Erectile Dysfunction
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Erektile Dysfunktion, auch Impotenz genannt, bedeutet, dass ein Mann dauerhaft Schwierigkeiten hat, eine Erektion zu bekommen oder zu halten, die für befriedigenden Sex ausreicht. Dies ist keine Krankheit im klassischen Sinne, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann.
Wichtige Fakten
- Erektile Dysfunktion ist meist behandelbar.
- Seelische Faktoren wie Stress oder Ängste spielen oft eine große Rolle.
- Auch körperliche Ursachen wie Durchblutungsstörungen oder Diabetes können dahinterstecken.
Ja, erektile Dysfunktion kommt sehr häufig vor. Etwa jeder zehnte Mann ist betroffen, bei Männern über 40 Jahren sogar jeder zweite.
Sie kann Männer jeden Alters betreffen, tritt aber mit zunehmendem Alter häufiger auf. Auch jüngere Männer sind nicht gefeit, oft hängt es dann mit psychischen Belastungen zusammen.
Symptome
- Plötzlicher Verlust der Erektion zusammen mit starken Rückenschmerzen oder Harnverhalt (kein Urin mehr lassen können)
- Wenn die Erektionsstörung mit Taubheitsgefühl, Lähmungserscheinungen oder plötzlichen Sehstörungen einhergeht
- ⚠Wenn die Erektion schmerzhaft ist und länger als 4 Stunden anhält (Notfall: Priapismus)
- ⚠Wenn gleichzeitig Blut im Urin oder Schmerzen beim Wasserlassen auftreten
Häufige Symptome
- Probleme, eine Erektion zu bekommen
- Probleme, eine Erektion während des Geschlechtsverkehrs aufrechtzuerhalten
- Verringertes sexuelles Verlangen (Libido)
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern und Jugendlichen ist erektile Dysfunktion sehr selten und fast immer psychisch bedingt, zum Beispiel durch Leistungsdruck oder Angst.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Männern sind häufig körperliche Ursachen wie Arteriosklerose (Verhärtung der Blutgefäße) oder Diabetes der Grund. Die Erektion kann langsamer kommen und weniger fest sein.
- Wichtig: Nachlassen der Potenz ist nicht normal und sollte ärztlich abgeklärt werden.
Ursachen
Hauptursachen
- Durchblutungsstörungen (zum Beispiel durch Arteriosklerose)
- Nervenschäden (etwa durch Diabetes, Bandscheibenvorfall oder Operationen im Beckenbereich)
- Hormonstörungen (niedriger Testosteronspiegel)
- Psychische Faktoren: Stress, Ängste, Beziehungsprobleme, Depressionen
- Nebenwirkungen von Medikamenten (etwa Blutdruck- oder Antidepressiva)
- Lebensstil: Rauchen, übermäßiger Alkohol, Bewegungsmangel, Übergewicht
Risikofaktoren
- Alter über 40 Jahre
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Bluthochdruck, hohe Blutfette)
- Diabetes mellitus
- Übergewicht (Adipositas)
- Rauchen
- Psychische Erkrankungen wie Depressionen
- Bestimmte Medikamente (Fragen Sie Ihren Arzt)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Sie plötzlich eine Erektionsstörung bemerken, besonders nach einem Unfall oder einer Operation
- Wenn Sie zusätzlich Schmerzen in der Brust oder Atemnot haben
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Erektionsstörung länger als ein paar Wochen anhält und Sie belastet
- Wenn Sie auch andere Symptome wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder vermindertes sexuelles Verlangen bemerken
Diagnose
Der Arzt oder die Ärztin wird zuerst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen (Anamnese). Dabei werden Ihre Krankengeschichte, Ihr Lebensstil und Ihre Medikamente besprochen. Meist folgt eine körperliche Untersuchung.
Mögliche Untersuchungen
- Bluttests: Blutzucker, Blutfette, Hormone (Testosteron)
- Urinuntersuchung
- Ultraschall der Blutgefäße im Penis
- Nächtliche Erektionstests (um psychische von körperlichen Ursachen zu unterscheiden)
- Manchmal Überweisung zum Kardiologen oder Urologen
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose erfordert manchmal mehrere Schritte, ist aber meist unkompliziert. Der Arzt wird mit Ihnen besprechen, welche Tests sinnvoll sind. Seien Sie offen – es geht um Ihre Gesundheit.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Es gibt gute Erfolgsaussichten, die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen. Oft sind Lebensstiländerungen und die Behandlung von Grunderkrankungen der erste Schritt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegung und Sport (verbessert Durchblutung und senkt Stress)
- Gesunde Ernährung (weniger Fett, mehr Obst und Gemüse)
- Verzicht auf Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum
- Stressabbau durch Entspannungsübungen oder Gespräche mit dem Partner
- Ausreichend Schlaf
Medizinische Behandlungen
Medikamente, die die Durchblutung fördern, können helfen – Ihr Arzt wird das passende Mittel für Sie auswählen. Daneben gibt es Vakuumpumpen (mechanische Hilfen) und bei Bedarf Injektionen in den Penis, die die Erektion auslösen. Hormonersatztherapie kommt bei nachgewiesenem Testosteronmangel in Frage. Wichtig: Keines dieser Verfahren ohne ärztliche Anleitung anwenden.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation (Erektionprothese oder Gefäßoperation) kommt nur in seltenen Fällen in Frage, wenn alle anderen Behandlungen nicht helfen. Ihr Urologe wird dies mit Ihnen besprechen.
Leben mit der Erkrankung
Erektile Dysfunktion ist behandelbar – auch wenn es Zeit braucht. Sprechen Sie offen mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin. Vermeiden Sie Rückzug und Schuldgefühle. Die meisten Männer können mit der richtigen Hilfe wieder ein erfülltes Sexualleben führen.
Tipps für den Alltag
- Regelmäßige Bewegung (z. B. 30 Minuten Gehen oder Radfahren täglich)
- Gewichtsabnahme bei Übergewicht
- Rauchentwöhnung
- Alkoholkonsum reduzieren
- Stressmanagement (Yoga, Meditation, Hobbys)
Ernährung und Bewegung
Eine mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn und gesunden Fetten (Olivenöl, Nüsse) kann die Durchblutung verbessern. Bewegung, die das Herz-Kreislauf-System stärkt, wirkt sich direkt auf die Erektion aus.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Erektile Dysfunktion kann zu Frustration, Scham, Angst und vermindertem Selbstwertgefühl führen. Sie kann auch Beziehungen belasten. Psychologische Beratung oder Paartherapie kann sehr hilfreich sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt – das ist kein Grund zur Scham.
Vorbeugung
Nicht immer, aber ein gesunder Lebensstil senkt das Risiko erheblich. Dazu gehören: Nicht rauchen, maßvoller Alkoholkonsum, gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und Stressabbau. Die Behandlung von Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck ist ebenfalls wichtig.
Früherkennungsprogramme
Es gibt keine routinemäßige Vorsorge für erektile Dysfunktion. Beim Gesundheitscheck (Check-up 35) können Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck frühzeitig erkannt werden.
Komplikationen
Unbehandelt
- Verschlechterung der Lebensqualität und Beziehungsprobleme
- Zunahme von Angst und Depressionen
- Bei körperlicher Ursache (z. B. Herzerkrankung) kann die Grunderkrankung fortschreiten
Langzeitprognose
Die Prognose ist in den meisten Fällen gut, insbesondere bei frühzeitiger Behandlung. Mit einer Kombination aus Lebensstiländerungen, Gesprächstherapie und medizinischen Hilfen können die meisten Männer wieder eine zufriedenstellende Erektionsfähigkeit erlangen. Lassen Sie sich nicht entmutigen – Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
Lokale Organisationen
- Bundesverband für Urologische Patienten e.V. ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.