Chills in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Schüttelfrost ist ein plötzliches Kältegefühl mit starkem Zittern, das oft mit Fieber einhergeht. Bei älteren Menschen kann Schüttelfrost ein wichtiges Warnsignal für eine Infektion sein.
Wichtige Fakten
- Schüttelfrost ist keine Krankheit, sondern ein Symptom – meist von Fieber oder einer Infektion.
- Bei älteren Menschen kann Schüttelfrost auch ohne messbares Fieber auftreten.
- Schüttelfrost kann auf ernste Infektionen wie Harnwegsinfektionen, Lungenentzündung oder Blutvergiftung hinweisen.
- Suchen Sie bei Schüttelfrost mit Verwirrtheit, Schwäche oder schnellem Puls sofort ärztliche Hilfe (Notruf 112).
Schüttelfrost kommt bei älteren Menschen seltener vor als bei jüngeren, weil das Immunsystem anders reagiert. Wenn er auftritt, deutet er jedoch oft auf eine ernstere Erkrankung hin.
Schüttelfrost betrifft alle älteren Menschen, besonders aber Personen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Krankheiten (wie Diabetes, Herz-Lungen-Erkrankungen) oder nach Operationen.
Symptome
- Schüttelfrost mit Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust
- Schüttelfrost mit Atemnot
- Schüttelfrost mit sehr hohem Fieber (über 39,5 °C) oder starkem Schwächegefühl
- Schüttelfrost nach einer Operation oder bei bekannter Krebserkrankung
- ⚠Schüttelfrost, der länger als 30 Minuten anhält
- ⚠Schüttelfrost mit Schmerzen beim Wasserlassen oder Rückenschmerzen
- ⚠Schüttelfrost mit Durchfall oder Erbrechen
- ⚠Schüttelfrost, der nach Hitzeeinwirkung (z. B. Sauna) auftritt
Häufige Symptome
- plötzliches Kältegefühl
- starkes Zittern oder Schütteln des Körpers
- Gänsehaut
- Kältegefühl trotz warmer Umgebung
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Schüttelfrost ohne Fieber (oder nur leicht erhöhte Temperatur)
- Verwirrtheit oder Desorientierung
- starke Müdigkeit oder Schwäche
- schneller Puls oder niedriger Blutdruck
- Anzeichen einer Infektion (z. B. schmerzhaftes Wasserlassen, Husten, Durchfall)
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen (z. B. Harnwegsinfektion, Lungenentzündung, Grippe, COVID-19)
- Bakterien im Blut (Blutvergiftung / Sepsis)
- Medikamente (z. B. nach Impfung oder als Nebenwirkung)
- Unterkühlung (Hypothermie)
- Schilddrüsenüberfunktion oder andere hormonelle Störungen
Risikofaktoren
- Alter über 75 Jahre
- geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Krankheit oder Medikamente)
- chronische Erkrankungen (Diabetes, Nierenschwäche, Herzkrankheit)
- Krankenhausaufenthalt oder Pflegeheimbewohnen
- Katheter oder Wunden
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Schüttelfrost mit Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörungen
- Schüttelfrost mit Atemnot oder bläulicher Haut
- Schüttelfrost mit sehr hohem Fieber (über 39,5 °C)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Schüttelfrost, der nach einem Tag nicht besser wird
- Schüttelfrost ohne erkennbare Ursache (z. B. ohne Fieber oder Infektion)
- wiederholter Schüttelfrost über mehrere Tage
Diagnose
Der Arzt fragt nach Ihren Symptomen und untersucht Sie. Er misst Fieber, Puls und Blutdruck. Wichtig ist, die Ursache des Schüttelfrosts zu finden.
Mögliche Untersuchungen
- Körpertemperatur messen (rektal oder im Ohr)
- Bluttest (Entzündungswerte, Blutkultur)
- Urintest (auf Harnwegsinfektion)
- Brustkorb-Röntgen (bei Verdacht auf Lungenentzündung)
- Weitere Tests je nach Verdacht
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Sie nach Ihren Beschwerden und möglichen Infektionen fragen. Die Untersuchung ist schmerzfrei. Wenn nötig, werden Sie ins Krankenhaus überwiesen – besonders bei Zeichen einer Sepsis.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Steckt eine Infektion dahinter, wird sie behandelt. Schüttelfrost selbst wird durch Wärme und Ruhe gelindert.
Selbsthilfe zu Hause
- Warm anziehen und zugedeckt bleiben
- Viel trinken (Wasser, Kräutertee)
- Bei Fieber: Wadenwickel mit lauwarmem Wasser (nicht kalt)
- Ruhen und Kräfte schonen
Medizinische Behandlungen
Bei einer bakteriellen Infektion wird Ihr Arzt Ihnen ein Antibiotikum verschreiben (nach Erregerbestimmung). Bei Virusinfektionen können Medikamente gegen das Virus zum Einsatz kommen. Bei Blutvergiftung ist eine sofortige Behandlung im Krankenhaus nötig – unter anderem mit Infusionen und Medikamenten zur Kreislaufunterstützung. Wichtig: Nehmen Sie nie eigenmächtig fiebersenkende Mittel ein, ohne ärztlichen Rat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei schweren Infektionen wie einem Abszess (Eiteransammlung) kann ein kleiner chirurgischer Eingriff nötig sein – dies entscheidet der Arzt im Krankenhaus.
Leben mit der Erkrankung
Nach einer überstandenen Infektion mit Schüttelfrost sollten Sie sich schonen und ausreichend schlafen. Achten Sie auf Wärme und vermeiden Sie Zugluft. Messen Sie regelmäßig Ihre Temperatur, um mögliches Fieber früh zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßig Hände waschen – das schützt vor Ansteckung
- Ausreichend trinken (mindestens 1,5 Liter pro Tag)
- Bewegung an der frischen Luft, aber nicht bei Kälte oder Nässe
- Impfungen auffrischen (Grippe, Pneumokokken, COVID-19 – nach Rücksprache mit dem Hausarzt)
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem: viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und Eiweiß. Leichte Bewegung wie Spazierengehen aktiviert den Kreislauf – aber nur, wenn Sie gesund sind.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Schüttelfrost kann Angst machen, besonders wenn er plötzlich und heftig auftritt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einem Vertrauten über Ihre Sorgen. Bei anhaltender Ängstlichkeit fragen Sie Ihren Hausarzt nach Unterstützungsmöglichkeiten.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Achten Sie auf ausreichende Kleidung bei Kälte, vermeiden Sie Zugluft und waschen Sie regelmäßig Ihre Hände. Lassen Sie sich impfen – besonders gegen Grippe und Pneumokokken (Pneumokokken-Impfstoff) – nach Rücksprache mit Ihrem Hausarzt.
Impfungen
Lassen Sie sich gegen Grippe, Pneumokokken und COVID-19 impfen. Diese Impfungen sind für ältere Menschen besonders wichtig und werden von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
Früherkennungsprogramme
Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutzucker und Nierenwerte kontrollieren – chronische Erkrankungen erhöhen das Infektionsrisiko.
Komplikationen
Unbehandelt
- Schwere Infektion kann sich ausbreiten (z. B. von Harnwegsinfektion zur Blutvergiftung / Sepsis)
- Organversagen (Nieren, Lunge, Herz)
- Verwirrtheit und dauerhafte geistige Einschränkungen
- Kreislaufversagen und lebensbedrohliche Zustände
Langzeitprognose
Bei rechtzeitiger Behandlung klingen die meisten Infektionen mit Schüttelfrost gut ab. Menschen über 65 haben ein erhöhtes Risiko für Komplikationen, aber die moderne Medizin kann viele Fälle erfolgreich behandeln. Wichtig ist, Warnsignale ernst zu nehmen und früh ärztliche Hilfe zu suchen.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 16. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.