Prostate Cancer
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Prostatakrebs ist eine bösartige Wucherung (Tumor) in der Vorsteherdrüse (Prostata). Die Prostata ist eine kleine Drüse bei Männern, die unterhalb der Blase sitzt und Flüssigkeit für die Samenflüssigkeit produziert. Bei Prostatakrebs vermehren sich Zellen unkontrolliert und können in benachbarte Gewebe einwachsen oder sich im Körper ausbreiten.
Wichtige Fakten
- Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland.
- Die meisten Prostatakrebse wachsen langsam und verursachen lange Zeit keine Beschwerden.
- Früh erkannt ist Prostatakrebs sehr gut behandelbar.
- Nicht jeder Prostatakrebs muss sofort behandelt werden – manchmal reicht eine aktive Überwachung.
Ja, Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jedes Jahr erkranken etwa 60.000 Männer neu. Das Risiko steigt mit dem Alter deutlich an.
Prostatakrebs betrifft fast ausschließlich Männer, vor allem im höheren Alter. Das Durchschnittsalter bei Diagnose liegt bei etwa 70 Jahren. Männer unter 50 Jahren sind selten betroffen. Auch Männer mit einer familiären Vorbelastung haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterleib oder Rücken
- Akuter Harnverhalt (kann gar nicht mehr urinieren)
- Plötzliche Lähmungserscheinungen in den Beinen
- ⚠Blut im Urin oder Sperma, das nicht von allein verschwindet
- ⚠Starke Schmerzen beim Wasserlassen
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust und Müdigkeit
Häufige Symptome
- Häufiger Harndrang, besonders nachts
- Schwacher oder unterbrochener Harnstrahl
- Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen
- Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
- Schmerzen im unteren Rücken, in den Hüften oder im Becken
- Erektionsstörungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern treten die Symptome oft erst spät auf oder werden mit Altersbeschwerden verwechselt.
- Auch ohne Symptome kann der Krebs fortgeschritten sein.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genauen Ursachen von Prostatakrebs sind nicht vollständig geklärt. Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der sich das Erbgut von Zellen in der Prostata verändert (Mutationen). Diese Veränderungen führen dazu, dass die Zellen unkontrolliert wachsen.
Risikofaktoren
- Alter: Das Risiko steigt ab 50 Jahren deutlich an.
- Familiäre Belastung: Wenn nahe Verwandte (Vater, Bruder) Prostatakrebs hatten, ist das Risiko erhöht.
- Ethnische Zugehörigkeit: Männer mit afrikanischer Abstammung haben ein höheres Risiko.
- Bestimmte Genveränderungen (z. B. BRCA-Mutationen).
- Ernährungsgewohnheiten (viel rotes Fleisch, wenig Gemüse) werden diskutiert, aber der Zusammenhang ist nicht eindeutig belegt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich keinen Urin mehr lassen können (akuter Harnverhalt).
- Wenn Sie starke Schmerzen im Becken oder Rücken haben, die nicht nachlassen.
- Wenn Sie Blut im Urin oder Sperma sehen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Ab dem 45. Lebensjahr haben Männer in Deutschland Anspruch auf eine jährliche Früherkennungsuntersuchung bei ihrem Hausarzt oder Urologen.
- Wenn Sie häufiger als früher zur Toilette müssen oder der Harnstrahl schwächer wird.
- Wenn Sie Schmerzen beim Wasserlassen oder Erektionsstörungen bemerken.
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem Gespräch über Ihre Beschwerden und einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt tastet die Prostata über den Enddarm ab (digitale rektale Untersuchung). Ein Bluttest misst den PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen). Bei Auffälligkeiten folgt meist eine MRT der Prostata und/oder eine Biopsie (Entnahme einer kleinen Gewebeprobe). Die endgültige Diagnose wird durch die feingewebliche Untersuchung der Biopsie gestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Digital-rektale Untersuchung (Tastbefund der Prostata)
- PSA-Bluttest (Bestimmung des prostataspezifischen Antigens)
- Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata
- Prostatabiopsie (Gewebeentnahme unter Ultraschallkontrolle)
- Bei Bedarf: Knochenszintigraphie oder CT zur Suche nach Metastasen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist gut auszuhalten. Die digitale rektale Untersuchung kann kurz unangenehm sein. Für die Biopsie erhalten Sie eine örtliche Betäubung. Nach der Biopsie kann es zu etwas Blut im Urin oder Sperma kommen – das ist normal und klingt ab. Die Ergebnisse besprechen Sie ausführlich mit Ihrem Urologen. Die Ärzte in Deutschland orientieren sich dabei an den Leitlinien der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Behandlung
Die Behandlung von Prostatakrebs hängt vom Stadium, der Aggressivität des Tumors, Ihrem Alter und Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand ab. Es gibt verschiedene Ansätze – von aktiver Überwachung („Active Surveillance“) über Strahlentherapie und Operation bis hin zu medikamentösen Therapien. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam die beste Strategie besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst und Gemüse, wenig rotem Fleisch und wenig Zucker.
- Bewegen Sie sich regelmäßig – das kann helfen, Nebenwirkungen der Behandlung zu mildern.
- Sprechen Sie offen über Ihre Ängste und Sorgen – auch mit Angehörigen oder einer Selbsthilfegruppe.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
- Nehmen Sie Ihre Kontrolltermine wahr.
Medizinische Behandlungen
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören die aktive Überwachung (regelmäßige Kontrollen ohne sofortige Therapie), Strahlentherapie (Bestrahlung), verschiedene Formen der Hormontherapie (die das Wachstum des Tumors bremst) und Chemotherapie. Auch neue Ansätze wie die Immuntherapie kommen zum Einsatz. Die Wahl der Behandlung richtet sich nach dem individuellen Befund und wird mit dem behandelnden Urologen oder Onkologen besprochen. Medikamente werden niemals ohne ärztliche Verordnung eingenommen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (radikale Prostatektomie) kann empfohlen werden, wenn der Krebs auf die Prostata begrenzt ist und Sie fit genug für einen Eingriff sind. Dabei werden die komplette Prostata und die angrenzenden Samenbläschen entfernt. Ob eine Operation infrage kommt, hängt von Ihrem Gesundheitszustand und den Tumorcharakteristika ab. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die möglichen Folgen (z. B. Inkontinenz oder Erektionsstörungen).
Leben mit der Erkrankung
Viele Männer leben nach der Behandlung lange beschwerdefrei oder mit gut beherrschbaren Nebenwirkungen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig. Bei anhaltenden Problemen wie Inkontinenz oder Potenzstörungen gibt es Unterstützung durch Beckenbodentraining, Medikamente oder Hilfsmittel. Lassen Sie sich nicht entmutigen – viele Betroffene gewöhnen sich an die neue Situation und führen ein erfülltes Leben.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Mindestens 30 Minuten moderate Aktivität pro Tag (Spazierengehen, Radfahren, Schwimmen).
- Ernährung: Viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte; Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl oder Fisch) können entzündungshemmend wirken.
- Entspannung: Stressabbau durch Meditation, Yoga oder Hobbys.
- Sexualität: Suchen Sie offen das Gespräch mit Ihrer Partnerin/Ihrem Partner und bei Bedarf mit einem Sexualmediziner.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung können das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen und die Lebensqualität verbessern. Empfohlen wird eine mediterrane Kost mit viel Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen und hochwertigen Ölen. Verzichten Sie auf stark verarbeitete Lebensmittel und zu viel Zucker. Körperliche Aktivität hilft außerdem, Müdigkeit und depressive Verstimmungen zu reduzieren.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose Krebs belastet psychisch sehr. Viele Männer haben Angst vor dem Fortschreiten der Krankheit, vor Nebenwirkungen oder vor dem Verlust der Männlichkeit. Depressive Verstimmungen sind häufig. Es ist wichtig, diese Gefühle ernst zu nehmen. Psychoonkologische Beratung (psychologische Unterstützung bei Krebs) kann sehr helfen. Auch Selbsthilfegruppen bieten Austausch auf Augenhöhe.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gegen Prostatakrebs gibt es nicht. Aber ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, regelmäßiger Bewegung und Verzicht auf Rauchen kann das Risiko senken. Diskutiert wird auch der Einfluss bestimmter Nährstoffe (z. B. Lycopin aus Tomaten), aber die Studienlage ist nicht eindeutig. Wichtig sind die Früherkennungsuntersuchungen.
Früherkennungsprogramme
In Deutschland haben Männer ab 45 Jahren Anspruch auf eine jährliche Tastuntersuchung der Prostata. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten. Der PSA-Test ist keine Pflichtleistung, aber Männer können ihn nach ärztlicher Aufklärung selbst zahlen oder im Rahmen der individuellen Gesundheitsleistung (IGeL) durchführen lassen. Die Früherkennung kann helfen, Krebs in einem frühen Stadium zu entdecken. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Nutzen und Risiken der verschiedenen Tests.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreiten des Tumors und Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen), vor allem in Knochen und Lymphknoten.
- Knochenschmerzen und Brüche durch Knochenmetastasen.
- Harnstauung oder Nierenversagen durch Verengung der Harnwege.
- Verschlechterung des Allgemeinzustands und Gewichtsverlust (Kachexie).
Langzeitprognose
Die Heilungschancen bei Prostatakrebs sind insgesamt sehr gut, vor allem wenn er früh erkannt wird. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt in Deutschland bei über 90 %. Auch bei fortgeschrittener Erkrankung stehen moderne Therapien zur Verfügung, die das Leben verlängern und die Lebensqualität erhalten können. Jeder Fall ist anders – lassen Sie sich von Ihrem Arzt individuell beraten. Es gibt Grund zur Hoffnung.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Krebshilfe – Beratung und Hilfe ↗ · Deutschland
- Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.