Dermoid ovarian cyst
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Eine Dermoidzyste des Eierstocks ist eine gutartige (nicht bösartige) Geschwulst, die sich aus verschiedenen Gewebearten zusammensetzt, wie zum Beispiel Haut, Haare, Fett oder sogar Zähne. Sie entsteht meist schon vor der Geburt aus unreifen Eizellen.
Wichtige Fakten
- Dermoidzysten sind fast immer gutartig und werden nur sehr selten bösartig.
- Sie können einseitig oder beidseitig auftreten und unterschiedlich groß werden.
- Bei jungen Frauen im gebärfähigen Alter sind sie die häufigste Art von Eierstockgeschwulsten.
Ja, Dermoidzysten gehören zu den häufigsten gutartigen Eierstocktumoren. Sie kommen bei etwa 10 von 100 Frauen vor.
Sie treten am häufigsten bei Frauen zwischen 20 und 40 Jahren auf. Sie können aber auch bei Mädchen vor der Pubertät und nach den Wechseljahren vorkommen.
Symptome
- Plötzliche, starke Schmerzen im Unterbauch, die nicht nachlassen.
- Übelkeit mit Erbrechen, verbunden mit Bauchschmerzen.
- Fieber und Schüttelfrost bei Bauchschmerzen.
- Sehr schnelle Vergrößerung des Bauches.
- ⚠Anhaltende oder wiederkehrende Schmerzen im Unterbauch, die den Alltag beeinträchtigen.
- ⚠Neue, ungewohnte Symptome wie Blähungen oder Druckgefühl.
- ⚠Wenn Sie eine Zyste kennen und plötzlich stärkere Schmerzen auftreten.
Häufige Symptome
- Oft verursachen Dermoidzysten gar keine Beschwerden und werden zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt.
- Wenn sie groß sind, können sie Druckgefühl, Schmerzen im Unterbauch oder ein Völlegefühl verursachen.
- Manchmal kommt es zu unregelmäßigen Monatsblutungen oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen können Dermoidzysten Bauchschmerzen, Übelkeit oder ein tastbarer Knoten im Unterbauch auslösen.
- In seltenen Fällen kann eine plötzliche Verdrehung der Zyste (Stieldrehung) starke Schmerzen verursachen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren werden Dermoidzysten seltener, können aber immer noch vorkommen.
- Hier verursachen sie oft ebenfalls keine Symptome, können aber durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen entdeckt werden.
- Bei älteren Frauen muss genauer abgeklärt werden, ob die Zyste bösartig ist – das ist aber sehr selten.
Ursachen
Hauptursachen
- Dermoidzysten entstehen aus embryonalen Stammzellen im Eierstock – also Zellen, die sich zu verschiedenen Gewebearten entwickeln können.
- Die genaue Ursache ist nicht bekannt, aber es wird angenommen, dass sie auf eine Fehlentwicklung während der Embryonalentwicklung zurückgehen.
Risikofaktoren
- Das Risiko ist bei Frauen im gebärfähigen Alter am höchsten.
- Manche Familien haben eine Neigung zu solchen Zysten – eine erbliche Veranlagung ist möglich.
- Andere Risikofaktoren sind nicht sicher bekannt.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen, starken Schmerzen im Unterbauch (Notruf 112 wählen).
- Bei Fieber und gleichzeitigen Bauchschmerzen.
- Wenn Sie ohnmächtig werden oder starken Schwindel haben.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie neuartige Unterleibsschmerzen haben, die länger als ein paar Tage anhalten.
- Wenn Ihre Periode sich verändert oder Sie Schmerzen beim Sex haben.
- Bei einem Knoten oder einer Schwellung im Unterleib, den Sie selbst tasten können.
Diagnose
Die Diagnose wird meist mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie) gestellt. Dabei kann der Arzt oder die Ärztin die Zyste sehen und anhand ihrer typischen Merkmale (wie Fett, Haare oder Verkalkungen) eine Dermoidzyste vermuten.
Mögliche Untersuchungen
- Ultraschall (transvaginal oder über den Bauch)
- Bei Unsicherheit: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT)
- Blutuntersuchung auf Tumormarker (zum Ausschluss bösartiger Tumore)
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist meist schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie werden gebeten, mit voller Blase zu kommen, wenn der Ultraschall über den Bauch gemacht wird. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin erklärt Ihnen die Ergebnisse und bespricht das weitere Vorgehen.
Behandlung
Die Behandlung einer Dermoidzyste hängt von ihrer Größe, den Symptomen und Ihrem Alter ab. Kleine Zysten ohne Beschwerden müssen oft nur regelmäßig kontrolliert werden. Bei größeren oder schmerzhaften Zysten kann eine Operation empfohlen werden.
Selbsthilfe zu Hause
- Bei kleinen, symptomlosen Zysten reicht es meist, regelmäßig zur Kontrolle zu gehen.
- Achten Sie auf Veränderungen wie zunehmende Schmerzen und suchen Sie dann ärztlichen Rat.
- Vermeiden Sie schwere körperliche Belastung, wenn Sie Schmerzen haben.
Medizinische Behandlungen
Eine medikamentöse Behandlung mit Hormonen oder anderen Mitteln ist in der Regel nicht wirksam. Die einzige ursächliche Behandlung ist die operative Entfernung der Zyste (Zystektomie) oder des gesamten Eierstocks (Ovarektomie). Diese Eingriffe werden heute oft minimalinvasiv (per Bauchspiegelung) durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird meist empfohlen, wenn die Zyste größer als 5 bis 6 Zentimeter ist, Schmerzen verursacht, sich verdreht hat (Stieldrehung) oder der Verdacht auf Bösartigkeit besteht. Auch bei Kinderwunsch oder vor einer Schwangerschaft kann eine Entfernung sinnvoll sein, da die Zyste während der Schwangerschaft wachsen oder Komplikationen verursachen könnte.
Leben mit der Erkrankung
Wenn Sie eine Dermoidzyste haben, die nicht operiert wird, können Sie in der Regel ein normales Leben führen. Wichtig sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen (z. B. alle 6 bis 12 Monate), um sicherzustellen, dass die Zyste nicht wächst oder sich verändert.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf Ihren Körper und nehmen Sie Veränderungen wie Schmerzen ernst.
- Bewegung und Sport sind in der Regel erlaubt, aber bei Schmerzen sollten Sie sich schonen.
- Führen Sie ein Zystentagebuch, um Symptome und Kontrolltermine zu notieren.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät ist nicht nötig. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten unterstützt die allgemeine Gesundheit. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Yoga kann helfen, Schmerzen zu lindern. Bei starken Schmerzen sollten Sie Sport aber vermeiden.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose einer Zyste kann Angst machen, vor allem wenn Sie sich Sorgen um Bösartigkeit oder Fruchtbarkeit machen. Es ist normal, verunsichert zu sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über Ihre Ängste, und holen Sie sich bei Bedarf psychologische Unterstützung.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Methode, Dermoidzysten zu verhindern, da sie meist angeboren sind. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt oder der Frauenärztin helfen jedoch, sie frühzeitig zu entdecken.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screeningprogramm für Dermoidzysten. Bei Vorsorgeuntersuchungen wird oft ein Ultraschall gemacht, der Zysten zufällig entdecken kann.
Komplikationen
Unbehandelt
- In seltenen Fällen kann sich die Zyste verdrehen (Stieldrehung), was starke Schmerzen und eine Notoperation erfordert.
- Sehr selten kann eine Dermoidzyste platzen und eine Bauchfellentzündung verursachen.
- Noch seltener kann sich in der Zyste ein bösartiger Tumor entwickeln (weniger als 2 % der Fälle).
Langzeitprognose
Die Prognose ist sehr gut. Die meisten Dermoidzysten sind gutartig und verursachen keine Probleme. Nach einer operativen Entfernung heilen die meisten Frauen vollständig aus. Regelmäßige Kontrollen geben Sicherheit.
Unterstützung finden
Externe Links öffnen Websites Dritter. Ruqelo ist nicht für externe Inhalte verantwortlich. Die Nennung einer Organisation bedeutet keine Empfehlung.
Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
Ähnliche Erkrankungen
Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
Nutzen Sie sie zur Ergänzung — nicht als Ersatz — für den Rat einer approbierten Fachkraft.
Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.