Uterine Fibroids
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Uterusmyome sind gutartige (nicht krebsartige) Wucherungen in der Gebärmutter. Sie bestehen aus Muskel- und Bindegewebe und können unterschiedlich groß sein – von stecknadelkopfgroß bis zu einer Grapefruit oder größer. Viele Frauen haben Myome, ohne es zu wissen, weil sie keine Beschwerden verursachen.
Wichtige Fakten
- Myome sind fast immer gutartig – sie entarten nur äußerst selten zu Krebs.
- Sie treten vor allem bei Frauen im gebärfähigen Alter auf und können nach den Wechseljahren kleiner werden.
- Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Abwarten über Medikamente bis zu Operationen – je nach Beschwerden und Kinderwunsch.
Ja, Myome sind sehr häufig. Etwa 40 bis 80 von 100 Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome. Viele merken davon nichts.
Myome treten vor allem bei Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Sie sind seltener bei jungen Frauen und bilden sich nach den Wechseljahren oft zurück. Frauen mit afrikanischer oder afroamerikanischer Abstammung haben ein höheres Risiko.
Symptome
- Sehr starke, nicht aufhörende Blutungen aus der Scheide (z. B. pro Stunde mehr als eine Binde voll)
- Plötzliche, heftige Schmerzen im Unterleib
- Kreislaufprobleme wie Schwindel, Ohnmacht oder schneller Herzschlag bei starken Blutungen
- ⚠Starke Blutungen, die Sie im Alltag stark einschränken
- ⚠Anhaltende Schmerzen, die mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln nicht besser werden
- ⚠Fieber oder Schüttelfrost zusätzlich zu den Beschwerden
Häufige Symptome
- Starke oder langanhaltende Regelblutungen
- Schmerzen im Unterleib oder Druckgefühl
- Häufiger Harndrang oder Verstopfung (wenn das Myom auf Blase oder Darm drückt)
- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
- Unterleibsschmerzen außerhalb der Regel
Symptome bei Kindern
- Bei Mädchen vor der Pubertät sind Myome extrem selten. Sollten dennoch Symptome wie Bauchschmerzen oder ungewöhnliche Blutungen auftreten, ist eine ärztliche Abklärung wichtig.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Nach den Wechseljahren bilden sich Myome meist zurück, da der Östrogenspiegel sinkt. Allerdings können bestehende Beschwerden wie Blutungen oder Druckgefühle noch eine Weile anhalten. Neue Blutungen nach der Menopause sollten immer ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig geklärt. Man geht davon aus, dass das Wachstum von Myomen mit den weiblichen Hormonen Östrogen und Progesteron zusammenhängt. Deshalb wachsen Myome oft in der fruchtbaren Phase und schrumpfen nach den Wechseljahren.
- Auch erbliche Faktoren spielen eine Rolle – Myome treten häufiger in manchen Familien auf.
Risikofaktoren
- Alter zwischen 30 und 50 Jahren
- Afrikanische oder afroamerikanische Abstammung
- Übergewicht oder starkes Übergewicht (Adipositas)
- Hoher Blutdruck
- Familienangehörige mit Myomen (z. B. Mutter, Schwester)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie sehr starke Blutungen haben, die Sie in Ihrer Lebensqualität einschränken
- Wenn Sie plötzlich starke Schmerzen im Unterleib verspüren
- Wenn die Blutungen zu Blutarmut (Müdigkeit, Blässe, Kurzatmigkeit) führen
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie regelmäßig starke oder langanhaltende Regelblutungen haben
- Wenn Sie Schmerzen oder Druck im Unterleib bemerken
- Wenn Sie Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang haben
- Bei unerfülltem Kinderwunsch
Diagnose
Myome werden meist bei einer Routineuntersuchung beim Frauenarzt entdeckt. Der Arzt oder die Ärztin kann sie oft schon beim Abtasten der Gebärmutter ertasten. Zur Bestätigung und genaueren Beurteilung werden bildgebende Verfahren eingesetzt.
Mögliche Untersuchungen
- Tastuntersuchung / Ultraschall (vaginaler oder Bauchultraschall): Damit lassen sich Lage, Größe und Anzahl der Myome bestimmen.
- Ggf. MRT (Magnetresonanztomographie): Wird nur bei unklaren Befunden oder vor einer Operation eingesetzt.
- Ggf. Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie): Wenn Myome in der Gebärmutterhöhle vermutet werden.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzarm und dauern nur wenige Minuten. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin wird Sie vorab über jeden Schritt informieren. Sie können jederzeit Fragen stellen.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach Ihren Beschwerden, Ihrem Alter, Ihrem Kinderwunsch und der Größe und Lage der Myome. Viele Myome müssen gar nicht behandelt werden. Nur wenn sie Beschwerden verursachen, wird über eine Therapie nachgedacht. Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (AWMF-Leitlinie) empfiehlt, immer die sanfteste Methode zu wählen.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärme (z. B. Wärmflasche) kann bei Unterleibsschmerzen helfen.
- Stressabbau durch Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation.
- Ausreichend Bewegung und eine ausgewogene Ernährung (viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte) können das allgemeine Wohlbefinden fördern – direkte Auswirkungen auf Myome sind aber nicht bewiesen.
Medizinische Behandlungen
Medikamentöse Behandlungen umfassen Hormonpräparate oder andere Arzneimittel, die das Myomwachstum bremsen oder die Blutungen reduzieren. Auch ein Hormonspirale kann bei starken Blutungen helfen. Welches Medikament für Sie infrage kommt, besprechen Sie am besten mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kann in Betracht gezogen werden, wenn die Beschwerden sehr stark sind, der Kinderwunsch erfüllt ist oder andere Behandlungen nicht helfen. Mögliche Verfahren sind die Myomentfernung (Myomektomie) oder die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie). Auch minimalinvasive Verfahren wie die Embolisation (Verklebung der Blutgefäße) oder Ultraschallbehandlungen gibt es. Die Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation ab.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Frauen mit Myomen haben keine Einschränkungen im Alltag. Bei stärkeren Blutungen kann es hilfreich sein, immer einen Wechselvorrat dabei zu haben und die Tage um die Regel herum etwas ruhiger zu planen. Nehmen Sie sich Zeit für sich, wenn die Beschwerden stärker sind.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus.
- Bewegung an der frischen Luft kann helfen, Stress abzubauen.
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus – das kann entlasten.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann das allgemeine Wohlbefinden unterstützen. Regelmäßige Bewegung – am besten eine Mischung aus Ausdauer und Kraft – hilft, Stress zu reduzieren und das Gewicht zu halten. Es gibt keine spezielle „Myom-Diät“, aber ein gesunder Lebensstil ist immer gut.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Starke Blutungen oder Schmerzen können belastend sein und zu Ängsten oder Niedergeschlagenheit führen. Auch ein unerfüllter Kinderwunsch durch Myome kann emotional belasten. Es ist wichtig, sich bei Bedarf Unterstützung zu holen – von Freunden, der Familie oder psychologischen Beratungsstellen. Bei akuter psychischer Krise können Sie sich jederzeit an die Telefonseelsorge (0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222) wenden.
Vorbeugung
Myome lassen sich nicht sicher verhindern. Ein gesunder Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und Normalgewicht kann das Risiko möglicherweise senken. Da die Hormone eine große Rolle spielen, gibt es aber keine Garantie.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine spezielle Vorsorgeuntersuchung speziell für Myome. Im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorge beim Frauenarzt werden Myome oft zufällig entdeckt. Frauen mit Beschwerden sollten aber nicht bis zur nächsten Vorsorge warten, sondern einen Termin vereinbaren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Starke Blutungen können zu Blutarmut (Anämie) mit Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und Kurzatmigkeit führen.
- Selten: Sehr große Myome können auf Harnleiter drücken und Nierenstauungen verursachen.
- In sehr seltenen Fällen: Bei plötzlichem, starkem Schmerz kann eine sogenannte Myomstieldrehung (Drehung eines gestielten Myoms) vorliegen, die notfallmäßig behandelt werden muss.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Myomen ist in der Regel sehr gut. Myome sind gutartig und viele Frauen haben nie Beschwerden. Wenn doch, gibt es heute viele wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die oft ohne größere Eingriffe auskommen. Nach den Wechseljahren nehmen Myome meist von selbst ab.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.