Grauer Star in der Schwangerschaft: Was Sie wissen sollten
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Grauer Star (auch Katarakt genannt) ist eine Trübung der Augenlinse. Das Auge wird dadurch wie durch einen grauen Schleier sehen. In der Schwangerschaft kann sich ein Grauer Star entwickeln oder ein bereits bestehender sich verändern. Meistens ist das harmlos, aber manchmal muss der Augenarzt die Sehkraft prüfen.
Wichtige Fakten
- Grauer Star in der Schwangerschaft ist selten, aber möglich.
- Hormonelle Veränderungen können die Augenlinse beeinflussen.
- Die meisten Fälle erfordern keine Behandlung während der Schwangerschaft.
- Nach der Geburt kann der Graue Star meist problemlos operiert werden.
Nein, Grauer Star in der Schwangerschaft ist eher selten. Leichte Sehveränderungen kommen bei vielen Schwangeren vor, ein echter Grauer Star tritt aber nur bei wenigen auf.
Grauer Star kann jede schwangere Frau treffen, besonders aber Frauen mit Risikofaktoren wie Diabetes, hohem Blutdruck oder einer bestehenden Augenerkrankung. Auch Frauen, die Kortison-Präparate einnehmen müssen, haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust – Sie sehen plötzlich schlechter oder gar nichts mehr auf einem Auge
- Starke Augenschmerzen, die in den Kopf ausstrahlen
- Rotes Auge mit Übelkeit oder Erbrechen (kann auf einen Glaukomanfall hinweisen)
- ⚠Wenn Sie einen Schleier oder Schatten vor einem Auge bemerken, der nicht wieder verschwindet
- ⚠Wenn Sie doppelt sehen oder die Sehschwäche innerhalb weniger Tage stark zunimmt
Häufige Symptome
- Verschwommenes oder unscharfes Sehen
- Lichtempfindlichkeit oder Blendung durch Sonne oder Scheinwerfer
- Farben wirken blasser oder verändert
- Doppelbilder auf einem Auge
- Häufiger Wechsel der Brillenstärke notwendig
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen sind Katarakte altersbedingt typisch. In der Schwangerschaft trifft das aber eher jüngere Frauen, daher sind Alterskatarakte hier selten.
Ursachen
Hauptursachen
- Veränderungen des Hormonhaushalts in der Schwangerschaft – die Augenlinse kann dadurch Flüssigkeit einlagern und trübe werden
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes, die während der Schwangerschaft (Schwangerschaftsdiabetes) auftreten können
- Entzündungen im Auge oder Verletzungen
- Langzeit-Einnahme von Kortison (z. B. bei schwerem Asthma oder Rheuma)
Risikofaktoren
- Diabetes (auch Schwangerschaftsdiabetes)
- Hoher Blutdruck
- Frühere Augenoperationen oder -verletzungen
- Rauchen oder starker Alkoholkonsum vor der Schwangerschaft
- Übergewicht und ungesunde Ernährung
- Alter über 40 Jahre (auch in der Schwangerschaft möglich)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Sehverschlechterung oder Schmerzen am Auge
- Wenn Sie einen Schatten oder Schleier im Gesichtsfeld bemerken
- Wenn Sie doppelt sehen oder plötzlich Lichtblitze wahrnehmen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie merken, dass Ihre Sehkraft langsamer nachlässt, z. B. Sie brauchen helleres Licht zum Lesen
- Wenn Sie häufiger die Brille wechseln müssen
- Im Rahmen der regulären Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt, besonders bei Risikofaktoren
Diagnose
Der Augenarzt untersucht Ihre Augen mit einer speziellen Lampe (Spaltlampe). Dabei schaut er durch ein Mikroskop auf Ihre Augenlinse. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Er wird auch Ihre Sehschärfe testen.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest (Visusbestimmung) – Sie lesen Buchstaben oder Zeichen auf einer Tafel
- Spaltlampenuntersuchung – der Arzt sieht die Trübung der Linse deutlich
- Augeninnendruckmessung – um andere Augenkrankheiten auszuschließen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie sitzen an einem Gerät, legen Ihr Kinn auf eine Stütze und schauen geradeaus. Der Arzt leuchtet Ihnen mit einer Lampe ins Auge. Es kann etwas grell sein, tut aber nicht weh. Nach der Untersuchung können Sie gleich wieder nach Hause gehen.
Behandlung
In der Schwangerschaft wird ein Grauer Star meist nicht behandelt, weil eine Operation Risiken für das ungeborene Kind mit sich bringen würde. Die Ärzte beobachten die Entwicklung und entscheiden nach der Geburt, ob eine Operation nötig ist. In seltenen Fällen, wenn die Sehkraft sehr schlecht ist, kann eine Operation unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen.
Selbsthilfe zu Hause
- Tragen Sie eine Sonnenbrille, um Blendung zu vermeiden
- Sorgen Sie für gute Beleuchtung beim Lesen oder Arbeiten
- Verwenden Sie eine Brille mit korrekter Stärke – lassen Sie die Sehstärke regelmäßig prüfen
- Vermeiden Sie Autofahren bei Dunkelheit, wenn Sie stark geblendet werden
Medizinische Behandlungen
Es gibt keine Medikamente, die einen Grauen Star auflösen könnten. Die einzige wirksame Behandlung ist eine Operation, bei der die getrübte Linse entfernt und durch eine künstliche Linse ersetzt wird. Diese Operation wird während der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen durchgeführt, meist nach der Geburt. Ihr Augenarzt wird mit Ihnen gemeinsam den besten Zeitpunkt besprechen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist erst nach der Schwangerschaft geplant, wenn die Sehbeeinträchtigung den Alltag stark einschränkt. Bei sehr dringenden Fällen (z. B. wenn ein Glaukom droht) kann der Eingriff auch während der Schwangerschaft erfolgen. Dann wird das Kind vorher gründlich überwacht.
Leben mit der Erkrankung
Solange der Graue Star noch nicht stark fortgeschritten ist, können Sie fast alles wie gewohnt tun. Achten Sie nur auf ausreichend Licht und vermeiden Sie starke Blendung. Wenn die Sehkraft nachlässt, sollten Sie besonders vorsichtig im Straßenverkehr sein – vor allem bei Nacht.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Augenkontrollen beim Augenarzt alle 6–12 Monate
- Gesunde Ernährung mit viel Gemüse und Obst – das unterstützt die allgemeine Augengesundheit
- Ausreichend Schlaf und Ruhepausen für die Augen
- Nicht rauchen und Alkohol meiden (das ist in der Schwangerschaft ohnehin empfohlen)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Vitaminen (wie Vitamin C und E) kann die Augengesundheit fördern. Fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Hebamme nach passenden Empfehlungen für die Schwangerschaft. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist gut, aber vermeiden Sie Sport, bei dem Sie stürzen könnten, wenn die Sicht unscharf ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Sehverschlechterung kann Angst machen, besonders in der Schwangerschaft, wenn Sie schon viele andere Sorgen haben. Es ist wichtig, mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Falls die Belastung zu groß wird, suchen Sie Unterstützung bei einer psychologischen Beratungsstelle – auch für werdende Mütter gibt es Angebote.
Vorbeugung
Nicht jeder Graue Star ist vermeidbar. Aber Sie können Ihr Risiko senken, indem Sie zum Beispiel Ihren Blutzucker gut einstellen (bei Diabetes), auf eine gesunde Ernährung achten und Rauchen vermeiden. Auch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, Probleme früh zu erkennen.
Früherkennungsprogramme
Routinemäßige Augenuntersuchungen sind bei Schwangeren nicht extra vorgesehen. Wenn Sie aber Risikofaktoren haben (z. B. Diabetes), sollte der Augenarzt Sie im ersten Schwangerschaftsdrittel sehen und dann bei Bedarf weiterbetreuen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Fortschreitende Sehverschlechterung, die den Alltag erschwert
- Erhöhtes Sturz- und Unfallrisiko
- In sehr seltenen Fällen kann der Graue Star zu einem Glaukom (grüner Star) führen – das ist ein Notfall
Langzeitprognose
Die allermeisten Frauen mit Grauem Star in der Schwangerschaft haben eine gute Prognose. Nach der Geburt kann der Star problemlos operiert werden, falls nötig. Die künstliche Linse sorgt dann für klares Sehen. Wichtig ist die enge Zusammenarbeit mit Ihren Ärzten – dann steht einer gesunden Schwangerschaft und guter Sehkraft nichts im Weg.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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