Trockene Augen bei Jugendlichen – Ursachen, Symptome und was Sie tun können
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Trockene Augen (auch Sicca-Syndrom genannt) bedeuten, dass Ihre Augen nicht genug Tränenflüssigkeit produzieren oder die Tränen zu schnell verdunsten. Die Tränen sind wichtig, um die Augenoberfläche feucht zu halten und vor Reizungen zu schützen. Bei trockenen Augen kann das zu einem unangenehmen Gefühl führen, als ob Sand oder ein Fremdkörper im Auge wäre.
Wichtige Fakten
- Trockene Augen sind bei Jugendlichen häufiger als gedacht – vor allem durch viel Bildschirmzeit.
- Die Beschwerden lassen sich meist gut mit einfachen Maßnahmen lindern.
- Unbehandelt kann es zu Entzündungen oder einer Schädigung der Hornhaut kommen.
- Kontaktlinsen können die Symptome verstärken.
Ja, trockene Augen treten auch bei Jugendlichen immer häufiger auf. Besonders durch lange Zeiten vor dem Computer, Smartphone oder Tablet wird das Auge weniger oft beblinzelt, was die Tränenproduktion beeinträchtigt.
Trockene Augen betreffen vor allem Jugendliche, die viel Zeit vor Bildschirmen verbringen, Kontaktlinsen tragen oder in trockener, klimatisierter Umgebung leben. Auch Allergien oder bestimmte Medikamente können eine Rolle spielen.
Symptome
- Plötzlicher starker Augenschmerz
- Sehverlust oder plötzliche Sehverschlechterung
- Verletzung des Auges (z. B. durch Fremdkörper oder Chemikalien)
- ⚠Starke Rötung oder Eiter aus dem Auge
- ⚠Lichtempfindlichkeit, die nicht nachlässt
- ⚠Gefühl, dass etwas im Auge steckt, das sich nicht ausspülen lässt
Häufige Symptome
- Brennen oder Stechen in den Augen
- Gefühl von Sand oder Fremdkörper im Auge
- Rötung der Augen
- Verschwommenes Sehen, besonders am Ende des Tages
- Übermäßiges Tränen (als Reaktion auf Trockenheit)
- Augenkleben beim Aufwachen
Symptome bei Kindern
- Kinder klagen seltener über typische Augenbeschwerden, stattdessen reiben sie oft die Augen oder zwinkern häufig.
- Kinder mit trockenen Augen werden oft als müde oder unkonzentriert wahrgenommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen ist trockenes Auge oft altersbedingt und kann mit anderen Erkrankungen wie Rheuma verbunden sein.
- Die Symptome sind ähnlich, aber die Behandlung kann von der bei Jugendlichen abweichen.
Ursachen
Hauptursachen
- Langes Starren auf Bildschirme (Computer, Smartphone, TV) – man blinzelt seltener
- Trockene Raumluft durch Heizung oder Klimaanlage
- Kontaktlinsen, die die Tränen film beeinträchtigen
- Allergien (z. B. Heuschnupfen)
- Bestimmte Medikamente (wie Antihistaminika oder Aknemittel)
Risikofaktoren
- Viel Bildschirmzeit (über 4 Stunden täglich)
- Tragen von Kontaktlinsen, besonders weiche Linsen
- Aufenthalt in klimatisierten oder geheizten Räumen
- Rauchen oder Passivrauchen
- Allergische Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Neurodermitis
- Unvollständiger oder seltener Lidschluss
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Beschwerden sehr stark sind und nicht nachlassen
- Wenn das Auge eitert oder stark gerötet ist
- Wenn das Sehen plötzlich schlechter wird
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Symptome länger als eine Woche anhalten
- Wenn Hausmittel (wie Augentropfen ohne Konservierungsstoffe) nicht helfen
- Wenn Sie Kontaktlinsen tragen und trockene Augen bemerken
Diagnose
Die Diagnose stellt eine Augenärztin oder ein Augenarzt. Sie werden nach Ihren Beschwerden und Ihrer Lebensweise fragen (z. B. Bildschirmzeit, Kontaktlinsen) und dann eine Augenuntersuchung durchführen.
Mögliche Untersuchungen
- Spaltlampenuntersuchung (das Auge wird unter einer speziellen Lampe betrachtet)
- Tränenfilm-Aufreißzeit: Tröpfchen mit Farbstoff werden ins Auge gegeben, um zu messen, wie schnell die Tränenfilmreißen
- Schirmer-Test: Ein kleiner Papierstreifen wird ins untere Lid gelegt, um die Tränenmenge zu messen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert etwa 15–30 Minuten. Sie erhalten Tropfen in die Augen, die kurz brennen können. Danach können Sie meist wieder normal sehen. Der Arzt oder die Ärztin bespricht mit Ihnen die Ergebnisse und empfiehlt geeignete Maßnahmen.
Behandlung
Die Behandlung von trockenen Augen zielt darauf ab, die Tränenproduktion zu verbessern, die Verdunstung zu verringern und die Augenoberfläche zu schützen. Oft genügen bereits einfache Änderungen im Alltag und rezeptfreie Augentropfen.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßig blinzeln – besonders bei Bildschirmarbeit bewusst daran denken
- Bildschirmpausen einlegen: alle 20 Minuten für 20 Sekunden in die Ferne schauen (20-20-20-Regel)
- Augentropfen ohne Konservierungsstoffe verwenden (künstliche Tränen)
- Warme Kompressen auf die geschlossenen Augen legen, um verstopfte Drüsen zu lösen
- Ausreichend Wasser trinken und Luftfeuchtigkeit erhöhen (z. B. mit einem Luftbefeuchter)
- Kontaktlinsen eine Zeit lang weglassen und auf Brille umsteigen
Medizinische Behandlungen
Falls Hausmittel nicht ausreichen, können Ärztinnen und Ärzte spezielle Augentropfen oder Salben verschreiben, die die Tränenproduktion anregen oder die Entzündung hemmen. In manchen Fällen kommen auch Medikamente zum Einsatz, die das Immunsystem beeinflussen. Bei starken Beschwerden können Tränenpunkte (kleine Öffnungen in den Augenlidern) vorübergehend oder dauerhaft verschlossen werden, damit die Tränen länger im Auge bleiben.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Jugendlichen nur sehr selten infrage, zum Beispiel wenn andere Behandlungen nicht anschlagen und eine dauerhafte Schädigung der Hornhaut droht. Ihr Augenarzt oder Ihre Augenärztin wird das mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Trockene Augen müssen Ihren Alltag nicht bestimmen. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten können Sie die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen. Achten Sie auf Ihre Bildschirmzeit, nehmen Sie regelmäßig kleine Pausen und verwenden Sie bei Bedarf Augentropfen.
Tipps für den Alltag
- Reduzieren Sie die Zeit vor Bildschirmen, wenn möglich
- Stellen Sie sicher, dass Ihr Arbeitsplatz gut beleuchtet ist und die Luft nicht zu trocken ist
- Vermeiden Sie Rauch und Zugluft
- Schlafen Sie ausreichend – bei geschlossenen Augen erholen sich die Tränendrüsen
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Omega-3-Fettsäuren (z. B. in Leinsamen, Walnüssen oder Fisch) kann die Tränenqualität verbessern. Trinken Sie genug Wasser, denn Flüssigkeitsmangel begünstigt trockene Augen. Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft fördert die Durchblutung und kann indirekt die Augengesundheit unterstützen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Trockene Augen können besonders in der Schule oder bei Freizeitaktivitäten stören und die Konzentration beeinträchtigen. Das kann auf Dauer belastend sein und zu Frustration oder Stress führen. Sprechen Sie offen mit Ihren Eltern, Lehrern oder einer Vertrauensperson darüber. Es gibt immer Hilfe und Lösungen.
Vorbeugung
Trockene Augen lassen sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Wichtig sind: bewusstes Blinzeln, Bildschirmpausen, ausreichend Flüssigkeit, Vermeidung von Zugluft und trockener Heizungsluft sowie eine gute Kontaktlinsenhygiene.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine allgemeine Früherkennungsuntersuchung für trockene Augen. Wenn Sie jedoch zur Risikogruppe gehören (z. B. viel Bildschirmzeit, Kontaktlinsen), lassen Sie Ihre Augen regelmäßig beim Augenarzt oder bei der Augenärztin checken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Entzündung der Augenoberfläche (Konjunktivitis)
- Hornhautentzündung (Keratitis)
- Hornhautnarben und Sehverschlechterung in seltenen Fällen
- Erhöhtes Risiko für Augeninfektionen
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Bei den meisten Jugendlichen lassen sich trockene Augen mit einfachen Maßnahmen gut behandeln. Die Beschwerden bessern sich oft schnell, und langfristige Schäden sind selten, wenn man rechtzeitig handelt. Bleiben Sie dran und suchen Sie sich Hilfe – Ihre Augen werden es Ihnen danken.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 30. Juli 2026
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