Trockene Augen bei Kindern: Ursachen, Symptome und Hilfe
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Trockene Augen bedeuten, dass die Augen nicht genug Tränenflüssigkeit haben oder die Tränen von schlechter Qualität sind. Die Tränen sind wichtig, um die Augen feucht und geschützt zu halten. Bei Kindern kann das unangenehm sein und die Augen reizen.
Wichtige Fakten
- Trockene Augen bei Kindern sind nicht selten, werden aber oft übersehen.
- Die Tränenflüssigkeit besteht aus Wasser, Öl und Schleim – wenn eine Komponente fehlt, kann das Auge trocken werden.
- Trockene Augen können durch Umweltfaktoren, Bildschirmzeit oder bestimmte Erkrankungen ausgelöst werden.
- Eine einfache Behandlung mit künstlichen Tränen (Augentropfen) kann oft helfen – fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Ja, trockene Augen kommen auch bei Kindern vor, obwohl sie häufiger bei Erwachsenen sind. Schätzungsweise 5–15 % der Kinder haben zeitweise trockene Augen. Bei Kindern mit bestimmten Grunderkrankungen (z. B. Allergien, Autoimmunerkrankungen) ist die Häufigkeit höher.
Trockene Augen können Kinder jeden Alters betreffen, auch Kleinkinder und Babys. Besonders betroffen sind Kinder, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, in trockenen oder klimatisierten Räumen leben oder bestimmte Medikamente einnehmen.
Symptome
- Plötzlicher starker Augenschmerz
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Verletzung des Auges (z. B. durch Fremdkörper oder Chemikalien)
- Wenn ein Kind über plötzliche Doppelbilder oder Lichterblitze klagt
- ⚠Wenn das Kind das Auge nicht öffnen kann oder starke Lichtempfindlichkeit hat
- ⚠Wenn die Augenlider geschwollen sind oder Eiter austritt (Zeichen einer Infektion)
- ⚠Wenn trockene Augen mit Fieber oder Hautausschlag einhergehen
Häufige Symptome
- Gefühl von Trockenheit oder Sand im Auge
- Rötung der Augen
- Brennen oder Stechen
- Verschwommenes Sehen, das nach Blinzeln besser wird
- Müde Augen
- Vermehrter Tränenfluss (als Reaktion auf die Trockenheit)
Symptome bei Kindern
- Kinder reiben sich oft die Augen
- Sie blinzeln häufiger als normal
- Sie klagen über 'Augenjucken' oder 'Sand in den Augen'
- Können sich schlechter konzentrieren, besonders bei Bildschirmarbeit
- Manche Kinder vermeiden helles Licht oder blinzeln krampfhaft
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Dieser Abschnitt ist für Kinder nicht relevant – bitte zum Thema Erwachsene auf der Hauptseite nachlesen.
Ursachen
Hauptursachen
- Zu wenig Tränenflüssigkeit: Die Tränendrüsen produzieren nicht genug Tränen.
- Schlechte Tränenzusammensetzung: Die Ölschicht fehlt, sodass die Tränen zu schnell verdunsten.
- Umweltfaktoren: Trockene Luft, Klimaanlagen, Heizungsluft, Wind oder Staub.
- Bildschirmzeit: Langes Starren auf Bildschirme reduziert das Blinzeln und trocknet die Augen aus.
- Allergien (z. B. Heuschnupfen) können die Augen reizen und die Tränenproduktion beeinträchtigen.
- Bestimmte Medikamente wie Antihistaminika oder manche ADHS-Medikamente können die Tränenproduktion verringern.
Risikofaktoren
- Alter: Trockene Augen sind bei älteren Kindern häufiger.
- Geschlecht: Mädchen haben ein etwas höheres Risiko.
- Kontaktlinsen: Auch bei Jugendlichen können Kontaktlinsen die Augen austrocknen.
- Erkrankungen wie Diabetes, Schilddrüsenprobleme oder Autoimmunerkrankungen (z. B. Sjögren-Syndrom).
- Familienvorgeschichte von trockenen Augen.
- Langes Aufenthalt in klimatisierten oder beheizten Räumen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Kind plötzlich starke Schmerzen im Auge hat
- Wenn das Kind über Sehverschlechterung oder Lichterblitze klagt
- Wenn das Auge verletzt wurde oder ein Fremdkörper nicht entfernt werden kann
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn trockene Augen länger als ein paar Tage anhalten
- Wenn die Symptome den Alltag Ihres Kindes beeinträchtigen (z. B. Konzentrationsprobleme in der Schule)
- Wenn Ihr Kind sich ständig die Augen reibt oder häufig blinzelt
Diagnose
Der Arzt (meist ein Augenarzt) wird die Augen Ihres Kindes genau untersuchen. Er stellt Fragen zu den Beschwerden und zu den Lebensgewohnheiten, z. B. wie viel Zeit Ihr Kind vor Bildschirmen verbringt.
Mögliche Untersuchungen
- Sehtest: Der Arzt prüft die Sehschärfe mit Buchstaben oder Bildern.
- Spaltlampenuntersuchung: Mit einem speziellen Mikroskop begutachtet der Arzt die Augenoberfläche.
- Tränenfilm-Aufreißzeit: Der Arzt träufelt einen Farbstoff ins Auge und misst, wie lange der Tränenfilm intakt bleibt.
- Schirmer-Test: Ein schmaler Papierstreifen wird ins untere Augenlid gelegt, um die Tränenmenge zu messen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern etwa 15–30 Minuten. Ihr Kind sollte vorher keine Augentropfen bekommen haben, es sei denn, der Arzt hat etwas anderes gesagt. Der Arzt wird Ihnen die Ergebnisse erklären und mit Ihnen besprechen, was hilfreich ist.
Behandlung
Die Behandlung von trockenen Augen bei Kindern zielt darauf ab, die Augen feucht zu halten und die Ursachen zu mildern. Oft reichen schon einfache Änderungen im Alltag. Medikamente kommen nur dann zum Einsatz, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen.
Selbsthilfe zu Hause
- Sorgen Sie für ausreichend Flüssigkeit: Ihr Kind sollte genug trinken, am besten Wasser.
- Regelmäßige Bildschirmpausen einlegen (alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen – die 20-20-20-Regel).
- Luftfeuchtigkeit erhöhen: In Innenräumen einen Luftbefeuchter aufstellen.
- Vermeiden Sie Zugluft und direkte Klimaanlagenluft auf die Augen.
- Lassen Sie Ihr Kind öfter blinzeln – daran kann man sich bewusst erinnern.
- Schutzbrille bei windigem Wetter oder Staub tragen.
Medizinische Behandlungen
Wenn Selbsthilfemaßnahmen nicht ausreichen, kann der Arzt augmentrocknende Augentropfen (künstliche Tränen) verschreiben. Diese sind meist konservierungsmittelfrei. In schwereren Fällen können entzündungshemmende Augentropfen oder Medikamente, die die Tränenproduktion anregen, in Betracht gezogen werden. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten – verwenden Sie nie ohne ärztliche Anweisung Augentropfen für Erwachsene bei Kindern.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei trockenen Augen bei Kindern extrem selten nötig. Sie kommt nur dann in Frage, wenn die Ursache in den Tränendrüsen oder den Augenlidern liegt und andere Behandlungen erfolglos waren. Dies ist eine Entscheidung des Spezialisten.
Leben mit der Erkrankung
Trockene Augen sind meist gut behandelbar und beeinträchtigen Ihr Kind nicht dauerhaft. Mit einfachen Gewohnheiten können Sie die Beschwerden reduzieren. Achten Sie vor allem in der Schule darauf, dass Ihr Kind regelmäßig Pausen macht und die Augen nicht überanstrengt.
Tipps für den Alltag
- Bildschirmzeit begrenzen (maximal 1–2 Stunden pro Tag für Freizeitaktivitäten, je nach Alter).
- Nach draußen gehen – natürliches Licht und Luftfeuchtigkeit helfen den Augen.
- Kind zum Blinzeln ermuntern, besonders bei Konzentration.
- Saubere Umgebung: Staub reduzieren, keine Rauchbelastung.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Leinöl, Walnüssen, Fisch) kann die Tränenqualität unterstützen. Bewegung an der frischen Luft tut den Augen und der allgemeinen Gesundheit gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Wenn trockene Augen das Sehen beeinträchtigen oder in der Schule zu Konzentrationsproblemen führen, kann das Kinder belasten. Sie können sich unsicher fühlen oder Angst haben, etwas zu verpassen. Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind und erklären Sie, dass es behandelt werden kann. Bei anhaltender Belastung suchen Sie Unterstützung bei einer Kinder- und Jugendpsychotherapeutin oder -psychotherapeuten.
Vorbeugung
Nicht alle Fälle von trockenen Augen lassen sich verhindern, aber durch einfache Maßnahmen können Sie das Risiko senken: ausreichend trinken, Bildschirmzeit begrenzen, Luftfeuchtigkeit im Raum erhöhen und auf gute Beleuchtung achten.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein routinemäßiges Screening auf trockene Augen bei Kindern. Wenn Ihr Kind jedoch Risikofaktoren hat (z. B. Allergien, Kontaktlinsen, Bildschirmnutzung), fragen Sie beim nächsten Vorsorgetermin den Kinderarzt, ob eine Augenuntersuchung sinnvoll ist.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Sehqualität (verschwommenes Sehen)
- Augeninfektionen (weil die schützende Tränenschicht gestört ist)
- Entzündung der Augenoberfläche (Keratitis)
- Vernarbungen der Hornhaut (sehr selten bei Kindern)
Langzeitprognose
Die allermeisten Kinder mit trockenen Augen haben eine gute Prognose. Mit der richtigen Behandlung und Lebensstiländerungen bessern sich die Symptome meist deutlich. Nur selten bleibt eine dauerhafte Beeinträchtigung. Es gibt viele Möglichkeiten, Ihrem Kind zu helfen – sprechen Sie rechtzeitig mit einem Arzt.
Unterstützung finden
Lokale Organisationen
- Bundesverband der Augenärzte Deutschlands (BVA) · Deutschland
- Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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