Fibromyalgia living in children
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fibromyalgie ist eine Erkrankung, bei der der Körper an vielen Stellen Schmerz empfindet, ohne dass eine Verletzung oder Entzündung vorliegt. Das Gehirn verarbeitet Schmerzsignale anders als gewohnt. Kinder und Jugendliche können ebenfalls betroffen sein. Die Erkrankung ist nicht gefährlich, aber belastend.
Wichtige Fakten
- Fibromyalgie ist eine echte, anerkannte Erkrankung – kein Einbildung.
- Die Schmerzen sind nicht durch eine körperliche Schädigung verursacht.
- Mit der richtigen Behandlung können die Beschwerden oft besser werden.
- Auch Kinder und Jugendliche können erkranken.
Fibromyalgie ist bei Kindern seltener als bei Erwachsenen, aber sie tritt auf. Schätzungen gehen von etwa 1 bis 4 von 100 Kindern aus.
Betroffen sind Mädchen häufiger als Jungen, meist im Alter von 10 bis 15 Jahren. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig verstanden.
Symptome
- Selbstverletzungsgedanken oder Gedanken an Suizid – sofort Notruf 112 oder die nächste psychiatrische Notaufnahme kontaktieren
- plötzliche, unerträgliche Schmerzen, die auf keine Behandlung ansprechen
- ⚠Fieber in Kombination mit neuen, starken Schmerzen – das könnte auf eine andere Erkrankung hindeuten
- ⚠plötzliche Lähmungen oder Sprachstörungen – Schlaganfall ausschließen
- ⚠akute Verwirrtheit oder Bewusstseinsverlust
Häufige Symptome
- weit verbreitete Schmerzen im ganzen Körper, die länger als drei Monate anhalten
- ständige Müdigkeit und Erschöpfung, auch nach Schlaf
- Schlafstörungen – unruhiger Schlaf, kein erholsamer Schlaf
- Probleme mit Konzentration und Gedächtnis („Fibro-Nebel“)
- empfindliche Reaktion auf Berührung, Druck oder Temperatur
Symptome bei Kindern
- Schmerzen wie bei einem schweren Muskelkater, die immer wieder kommen
- Wachstumsschmerzen, die sich schlecht von normalen Wachstumsschmerzen unterscheiden lassen
- häufige Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen ohne erkennbare Ursache
- Probleme in der Schule durch Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit oder Rückzug von Freunden und Familie
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei Erwachsenen sind die Symptome oft langjähriger und stabiler.
- Zusätzlich können Steifigkeit, Schwellungsgefühl in Händen und Füßen sowie Muskelkrämpfe auftreten.
- Die Schmerzpunkte (Tender Points) sind bei älteren Erwachsenen oft ausgeprägter.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist unbekannt. Fachleute gehen von einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren aus.
- Das Schmerzverarbeitungssystem im Gehirn und Rückenmark funktioniert anders als gesund.
- Mögliche Auslöser sind: körperliche oder seelische Belastungen, Infektionen, Verletzungen oder Operationen.
- Auch genetische Veranlagung spielt eine Rolle – in manchen Familien tritt Fibromyalgie häufiger auf.
Risikofaktoren
- weibliches Geschlecht (Mädchen sind häufiger betroffen)
- familiäre Vorbelastung – wenn Verwandte ersten Grades Fibromyalgie haben
- das Vorliegen anderer chronischer Schmerzerkrankungen wie Migräne oder Reizdarmsyndrom
- psychische Belastungen wie Stress, Ängste oder schwierige Lebensereignisse
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn Ihr Kind über starke, anhaltende Schmerzen klagt, die den Alltag stark beeinträchtigen.
- Wenn Ihr Kind plötzlich sehr lethargisch wirkt oder nicht mehr aufstehen mag.
- Wenn Selbstverletzungsgedanken oder Suizidgedanken auftreten – sofort Hilfe holen!
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn die Beschwerden länger als 1–2 Monate andauern, sollten Sie einen Kinder- und Jugendarzt aufsuchen.
- Wenn Ihr Kind wegen Schmerzen regelmäßig die Schule verpasst oder nicht mit Freunden spielen kann.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Beschwerden von Arztbesuch zu Arztbesuch nicht besser werden.
Diagnose
Die Diagnose wird durch eine Ärztin oder einen Arzt gestellt, meist eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt mit Erfahrung in Schmerzmedizin. Es gibt keinen einfachen Test. Die Diagnose stützt sich auf die Krankengeschichte, eine körperliche Untersuchung und das Ausschließen anderer Erkrankungen.
Mögliche Untersuchungen
- Ausführliches Gespräch über die Beschwerden, die Dauer und die Auswirkungen auf den Alltag.
- Körperliche Untersuchung, um Druckpunkte (Tender Points) oder andere Ursachen zu finden.
- Blut- und Urinuntersuchungen, um Entzündungen oder andere Krankheiten auszuschließen.
- Manchmal auch Fragebögen zur Schmerzintensität und Lebensqualität.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Die Diagnose kann einige Zeit in Anspruch nehmen, weil andere Erkrankungen erst ausgeschlossen werden müssen. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Eine klare Diagnose ist der erste Schritt zu einer guten Behandlung.
Behandlung
Die Behandlung von Fibromyalgie bei Kindern zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Ein Team aus Ärzten, Physiotherapeuten, Psychologen und Ernährungsberatern kann helfen. Die Behandlung ist immer auf das einzelne Kind abgestimmt.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung – am besten Ausdauersport wie Schwimmen, Radfahren oder Spazierengehen, aber nicht zu anstrengend.
- Ausgeruhter und fester Schlaf – gleiche Schlafenszeiten, ruhiges Zimmer, kein Bildschirm vor dem Einschlafen.
- Stressbewältigung – Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung oder Atemübungen.
- Wärmeanwendungen – bei Schmerzen helfen warme Bäder, Wärmflaschen oder Heizdecken.
- Tagebuch führen – aufschreiben, wann die Schmerzen auftreten und was dagegen hilft, um Muster zu erkennen.
Medizinische Behandlungen
Medikamente werden nur eingesetzt, wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen. Die Behandlung erfolgt immer unter ärztlicher Aufsicht. Mögliche Ansätze sind Schmerzmittel, die auf das Nervensystem wirken, aber spezifische Namen werden hier nicht genannt. Auch Antidepressiva in niedriger Dosierung können helfen, den Schlaf zu verbessern. Pflaster oder Cremes zur lokalen Schmerzlinderung sind ebenfalls möglich. Wichtig: Keine Selbstmedikation ohne Rücksprache mit dem Arzt!
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation kommt bei Fibromyalgie in der Regel nicht infrage, da keine strukturelle Schädigung vorliegt, die operiert werden könnte.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Fibromyalgie erfordert Anpassungen. Ein fester Tagesablauf mit ausreichend Pausen und Schlaf hilft. Kinder sollten weiterhin zur Schule gehen und Freunde treffen, aber in ihrem eigenen Tempo. Es ist wichtig, dass Eltern, Lehrer und Freunde die Erkrankung verstehen und das Kind unterstützen.
Tipps für den Alltag
- Ein ausgewogener Tagesablauf mit festen Zeiten für Schule, Bewegung, Ruhe und Schlaf.
- Bewegung einplanen – auch kurze Spaziergänge oder Dehnübungen sind wirksam.
- Entspannungstechniken in den Alltag einbauen (z. B. kurze Meditation, Fantasiereisen).
- Vermeidung von Überforderung – lernen, Nein zu sagen und Pausen zu machen.
- Austausch mit anderen betroffenen Kindern oder Jugendlichen (z. B. in Selbsthilfegruppen).
Ernährung und Bewegung
Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann helfen, das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen. Es gibt keine spezielle „Fibromyalgie-Diät“. Bewegung ist sehr wichtig: Leichte bis moderate Aktivität verbessert die Schmerzkontrolle, die Stimmung und die Schlafqualität. Vermeiden Sie aber Überanstrengung – beginnen Sie langsam und steigern Sie sich.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen und Müdigkeit können auf die Psyche schlagen. Kinder fühlen sich oft missverstanden, werden traurig oder ängstlich. Das ist normal. Wichtig ist, darüber zu sprechen – mit den Eltern, dem Arzt oder einer Psychologin. Bei Gedanken an Selbstverletzung oder Suizid sofort Hilfe holen (Notruf 112, nächste Klinik). Psychotherapie kann helfen, mit den Schmerzen umzugehen und die Lebensfreude zurückzugewinnen.
Vorbeugung
Man kann Fibromyalgie nicht sicher verhindern, da die genauen Ursachen nicht bekannt sind. Ein gesunder Lebensstil mit Bewegung, gutem Schlaf und Stressbewältigung kann aber das Risiko verringern oder die Erkrankung günstig beeinflussen.
Komplikationen
Unbehandelt
- Ohne angemessene Behandlung können die Schmerzen chronisch werden und den Alltag stark einschränken.
- Schulprobleme durch häufige Fehlzeiten und Konzentrationsschwierigkeiten.
- Sozialer Rückzug und Vereinsamung, weil das Kind sich nicht mehr in der Lage fühlt, Aktivitäten nachzugehen.
- Begleitende psychische Störungen wie Depressionen und Angstzustände.
Langzeitprognose
Die Prognose bei Kindern und Jugendlichen ist oft besser als bei Erwachsenen. Viele erleben mit der Zeit eine deutliche Besserung der Beschwerden. Die Erkrankung heilt nicht vollständig aus, aber mit der richtigen Behandlung und Unterstützung kann Ihr Kind ein erfülltes, aktives Leben führen. Bleiben Sie zuversichtlich – die Medizin hat heute viele Wege, die Lebensqualität zu verbessern.
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
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