Trockene Augen in der Schwangerschaft
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Trockene Augen bedeuten, dass Ihre Augen nicht genug Tränenflüssigkeit produzieren oder die Tränen zu schnell verdunsten. In der Schwangerschaft verändern sich die Hormone, was die Tränenproduktion beeinflussen kann. Die Augen fühlen sich dann trocken, gereizt oder sandig an.
Wichtige Fakten
- Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft sind eine häufige Ursache für trockene Augen.
- Die Beschwerden sind meist vorübergehend und bessern sich nach der Geburt.
- Einfache Maßnahmen wie häufiges Blinzeln und befeuchtete Raumluft können helfen.
Ja, trockene Augen treten bei vielen Schwangeren auf, besonders im ersten und dritten Schwangerschaftsdrittel.
Trockene Augen in der Schwangerschaft betreffen vor allem Frauen im gebärfähigen Alter während der Schwangerschaft. Auch Frauen, die schon vorher unter trockenen Augen litten, können stärkere Beschwerden haben.
Symptome
- Plötzlicher Sehverlust auf einem oder beiden Augen
- Starke Augenschmerzen, die nicht nachlassen
- Verletzung des Auges, z. B. durch einen Fremdkörper
- ⚠Sehr starke, anhaltende Beschwerden, die den Alltag stark beeinträchtigen
- ⚠Wenn Selbsthilfemaßnahmen nach einigen Tagen nicht helfen oder die Symptome schlimmer werden
Häufige Symptome
- Trockenheitsgefühl oder Sandkorngefühl im Auge
- Brennen oder Rötung der Augen
- Verschwommenes Sehen, das beim Blinzeln kurz klarer wird
- Lichtempfindlichkeit
- Gefühl, etwas im Auge zu haben
Symptome bei Kindern
- Trockene Augen bei Kindern sind selten und haben meist andere Ursachen. Während der Schwangerschaft betrifft dieses Thema nur die Mutter.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Ältere Frauen können ebenfalls unter trockenen Augen leiden, dies ist aber meist altersbedingt und nicht auf eine Schwangerschaft zurückzuführen.
Ursachen
Hauptursachen
- Hormonelle Veränderungen (Östrogen und Progesteron) während der Schwangerschaft
- Verringerte Tränenproduktion oder veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit
- Vermehrte Wassereinlagerung im Körper, die die Tränendrüsen beeinflussen kann
Risikofaktoren
- Schwangerschaft an sich (besonders erstes und drittes Trimester)
- Vorbestehendes trockenes Auge vor der Schwangerschaft
- Tragen von Kontaktlinsen
- Lange Bildschirmarbeit oder trockene Raumluft
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche starke Augenschmerzen oder Sehverschlechterung
- Rötung des Auges mit starkem Schmerz oder Ausfluss
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Trockenheit der Augen länger als eine Woche anhält und den Alltag stört
- Vor der Anwendung von Augentropfen oder anderen Mitteln, um sicherzustellen, dass sie in der Schwangerschaft geeignet sind
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Augenärztin oder ein Augenarzt durch ein Gespräch über Ihre Beschwerden und eine gründliche Augenuntersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Tränenfilm-Aufrisszeit: Damit wird gemessen, wie lange die Tränenflüssigkeit auf der Augenoberfläche bleibt.
- Schirmer-Test: Ein kleiner Filterpapierstreifen misst die Menge der produzierten Tränen.
- Spaltlampenuntersuchung: Mit einem Mikroskop beurteilt die Ärztin oder der Arzt die Augenoberfläche und die Tränendrüsen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 15 bis 30 Minuten. Sie können danach sofort wieder nach Hause gehen.
Behandlung
Das Ziel der Behandlung ist es, die Augen zu befeuchten und die Beschwerden zu lindern. In der Schwangerschaft stehen sanfte Methoden im Vordergrund. Sprechen Sie immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, bevor Sie Augentropfen oder andere Mittel anwenden.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßig blinzeln, besonders bei Bildschirmarbeit
- Öfter Pausen einlegen und die Augen schließen
- Die Raumluft befeuchten, z. B. mit einem Luftbefeuchter oder einer Schale Wasser auf der Heizung
- Zugluft vermeiden, z. B. durch einen Ventilator oder offenes Fenster
- Künstliche Tränen ohne Konservierungsstoffe nach Rücksprache mit der Apotheke oder dem Arzt anwenden
Medizinische Behandlungen
Bei stärkeren Beschwerden kann die Ärztin oder der Arzt entzündungshemmende Augentropfen verschreiben, die in der Schwangerschaft unbedenklich sind. Auch Tränenkanalplugs (kleine Pfropfen, die den Abfluss der Tränen verringern) können in Betracht gezogen werden. Alle Behandlungen werden individuell auf Sie und Ihre Schwangerschaft abgestimmt.
Leben mit der Erkrankung
Trockene Augen lassen sich im Alltag oft gut mit einfachen Maßnahmen in den Griff bekommen. Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und machen Sie regelmäßig Augenpausen.
Tipps für den Alltag
- Ausreichend Wasser trinken (mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag)
- Die Luftfeuchtigkeit in Räumen erhöhen, z. B. durch Zimmerpflanzen oder feuchte Tücher
- Bildschirmarbeit reduzieren oder häufiger kurze Pausen einlegen
- Kontaktlinsen möglichst durch eine Brille ersetzen, wenn die Beschwerden stark sind
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind (z. B. Leinöl, Walnüsse, fetter Fisch), kann die Tränenqualität unterstützen. Leichte Bewegung an der frischen Luft tut den Augen gut, vermeiden Sie aber starke Zugluft.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Trockene Augen können lästig und belastend sein, besonders wenn sie den Schlaf oder die Konzentration stören. Denken Sie daran: Die Beschwerden sind meist nur vorübergehend. Bei anhaltender Belastung sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Frauenärztin – das hilft oft.
Vorbeugung
Vollständig verhindern lässt sich trockene Augen in der Schwangerschaft nicht, da die hormonellen Veränderungen natürlich sind. Sie können das Risiko aber senken, indem Sie viel trinken, Ihre Augen schonen und auf eine gute Raumluft achten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Selten kann eine anhaltende Trockenheit zu oberflächlichen Schäden an der Hornhaut führen.
- In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Augenentzündung kommen.
Langzeitprognose
Bei den allermeisten Frauen bessern sich die trockenen Augen nach der Geburt deutlich oder verschwinden ganz. Sollten die Beschwerden bestehen bleiben, gibt es wirksame Behandlungen, die Ihre Augenärztin oder Ihr Augenarzt mit Ihnen besprechen kann. Bleiben Sie zuversichtlich – das Problem ist meist nur vorübergehend.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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