Eczema in infants
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Das atopische Ekzem, auch Neurodermitis genannt, ist eine entzündliche Hauterkrankung, die vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt. Die Haut ist trocken, juckt und ist gerötet. Es ist keine ansteckende Krankheit.
Wichtige Fakten
- Es betrifft etwa 10-20% der Kinder in Deutschland.
- Die meisten Kinder wachsen aus dem Ekzem heraus, oft bis zum Schulalter.
- Es kann familiär gehäuft auftreten, besonders wenn Allergien oder Asthma in der Familie vorkommen.
- Gute Hautpflege und das Meiden von Reizstoffen können die Symptome lindern.
Ja, das atopische Ekzem ist eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern.
Es beginnt oft im ersten Lebensjahr und betrifft Jungen und Mädchen gleichermaßen. Kinder mit Eltern, die Allergien oder Asthma haben, sind besonders gefährdet.
Symptome
- Das Kind hat hohes Fieber (über 38,5°C) und wirkt sehr krank.
- Die Haut ist großflächig rot, geschwollen und fühlt sich heiß an (Anzeichen einer ernsthaften Infektion).
- Das Kind hat Atembeschwerden oder Anzeichen eines allergischen Schocks (plötzliche Schwellung von Lippen oder Zunge).
- ⚠Das Ekzem verschlechtert sich trotz Behandlung stark.
- ⚠Es gibt gelbe Krusten oder nässende Stellen, die auf eine bakterielle Infektion hindeuten.
- ⚠Das Kind hat starke Schmerzen oder Fieber unter 38,5°C.
Häufige Symptome
- Trockene, schuppige Hautstellen
- Rötungen und Entzündungen
- Starker Juckreiz, der zu Kratzen führt
- Nässende Bläschen oder Krusten
- Verdickte Haut durch ständiges Kratzen
Symptome bei Kindern
- Bei Säuglingen treten Ekzeme häufig im Gesicht, auf der Kopfhaut und an den Streckseiten der Arme und Beine auf.
- Ältere Kinder haben oft Ekzeme in den Ellenbeugen und Kniekehlen.
- Durch das Kratzen kann die Haut infiziert werden (Bakterien oder Viren).
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen ist das Ekzem seltener und tritt meist an Händen, Füßen und in Hautfalten auf.
- Die Haut ist chronisch trocken und schuppig, mit wechselnden Schüben.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine gestörte Hautbarriere, die Feuchtigkeit verliert und Keime eindringen lässt.
- Eine Überreaktion des Immunsystems auf harmlose Stoffe (Allergene) oder Reizstoffe.
- Genetische Veranlagung: Veränderungen im Filaggrin-Gen, das die Hautschutzfunktion beeinträchtigt.
Risikofaktoren
- Eltern oder Geschwister mit Neurodermitis, Asthma oder Heuschnupfen.
- Trockene Haut durch häufiges Baden ohne Eincremen.
- Reizstoffe wie Wollkleidung, Schweiß, Rauch in der Umgebung oder bestimmte Seifen.
- Stress oder Infekte können Schübe auslösen.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei Anzeichen einer Hautinfektion: nässende Stellen, gelbe Krusten, Fieber.
- Wenn das Ekzem das Kind stark beeinträchtigt (Schlafstörungen, Unruhe).
- Wenn die Behandlung zu Hause nicht anschlägt.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn das Ekzem immer wiederkehrt oder die Haut sehr trocken ist.
- Zur Beratung über die richtige Hautpflege und Behandlungsmöglichkeiten.
- Wenn Sie den Verdacht auf Allergien haben (z. B. gegen Lebensmittel).
Diagnose
Die Diagnose wird in der Regel durch eine kinderärztliche Untersuchung gestellt. Die Ärztin oder der Arzt fragt nach den Symptomen, der Familiengeschichte und eventuellen Auslösern.
Mögliche Untersuchungen
- Eine Hautuntersuchung mit bloßem Auge reicht meist aus.
- Bei Verdacht auf Allergien können Allergietests (Pricktest oder Bluttest) durchgeführt werden.
- Ein Hautabstrich kann bei Infektionsverdacht gemacht werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arztbesuch dauert etwa 15-30 Minuten. Die Ärztin oder der Arzt bespricht die Hautpflege, mögliche Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten. Oft wird ein Behandlungsplan erstellt, den Sie zu Hause umsetzen können.
Behandlung
Die Behandlung zielt darauf ab, die Haut zu pflegen, Entzündungen zu reduzieren und Juckreiz zu lindern. Sie besteht aus einer guten Basispflege und bei Bedarf aus entzündungshemmenden Medikamenten.
Selbsthilfe zu Hause
- Täglich eincremen mit einer rückfettenden, parfümfreien Feuchtigkeitscreme – am besten nach dem Baden.
- Kurze, lauwarme Bäder (maximal 10 Minuten) mit Badeöl ohne Duftstoffe.
- Vermeiden Sie Reizstoffe wie Wolle, enge Kleidung, starke Seifen und Parfüm.
- Halten Sie die Nägel des Kindes kurz und glatt, um Kratzverletzungen zu vermeiden.
- Kühlen Sie juckende Stellen mit einem feuchten Tuch.
Medizinische Behandlungen
Bei stärkeren Entzündungen verschreibt die Ärztin oder der Arzt häufig kortisonhaltige Cremes, um die Entzündung zu stoppen. Diese werden nur kurz und auf die betroffenen Stellen aufgetragen. In schweren Fällen können auch andere Medikamente wie Immunmodulatoren (keine Kortisoncremes) eingesetzt werden. Eine Behandlung mit Antihistaminika kann den Juckreiz lindern und das Kind besser schlafen lassen.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist bei atopischem Ekzem in der Regel nicht notwendig. Nur in sehr seltenen Fällen von schweren Infektionen kann ein kleiner Eingriff erforderlich sein.
Leben mit der Erkrankung
Das tägliche Eincremen ist das A und O. Am besten nach jedem Stillen oder Fläschchen die Haut pflegen. Achten Sie auf eine kühle, nicht zu trockene Raumluft (Luftfeuchte 50-60%). Vermeiden Sie Stress, da er Schübe auslösen kann.
Tipps für den Alltag
- Tragen Sie das Kind in atmungsaktiver, weicher Baumwollkleidung.
- Verwenden Sie milde, parfümfreie Waschmittel und kein Weichspüler.
- Vermeiden Sie Rauchen in der Umgebung des Kindes.
- Bei Bedarf die Wohnung mit einem Luftbefeuchter versorgen.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät wird nicht empfohlen, es sei denn, ein Allergietest hat eine Nahrungsmittelallergie bestätigt. Bewegung ist wichtig und in der Regel unbedenklich – aber achten Sie darauf, dass das Kind nicht überhitzt oder schwitzt, da Schweiß die Haut reizen kann. Nach dem Sport immer abduschen und eincremen.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Das Ekzem kann durch den ständigen Juckreiz und die sichtbaren Hautveränderungen für das Kind und die Eltern belastend sein. Schlafstörungen sind häufig. Es ist wichtig, sich Unterstützung zu holen und offen mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt über Sorgen zu sprechen.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Methode, um atopisches Ekzem zu verhindern. Bei Risikokindern (Eltern mit Allergien) kann eine gute Hautpflege von Geburt an das Risiko senken. Auch das ausschließliche Stillen in den ersten vier Monaten wird empfohlen.
Impfungen
Alle empfohlenen Impfungen sollten wie üblich durchgeführt werden. Bei einem akuten Schub kann der Impftermin jedoch verschoben werden. Besprechen Sie dies mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt.
Früherkennungsprogramme
Es gibt kein spezielles Screening auf Neurodermitis. Bei Risikokindern kann der Kinderarzt die Haut regelmäßig untersuchen und frühzeitig beraten.
Komplikationen
Unbehandelt
- Hautinfektionen durch Bakterien (Staphylokokken) oder Viren (Herpes simplex).
- Verdickung und Vergröberung der Haut (Lichenifikation) durch ständiges Kratzen.
- Schlafstörungen und Entwicklungsverzögerungen durch den ständigen Juckreiz.
- Psychische Belastung und sozialer Rückzug bei älteren Kindern.
Langzeitprognose
Die Prognose ist gut. Bei etwa 60-70 % der Kinder bessert sich das Ekzem bis zum Schulalter deutlich oder verschwindet ganz. Mit guter Hautpflege und rechtzeitiger Behandlung können Komplikationen vermieden werden. Viele Kinder haben nur noch gelegentlich trockene Haut.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2026
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