Coeliac disease living in infants
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Zöliakie ist eine chronische Erkrankung des Darms, bei der das Immunsystem auf das Klebereiweiß Gluten reagiert. Gluten kommt in Weizen, Roggen und Gerste vor. Bei Säuglingen und Kleinkindern kann das zu Entzündungen im Dünndarm führen und die Aufnahme von Nährstoffen beeinträchtigen.
Wichtige Fakten
- Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung – der Körper greift fälschlicherweise gesundes Gewebe an.
- Die einzige wirksame Behandlung ist eine lebenslange glutenfreie Ernährung.
- Unbehandelt kann Zöliakie zu Wachstumsstörungen, Vitaminmangel und anderen Problemen führen.
Zöliakie ist nicht selten. In Deutschland sind etwa 1 von 100 Menschen betroffen. Bei Säuglingen und Kleinkindern wird sie oft erst erkannt, wenn sie Getreidehaltige Beikost bekommen.
Zöliakie kann in jedem Alter auftreten, am häufigsten jedoch bei Kindern zwischen 6 Monaten und 2 Jahren, wenn sie erstmals Gluten essen. Auch Erwachsene können noch im höheren Alter erkranken.
Symptome
- Zeichen einer schweren Dehydrierung (eingefallene Fontanelle beim Säugling, trockene Mundschleimhäute, weniger als 4 nasse Windeln in 24 Stunden)
- Starkes Erbrechen oder blutiger Durchfall
- Anzeichen einer allergischen Reaktion (z. B. Atemnot, Schwellungen im Gesicht)
- ⚠Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- ⚠Fieber über 39°C, das nicht sinkt
- ⚠Das Kind verweigert über mehrere Mahlzeiten die Nahrung
Häufige Symptome
- Bauchschmerzen und Blähungen
- Durchfall (oft fettig riechend)
- Übelkeit und Erbrechen
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen: Gedeihstörung – das Kind nimmt nicht gut zu oder verliert sogar Gewicht
- Aufgeblähter Bauch und dünne Arme und Beine
- Reizbarkeit und Müdigkeit
- Verzögerte Entwicklung (z. B. spätes Laufenlernen)
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Kindern und Jugendlichen können auch Kopfschmerzen, Müdigkeit und eine verzögerte Pubertät auftreten.
Ursachen
Hauptursachen
- Bei Zöliakie greift das Immunsystem fälschlicherweise die Zellen des Dünndarms an, sobald Gluten gegessen wird.
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig bekannt. Genetische Veranlagung (bestimmte Gene) und Umweltfaktoren (z. B. Infektionen) spielen eine Rolle.
Risikofaktoren
- Familienmitglieder mit Zöliakie (Eltern, Geschwister)
- Andere Autoimmunerkrankungen in der Familie (z. B. Typ-1-Diabetes)
- Bestimmte genetische Merkmale (HLA-DQ2/HLA-DQ8)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Säugling oder Kind plötzlich Durchfall, Erbrechen und Fieber hat – das kann auf eine Infektion hindeuten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Ihr Kind über mehrere Wochen hinweg Bauchschmerzen, Durchfall oder nicht richtig zunimmt.
- Bei anhaltender Müdigkeit, Wachstumsverzögerung oder Verhaltensänderungen.
Diagnose
Die Diagnose wird durch Bluttests und eine Dünndarmbiopsie gestellt. Der Arzt sucht nach Antikörpern gegen Gluten und entnimmt eine kleine Gewebeprobe aus dem Dünndarm.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttest auf Antikörper (z. B. tTG-IgA)
- Dünndarmspiegelung (Gastroskopie) mit Biopsie – nur bei Kindern, die schon älter sind, oder wenn der Bluttest nicht eindeutig ist.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Vor den Tests muss Ihr Kind weiterhin Gluten essen, da sonst die Ergebnisse verfälscht werden. Der Arzt wird Sie genau beraten. Bei Säuglingen wird oft zuerst ein Bluttest durchgeführt; eine Biopsie erfolgt nur, wenn es nötig ist.
Behandlung
Die einzige Behandlung bei Zöliakie ist eine lebenslange, strikt glutenfreie Ernährung. Sobald Gluten weggelassen wird, heilt der Darm meist innerhalb von Monaten aus.
Selbsthilfe zu Hause
- Ersetzen Sie glutenhaltige Getreide (Weizen, Roggen, Gerste) durch glutenfreie Alternativen wie Reis, Mais, Hirse, Buchweizen oder Quinoa.
- Achten Sie auf verstecktes Gluten in Fertigprodukten, Soßen oder Würzmitteln.
- Kochen Sie möglichst frisch und bevorzugen Sie unverarbeitete Lebensmittel.
Medizinische Behandlungen
In manchen Fällen können Nahrungsergänzungsmittel wie Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 nötig sein, wenn ein Mangel vorliegt. Der Arzt wird das im Rahmen der Kontrolluntersuchungen feststellen. Bei Babys kann eine kurze Behandlung mit einer speziellen milchfreien oder hypoallergenen Säuglingsnahrung erforderlich sein – immer nach Absprache mit dem Kinderarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Bei Zöliakie selbst ist keine Operation nötig.
Leben mit der Erkrankung
Mit Zöliakie zu leben bedeutet, konsequent glutenfrei zu essen. Das erfordert anfangs Umstellung, wird aber mit der Zeit zur Routine. Viele glutenfreie Produkte sind heute im Handel erhältlich.
Tipps für den Alltag
- Lesen Sie immer die Zutatenlisten auf Lebensmitteln.
- Informieren Sie Erzieher, Tagesmütter oder Verwandte über die Diät Ihres Babys.
- Vermeiden Sie Kreuzkontaminationen: Eigene Schneidebretter und Töpfe für glutenfreie Speisen nutzen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene glutenfreie Ernährung ist wichtig. Achten Sie auf ausreichend Ballaststoffe (z. B. aus Hülsenfrüchten, Nüssen, Obst). Bewegung ist normal möglich, solange Ihr Kind fit ist.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann anfangs belastend sein – für Kind und Eltern. Es ist normal, sich Sorgen zu machen. Mit der Zeit gewöhnt sich die Familie an die neue Situation. Bei anhaltender Traurigkeit oder Angst sprechen Sie mit Ihrem Kinderarzt oder einer psychologischen Beratungsstelle.
Vorbeugung
Derzeit gibt es keine Möglichkeit, Zöliakie sicher zu verhindern. Die Einführung von Gluten in der Beikost sollte nach den üblichen Empfehlungen erfolgen (frühestens mit 4–6 Monaten). Aktuelle AWMF-Leitlinien raten in Risikofamilien zu einer frühzeitigen Untersuchung.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Zöliakie.
Früherkennungsprogramme
Für Kinder mit erhöhtem Risiko (z. B. Geschwister von Betroffenen) kann ein Screening auf Antikörper sinnvoll sein – besprechen Sie das mit Ihrem Kinderarzt.
Komplikationen
Unbehandelt
- Wachstumsstörungen und Kleinwuchs
- Eisenmangelanämie und andere Vitaminmängel
- Osteoporose (Knochenschwund) später im Leben
- Verzögerte Pubertät und Fruchtbarkeitsprobleme
- Erhöhtes Risiko für andere Autoimmunerkrankungen
Langzeitprognose
Wenn die Diagnose früh gestellt und die glutenfreie Diät konsequent eingehalten wird, haben die meisten Kinder eine normale Entwicklung, keine Symptome und eine uneingeschränkte Lebenserwartung. Der Darm heilt vollständig aus.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Deutsche Zöliakie-Gesellschaft e.V. (DZG) ↗ · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.