Endometriosis
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Endometriose ist eine Erkrankung, bei der Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter wächst – zum Beispiel an den Eierstöcken oder Eileitern. Dieses Gewebe verhält sich ähnlich wie die Gebärmutterschleimhaut und kann während der Periode Schmerzen und Entzündungen verursachen.
Wichtige Fakten
- Endometriose betrifft etwa 10 % aller Frauen im gebärfähigen Alter.
- Die Symptome können sehr unterschiedlich sein – von starken Regelschmerzen bis zu unerfülltem Kinderwunsch.
- Es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten, aber keine vollständige Heilung.
Ja, Endometriose ist eine häufige Erkrankung. Schätzungen zufolge ist etwa jede zehnte Frau im gebärfähigen Alter betroffen.
Endometriose tritt hauptsächlich bei Frauen und Menschen mit Gebärmutter auf, besonders im Alter zwischen 20 und 40 Jahren. Aber auch jüngere Mädchen und Frauen nach den Wechseljahren können betroffen sein.
Symptome
- Plötzliche, sehr starke Unterleibsschmerzen
- Fieber mit Unterleibsschmerzen (Hinweis auf eine Infektion)
- Ohnmachtsanfall oder Kreislaufprobleme
- ⚠Starke Blutungen, die nicht nachlassen
- ⚠Schmerzen, die mit normalen Schmerzmitteln nicht zu lindern sind
- ⚠Neue, unerklärliche Schmerzen
Häufige Symptome
- Starke Regelschmerzen (Fachbegriff: Dysmenorrhoe)
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Schmerzen beim Wasserlassen oder Stuhlgang während der Periode
- Unterleibsschmerzen auch außerhalb der Periode
- Unfruchtbarkeit (unerfüllter Kinderwunsch)
- Müdigkeit und Erschöpfung
Symptome bei Kindern
- Auch bei Jugendlichen sind starke, krampfartige Regelschmerzen möglich.
- Die Schmerzen können den Schulalltag und die Freizeit beeinträchtigen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Frauen können die Symptome nach den Wechseljahren nachlassen, aber Schmerzen und Beschwerden bleiben möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist noch nicht vollständig geklärt. Eine Theorie besagt, dass Menstruationsblut durch die Eileiter in den Bauchraum gelangt (retrograde Menstruation).
- Auch genetische Faktoren und eine veränderte Immunabwehr könnten eine Rolle spielen.
Risikofaktoren
- Frühe erste Regelblutung (vor dem 11. Lebensjahr)
- Kurze Menstruationszyklen (weniger als 27 Tage)
- Starke oder langanhaltende Regelblutungen
- Keine Geburten
- Familienangehörige mit Endometriose
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Plötzliche, unerträgliche Schmerzen
- Fieber und Unterleibsschmerzen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Anhaltende Regelschmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Probleme, schwanger zu werden
Diagnose
Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch und einer körperlichen Untersuchung. Der Arzt oder die Ärztin kann eine Ultraschalluntersuchung durchführen. Die sicherste Methode zur Diagnose ist eine Bauchspiegelung (Laparoskopie), bei der ein kleiner Schnitt gemacht wird, um mit einer Kamera in den Bauchraum zu schauen. Die Diagnose folgt den Empfehlungen der AWMF-Leitlinie (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften).
Mögliche Untersuchungen
- Gespräch über Symptome und Krankengeschichte
- Tastuntersuchung (vaginal und rektal)
- Ultraschall (vaginal oder über den Bauch)
- Magnetresonanztomographie (MRT) in speziellen Fällen
- Bauchspiegelung (Laparoskopie) zur Bestätigung
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind meist ambulant. Bei einer Bauchspiegelung kann der Arzt gleichzeitig Gewebeproben entnehmen oder kleine Herde entfernen. Nach dem Eingriff können Sie meist am selben oder nächsten Tag nach Hause. Ihr Frauenarzt wird Sie vorab genau informieren.
Behandlung
Die Behandlung von Endometriose hängt von den Symptomen, Ihrem Alter und einem eventuellen Kinderwunsch ab. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und die Fruchtbarkeit zu erhalten. Mögliche Behandlungen reichen von Medikamenten über Hormontherapien bis zu Operationen. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam den besten Plan besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärmeanwendungen auf den Unterleib (Wärmflasche, Bad)
- Entspannungsübungen wie Yoga oder Meditation
- Regelmäßige Bewegung (Spazierengehen, Schwimmen)
- Ausreichend Schlaf und Erholung
- Stressabbau durch Atemübungen oder leichte Sportarten
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung werden entzündungshemmende Medikamente (wie Ibuprofen – der Arzt wird Ihnen den genauen Namen nennen) und Hormonpräparate eingesetzt, die das Wachstum des Endometriosegewebes bremsen. In manchen Fällen kann eine Operation empfohlen werden. Die genaue Therapie wird individuell mit Ihrem Arzt abgestimmt. Bitte fragen Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin nach den für Sie passenden Medikamenten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Bauchspiegelung) kommt in Betracht, wenn Medikamente nicht ausreichen oder wenn ein Kinderwunsch besteht. Dabei können die Herde entfernt oder verödet werden. In schweren Fällen kann auch eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) erwogen werden, dies wird aber nur nach reiflicher Überlegung und Besprechung aller Folgen empfohlen.
Leben mit der Erkrankung
Endometriose kann den Alltag stark beeinflussen. Viele Frauen planen ihre Aktivitäten um die Menstruation herum. Es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören, sich Ruhepausen zu gönnen und sich nicht zu überfordern.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung, aber ohne Überanstrengung
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung
- Ausreichend Schlaf und Erholung
- Vermeidung von Stress, soweit möglich
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, Entzündungen zu reduzieren. Manche Frauen berichten, dass weniger rotes Fleisch und Zucker ihnen guttut. Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen kann Schmerzen lindern und das Wohlbefinden steigern.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und ein unerfüllter Kinderwunsch können sehr belastend sein. Viele Frauen fühlen sich traurig, ängstlich oder erschöpft. Es ist wichtig, sich Hilfe zu holen, zum Beispiel durch Gesprächstherapie, Selbsthilfegruppen oder psychologische Beratung.
Vorbeugung
Endometriose lässt sich nicht sicher verhindern, da die genauen Ursachen nicht bekannt sind. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung kann jedoch das Risiko möglicherweise senken. Auch die frühzeitige Behandlung von starken Regelbeschwerden kann helfen, die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen und eingeschränkte Lebensqualität
- Unfruchtbarkeit (Kinderwunsch kann unerfüllt bleiben)
- Bildung von Zysten (Endometriome) an den Eierstöcken
- Verwachsungen im Bauchraum, die zu weiteren Schmerzen und Problemen führen können
Langzeitprognose
Auch wenn Endometriose eine chronische Erkrankung ist, gibt es viele Möglichkeiten, die Symptome zu lindern und ein erfülltes Leben zu führen. Mit der richtigen Behandlung und Unterstützung können die meisten Frauen ihre Beschwerden gut in den Griff bekommen. Bei Kinderwunsch stehen moderne Methoden der Fortpflanzungsmedizin zur Verfügung. Es ist wichtig, nicht aufzugeben und sich frühzeitig Hilfe zu holen.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Endometriose-Vereinigung Deutschland e.V. ↗ · Deutschland
- Selbsthilfe Endometriose (SHG-Verzeichnis) ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.