Diarrhoea persistent causes in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Anhaltender Durchfall bedeutet, dass ein älterer Mensch über mehrere Wochen hinweg häufiger und wässrigen Stuhlgang hat. Es handelt sich um ein Symptom, nicht um eine eigenständige Erkrankung. Die Ursachen können vielfältig sein – von harmlosen Veränderungen der Darmflora bis hin zu ernsteren Grunderkrankungen. Es ist wichtig, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.
Wichtige Fakten
- Anhaltender Durchfall (länger als 4 Wochen) bei älteren Menschen ist immer ein Grund, einen Arzt aufzusuchen.
- Häufige Ursachen sind Nebenwirkungen von Medikamenten, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder chronische Darmerkrankungen.
- Durchfall kann zu Flüssigkeits- und Nährstoffverlust führen – besonders bei älteren Menschen ist das Risiko einer Austrocknung erhöht.
Ja, anhaltender Durchfall tritt bei älteren Menschen häufiger auf als bei jüngeren Erwachsenen. Das liegt unter anderem an nachlassender Darmfunktion, mehreren gleichzeitigen Erkrankungen und der Einnahme vieler Medikamente.
Betroffen sind vor allem Menschen ab etwa 65 Jahren, die entweder mehrere Medikamente einnehmen (Polypharmazie) oder an Grunderkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion oder chronischen Darmentzündungen leiden.
Symptome
- Blut im Stuhl oder schwarzer, teerartiger Stuhl
- Starke Bauchschmerzen, die nicht nachlassen
- Hohes Fieber (über 39°C) mit Durchfall
- Kreislaufprobleme wie Ohnmacht oder sehr niedriger Blutdruck
- ⚠Durchfall, der länger als 3–4 Tage anhält, ohne Besserung
- ⚠Anzeichen von Austrocknung (wenig Urin, trockene Haut, Verwirrtheit)
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust in kurzer Zeit
- ⚠Starker Durst, der nicht gestillt werden kann
Häufige Symptome
- Häufiger, wässriger oder breiiger Stuhlgang (mindestens dreimal täglich)
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Blähungen
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Stärkere Müdigkeit und Schwäche
- Schwindel oder Benommenheit (durch Flüssigkeitsmangel)
- Verwirrtheit oder eingeschränkte Aufmerksamkeit
- Hautfalten bleiben stehen (Zeichen für Austrocknung)
- Trockener Mund und wenig Urin
Ursachen
Hauptursachen
- Nebenwirkungen von Medikamenten (z. B. Antibiotika, Abführmittel, bestimmte Blutdruckmittel)
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten (z. B. Laktose, Fruchtzucker, Süßstoffe)
- Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Infektionen (z. B. Clostridium difficile nach Antibiotika)
- Störungen der Bauchspeicheldrüse oder der Schilddrüse
- Darmkrebs oder andere Tumore im Bauchraum
Risikofaktoren
- Alter über 70 Jahre
- Einnahme von mehr als 5 Medikamenten gleichzeitig
- Vorherige Darmoperationen
- Geschwächtes Immunsystem (z. B. durch Chemotherapie)
- Längerer Aufenthalt in Krankenhäusern oder Pflegeheimen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Blut im Stuhl oder schwarzem Stuhl sofort zum Arzt (Notarzt rufen)
- Bei starkem Durchfall mit Fieber, Kreislaufproblemen oder Verwirrtheit
- Bei Anzeichen einer schweren Austrocknung (kein Urin seit 8 Stunden, sehr trockene Haut)
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Durchfall länger als 3–4 Tage anhält
- Wenn er immer wieder kommt (wiederkehrend)
- Wenn Sie ungewollt an Gewicht verlieren
- Wenn Sie zusätzlich unter Müdigkeit oder Blutarmut leiden
Diagnose
Der Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch führen (Anamnese) und Sie körperlich untersuchen. Dabei geht es um Ihre genauen Symptome, Ihre Medikamente, Ihre Ernährungsgewohnheiten und mögliche Reisen oder Krankenhausaufenthalte.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchungen (auf Bakterien, Viren, Parasiten oder verstecktes Blut)
- Blutuntersuchungen (Entzündungswerte, Elektrolyte, Schilddrüsenwerte)
- Bauchultraschall (Sonografie)
- Darmspiegelung (Koloskopie) – vor allem bei unklaren oder anhaltenden Beschwerden
- Atemtest auf Laktoseunverträglichkeit oder Überwucherung von Dünndarmbakterien
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die meisten Untersuchungen sind schmerzfrei oder nur kurz unangenehm. Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Untersuchungen in Ihrem Fall sinnvoll sind. Lassen Sie sich Zeit, um alle Ihre Fragen zu stellen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des anhaltenden Durchfalls. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern, Flüssigkeitsverluste auszugleichen und die zugrundeliegende Erkrankung zu behandeln.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser, ungesüßte Tees oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke (keine zuckerhaltigen Getränke)
- Essen Sie leichte Kost: Zwieback, geriebener Apfel, Bananen, Reis, gekochte Kartoffeln
- Vermeiden Sie fettige, scharfe oder stark gewürzte Speisen
- Führen Sie ein Ernährungstagebuch, um Auslöser zu erkennen
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen Medikamente empfehlen, die die Darmbewegung verlangsamen oder Bakterien bekämpfen – je nach Ursache. Auch die Umstellung oder das Absetzen bestimmter Medikamente kann helfen. Bei chronischen Darmerkrankungen kommen entzündungshemmende Wirkstoffe zum Einsatz. Die genaue Therapie bespricht Ihr Arzt mit Ihnen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Nur wenn zum Beispiel ein Darmtumor oder schwere Verengungen die Ursache sind, kann ein chirurgischer Eingriff in Betracht gezogen werden.
Leben mit der Erkrankung
Mit anhaltendem Durchfall zu leben, kann belastend sein – sowohl körperlich als auch seelisch. Planen Sie Aktivitäten in der Nähe einer Toilette. Nehmen Sie bei Ausflügen eine kleine Notfalltasche mit Wechselkleidung und Feuchttüchern mit. Tauschen Sie sich mit Ihrem Arzt über Ihre Alltagseinschränkungen aus – es gibt oft Hilfsmittel oder Medikamente, die die Symptome lindern können.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr – am besten über den Tag verteilt
- Ruhen Sie sich aus, wenn Sie müde sind
- Vermeiden Sie Stress, da er Durchfall verstärken kann – Atemübungen, Spaziergänge oder leichte Yoga-Übungen können helfen
Ernährung und Bewegung
Eine leichte, gut verträgliche Kost ist hilfreich. Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und stark gewürzte Speisen. Bewegen Sie sich sanft, zum Beispiel mit Spaziergängen oder leichter Gymnastik – das regt die Verdauung an, ohne zu belasten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Anhaltender Durchfall kann Angst machen und das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Viele Menschen fühlen sich unsicher oder schämen sich. Das ist verständlich. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder einer Vertrauensperson darüber. Bei starker Belastung kann eine psychologische Beratung helfen. In Krisen wenden Sie sich an die Telefonseelsorge (kostenlos, rund um die Uhr): 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222.
Vorbeugung
Nicht jede Ursache lässt sich verhindern. Aber Sie können das Risiko senken, indem Sie Medikamente nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen, auf eine ausgewogene Ernährung achten und Infektionen durch gute Händehygiene vorbeugen. Lassen Sie zudem regelmäßig Ihre Medikamente überprüfen.
Impfungen
Gegen einige Durchfallerreger wie Rotaviren oder Reisedurchfall (Cholera, Typhus) gibt es Impfungen. Ihr Arzt berät Sie, ob diese für Sie infrage kommen.
Früherkennungsprogramme
Eine regelmäßige Darmkrebsvorsorge (Darmspiegelung) wird ab 50 Jahren empfohlen – sie kann Tumore frühzeitig erkennen, die anhaltenden Durchfall verursachen können.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydration) mit Kreislaufproblemen bis hin zum Nierenversagen
- Elektrolytstörungen (z. B. zu wenig Kalium oder Natrium) mit Herzrhythmusstörungen
- Mangelernährung und Gewichtsverlust
- Verschlechterung einer zugrundeliegenden Erkrankung (z. B. chronische Darmentzündung)
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und gezielten Behandlung können die meisten Ursachen gut in den Griff bekommen werden. Auch chronische Darmerkrankungen lassen sich heute oft so behandeln, dass die Beschwerden deutlich nachlassen. Vertrauen Sie auf die Unterstützung Ihres medizinischen Teams – eine Besserung ist in den allermeisten Fällen möglich.
Unterstützung finden
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.