Fibromyalgia living in adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die weit verbreitete Schmerzen, Müdigkeit und Schlafstörungen verursacht. Der Name bedeutet 'Schmerz in Muskeln und Bindegewebe'. Die Beschwerden sind nicht durch eine andere Krankheit erklärbar und können von Tag zu Tag schwanken.
Wichtige Fakten
- Fibromyalgie ist keine eingebildete Krankheit – die Schmerzen sind real und werden im Gehirn anders verarbeitet.
- Die Erkrankung verläuft meist in Schüben: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit besseren Zeiten ab.
- Es gibt keine Heilung, aber eine gute Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern.
Ja, Fibromyalgie ist eine der häufigsten chronischen Schmerzerkrankungen. In Deutschland sind schätzungsweise 1,5 bis 3 Millionen Menschen betroffen.
Fibromyalgie tritt bei Frauen etwa sechs- bis siebenmal häufiger auf als bei Männern. Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen, am häufigsten zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr.
Symptome
- Plötzliche, starke Brustschmerzen oder Engegefühl in der Brust, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten.
- Schwere Kurzatmigkeit ohne erkennbare Ursache.
- Gedanken, sich selbst zu verletzen oder Suizidgedanken.
- Plötzliche Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen (Schlaganfallzeichen).
- ⚠Starke, neu auftretende Schmerzen, die mit den üblichen Maßnahmen nicht nachlassen.
- ⚠Fieber über 39 °C in Kombination mit Gelenkschwellungen oder Hautausschlag.
- ⚠Starke Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall, die zu Flüssigkeitsverlust führen.
- ⚠Anhaltende Verwirrtheit oder starke Konzentrationsstörungen, die den Alltag unmöglich machen.
Häufige Symptome
- Weit verbreitete Schmerzen in Muskeln, Sehnen und Gelenken – oft auf beiden Körperseiten.
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung, die sich durch Schlaf nicht bessert.
- Morgensteifigkeit der Gelenke.
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (Fibro-Nebel).
- Schlafstörungen, zum Beispiel unruhiger Schlaf und häufiges Aufwachen.
- Kopfschmerzen und Migräne.
- Reizdarm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.
- Überempfindlichkeit gegen Licht, Lärm oder Temperaturveränderungen.
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Füßen.
Symptome bei Kindern
- Fibromyalgie bei Kindern ist selten. Die Symptome ähneln denen Erwachsener, aber Kinder klagen oft über starke Müdigkeit, Bauchschmerzen und können schlecht einschlafen.
- Schmerzen konzentrieren sich häufig auf die Beine und den unteren Rücken.
- Kinder mit Fibromyalgie haben oft auch Stimmungsschwankungen und fühlen sich von Gleichaltrigen ausgegrenzt.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen kann Fibromyalgie leicht mit Arthrose oder anderen Altersbeschwerden verwechselt werden.
- Die Schmerzen sind oft stärker in den Schultern, Hüften und im unteren Rücken.
- Ältere Menschen leiden häufiger unter Schlafstörungen und Depressionen als jüngere Patientinnen und Patienten.
Ursachen
Hauptursachen
- Eine genaue Ursache ist nicht bekannt. Fachleute gehen davon aus, dass das zentrale Nervensystem Schmerzreize anders verarbeitet – Reize, die normalerweise nicht wehtun, werden als schmerzhaft empfunden (verstärkte Schmerzwahrnehmung).
- Möglicherweise spielen genetische Veranlagung und Umweltfaktoren eine Rolle.
- Oft wird die Erkrankung durch körperliche oder seelische Belastungen ausgelöst, zum Beispiel durch Unfälle, Operationen, Infektionen oder Stress.
Risikofaktoren
- Weibliches Geschlecht (Frauen sind deutlich häufiger betroffen).
- Erblichkeit – in Familien mit Fibromyalgie-Erkrankten ist das Risiko erhöht.
- Bestehende chronische Schmerzerkrankungen wie Rheuma oder Rückenschmerzen.
- Psychische Belastungen wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen.
- Bewegungsmangel und Übergewicht.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Sie haben starke Schmerzen oder andere Beschwerden, die Sie nicht selbst in den Griff bekommen.
- Sie fühlen sich über Tage oder Wochen so erschöpft, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können.
- Sie bemerken plötzliche Veränderungen Ihrer Symptome – zum Beispiel neue Schmerzorte oder Taubheitsgefühle.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Sie leiden seit längerer Zeit (mehrere Monate) unter weit verbreiteten Schmerzen und Müdigkeit ohne erkennbare Ursache.
- Ihre Beschwerden beeinträchtigen Ihre Arbeit, Ihr soziales Leben oder Ihre Stimmung.
- Sie möchten eine genaue Diagnose und besprechen, welche Behandlungen für Sie in Frage kommen.
Diagnose
Die Diagnose wird anhand Ihrer Beschwerden und einer gründlichen ärztlichen Untersuchung gestellt. Es gibt keinen einfachen Test oder Bluttest, der Fibromyalgie eindeutig nachweist. Ärztinnen und Ärzte schließen zunächst andere Erkrankungen aus (Ausschlussdiagnose).
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über Ihre Schmerzgeschichte und Begleitbeschwerden.
- Körperliche Untersuchung, bei der die Arztin oder der Arzt bestimmte Druckpunkte testet.
- Blutuntersuchungen, um Entzündungen oder rheumatische Erkrankungen auszuschließen.
- Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT sind meist nicht nötig, es sei denn, es bestehen Hinweise auf andere Ursachen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann einige Zeit in Anspruch nehmen, da andere Krankheiten ausgeschlossen werden müssen. Sie werden wahrscheinlich zu Fachärztinnen wie Rheumatologen oder Schmerztherapeuten überwiesen. Lassen Sie sich Zeit und scheuen Sie sich nicht, eine zweite Meinung einzuholen.
Behandlung
Die Behandlung von Fibromyalgie zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Schlafqualität zu verbessern und den Alltag leichter zu machen. Eine Kombination aus Bewegung, Entspannung, Gesprächstherapie und manchmal Medikamenten ist am wirksamsten. Es gibt kein Standardrezept – die Behandlung wird individuell auf Sie abgestimmt.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige moderate Bewegung wie Spazierengehen, Schwimmen oder Yoga – hören Sie auf Ihren Körper und übertreiben Sie nicht.
- Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Atemübungen oder Meditation.
- Feste Tagesstruktur mit ausreichend Pausen und einem gleichmäßigen Schlafrhythmus.
- Wärme anwenden – warme Bäder, Heizkissen oder warme Wickel können verspannte Muskeln lockern.
- Stress vermeiden oder abbauen, zum Beispiel durch Hobbys, soziale Kontakte oder Achtsamkeit.
Medizinische Behandlungen
Je nach Schweregrad können Ärztinnen und Ärzte Medikamente empfehlen, die die Schmerzverarbeitung im Gehirn beeinflussen. Dazu gehören bestimmte Antidepressiva in niedriger Dosierung und Medikamente gegen Nervenschmerzen. Auch eine begleitende Physiotherapie, Ergotherapie und psychologische Betreuung (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) können helfen. Wichtig: Besprechen Sie alle Behandlungen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – nehmen Sie keine Medikamente auf eigene Faust ein.
Leben mit der Erkrankung
Fibromyalgie erfordert oft eine Anpassung des Lebensstils. Lernen Sie, Ihre Kräfte einzuteilen: Planen Sie Aktivitäten in kleinen Schritten und gönnen Sie sich Ruhepausen. Kommunizieren Sie offen mit Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen über Ihre Erkrankung – so können Sie Verständnis und Unterstützung bekommen.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf einen festen Schlafrhythmus – gehen Sie möglichst zur gleichen Zeit ins Bett und stehen Sie zur gleichen Zeit auf.
- Bewegen Sie sich regelmäßig, aber ohne Druck – sanfte Aktivitäten wie Tai Chi oder Qi Gong sind besonders geeignet.
- Reduzieren Sie Stress durch Entspannungstechniken, Zeit in der Natur oder ein Hobby, das Ihnen Freude macht.
- Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum – beides kann die Schmerzwahrnehmung verstärken.
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und gesunden Fetten kann helfen, Entzündungen im Körper zu reduzieren. Manche Menschen mit Fibromyalgie berichten, dass sie von Gluten oder Zucker mehr Schmerzen bekommen – probieren Sie aus, was für Sie persönlich gut tut. Bewegung ist sehr wichtig: Beginnen Sie mit kleinen Einheiten (z. B. 5–10 Minuten Spaziergang) und steigern Sie sich langsam.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fibromyalgie belastet oft die Psyche. Die ständigen Schmerzen und die Einschränkungen können zu Niedergeschlagenheit, Angst oder sozialem Rückzug führen. Es ist völlig normal, sich manchmal überfordert zu fühlen. Scheuen Sie sich nicht, mit einer Psychologin oder einem Psychotherapeuten zu sprechen – das ist ein wichtiger Teil der Behandlung.
Vorbeugung
Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht, da die genauen Ursachen noch nicht vollständig verstanden sind. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, Stressabbau und gutem Schlaf kann jedoch das Risiko verringern oder den Verlauf günstig beeinflussen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen und starke Müdigkeit können zu langanhaltender Arbeitsunfähigkeit und sozialem Rückzug führen.
- Häufig treten Begleiterkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder Reizdarmsyndrom auf.
- Bei fehlender Behandlung verstärken sich die Beschwerden oft weiter – die Schmerzverarbeitung verschlechtert sich im Lauf der Zeit.
Langzeitprognose
Fibromyalgie ist zwar nicht heilbar, aber mit einer guten Behandlung und Selbstfürsorge kann die Lebensqualität deutlich verbessert werden. Viele Menschen erleben Phasen, in denen die Beschwerden weniger sind. Ein aktives Management der Erkrankung und Unterstützung durch medizinische Fachkräfte können Ihnen helfen, ein erfülltes Leben zu führen.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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