Chlamydia overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Chlamydien-Infektion ist eine sexuell übertragbare Infektion (STI). Das bedeutet, sie wird durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Ausgelöst wird sie durch Bakterien (Chlamydia trachomatis). Viele Menschen merken gar nichts von der Infektion – dabei kann sie langfristig Schäden verursachen, wenn sie nicht behandelt wird.
Wichtige Fakten
- Chlamydien sind sehr häufig und betreffen vor allem junge Menschen unter 25 Jahren.
- Die Infektion verläuft oft ohne Symptome, wird aber leicht mit Antibiotika behandelt.
- Unbehandelt kann sie bei Frauen zu Unfruchtbarkeit und bei Männern zu Nebenhodenentzündungen führen.
Ja, Chlamydien sind die häufigste sexuell übertragbare bakterielle Infektion in Deutschland. Schätzungen zufolge stecken sich jedes Jahr mehrere Hunderttausend Menschen neu an.
Chlamydien können jeden treffen, der ungeschützten Geschlechtsverkehr hat. Besonders betroffen sind sexuell aktive Menschen unter 25 Jahren. Aber auch ältere Erwachsene können sich anstecken – vor allem, wenn sie häufig den Partner oder die Partnerin wechseln.
Symptome
- Starke Schmerzen im Unterleib oder in den Hoden.
- Hohes Fieber mit Schüttelfrost.
- Übelkeit und Erbrechen, die nicht aufhören.
- Plötzliche, starke Schmerzen im Beckenbereich – besonders bei Frauen (Verdacht auf Eileiterschwangerschaft oder Blinddarmentzündung).
- ⚠Anhaltende Schmerzen beim Wasserlassen oder ungewöhnlicher Ausfluss, der nicht besser wird.
- ⚠Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr bei Frauen.
- ⚠Schwellung oder Rötung an den Geschlechtsteilen.
Häufige Symptome
- Viele Menschen haben gar keine Beschwerden.
- Bei Frauen: Ausfluss aus der Scheide, Schmerzen beim Wasserlassen, Blutungen zwischen den Perioden oder nach dem Geschlechtsverkehr.
- Bei Männern: Ausfluss aus der Harnröhre, Brennen beim Wasserlassen, Schwellung oder Schmerzen in den Hoden.
- Schmerzen im Unterbauch oder beim Geschlechtsverkehr.
Symptome bei Kindern
- Chlamydien bei Kindern sind selten. Sie können bei der Geburt von der Mutter auf das Kind übertragen werden und dann eine Augenbindehautentzündung oder Lungenentzündung verursachen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Auch bei älteren Erwachsenen verläuft die Infektion oft ohne Symptome. Mögliche Anzeichen sind ungewöhnlicher Ausfluss oder Schmerzen beim Wasserlassen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Infektion wird durch das Bakterium Chlamydia trachomatis verursacht.
- Übertragung erfolgt durch ungeschützten Vaginal-, Anal- oder Oralverkehr.
- Auch von der Mutter auf das Neugeborene während der Geburt möglich.
Risikofaktoren
- Ungeschützter Geschlechtsverkehr (ohne Kondom).
- Häufig wechselnde Sexualpartner.
- Junges Alter (unter 25 Jahren).
- Frühere oder andere sexuell übertragbare Infektionen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie starke Schmerzen im Unterbauch oder in den Hoden haben.
- Wenn Sie Fieber und Schüttelfrost bekommen.
- Wenn Sie eine Schwangerschaft vermuten und solche Symptome haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie Symptome wie Ausfluss oder Brennen beim Wasserlassen bemerken.
- Wenn Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner hatten – auch ohne Symptome.
- Wenn Sie wissen, dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin Chlamydien hat.
- Einmal jährlich für sexuell aktive Menschen unter 25 Jahren – im Rahmen der kostenlosen Vorsorge.
Diagnose
Die Diagnose wird durch einen einfachen Test gestellt. Meist wird eine Urinprobe oder ein Abstrich aus der Harnröhre, dem Gebärmutterhals oder dem After genommen.
Mögliche Untersuchungen
- Urinuntersuchung (bei Männern und Frauen).
- Abstrich bei Frauen: vom Gebärmutterhals (wie beim Pap-Abstrich) oder aus der Scheide.
- Abstrich bei Männern: aus der Harnröhre.
- Bei Analverkehr oder Oralverkehr kann auch ein Abstrich aus dem After oder Rachen gemacht werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Test ist schnell und fast schmerzfrei. Die Probe wird ins Labor geschickt, das Ergebnis liegt meist nach ein paar Tagen vor. Wenn Sie positiv getestet werden, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärztin mit Ihnen über die Behandlung sprechen. Es ist wichtig, dass auch Ihr Partner oder Ihre Partnerin getestet und behandelt wird, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
Behandlung
Chlamydien werden mit Antibiotika behandelt. Das sind Medikamente, die Bakterien abtöten. Die Behandlung ist einfach und in den meisten Fällen erfolgreich.
Selbsthilfe zu Hause
- Nehmen Sie das verordnete Antibiotikum genau nach Anweisung ein – auch wenn die Symptome vorher verschwinden.
- Meiden Sie während der Behandlung und bis zur vollständigen Heilung Geschlechtsverkehr (auch mit Kondom), um eine Ansteckung zu vermeiden.
- Informieren Sie Ihren Partner oder Ihre Partnerin, damit auch er oder sie sich behandeln lassen kann.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Ihnen ein Antibiotikum verschreiben, das Sie meist als Tablette einnehmen. Die Therapie dauert in der Regel 7 Tage oder es kann eine Einmaldosis gegeben werden. Wichtig: Vermeiden Sie Geschlechtsverkehr, bis die Behandlung abgeschlossen ist und der Arzt oder die Ärztin die Heilung bestätigt hat.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei Chlamydien in der Regel nicht nötig. Nur wenn es zu schweren Komplikationen wie einem Eileiterabszess oder einer sehr starken Entzündung kommt, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein. Das ist aber sehr selten.
Leben mit der Erkrankung
Solange Sie in Behandlung sind, sollten Sie keinen Geschlechtsverkehr haben. Das gilt auch für Oral- und Analverkehr. Nach abgeschlossener Behandlung sind Sie wieder vollständig gesund und können Ihr normales Leben führen.
Tipps für den Alltag
- Verwenden Sie beim Sex immer Kondome, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.
- Lassen Sie sich regelmäßig auf STI testen, wenn Sie häufig den Partner wechseln.
- Vermeiden Sie Alkohol während der Antibiotika-Einnahme, da dies die Wirkung beeinträchtigen kann (fragen Sie Ihren Arzt).
Ernährung und Bewegung
Es gibt keine besonderen Ernährungs- oder Bewegungsregeln. Eine gesunde Ernährung und ausreichend Schlaf unterstützen Ihr Immunsystem. Sie können normal Sport treiben, wenn Sie sich wohl fühlen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Chlamydien-Infektion kann emotional belastend sein – besonders wegen des Stigmas, das sexuell übertragbaren Infektionen anhaftet. Es ist normal, sich verunsichert oder beschämt zu fühlen. Denken Sie daran: Die Infektion ist häufig, behandelbar und sagt nichts über Ihren Charakter aus. Bei anhaltenden Sorgen können Sie mit Ihrem Arzt oder einer Beratungsstelle sprechen.
Vorbeugung
Ja, Sie können sich zuverlässig schützen, indem Sie beim Geschlechtsverkehr immer Kondome verwenden (auch beim Oral- und Analverkehr). Der sicherste Schutz ist, Geschlechtsverkehr nur in einer gegenseitig treuen Beziehung zu haben, in der beide Partner negativ getestet sind.
Impfungen
Es gibt derzeit keine Impfung gegen Chlamydien.
Früherkennungsprogramme
Für Frauen unter 25 Jahren wird einmal jährlich ein kostenloser Chlamydien-Test im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt angeboten. Für andere Altersgruppen und Männer wird das Screening nicht routinemäßig übernommen, kann aber auf Wunsch selbst bezahlt werden. Fragen Sie Ihren Arzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Bei Frauen: Aufsteigende Infektionen der Eileiter und Eierstöcke (Pelvine Entzündungskrankheit, PID), die zu Vernarbungen und Unfruchtbarkeit führen können.
- Erhöhtes Risiko für eine Eileiterschwangerschaft (lebensbedrohlich).
- Bei Männern: Nebenhodenentzündung (Epididymitis), die ebenfalls die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann.
- Bei beiden Geschlechtern: Reaktive Arthritis (Gelenkentzündung) – sehr selten.
- Während der Schwangerschaft: Frühgeburt oder Übertragung auf das Neugeborene (Augen- oder Lungenentzündung).
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Chlamydien sind mit einer einfachen Antibiotika-Behandlung vollständig heilbar. Werden sie früh erkannt und behandelt, treten keine Langzeitschäden auf. Selbst wenn schon Komplikationen entstanden sind, kann eine Behandlung das Fortschreiten stoppen. Regelmäßige Tests und Safer Sex helfen, die Infektion zu vermeiden und ihre Ausbreitung zu stoppen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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