Diarrhoea persistent causes patient overview
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Von anhaltendem Durchfall spricht man, wenn der Durchfall länger als 4 Wochen anhält. Das bedeutet, dass Sie häufiger dünnen oder wässrigen Stuhl haben, als es für Sie normal ist. Anhaltender Durchfall kann viele Ursachen haben, von harmlosen bis zu ernsteren Erkrankungen. Wichtig ist, die Ursache ärztlich abklären zu lassen.
Wichtige Fakten
- Anhaltender Durchfall dauert länger als 4 Wochen.
- Die Ursachen reichen von Infektionen über Nahrungsmittelunverträglichkeiten bis zu chronischen Darmerkrankungen.
- Eine ärztliche Abklärung ist wichtig, um die richtige Behandlung zu finden.
Ja, anhaltender Durchfall kommt häufiger vor, besonders bei Menschen mit empfindlichem Darm oder nach einer schweren Magen-Darm-Infektion. Auch bei Reizdarmsyndrom oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ist Durchfall ein typisches Symptom.
Anhaltender Durchfall kann Menschen jeden Alters betreffen. Besonders gefährdet sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Erwachsene und Kinder. Auch Personen, die häufig Antibiotika einnehmen oder viel reisen, haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Blut im Stuhl, das nicht nur hellrot ist, sondern auch dunkel oder teerig aussieht
- Starke, anhaltende Bauchschmerzen, die sich nicht bessern
- Zeichen einer schweren Austrocknung: kein Wasserlassen seit mehr als 8 Stunden, sehr trockener Mund, eingesunkene Augen, Verwirrtheit
- Hohes Fieber über 39 °C, das nicht sinkt
- ⚠Durchfall mit Fieber über 38 °C, das länger als 3 Tage anhält
- ⚠Blut im Stuhl (hellrot) – auch bei geringen Mengen
- ⚠Ungewollter Gewichtsverlust von mehr als 5 % des Körpergewichts in 4 Wochen
- ⚠Starke Übelkeit oder Erbrechen, sodass Sie nichts bei sich behalten können
Häufige Symptome
- Häufiger, wässriger oder breiiger Stuhlgang über mehr als 4 Wochen
- Bauchschmerzen oder Krämpfe
- Blähungen und Völlegefühl
- Stuhldrang – das Gefühl, sofort zur Toilette zu müssen
Symptome bei Kindern
- Häufiger, wässriger Stuhlgang, der länger als eine Woche anhält
- Ungewöhnliche Müdigkeit oder Reizbarkeit
- Trockene Lippen und Mund, wenig Tränen beim Weinen – Zeichen von Flüssigkeitsmangel
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Anhaltender Durchfall mit erhöhtem Risiko für Austrocknung (Dehydratation)
- Schwindel oder Verwirrtheit durch Flüssigkeits- und Mineralstoffverlust
- Ungewollter Gewichtsverlust
Ursachen
Hauptursachen
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- Reizdarmsyndrom (RDS) mit Durchfall als Hauptsymptom
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten, z. B. Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption oder Zöliakie
- Infektionen mit Bakterien, Viren oder Parasiten, die nicht vollständig ausheilen
- Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. Antibiotika oder bestimmte Blutdruckmittel
- Störungen der Bauchspeicheldrüse oder der Leber
Risikofaktoren
- Einnahme von Antibiotika in den letzten Wochen
- Reisen in Länder mit mangelnder Hygiene
- Geschwächtes Immunsystem, z. B. durch Chemotherapie oder HIV
- Alter über 65 Jahre oder unter 5 Jahren
- Bekannte chronische Darmerkrankungen in der Familie
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Blut im Stuhl
- Bei starken Bauchschmerzen
- Bei Anzeichen von Austrocknung (siehe Notfall-Symptome)
- Bei hohem Fieber über 39 °C
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn der Durchfall länger als 4 Wochen anhält
- Wenn Sie ungewollt abnehmen
- Wenn der Durchfall nachts auftritt und Sie weckt
- Wenn Sie häufig unter Durchfall leiden und sich nicht erholen
Diagnose
Der Arzt wird zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen, um Ihre Krankengeschichte, Ernährungsgewohnheiten und mögliche Auslöser zu erfragen. Danach folgen meist körperliche Untersuchungen und verschiedene Tests.
Mögliche Untersuchungen
- Stuhluntersuchung auf Bakterien, Viren oder Parasiten
- Blutuntersuchung auf Entzündungszeichen, Antikörper oder Anzeichen von Nährstoffmangel
- Atemtest auf Laktose- oder Fruktoseunverträglichkeit
- Darmspiegelung (Koloskopie) zur Untersuchung der Darmschleimhaut
- Bildgebung wie Ultraschall des Bauches
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzfrei, aber eine Darmspiegelung kann etwas unangenehm sein. Sie erhalten vorher eine Beruhigungsspritze. Die Ergebnisse helfen, die genaue Ursache zu finden und eine gezielte Behandlung einzuleiten. Die meisten Ursachen für anhaltenden Durchfall sind gut behandelbar.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Ziel ist es, die Beschwerden zu lindern und mögliche Mangelzustände auszugleichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Trinken Sie ausreichend, am besten Wasser, ungesüßten Tee oder Elektrolytlösungen aus der Apotheke.
- Essen Sie leichte, gut verträgliche Kost wie Zwieback, Reis, Bananen oder Haferschleim.
- Vermeiden Sie fettige Speisen, Milchprodukte, Kaffee und Alkohol – sie können den Durchfall verschlimmern.
- Achten Sie auf gute Hygiene, um eine weitere Ansteckung zu vermeiden.
Medizinische Behandlungen
Je nach Ursache kann Ihr Arzt verschiedene Behandlungsansätze empfehlen. Dazu gehören entzündungshemmende Medikamente bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Probiotika zur Wiederherstellung der Darmflora nach Antibiotika oder spezielle Diäten bei Unverträglichkeiten. In manchen Fällen sind auch Mittel gegen Durchfall sinnvoll – sprechen Sie vor der Einnahme mit Ihrem Arzt, da nicht alle Präparate für jede Ursache geeignet sind.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation wird nur sehr selten benötigt, z. B. bei schweren Komplikationen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung oder bei einem Darmverschluss. Ihr Arzt wird dies nur empfehlen, wenn alle anderen Behandlungen nicht ausreichen.
Leben mit der Erkrankung
Anhaltender Durchfall kann den Alltag stark beeinträchtigen. Planen Sie Toilettengänge ein und tragen Sie bei Bedarf Wechselkleidung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Medikamente, die die Symptome lindern, wenn Sie längere Zeit unterwegs sind.
Tipps für den Alltag
- Führen Sie ein Tagebuch über Ihre Symptome und Essgewohnheiten – das hilft, Auslöser zu erkennen.
- Bauen Sie Stress ab, z. B. durch Entspannungsübungen oder leichten Sport.
- Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig ein, wie vom Arzt verordnet.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene, gut verträgliche Kost ist wichtig. Vermeiden Sie stark gewürzte oder blähende Speisen. Leichte Bewegung wie Spaziergänge kann die Verdauung fördern und das Wohlbefinden steigern. Bei Unverträglichkeiten kann eine Ernährungsberatung helfen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Dauerhafter Durchfall kann belastend sein und zu Angst, Scham oder sozialem Rückzug führen. Das ist verständlich. Scheuen Sie sich nicht, mit Ihrem Arzt darüber zu sprechen. Wenn die psychische Belastung zu groß wird, können Beratungsstellen oder Psychotherapeuten helfen. In akuten Krisen können Sie sich an Ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) wenden.
Vorbeugung
Nicht immer, aber Sie können das Risiko senken: Achten Sie auf gründliche Handhygiene, besonders vor dem Essen und nach dem Toilettengang. Kochen Sie Speisen gut durch, vor allem Fleisch und Eier. Vermeiden Sie rohes Wasser in Risikogebieten. Bei Reisen in Länder mit niedrigen Hygienestandards sollten Sie nur abgekochtes oder desinfiziertes Wasser trinken.
Impfungen
Für bestimmte Durchfallerreger wie Rotaviren gibt es Impfungen, die vor allem für Säuglinge empfohlen werden. Fragen Sie Ihren Kinderarzt. Auch eine Impfung gegen Typhus kann bei Reisen in bestimmte Regionen sinnvoll sein – sprechen Sie mit Ihrem Reisemediziner.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Früherkennung für anhaltenden Durchfall. Bei familiärer Vorbelastung oder bekannten Risiken sollten Sie Ihren Arzt auf individuelle Vorsorgeuntersuchungen ansprechen, z. B. eine Darmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr.
Komplikationen
Unbehandelt
- Austrocknung (Dehydratation) und Störung des Mineralstoffhaushalts
- Nährstoffmangel und ungewollter Gewichtsverlust
- Chronische Entzündungen der Darmschleimhaut mit Narbenbildung
- Verschlechterung von Grunderkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die meisten Ursachen für anhaltenden Durchfall sind behandelbar. Auch wenn es manchmal etwas Geduld braucht, um die richtige Therapie zu finden – die meisten Menschen können ihren Alltag wieder gut bewältigen. Bei chronischen Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa ist eine langfristige Betreuung wichtig, aber auch damit lässt sich ein erfülltes Leben führen. Mit ärztlicher Begleitung und den richtigen Maßnahmen haben Sie gute Chancen, Ihre Beschwerden in den Griff zu bekommen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 20. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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Bei schweren, sich verschlechternden oder dringenden Symptomen rufen Sie die lokale Notrufnummer an oder suchen Sie Notfallversorgung auf.