Pre-eclampsia
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Präeklampsie ist eine Erkrankung während der Schwangerschaft, bei der der Blutdruck zu hoch wird und Eiweiß im Urin auftritt. Dies kann für Mutter und Kind gefährlich sein. Die Erkrankung tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf und erfordert eine engmaschige ärztliche Betreuung.
Wichtige Fakten
- Präeklampsie betrifft etwa 2 bis 8 von 100 Schwangeren.
- Der genaue Auslöser ist nicht vollständig bekannt, aber die Plazenta (Mutterkuchen) spielt eine wichtige Rolle.
- Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung senkt das Risiko schwerwiegender Komplikationen deutlich.
Präeklampsie ist eine relativ häufige Schwangerschaftskomplikation, tritt aber nicht bei jeder Schwangeren auf.
Betroffen sind Schwangere, insbesondere bei der ersten Schwangerschaft, bei Mehrlingen (z. B. Zwillingen) oder wenn bereits früher eine Präeklampsie aufgetreten ist. Auch Frauen über 40 Jahre oder mit bestimmten Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Sehr starke Kopfschmerzen, die nicht aufhören
- Plötzliche Sehstörungen, z. B. Doppelbilder oder Filmmern
- Kurzatmigkeit oder Atembeschwerden
- Anzeichen eines Krampfanfalls (wie Zuckungen oder Bewusstseinsverlust)
- Starke Schmerzen im Oberbauch (wie ein Druckgefühl)
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt
- ⚠Blutdruckwerte über 140/90 mmHg, die nicht sinken
- ⚠Plötzliche Schwellungen im Gesicht oder an den Händen
- ⚠Schnelle Gewichtszunahme (mehr als 2 kg in wenigen Tagen)
- ⚠Anhaltende Übelkeit oder Erbrechen
- ⚠Verminderte Kindsbewegungen
Häufige Symptome
- Hoher Blutdruck (über 140/90 mmHg)
- Eiweiß im Urin (wird beim Arzt festgestellt)
- Starke Schwellungen an Händen, Füßen oder im Gesicht
- Plötzliche Gewichtszunahme (mehr als 1 kg pro Woche)
- Kopfschmerzen, die nicht verschwinden
- Sehstörungen wie verschwommenes Sehen oder Lichtblitze
- Übelkeit oder Schmerzen im Oberbauch (rechts unter den Rippen)
Symptome bei Kindern
- Präeklampsie betrifft nicht direkt Kinder, sondern die schwangere Frau. Bei Frühgeburten kann es jedoch zu Komplikationen beim Kind kommen.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Präeklampsie tritt nur während der Schwangerschaft auf und betrifft daher keine älteren Erwachsenen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache der Präeklampsie ist unbekannt. Man geht davon aus, dass die Plazenta (Mutterkuchen) nicht richtig arbeitet. Dadurch werden Botenstoffe freigesetzt, die die Blutgefäße verengen und den Blutdruck steigen lassen.
Risikofaktoren
- Erste Schwangerschaft
- Frühere Präeklampsie in einer vorherigen Schwangerschaft
- Mehrlingsschwangerschaft (z. B. Zwillinge oder Drillinge)
- Alter über 40 Jahre
- Vorbestehende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes oder Nierenerkrankungen
- Übergewicht (Body-Mass-Index über 30)
- Bestimmte Autoimmunerkrankungen wie Lupus
- Schwangerschaft mit einer neuen Partnerschaft (längere Zeit zwischen den Schwangerschaften)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlichen starken Kopfschmerzen oder Sehstörungen sofort den Notarzt rufen oder ins Krankenhaus fahren (Notruf 112).
- Bei Blutdruckwerten über 160/110 mmHg oder Anzeichen eines Krampfanfalls sofort ärztliche Hilfe holen.
- Bei Oberbauchschmerzen oder Kurzatmigkeit umgehend Ihren Frauenarzt oder die Klinik aufsuchen.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Bei allen Routine-Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft wird Ihr Blutdruck gemessen und der Urin auf Eiweiß getestet. Nehmen Sie diese Termine unbedingt wahr.
- Wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben, kann Ihr Arzt engmaschigere Kontrollen vereinbaren.
Diagnose
Die Diagnose wird anhand von Blutdruckmessung und Urintest gestellt. Ihr Arzt wird auch Ihr Blut untersuchen und nach weiteren Symptomen fragen. In der Regel wird die Diagnose bei einer Vorsorgeuntersuchung oder im Krankenhaus gestellt.
Mögliche Untersuchungen
- Blutdruckmessung: mehrmalige Messung, um Bluthochdruck festzustellen (Werte über 140/90 mmHg gelten als erhöht).
- Urintest: Nachweis von Eiweiß im Urin (Proteinurie).
- Blutuntersuchung: Kontrolle der Leber- und Nierenwerte sowie der Blutgerinnung.
- Ultraschall: Überprüfung des Wachstums und der Fruchtwassermenge des Kindes.
- Doppler-Sonografie: Untersuchung der Durchblutung in der Gebärmutter und der Nabelschnur.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei Verdacht auf Präeklampsie werden Sie engmaschig überwacht – manchmal auch im Krankenhaus. Das klingt beängstigend, aber die regelmäßigen Kontrollen helfen, Komplikationen zu vermeiden. Ihr Arzt bespricht mit Ihnen die nächsten Schritte und ob eine stationäre Aufnahme nötig ist.
Behandlung
Die einzige Möglichkeit, eine Präeklampsie zu heilen, ist die Entbindung. Aber je nach Schweregrad und Schwangerschaftswoche wird Ihr Arzt versuchen, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten, um die Lungenreife des Kindes zu fördern. Die Behandlung umfasst Medikamente zur Blutdrucksenkung, zur Krampfverhütung und manchmal auch zur Lungenreifung des Kindes. Ihr Ärzteteam wird den Plan individuell mit Ihnen besprechen.
Selbsthilfe zu Hause
- Ruhe bewahren und viel liegen, am besten auf der linken Seite, um die Durchblutung der Plazenta zu verbessern.
- Blutdruck zu Hause regelmäßig messen und dokumentieren, wenn Ihr Arzt es empfiehlt.
- Stress vermeiden und ausreichend schlafen.
- Achten Sie auf Warnsignale wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen und melden Sie diese sofort.
- Nehmen Sie alle vereinbarten Kontrolltermine unbedingt wahr.
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann blutdrucksenkende Medikamente verschreiben, um den Blutdruck zu senken. Bei schwerer Präeklampsie werden Medikamente eingesetzt, um Krampfanfälle zu verhindern. Zudem können Kortikosteroide (Kortison) gegeben werden, um die Lungenreifung des Kindes zu beschleunigen, falls eine Frühgeburt notwendig wird. Alle Medikamente werden genau auf Ihre Situation abgestimmt. Bitte fragen Sie Ihren Arzt nach der für Sie passenden Behandlung.
Wann kommt eine Operation infrage?
Wenn die Präeklampsie sehr schwer ist oder das Kind in Gefahr ist, wird die Entbindung eingeleitet. Dies kann eine Einleitung der Geburt oder ein Kaiserschnitt sein. Die Entscheidung trifft der Arzt gemeinsam mit Ihnen – immer mit dem Ziel, Mutter und Kind bestmöglich zu schützen.
Leben mit der Erkrankung
Wenn bei Ihnen eine Präeklampsie diagnostiziert wurde, werden Sie in der Regel engmaschig betreut. Das bedeutet häufige Arztbesuche oder sogar einen Krankenhausaufenthalt. Versuchen Sie, sich viel auszuruhen und die Kontrolltermine einzuhalten. Ihr Ärzteteam ist für Sie da.
Tipps für den Alltag
- Viel Ruhe und Schlaf – am besten in Seitenlage.
- Vermeiden Sie anstrengende Tätigkeiten und Heben schwerer Lasten.
- Reduzieren Sie Stress – Yoga, Meditation oder leichte Spaziergänge können helfen (nach Rücksprache mit Ihrem Arzt).
- Verzichten Sie auf Rauchen und Alkohol.
- Trinken Sie ausreichend Wasser und vermeiden Sie koffeinhaltige Getränke in großen Mengen.
Ernährung und Bewegung
Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten. Reduzieren Sie Salz, um den Blutdruck nicht zusätzlich zu belasten. Leichte Bewegung wie Spazierengehen kann in Absprache mit Ihrem Arzt gut tun – aber übertreiben Sie es nicht. Hören Sie auf Ihren Körper.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Eine Präeklampsie-Diagnose kann Angst und Unsicherheit auslösen. Das ist völlig normal. Sprechen Sie mit Ihrem Partner, Ihrer Familie oder einer Hebamme über Ihre Sorgen. Auch eine professionelle Beratung kann helfen. Ihr Arzt kann Ihnen Anlaufstellen nennen.
Vorbeugung
Eine Präeklampsie lässt sich nicht immer verhindern. Wenn Sie ein hohes Risiko haben, kann Ihr Arzt Ihnen vorbeugend ein Medikament (z. B. niedrig dosiertes Aspirin) verschreiben. Manchmal wird auch die Einnahme von Calcium empfohlen. Sprechen Sie frühzeitig mit Ihrem Arzt über Ihre Risikofaktoren. Ein gesunder Lebensstil (gesunde Ernährung, Bewegung, Gewichtskontrolle) kann das Risiko senken.
Impfungen
Es gibt keine Impfung gegen Präeklampsie.
Früherkennungsprogramme
In den Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen gehört die Blutdruckmessung und Urinuntersuchung zum Standard. Wenn Sie ein erhöhtes Risiko haben, kann Ihr Arzt zusätzliche Tests durchführen, z. B. eine Doppler-Sonografie der Gebärmuttergefäße.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eklampsie (Krampfanfälle, die lebensbedrohlich sein können)
- Schlaganfall (durch sehr hohen Blutdruck)
- Organstörungen (z. B. Leber- oder Nierenschäden)
- Frühgeburt des Kindes
- Wachstumsstörungen des Kindes
- Im schlimmsten Fall Tod von Mutter oder Kind
Langzeitprognose
Mit frühzeitiger Erkennung, engmaschiger Überwachung und der richtigen Behandlung kommen die allermeisten Mütter und Kinder gut durch diese Erkrankung. Auch wenn eine Präeklampsie ernst genommen werden muss: Die heutige Medizin ist sehr gut darin, Mutter und Kind zu schützen. Nach der Entbindung klingt der Bluthochdruck meist wieder ab. Bei guter Betreuung und Nachsorge ist die Prognose in der Regel sehr günstig.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.