Frozen Shoulder
Verwendete Quellen
Dieser Artikel ist ein originaler Inhalt zur Patientenaufklärung.
- WHO—Health topics A–Z(2024)
- NHS—Health A to Z(2024)
- CDC—Health topics(2024)
Basierend auf internationalen klinischen Leitlinien
Übersicht
Die Frozen Shoulder (auch Schultersteife genannt) ist eine Erkrankung, bei der das Schultergelenk steif und schmerzhaft wird. Die Bewegung ist eingeschränkt, weil das Bindegewebe um das Gelenk herum entzündet ist und sich verdickt.
Wichtige Fakten
- Die Frozen Shoulder tritt meist zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf.
- Die Erkrankung verläuft in Phasen: Zuerst Schmerzen, dann Steifigkeit, später langsame Besserung.
- In den meisten Fällen heilt die Frozen Shoulder nach 1 bis 3 Jahren von selbst aus.
Ja, die Frozen Shoulder ist relativ häufig. Etwa 2 bis 5 von 100 Menschen sind irgendwann in ihrem Leben davon betroffen.
Sie betrifft am häufigsten Menschen zwischen 40 und 60 Jahren, besonders Frauen. Auch Menschen mit Diabetes oder Schilddrüsenerkrankungen haben ein erhöhtes Risiko.
Symptome
- Plötzliche, starke Schulterschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- Arm kann gar nicht bewegt werden (Lähmungserscheinungen)
- Plötzliche Atemnot oder Brustschmerzen, die in die Schulter ausstrahlen
- ⚠Schulterschmerzen, die nach ein paar Tagen nicht besser werden
- ⚠Starke Bewegungseinschränkung, die den Alltag unmöglich macht
- ⚠Fieber oder Rötung und Schwellung der Schulter (Zeichen einer Infektion)
Häufige Symptome
- Schmerzen in der Schulter, die nachts schlimmer werden können
- Steifigkeit der Schulter, die das Heben des Arms oder Anziehen erschwert
- Allmählicher Beginn: Die Schmerzen kommen langsam und werden mit der Zeit stärker
Symptome bei Kindern
- Die Frozen Shoulder ist bei Kindern sehr selten.
- Falls ein Kind über längere Schulterschmerzen klagt, sollte ein Arzt oder eine Ärztin die Ursache abklären.
Symptome bei älteren Erwachsenen
- Bei älteren Erwachsenen kann die Schultersteife noch länger anhalten als bei jüngeren.
- Oft ist die Alltagsbewegung stärker eingeschränkt, was die Selbstständigkeit beeinträchtigen kann.
- Stürze aufgrund der eingeschränkten Bewegung sind ein erhöhtes Risiko.
Ursachen
Hauptursachen
- Die genaue Ursache ist nicht vollständig bekannt. Es kommt zu einer Entzündung und Verdickung der Gelenkkapsel.
- Oft tritt die Frozen Shoulder ohne erkennbaren Grund auf (primäre Frozen Shoulder).
- Manchmal entsteht sie nach einer Verletzung, einer Operation oder langer Ruhigstellung der Schulter (sekundäre Frozen Shoulder).
Risikofaktoren
- Alter zwischen 40 und 60 Jahren
- Geschlecht: Frauen sind häufiger betroffen.
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit): Bei Diabetikern verläuft die Erkrankung oft länger und schwerer.
- Schilddrüsenerkrankungen (z. B. Schilddrüsenunterfunktion)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen
- Lange Ruhigstellung der Schulter (z. B. nach Operation oder Verletzung)
Wann zum Arzt
Dringend zum Arzt, wenn:
- Starke Schulterschmerzen, die nach ein paar Tagen nicht nachlassen
- Plötzliche Bewegungseinschränkung der Schulter
- Taubheitsgefühl oder Kribbeln im Arm
Einen Routinetermin vereinbaren, wenn:
- Leichte Schulterschmerzen oder Steifigkeit, die länger als 2 Wochen anhalten
- Einschränkungen beim Heben des Arms oder beim Anziehen
Diagnose
Die Diagnose stellt ein Arzt oder eine Ärztin (z. B. Orthopäde oder Orthopädin) anhand der Krankengeschichte und einer körperlichen Untersuchung. Dabei wird die Beweglichkeit der Schulter geprüft.
Mögliche Untersuchungen
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt bewegt den Arm des Patienten in verschiedene Richtungen und misst den Bewegungsumfang.
- Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall können andere Ursachen (z. B. Arthrose oder Sehnenrisse) ausschließen.
- Ein MRT (Magnetresonanztomographie) wird nur selten benötigt, zeigt aber verdicktes Gewebe in der Gelenkkapsel.
Was Sie bei Ihrem Termin erwartet
Der Arzt wird Ihnen erklären, dass die Frozen Shoulder in den meisten Fällen von selbst ausheilt. Die Behandlung konzentriert sich auf Schmerzlinderung und Bewegungserhalt. Es kann sein, dass eine Physiotherapie verordnet wird. Die AWMF-Leitlinien empfehlen eine Kombination aus Physiotherapie und Schmerzmitteln. Spezifische Medikamente werden hier nicht genannt – fragen Sie Ihren Arzt oder Ihre Ärztin.
Behandlung
Die Behandlung der Frozen Shoulder zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Oft wird zunächst ein konservativer Ansatz (ohne Operation) verfolgt. Die Therapie richtet sich nach der Erkrankungsphase.
Selbsthilfe zu Hause
- Wärmeanwendungen: Ein warmes Handtuch oder ein Wärmekissen kann die Durchblutung fördern und Verspannungen lösen.
- Sanfte Bewegung: Machen Sie langsame, schmerzfreie Übungen (z. B. Pendelübungen des Arms), um die Steifigkeit zu reduzieren.
- Vermeiden Sie Überkopfarbeiten oder schweres Heben, solange die Schmerzen bestehen.
- Kühlen bei akuten Schmerzen nach Belastung (z. B. mit einem Kühlpack, nicht direkt auf die Haut).
Medizinische Behandlungen
Ihr Arzt kann Ihnen bei Bedarf entzündungshemmende Schmerzmittel oder Kortison-Injektionen in das Schultergelenk empfehlen. Auch Physiotherapie und manuelle Therapie sind wichtige Bestandteile. In hartnäckigen Fällen wird eine arthroskopische Kapsellösung (Dehnung der verdickten Kapsel) durchgeführt.
Wann kommt eine Operation infrage?
Eine Operation ist selten nötig. Sie wird nur in Betracht gezogen, wenn nach 6 bis 9 Monaten konservativer Therapie keine Besserung eintritt oder die Beweglichkeit extrem eingeschränkt bleibt.
Leben mit der Erkrankung
Mit einer Frozen Shoulder müssen Sie sich Zeit lassen. Die Erkrankung braucht Geduld. Nutzen Sie Hilfsmittel wie lange Kleiderhaken oder ein Besteck mit dicken Griffen, um den Alltag zu erleichtern.
Tipps für den Alltag
- Achten Sie auf eine gute Körperhaltung, um die Schulter nicht zusätzlich zu belasten.
- Vermeiden Sie ruckartige Bewegungen und schweres Tragen.
- Bewegen Sie die Schulter regelmäßig, aber übertreiben Sie es nicht.
Ernährung und Bewegung
Eine gesunde Ernährung kann entzündungshemmend wirken – aber es gibt keine spezielle Diät. Sanfte Bewegung wie Spazierengehen oder Schwimmen (sobald es die Schmerzen erlauben) ist förderlich. Physiotherapie-Übungen sind am besten.
Psychische Gesundheit und Wohlbefinden
Chronische Schmerzen können belastend sein. Es ist normal, dass man sich manchmal frustriert oder traurig fühlt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin – auch über Ihre seelische Verfassung.
Vorbeugung
Es gibt keine sichere Methode, eine Frozen Shoulder zu verhindern. Aber regelmäßige Bewegung der Schulter und schnelle Behandlung von Schulterverletzungen können das Risiko senken.
Komplikationen
Unbehandelt
- Eine dauerhafte Bewegungseinschränkung der Schulter (Schultersteife)
- Muskelschwund im Arm aufgrund fehlender Bewegung (Atrophie)
- Chronische Schulterschmerzen, die den Alltag beeinträchtigen
Langzeitprognose
Die gute Nachricht: Die Frozen Shoulder heilt in den allermeisten Fällen von selbst aus – auch ohne Behandlung. Allerdings kann das ein bis drei Jahre dauern. Mit Physiotherapie und Geduld wird die Beweglichkeit meist vollständig oder fast vollständig wiederhergestellt. Eine Operation ist selten nötig.
Unterstützung finden
Internationale Organisationen
- Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) ↗
- Berufsverband für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) ↗
Lokale Organisationen
- Deutsche Rheuma-Liga ↗ · Deutschland
Hilfetelefone
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Überprüfen Sie die Informationen immer mit Ihrem Arzt
Gesundheitsrichtlinien variieren je nach Land und Region. Die Informationen in diesem Artikel basieren auf internationalen klinischen Leitlinien, spiegeln jedoch möglicherweise nicht die spezifischen Richtlinien, Medikamente oder Praktiken in Ihrem Land wider. Besprechen Sie Ihre Gesundheitsfragen immer mit Ihrem Arzt oder Gesundheitsdienstleister und beziehen Sie sich auf Ihre lokalen nationalen Gesundheitsrichtlinien, sofern verfügbar.
Wichtiger Hinweis Diese Informationen dienen nur zu Bildungszwecken. Sie ersetzen keine professionelle ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Konsultieren Sie bei Fragen immer einen qualifizierten Arzt. Bei einem medizinischen Notfall wählen Sie sofort den örtlichen Notruf.