Diarrhoea persistent causes in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Anhaltender Durchfall (medizinisch: chronische Diarrhoe) bedeutet, dass Sie über mindestens drei bis vier Wochen hinweg häufiger als dreimal am Tag flüssigen oder breiigen Stuhl haben. Die Ursache kann harmlos sein, aber auch eine ernstere Erkrankung dahinterstecken.
Wichtige Fakten
- Akuter Durchfall ist meist nach ein bis zwei Tagen vorbei. Anhaltender Durchfall dauert länger als drei Wochen.
- Der Verlust von Flüssigkeit und Salzen (Elektrolyten) kann gefährlich werden, besonders bei älteren Menschen und Kindern.
- Häufige Ursachen sind Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruktose) oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
Ja, anhaltender Durchfall kommt bei Erwachsenen recht häufig vor. Etwa jeder zehnte Erwachsene leidet irgendwann einmal über Wochen unter Durchfall, der nicht von selbst verschwindet.
Er kann Erwachsene jeden Alters betreffen. Besonders betroffen sind Menschen mit Reizdarm, entzündlichen Darmerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion oder nach Antibiotika-Einnahme. Auch nach Reisen in tropische Länder kann anhaltender Durchfall auftreten.
Symptome
- Blut im Stuhl (hellrot oder schwarz, teerartig)
- Zeichen einer schweren Dehydrierung: kein Urin mehr, Verwirrtheit, Ohnmacht
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Hohes Fieber über 39 °C, das mit Durchfall einhergeht
- Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
- ⚠Durchfall, der länger als eine Woche anhält
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5 % in einem Monat
- ⚠Nachts aufwachen wegen Durchfall (nächtlicher Stuhlgang)
- ⚠Blutbeimengungen im Stuhl (auch wenn es nur Spuren sind)
- ⚠Durchfall nach einer Auslandsreise oder Antibiotika-Einnahme
Häufige Symptome
- Wässriger oder breiiger Stuhlgang mehr als dreimal am Tag
- Starker Stuhldrang, der schwer zu kontrollieren ist
- Bauchkrämpfe, Blähungen oder Völlegefühl
- Übelkeit oder manchmal Erbrechen.
- Bei chronischen Ursachen können auch Müdigkeit, Gewichtsverlust oder Blut im Stuhl auftreten.
Symptome bei Kindern
- Dehydrierung (trockene Windeln, eingesunkene Augen, wenig Tränen) – das ist bei Kindern besonders gefährlich.
- Gewichtsverlust oder unzureichende Gewichtszunahme
- Fieber und allgemeine Schwäche
- Bei Babys: Schläfrigkeit oder Reizbarkeit.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Starke Austrocknung (trockene Haut, Verwirrtheit, Schwindel beim Aufstehen)
- Schwäche, Stürze und Muskelschwund
- Verlust von Elektrolyten kann Herzrhythmusstörungen auslösen
- Inkontinenz oder plötzlicher Stuhldrang.
Ursachen
Hauptursachen
- Infektionen: Bakterien (z. B. Salmonellen, Campylobacter), Viren (Noroviren, Rotaviren) oder Parasiten (z. B. Giardien). Diese können nach einer akuten Infektion bestehen bleiben.
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Laktose, Fruktose, Gluten (Zöliakie) oder künstliche Süßstoffe.
- Reizdarmsyndrom: Die Darmbewegungen sind gestört, oft verstärkt durch Stress.
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED): Morbus Crohn, Colitis ulcerosa.
- Medikamente: Antibiotika, Magensäureblocker, manche Antidepressiva oder Blutdrucksenker.
- Andere Erkrankungen: Schilddrüsenüberfunktion, Zuckerkrankheit, Gallensäureverlust nach Gallenblasenentfernung.
Risikofaktoren
- Kürzliche Reise in Länder mit schlechter Hygiene (Reisedurchfall)
- Einnahme von Antibiotika in den letzten Wochen
- Chronischer Stress oder Angststörungen
- Familiäre Vorbelastung (z. B. Zöliakie, CED)
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie, HIV)
- Alter über 65 Jahre oder unter 5 Jahren (bei Kindern aber separates Thema)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Blut im Stuhl, auch nur Spuren
- Zeichen schwerer Dehydrierung (sehr wenig Urin, Schwindel, Verwirrtheit)
- Starke Bauchschmerzen oder krampfartige Schmerzen, die anhalten
- Hohes Fieber über 39 °C, das mit Durchfall auftritt
- Wenn Sie sich insgesamt sehr krank fühlen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Durchfall, der länger als zwei bis drei Wochen anhält
- Ungewollter Gewichtsverlust
- Nächtlicher Durchfall (weckt Sie auf)
- Blut im Stuhl (auch wenn es nur sporadisch vorkommt)
- Wiederkehrende Durchfallepisoden, die Ihre Lebensqualität beeinträchtigen
- Wenn Sie an einer Grunderkrankung leiden (z. B. Diabetes, Nierenschwäche)
Diagnose
Die Ärztin oder der Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch führen (Anamnese). Dabei geht es um genaue Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamente, Reisen und Ernährungsgewohnheiten.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung: auf Bakterien, Viren, Parasiten oder Blut.
- Bluttests: Entzündungswerte, Elektrolyte, Schilddrüsenwerte, Antikörper auf Zöliakie.
- Atemtest: zur Diagnose von Laktose-, Fruktose- oder Sorbitunverträglichkeit.
- Darmspiegelung (Koloskopie): bei Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen oder andere Veränderungen der Darmschleimhaut.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Sie werden gebeten, Ihre Stuhlfrequenz und -beschaffenheit zu dokumentieren. Möglicherweise müssen Sie eine Ernährungstagebuch führen. Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei. Vor einer Darmspiegelung erhalten Sie eine Darmreinigungslösung. Die Ergebnisse helfen, die genaue Ursache zu finden und eine gezielte Behandlung einzuleiten.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Bei Infektionen können Medikamente gegen Bakterien oder Parasiten notwendig sein. Bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten steht die Ernährungsumstellung im Vordergrund. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen werden entzündungshemmende Wirkstoffe eingesetzt. Bei Reizdarm helfen oft Stressbewältigung und eine angepasste Ernährung.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser, ungesüßten Tee oder klare Brühe (mindestens 2 Liter pro Tag, bei Durchfall mehr).
- Vermeiden Sie Kaffee, Alkohol, stark gewürzte Speisen und zu viel Zucker.
- Essen Sie leichte Kost: Zwieback, Reis, Bananen, geriebener Apfel, Haferflocken.
- Achten Sie auf eine gute Hygiene: Häufiges Händewaschen nach dem Toilettengang und vor dem Essen.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen bei Bedarf ein Medikament gegen Durchfall (sogenannte Motilitätshemmer) verschreiben – diese sollten Sie jedoch nicht länger als zwei Tage ohne ärztliche Rücksprache einnehmen. Bei bakteriellen Infektionen kommen Antibiotika zum Einsatz, bei Parasiten spezielle Antiparasitika. Bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen stehen moderne entzündungshemmende Therapien zur Verfügung. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – nehmen Sie niemals eigenständig Medikamente ein, ohne die Ursache zu kennen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist nur sehr selten nötig, zum Beispiel bei Komplikationen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (Darmverengung, Abszess) oder bei Tumoren. Die Entscheidung trifft ein Facharzt für Chirurgie.
Leben mit der Erkrankung
Anhaltender Durchfall kann den Alltag sehr belasten. Planen Sie Toilettengänge ein und haben Sie immer eine Notfalltasche dabei. Besprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber mögliche Anpassungen. Viele Menschen mit chronischem Durchfall profitieren von einem Ernährungstagebuch, um Auslöser zu erkennen.
Tipps für den Alltag
- Reduzieren Sie Stress – probieren Sie Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training.
- Bewegung an der frischen Luft tut gut, aber vermeiden Sie Überanstrengung.
- Sprechen Sie offen mit Freunden und Familie – das nimmt Druck und hilft Ihnen, sich nicht zu isolieren.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Flüssigkeit ist wichtig. Meiden Sie Lebensmittel, die Sie schlecht vertragen. Bei Unverträglichkeiten hilft eine Ernährungsberatung. Leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Radfahren kann die Darmtätigkeit normalisieren. Bei aktiven Schüben (viel Durchfall) sollten Sie sich schonen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronischer Durchfall kann sehr belastend sein – er führt oft zu Scham, Angst vor sozialen Situationen und Schlafstörungen. Das ist verständlich. Suchen Sie sich Unterstützung: Ihre Hausarztpraxis weiß, wo Sie psychologische Hilfe bekommen. Auch Selbsthilfegruppen können helfen.
Vorbeugung
Nicht alle Ursachen lassen sich verhindern, aber Sie können Ihr Risiko senken: Achten Sie auf gute Händehygiene, vor allem nach dem Kontakt mit Tieren oder vor dem Essen. Trinken Sie im Ausland nur abgekochtes oder abgepacktes Wasser. Vermeiden Sie rohe oder nicht durchgegarte Speisen auf Reisen. Bei bekannten Unverträglichkeiten meiden Sie die Auslöser konsequent.
Impfungen
Für Erwachsene gibt es keine Standardimpfung gegen Durchfallerkrankungen. Gegen Rotaviren werden Säuglinge geimpft – das schützt indirekt auch Erwachsene. Bei Reisen in bestimmte Länder kann eine Impfung gegen Cholera oder Typhus sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Reisemediziner.
Früherkennungsprogramme
Regelmäßige Darmkrebsvorsorge (ab 50 Jahren, bei familiärer Vorbelastung früher) kann frühzeitig Veränderungen erkennen, die Durchfall verursachen. Wenn Sie chronischen Durchfall haben, wird Ihr Arzt eventuell eine Darmspiegelung empfehlen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydrierung) mit gefährlichen Elektrolytverlusten
- Mangelernährung, Gewichtsverlust, Schwäche
- Verschlechterung einer zugrundeliegenden Erkrankung (z. B. entzündliche Darmerkrankung)
- Nierenfunktionsstörungen durch Flüssigkeitsmangel
- Schwere Infektionen, die auf den ganzen Körper übergreifen (Sepsis)
Langzeitprognose
Die meisten Fälle von anhaltendem Durchfall lassen sich gut behandeln. Wenn die Ursache gefunden wird, kann eine gezielte Therapie die Beschwerden oft deutlich lindern oder beseitigen. Auch bei chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa gibt es heute wirksame Medikamente, die ein weitgehend normales Leben ermöglichen. Bleiben Sie in ärztlicher Betreuung – mit der richtigen Unterstützung können Sie Ihren Alltag gut meistern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
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