Cellulitis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Cellulitis ist eine bakterielle Infektion der tieferen Hautschichten. Sie entsteht, wenn Bakterien durch eine kleine Verletzung in die Haut eindringen und sich dort ausbreiten. Cellulitis ist nicht ansteckend.
Wichtige Fakten
- Cellulitis wird meist durch Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken verursacht.
- Die Infektion tritt am häufigsten an den Beinen auf, kann aber überall am Körper vorkommen.
- Eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden.
Cellulitis ist eine relativ häufige Hautinfektion. Jedes Jahr erkranken viele Menschen daran, vor allem Erwachsene.
Cellulitis kann jeden treffen, aber bestimmte Menschen haben ein höheres Risiko, darunter Personen mit Diabetes, geschwächtem Immunsystem, Durchblutungsstörungen oder chronischen Hauterkrankungen wie Ekzemen.
Symptome
- Schnell wachsende Rötung oder Schwellung innerhalb von Stunden
- Sehr hohes Fieber über 39 °C oder Schüttelfrost
- Starke Schmerzen, die nicht nachlassen
- Verwirrtheit oder Bewusstseinsveränderungen
- Atembeschwerden oder Herzrasen
- ⚠Rötung, die sich trotz Behandlung ausbreitet
- ⚠Fieber, das länger als 24 Stunden anhält
- ⚠Starke Schwellung, die das Gehen oder Bewegen erschwert
Häufige Symptome
- Rötung und Schwellung der Haut, die sich schnell ausbreiten
- Die betroffene Stelle fühlt sich warm an
- Schmerzen oder Druckempfindlichkeit
- Fieber und Schüttelfrost
- Blasenbildung auf der Haut
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern kann Cellulitis oft im Gesicht oder an den Armen und Beinen auftreten
- Kinder können sehr unruhig oder müde wirken
- Möglicherweise hohes Fieber und schnelle Ausbreitung der Rötung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Symptome weniger deutlich sein
- Verwirrtheit oder Benommenheit können auftreten, auch ohne starke Hautveränderungen
- Die Infektion kann sich schneller verschlechtern
Ursachen
Hauptursachen
- Bakterien (meist Streptokokken oder Staphylokokken) dringen durch eine offene Stelle in die Haut ein – zum Beispiel durch einen Schnitt, Insektenstich, Schürfwunde oder rissige Haut.
- Die Bakterien vermehren sich in der tieferen Hautschicht und verursachen eine Entzündung.
Risikofaktoren
- Diabetes
- Durchblutungsstörungen (z. B. Venenschwäche oder Lymphödem)
- Geschwächtes Immunsystem (durch Krankheiten oder Medikamente)
- Hauterkrankungen wie Ekzeme, Pilzinfektionen oder Nagelpilz
- Übergewicht
- Alte Narben oder chronische Wunden
- Injektionen von Drogen oder Medikamenten unter die Haut
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer schweren Infektion (hohes Fieber, schnelle Ausbreitung, starke Schmerzen) sofort die 112 wählen oder in die Notaufnahme gehen.
- Wenn Sie bereits in Behandlung sind und es wird schlimmer, suchen Sie noch am selben Tag einen Arzt auf.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei ersten Anzeichen einer Hautinfektion wie Rötung, Schwellung und Wärmegefühl einen Arzttermin innerhalb von 1–2 Tagen vereinbaren.
- Wenn Sie Risikofaktoren haben (z. B. Diabetes), suchen Sie früher ärztlichen Rat.
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine körperliche Untersuchung gestellt. Der Arzt begutachtet die betroffene Hautstelle, tastet die Schwellung und prüft auf Fieber oder geschwollene Lymphknoten.
Mögliche Untersuchungen
- Blutuntersuchung (z. B. Entzündungswerte wie CRP und Leukozyten)
- Bei Bedarf wird eine kleine Wundabstrichprobe entnommen, um den genauen Keim zu bestimmen
- In seltenen Fällen eine Ultraschalluntersuchung, um Abszesse (Eiteransammlungen) zu erkennen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird die Rötung oft mit einem Stift markieren, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Bei einer leichten Cellulitis können Sie nach der Diagnose in der Regel nach Hause gehen. Bei schwereren Fällen ist eine Behandlung im Krankenhaus nötig. Die Behandlung erfolgt gemäß der AWMF-Leitlinie für Haut- und Weichteilinfektionen.
Behandlung
Cellulitis wird mit Antibiotika behandelt. Diese können als Tablette oder bei schwereren Infektionen als Infusion im Krankenhaus gegeben werden. Zusätzlich wird die betroffene Stelle ruhiggestellt und hochgelagert.
Selbsthilfe zu Hause
- Lagern Sie das betroffene Bein oder den Arm hoch, um die Schwellung zu verringern
- Kühlen Sie die Stelle mehrmals täglich mit einem feuchten Tuch oder Kühlpack
- Trinken Sie ausreichend und schonen Sie sich
- Achten Sie auf eine gute Hygiene und reinigen Sie kleine Wunden sorgfältig
Medizinische Behandlungen
Die Behandlung besteht aus Antibiotika, die oral (als Tablette) oder intravenös (über eine Infusion) verabreicht werden. Die Wahl des Antibiotikums richtet sich nach dem vermuteten oder nachgewiesenen Erreger. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 5 bis 10 Tage, kann aber je nach Schweregrad länger sein. Bei Fieber oder schneller Ausbreitung ist meist eine stationäre Behandlung notwendig. Eine genaue Anleitung gibt Ihr Arzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn sich ein Abszess (Eiteransammlung) gebildet hat, muss dieser manchmal operativ eröffnet und entleert werden. Das geschieht unter örtlicher Betäubung oder kurzzeitiger Vollnarkose.
Leben mit der Erkrankung
Während der Behandlung sollten Sie die betroffene Stelle schonen und nicht belasten. In den meisten Fällen bessert sich die Infektion innerhalb von 48–72 Stunden nach Beginn der Antibiotika deutlich. Halten Sie die Haut sauber und trocken, und vermeiden Sie enge Kleidung oder Verbände, die die Stelle reizen.
Tipps für den Alltag
- Kontrollieren Sie Ihre Haut regelmäßig auf Rötungen, Schwellungen oder kleine Verletzungen
- Behandeln Sie Hautpilz oder Ekzeme frühzeitig
- Wenn Sie Diabetes haben, achten Sie auf einen guten Blutzucker
- Vermeiden Sie Kratzen bei Insektenstichen oder Hautreizungen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt Ihr Immunsystem. Nach Abklingen der Infektion können Sie wieder Sport treiben, beginnen Sie langsam und achten Sie auf die Haut. Bewegung fördert die Durchblutung und kann helfen, erneuten Infektionen vorzubeugen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Cellulitis kann beängstigend sein, besonders wenn sie schnell fortschreitet oder wiederkehrt. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Ängste. Bei anhaltenden Belastungen kann psychologische Unterstützung helfen.
Vorbeugung
Ja, Sie können das Risiko einer Cellulitis senken, indem Sie Hautverletzungen sofort reinigen und mit einem Pflaster abdecken. Behandeln Sie rissige Haut mit Feuchtigkeitscreme und vermeiden Sie übermäßiges Kratzen. Kontrollieren Sie Ihre Füße regelmäßig, besonders bei Diabetes.
Impfungen
Es gibt keine spezielle Impfung gegen Cellulitis. Allerdings können Impfungen gegen bestimmte Bakterien (z. B. Pneumokokken) bei Menschen mit erhöhtem Risiko empfohlen werden. Fragen Sie Ihren Arzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein Routine-Screening. Wenn Sie bereits eine Cellulitis hatten, kann Ihr Arzt vorbeugende Maßnahmen besprechen, wie z. B. eine antibiotische Salbe bei wiederkehrenden Infektionen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ausbreitung der Infektion ins Blut (Sepsis) – lebensbedrohlich
- Abszessbildung (Eiteransammlung)
- Beeinträchtigung der Lymphgefäße (Lymphödem)
- Wiederkehrende Cellulitis-Episoden
- Hautabsterben (Nekrose) in seltenen Fällen
Langzeitprognose
Bei rechtzeitiger Behandlung heilt Cellulitis in der Regel vollständig ab, oft innerhalb von einer Woche. Bleibende Schäden sind selten. Bei wiederholten Infektionen sind vorbeugende Maßnahmen wichtig. Die Prognose ist sehr gut, besonders wenn Sie auf Warnsignale achten und früh reagieren.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.