Fibromyalgia living in older adults
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, bei der Menschen weit verbreitete Schmerzen im ganzen Körper haben. Die Schmerzen sind oft von Müdigkeit, Schlafstörungen und Gedächtnisproblemen begleitet. Es handelt sich um eine nicht entzündliche Erkrankung, die die Muskeln und das Bindegewebe betrifft.
Wichtige Fakten
- Fibromyalgie betrifft häufiger Frauen als Männer, besonders im höheren Alter.
- Die genaue Ursache ist unbekannt, aber es wird angenommen, dass das zentrale Nervensystem überempfindlich auf Schmerzsignale reagiert.
- Es gibt keine Heilung, aber mit einer Kombination aus Bewegung, Stressmanagement und medikamentöser Behandlung können die Symptome deutlich gebessert werden.
- Die Diagnose erfolgt durch Anamnese und körperliche Untersuchung – es gibt keinen spezifischen Labortest.
Fibromyalgie ist eine häufige Erkrankung. Etwa 2 bis 5 Prozent der Bevölkerung sind betroffen, wobei die Häufigkeit mit dem Alter zunimmt. Viele ältere Menschen haben diese Erkrankung, ohne es zu wissen.
Fibromyalgie kann jeden treffen, am häufigsten sind jedoch Frauen im mittleren bis höheren Alter betroffen. Auch ältere Männer können erkranken, aber seltener. Die Erkrankung kann auch bei jungen Erwachsenen und manchmal bei Kindern auftreten.
Symptome
- Plötzliche starke Schmerzen in der Brust, die auf einen Herzinfarkt hindeuten könnten.
- Atemnot oder Atembeschwerden, die nicht auf Asthma oder eine Erkältung zurückzuführen sind.
- Suizidgedanken oder der Gedanke, sich selbst zu verletzen.
- Lähmungen oder plötzliche Schwäche in einem Arm oder Bein.
- Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit.
- ⚠Starke Schmerzen, die durch die üblichen Maßnahmen nicht gelindert werden.
- ⚠Plötzliche Verschlechterung der Sehfähigkeit oder Doppelbilder.
- ⚠Anhaltendes hohes Fieber ohne erkennbare Ursache.
- ⚠Schwellungen oder Rötungen in den Gelenken, die auf eine andere Erkrankung hindeuten könnten.
Häufige Symptome
- Weit verbreitete Schmerzen in Muskeln, Gelenken und Weichteilen (Druckempfindlichkeit)
- Chronische Müdigkeit und Erschöpfung, auch nach ausreichend Schlaf
- Schlafstörungen, z. B. Einschlaf- oder Durchschlafprobleme
- Konzentrationsschwierigkeiten und Gedächtnisprobleme („Fibro-Fog“)
- Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen oder Migräne
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Händen und Füßen
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen
- Reizdarmsyndrom mit Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall
Symptome bei Kindern
- Bei Kindern ähneln die Symptome denen von Erwachsenen, aber Kinder klagen oft über wachsende Schmerzen in den Beinen oder Armen, Müdigkeit und schlechten Schlaf. Die Diagnose wird oft erst spät gestellt, da viele Symptome als normale Wachstums- oder Entwicklungsphase gedeutet werden.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Menschen können die Schmerzen stärker ausgeprägt sein und mit anderen Erkrankungen wie Arthrose oder Osteoporose verwechselt werden.
- Die Müdigkeit ist oft belastender und kann zu vermehrter sozialer Isolation führen.
- Altersbedingte Gedächtnisstörungen können durch den „Fibro-Fog“ verstärkt werden, was die Selbstständigkeit einschränkt.
- Ältere Erwachsene haben häufiger multiple Begleiterkrankungen, was die Diagnose erschwert.
- Schlafstörungen sind besonders häufig und können auf andere altersbedingte Schlafprobleme treffen.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache der Fibromyalgie ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass eine Störung der Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem vorliegt.
- Chronische Infektionen oder Verletzungen können die Erkrankung auslösen.
- Psychische Belastungen wie Trauer, Stress oder Traumata können das Risiko erhöhen.
- Es gibt Hinweise auf eine genetische Veranlagung, da Fibromyalgie in manchen Familien gehäuft auftritt.
Risikofaktoren
- Alter: Die Erkrankung tritt häufiger ab dem 40. Lebensjahr auf.
- Geschlecht: Frauen erkranken etwa zwei- bis dreimal häufiger als Männer.
- Körperliche oder seelische Traumata in der Vergangenheit.
- Andere rheumatische Erkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis.
- Schlafstörungen oder chronische Erschöpfung.
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Wenn die Schmerzen so stark werden, dass Sie Ihren Alltag nicht mehr bewältigen können.
- Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre Symptome auf eine ernstere Erkrankung hindeuten (z. B. Brustschmerz, Lähmungen).
- Wenn Suizidgedanken auftreten.
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Wenn Sie seit mehr als drei Monaten weit verbreitete Schmerzen haben.
- Wenn Sie unter Müdigkeit, Schlafstörungen oder Konzentrationsproblemen leiden, die nicht verschwinden.
- Wenn Sie andere Symptome wie Kopfschmerzen, Reizdarm oder Kälteempfindlichkeit haben.
Diagnose
Die Diagnose von Fibromyalgie wird anhand der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung gestellt. Es gibt keinen Labortest oder bildgebendes Verfahren, der die Erkrankung eindeutig nachweisen kann. Der Arzt fragt nach den Schmerzorten, der Dauer und Begleitsymptomen. Die AWMF-Leitlinie empfiehlt, die Diagnose nach den Kriterien des American College of Rheumatology zu stellen.
Mögliche Untersuchungen
- Umfassende Anamnese (Gespräch über Ihre Beschwerden und Vorerkrankungen)
- Körperliche Untersuchung, bei der der Arzt auf Druckpunkte (Tender Points) drückt.
- Blutuntersuchungen, um andere Erkrankungen wie Rheuma, Schilddrüsenprobleme oder Vitaminmangel auszuschließen.
- Bei Bedarf: Röntgen oder MRT, um Gelenkschäden oder andere Ursachen zu erkennen.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Bei der Diagnose kann es mehrere Arztbesuche dauern, da andere mögliche Ursachen ausgeschlossen werden müssen. Ihr Arzt wird mit Ihnen gemeinsam einen Behandlungsplan erstellen. Sie können auch eine Überweisung zu einem Rheumatologen oder Schmerztherapeuten erhalten.
Behandlung
Die Behandlung von Fibromyalgie zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Es gibt keine einzelne Methode, die für alle gleich gut wirkt. Eine Kombination aus Bewegung, Entspannungstechniken, Psychotherapie und Medikamenten ist oft am erfolgreichsten.
Selbsthilfe zu Hause
- Regelmäßige Bewegung: Gehen, Schwimmen, Radfahren oder Yoga helfen, Schmerzen zu reduzieren und die Stimmung zu heben.
- Entspannungsübungen wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung.
- Ausreichend Schlaf: Feste Schlafenszeiten, Vermeidung von Koffein und Bildschirmzeit vor dem Schlafengehen.
- Stress vermeiden: Planen Sie Pausen ein und lernen Sie, 'Nein' zu sagen.
- Wärmeanwendungen: Warme Bäder, Heizkissen oder Saunabesuche können Muskelverspannungen lösen.
Medizinische Behandlungen
Zur Behandlung der Schmerzen können Schmerzmittel wie Paracetamol oder nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) eingesetzt werden – Ihr Arzt wird Ihnen die passende Option empfehlen. Auch bestimmte Medikamente gegen Depressionen oder Krampfanfälle können in niedrigen Dosen die Schmerzverarbeitung verbessern. Wichtig: Nehmen Sie niemals eigenständig Medikamente ein, sondern lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten.
Wann kommt eine Operation infrage?
Operationen sind bei Fibromyalgie in der Regel nicht angezeigt, da keine strukturellen Schäden vorliegen. Nur wenn andere Erkrankungen wie Arthrose oder Bandscheibenvorfälle gleichzeitig bestehen, kann ein operativer Eingriff notwendig sein.
Leben mit der Erkrankung
Das Leben mit Fibromyalgie erfordert Anpassungen. Hören Sie auf Ihren Körper: Planen Sie Aktivitäten so, dass Sie nicht überlastet werden. Verteilen Sie Aufgaben über den Tag und machen Sie regelmäßig kurze Pausen. Viele Patienten berichten, dass eine strukturierte Tagesroutine hilft, Symptome zu kontrollieren.
Tipps für den Alltag
- Bewegung: Tägliche leichte Bewegung wie Spazierengehen oder Gymnastik.
- Schlaf: Sorgen Sie für eine angenehme Schlafumgebung und halten Sie einen festen Rhythmus ein.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann die allgemeine Gesundheit unterstützen.
- Stressreduktion: Yoga, Meditation oder Achtsamkeitstraining.
- Soziale Kontakte: Pflegen Sie Freundschaften und suchen Sie Austausch mit anderen Betroffenen.
Ernährung und Bewegung
Eine spezielle Diät für Fibromyalgie gibt es nicht. Dennoch kann eine entzündungshemmende Ernährung (z. B. mit Omega-3-Fettsäuren aus Fisch, Leinöl und Nüssen) hilfreich sein. Bewegung ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung: Beginnen Sie langsam und steigern Sie sich allmählich. Schwimmen und Wassergymnastik sind besonders gelenkschonend.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Fibromyalgie belastet viele seelisch. Die ständigen Schmerzen und die eingeschränkte Leistungsfähigkeit können zu Depressionen, Angstzuständen oder sozialem Rückzug führen. Scheuen Sie sich nicht, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie, kann helfen, mit der Erkrankung umzugehen und negative Gedankenmuster zu durchbrechen.
Vorbeugung
Fibromyalgie kann nicht direkt verhindert werden, da die genauen Ursachen unbekannt sind. Doch ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung, ausreichend Schlaf und Stressbewältigung kann das Risiko möglicherweise senken oder den Ausbruch verzögern.
Komplikationen
Unbehandelt
- Chronische Schmerzen können zu dauerhafter Erschöpfung und Muskelverspannungen führen.
- Depressionen und Angsterkrankungen treten häufiger auf.
- Soziale Isolation und verminderte Lebensqualität.
- Eingeschränkte Arbeitsfähigkeit oder vorzeitige Berentung.
Langzeitprognose
Mit einer frühzeitigen Diagnose und einer individuell angepassten Behandlung können viele Menschen mit Fibromyalgie ein erfülltes Leben führen. Auch wenn die Erkrankung nicht heilbar ist, lassen sich die Symptome oft deutlich lindern. Bleiben Sie aktiv und suchen Sie sich Unterstützung – Sie sind nicht allein.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- European Network of Fibromyalgia Associations (ENFA)
Lokale Organisationen
- Deutsche Fibromyalgie Vereinigung e.V. · Deutschland
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.
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Quellen und Leitlinien
Dieser Artikel dient der Aufklärung und orientiert sich an anerkannten Gesundheitsinformations- und klinischen Leitlinienquellen, sofern verfügbar. Spezifische Quellenlinks können je nach Thema variieren.
Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2026
Hinweis zur Aufklärung: Diese Informationen dienen nur der Aufklärung und sind keine Diagnose.
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