen Grauen Star. Besonders oft tritt er bei Menschen über 60 Jahren auf. Auch Babys können selten mit einer getrübten Linse geboren werden (angeborener Katarakt).
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Schmerzen im Auge mit Übelkeit oder Erbrechen
- Rote Augen mit plötzlichem Sehverlust – das kann auf einen akuten Glaukomanfall hinweisen, nicht auf Grauen Star
- ⚠Wenn Sehprobleme plötzlich viel stärker werden innerhalb weniger Stunden oder Tage
- ⚠Wenn Sie nach einem Schlag oder Unfall auf das Auge verschwommen sehen
Häufige Symptome
- Verschwommenes oder milchiges Sehen, als ob man durch eine schmutzige Brille schaut
- Blendempfindlichkeit: Licht erscheint greller oder blendend
- Schlechteres Sehen bei Nacht oder in der Dämmerung
- Farben wirken verblasst oder gelblich
- Häufiger Wechsel der Brillenstärke ohne Besserung
- Doppelbilder (Diplopie) auf einem Auge, wenn das andere zugehalten wird
Symptome bei Kindern
- Wenn das Baby bei Geburt schon einen Grauen Star hat: Weißlicher Schimmer in der Pupille (Leukokorie)
- Kind schaut nicht in Richtung von Lichtquellen
- Schielen oder ungewöhnliche Augenbewegungen (Nystagmus)
- Eltern oder Kinderärztin fällt auf, dass das Kind nicht gut sieht oder Gegenstände zu nah ans Gesicht hält
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Die gleichen Symptome wie bei Erwachsenen, aber oft langsamer fortschreitend
- Stürze durch schlechtere Tiefenwahrnehmung oder Blendung
- Einschränkung der Selbstständigkeit im Alltag (z.B. Autofahren, Lesen)
Ursachen
Hauptursachen
- Natürlicher Alterungsprozess: Mit der Zeit verklumpen die Eiweiße in der Linse und trüben sie.
- Angeborene Faktoren (bei Kindern): genetische Veränderungen oder Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft (z.B. Röteln).
- Verletzungen am Auge, die die Linseneiweiße schädigen.
- Langzeitige Einnahme von Kortison-Präparaten (z.B. als Tabletten oder Augentropfen).
- Strahlenbelastung, z.B. durch ionisierende Strahlung oder intensive UV-Strahlung (Sonne).
Risikofaktoren
- Älteres Alter (ab 60 Jahren)
- Rauchen
- Starke Sonneneinstrahlung ohne Schutzbrille
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hoher Blutdruck
- Fettleibigkeit (Adipositas)
- Augenverletzungen in der Vergangenheit
- Lange Anwendung von Kortison-Medikamenten
- Alkoholkonsum in größeren Mengen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher oder sehr schneller Verschlechterung des Sehens
- Bei Schmerzen im Auge oder Kopfschmerzen in Verbindung mit Sehstörungen
- Bei Anzeichen einer Augeninfektion (Rötung, Schwellung, Eiter)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie über 40 oder 50 Jahre alt sind und merken, dass Sie schlechter sehen, besonders bei Nacht oder bei hellem Licht
- Wenn Sie häufiger die Brillenstärke wechseln müssen
- Wenn Sie einen jährlichen Augencheck bei der Augenärztin machen lassen – das ist auch ohne Symptome sinnvoll
Diagnose
Die Augenärztin oder der Augenarzt erkennt einen Grauen Star durch eine einfache und schmerzlose Untersuchung mit einer Spaltlampe (einem Mikroskop mit Licht). Dabei wird die Linse genau betrachtet.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung): wie scharf Sie auf verschiedene Entfernungen sehen
- Spaltlampenuntersuchung: die Linse wird unter Vergrößerung beurteilt
- Augendruckmessung (Tonometrie), um andere Augenkrankheiten auszuschließen
- Netzhautuntersuchung (Ophthalmoskopie), nachdem die Pupille mit Augentropfen erweitert wurde
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung dauert etwa 20–30 Minuten. Ihre Pupillen werden mit Tropfen geweitet, das kann einige Stunden lang zu Blendeffekten und unscharfem Sehen führen – bitte nicht selbst Auto fahren! Sie können die Ergebnisse gleich besprechen und hören, ob und wann eine Operation sinnvoll wäre.
Behandlung
Der Graue Star kann nur durch eine Operation behandelt werden. Es gibt keine Tropfen, Tabletten oder Übungen, die die Trübung rückgängig machen. Die Operation ist heute Routine, sicher und in den meisten Fällen sehr erfolgreich. Sie wird meist ambulant durchgeführt, das heißt, Sie können noch am selben Tag nach Hause.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf ausreichende Beleuchtung zu Hause, z.B. helles Licht beim Lesen
- Tragen Sie eine Sonnenbrille mit UV-Schutz, um Blendung zu reduzieren
- Verwenden Sie eine Lupe oder Großdruckbücher, um das Lesen zu erleichtern
- Passen Sie die Helligkeit von Bildschirmen an
- Vermeiden Sie Autofahren bei Nacht, wenn Sie stark geblendet werden
Medizinische Behandlungen
In frühen Stadien können stärkere Brillengläser vorübergehend helfen, die Sehschärfe zu verbessern. Sobald der Graue Star den Alltag wesentlich beeinträchtigt, ist die Operation die empfohlene Behandlung. Dabei wird die getrübte Linse zertrümmert (Phakoemulsifikation) und abgesaugt, und eine klare Kunstlinse (Intraokularlinse) eingesetzt. Die Operation dauert etwa 15–30 Minuten pro Auge und wird meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird empfohlen, wenn der Graue Star Ihre Lebensqualität merklich einschränkt, z.B. beim Autofahren, Lesen, Fernsehen oder bei der Arbeit. Sie ist kein Notfall, Sie können selbst entscheiden, wann der richtige Zeitpunkt ist. Bei fortgeschrittenem Grauen Star kann die natürliche Linse aushärten – dann ist eine Operation immer noch möglich, aber etwas aufwändiger.
Leben mit der Erkrankung
Solange Sie noch warten möchten oder auf die Operation warten, können Sie Ihren Alltag anpassen. Helles Licht, Lupen und spezielle Bildschirmeinstellungen helfen. Viele Menschen kommen mit einem Grauen Star noch lange gut zurecht. Nach einer Operation ist die Sehkraft meist schnell wiederhergestellt, und Sie können nach einer kurzen Erholungszeit wieder normal aktiv sein.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie regelmäßig eine Sonnenbrille mit UV-Schutz (auch im Winter)
- Verzichten Sie auf Rauchen – das verzögert das Fortschreiten
- Treiben Sie moderate Bewegung, um Durchblutung und allgemeine Gesundheit zu fördern
- Schlafen Sie ausreichend, um die Augen zu entlasten
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, reich an Antioxidantien (z.B. Vitamin C, Vitamin E, Lutein), kann die Augengesundheit unterstützen. Das kann man durch Lebensmittel wie Orangen, Paprika, Spinat, Grünkohl und Nüsse erreichen. Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum sollten vermieden werden. Bewegung an der frischen Luft ist gut, aber schützen Sie Ihre Augen vor intensiver Sonne.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Sehverlust kann belastend sein. Sie könnten sich frustriert oder unsicher fühlen, wenn Sie nicht mehr so gut sehen wie früher. Es ist normal, darauf mit Trauer oder Angst zu reagieren. Sprechen Sie mit Ihrer Familie oder Freunden. Die gute Nachricht: Die Behandlung (Operation) kann die Sehkraft wiederherstellen, daher ist der Graue Star in den meisten Fällen gut behandelbar.
Vorbeugung
Man kann Grauen Star nicht vollständig verhindern, aber das Risiko und die Geschwindigkeit des Fortschreitens lassen sich verringern: Nicht rauchen, UV-Schutzbrille tragen, Diabetes gut einstellen und auf ein gesundes Körpergewicht achten. Auch eine Ernährung mit vielen Antioxidantien kann helfen.
Früherkennungsprogramme
Ein regelmäßiger Augenarztbesuch (alle 1–2 Jahre ab dem 40. Lebensjahr) ist sinnvoll, um Veränderungen früh zu erkennen. Kinder sollten in den ersten Lebensmonaten und mit ca. 3 Jahren auf angeborenen Grauen Star untersucht werden (U-Untersuchungen beim Kinderarzt).
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung des betroffenen Auges
- Erhöhtes Sturzrisiko durch schlechteres Sehen
- Einschränkungen im Alltag, z.B. Fahruntauglichkeit, Lesen unmöglich
- Selten: ein fortgeschrittener Grauer Star kann die Linse verhärten und die Operation komplizierter machen
Langzeitprognose
Mit einer Operation wird die Sehkraft in den allermeisten Fällen wiederhergestellt – oft besser als zuvor. 95 % der Menschen sehen nach einer grauen Star Operation wieder gut. Die Operation ist sehr sicher. Ohne Behandlung schreitet der Graue Star langsam fort, aber er tut nicht weh. Die moderne Medizin kann Ihnen helfen, wieder klar zu sehen – Sie müssen sich nicht mit verschwommenem Sehen abfinden.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) ↗ · Deutschland
- Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.