Factor V Leiden
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Factor-V-Leiden ist eine erbliche Veränderung des Blutes, die die Gefahr für Blutgerinnsel (Thrombosen) in den Venen erhöht. Das Blut gerinnt bei dieser Veränderung schneller als normal.
Wichtige Fakten
- Factor-V-Leiden ist die häufigste erbliche Ursache für venöse Thrombosen.
- Die Veränderung betrifft ein Protein namens Faktor V, das an der Blutgerinnung beteiligt ist.
- Nicht jeder mit dieser Veränderung bekommt automatisch eine Thrombose – viele Menschen haben nie Symptome.
In Deutschland haben etwa 5 bis 8 von 100 Menschen die Genveränderung. Sie ist also recht häufig.
Menschen jeden Alters und Geschlechts können die Veränderung haben, da sie vererbt wird. Besonders betroffen sind Menschen mit zusätzlichen Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder langer Bettlägerigkeit.
Symptome
- Plötzliche starke Atemnot
- Brustschmerz, der in den Arm oder Kiefer ausstrahlt
- Husten mit Blut
- Bewusstlosigkeit oder Ohnmacht
- ⚠Schwellung, Schmerz oder Wärmegefühl in einem Bein, das nicht nachlässt
- ⚠Starke Rötung oder Verfärbung einer Extremität
Häufige Symptome
- Die meisten Menschen mit Factor-V-Leiden haben keine Symptome, bis ein Blutgerinnsel auftritt.
- Schwellung, Schmerz und Rötung in einem Bein (typisch für eine tiefe Venenthrombose).
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerz (kann auf eine Lungenembolie hinweisen).
Symptome bei Kindern
- Kinder zeigen selten Symptome; falls doch, können Blutgerinnsel in Armen oder Beinen auftreten.
- Selten: Schwellung oder Verfärbung eines Gliedes ohne ersichtlichen Grund.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Im Alter steigt das Risiko für Blutgerinnsel, besonders nach Operationen oder bei längerem Liegen.
- Wiederkehrende Thrombosen sind möglich.
Ursachen
Hauptursachen
- Die Ursache ist eine erbliche Veränderung im Faktor-V-Gen. Diese führt dazu, dass das Blut schneller gerinnt als normal.
- Die Vererbung folgt einem autosomal-dominanten Muster: Ein Elternteil mit der Veränderung gibt es an etwa die Hälfte der Kinder weiter.
Risikofaktoren
- Rauchen
- Übergewicht (Adipositas)
- Einnahme der Antibabypille oder Hormonersatztherapie
- Schwangerschaft und Wochenbett
- Lange Bettruhe oder lange Flugreisen (über 4 Stunden)
- Operationen oder Verletzungen
- Krebserkrankungen
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Bei plötzlicher Beinschwellung oder -schmerz, der nicht weggeht.
- Bei unerklärlicher Atemnot oder Brustschmerz.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn in Ihrer Familie bereits Blutgerinnsel aufgetreten sind, besonders in jungen Jahren oder ohne ersichtlichen Grund.
- Vor einer Schwangerschaft oder einer Operation, falls Sie die Veranlagung kennen.
Diagnose
Die Diagnose erfolgt durch einen Bluttest, der nach der Genveränderung sucht. Der Test kann auch zeigen, ob Sie eine oder zwei Kopien der Veränderung haben (homozygot oder heterozygot).
Mögliche Untersuchungen
- Gerinnungstest (aPTT) – kann auffällig sein, ist aber nicht spezifisch.
- Genetischer Test auf die Faktor-V-Leiden-Mutation.
- Aktivierter Protein-C-Resistenz-Test (APC-Resistenz) – ein Funktionstest.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird eine Blutprobe nehmen und in ein Labor schicken. Die Auswertung dauert einige Tage. Meist wird der Test von einem Internisten oder Hämostaseologen (Gerinnungsspezialist) angeordnet.
Behandlung
Eine Behandlung ist nur dann nötig, wenn bereits ein Blutgerinnsel aufgetreten ist oder ein hohes Risiko besteht. Ziel ist es, neue Gerinnsel zu verhindern. Die Behandlung wird immer individuell mit einem Arzt abgestimmt.
Selbsthilfe zu Hause
- Bewegen Sie sich regelmäßig, besonders nach langem Sitzen oder Flugreisen.
- Trinken Sie ausreichend Wasser, um das Blut dünnflüssig zu halten.
- Vermeiden Sie Übergewicht und Rauchen.
- Tragen Sie bei langen Reisen Kompressionsstrümpfe, wenn der Arzt sie empfiehlt.
Medizinische Behandlungen
Zur Vorbeugung oder Behandlung von Blutgerinnseln können gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) eingesetzt werden. Diese verschreibt der Arzt nach einer genauen Risikoabwägung. Die Therapiedauer hängt davon ab, ob es sich um einen ersten oder wiederholten Vorfall handelt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Vor einer Operation kann eine vorübergehende Blutverdünnung nötig sein. Das wird im Vorgespräch mit dem Anästhesisten oder Chirurgen besprochen.
Leben mit der Erkrankung
Die meisten Menschen mit Factor-V-Leiden können ein völlig normales Leben führen. Achten Sie auf Warnzeichen wie Beinschwellungen und nutzen Sie vorbeugende Maßnahmen in Risikosituationen.
Tipps für den Alltag
- Nicht rauchen.
- Gesundes Körpergewicht halten.
- Regelmäßige Bewegung – tägliche Spaziergänge oder leichter Sport.
- Vorsicht bei Hormonpräparaten – bitte vorher ärztlich beraten lassen.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst unterstützt die allgemeine Gesundheit. Sport wie Schwimmen, Radfahren oder Walking fördert die Durchblutung. Vermeiden Sie langes Sitzen ohne Bewegung.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Die Diagnose kann verunsichern. Viele haben Angst vor einer Thrombose. Es hilft, sich über die tatsächlichen Risiken zu informieren und mit dem Arzt einen persönlichen Plan zu erstellen. Bei starker Belastung kann ein Gespräch mit einem Psychologen oder Selbsthilfegruppen hilfreich sein.
Vorbeugung
Die Veranlagung an sich kann nicht verhindert werden, da sie angeboren ist. Aber das Risiko für Blutgerinnsel kann durch gesunde Lebensweise und Vermeidung von zusätzlichen Risikofaktoren deutlich gesenkt werden.
Impfungen
veraltet – nicht zutreffend
Früherkennungsprogramme
Ein generelles Screening der Bevölkerung wird nicht empfohlen. Eine Untersuchung ist sinnvoll bei Personen mit familiärer Thrombosebelastung oder unerklärlichen Thrombosen in jungen Jahren.
Komplikationen
Unbehandelt
- Tiefe Venenthrombose (DVT) – oft im Bein oder Becken.
- Lungenembolie – wenn ein Gerinnsel in die Lunge wandert.
- Wiederkehrende Thrombosen – besonders bei unbehandelten Risikofaktoren.
Langzeitprognose
Die Prognose ist gut, wenn Risikofaktoren erkannt und vermieden werden. Nur ein kleiner Teil der Betroffenen erlebt jemals eine Thrombose. Mit modernen Vorbeugungsstrategien können die meisten Menschen ihr Leben ohne größere Einschränkungen führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 17. Juli 2026
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